Wie der April riecht

Inspiriert von Fräulein Read On hier wieder die olfaktorischen Monatsnotizen…

April, April, der weiß nicht was er will. Und das bezieht sich in diesem April nicht nur auf das Wetter. Es ist großes Hin und Her, Vor und Zurück, Schieben und Zerren, mit vielen positiven, aber auch vielen negativen Dingen.

Der April riecht nach Bahnhöfen und Gleisen, nach Bordbistro und Ledersitzen. Nach Hamburger Regenwetter, Bochumer Regenwetter, Münchener Sonnenschein und Nürnberger Grau. Nach authentischem indischem Essen, Sushi und fruchtigen Cocktails ebenso wie nach leckerem Eis und ordentlich Knoblauch, Ouzo und diesem Schnaps, der wie Nutella duftet.

Nach luftigen Höhen in der VIP-Loge und Rocklegende duftet der April ebenso wie nach verschwitztem Skatepunk-Publikum und intimem Indie-Gig. Der April riecht nach neuen Möbeln, unbehandeltem Holz und jeder Menge aufgewirbeltem Staub.

Er duftet nach Sonnenlicht und Frühlingsblumen, nach Sanddornwein und norddeutschem Humor. Nach sehr viel kuscheligem Katzenfell und Katzenfutteratem duftet der April genauso wie nach laufender Schnupfennase und jeder Menge Ingwer.

Der April duftet nach zwei Nächten im Club und Ostseeluft. Nach Meeresfrüchten auf den Nudeln und Algen am Strand, nach Stadthafenerinnerungen und Erdbeervorfreude und vielen, vielen guten Gesprächen.

Der April riecht nach vertrauter Zuhausigkeit und plötzlichem Fremdfühlen gleichermaßen, nach warmem Sand und kaltem Laken.

Abschied und Aufbruch und Neuanfang und erste Nächte auf dem Balkon, mit Tee, Rosé und interessanten Kräutermischungen – so riecht der April.

Fast der Neuanfang

Der April ist so gut wie vorbei und das neue Leben hat jetzt wirklich fast angefangen. Heute ging zum ersten Mal die Miete von meinem Girokonto ab. Das checkte ich morgens im Büro, während ich an den Schulungsunterlagen vom Freitag weiterarbeitete. Zwischendurch kam ein Kollege und fragte, wer heute in der Mittagspause mit ihm meditieren wollen würde und ich habe direkt mal zugesagt.

Erst hatte ich selbst noch eine kleine Schulung und dann trafen der Kollege, die beste Kolleginnenfreundin und ich uns zu einer kleinen Meditation in einem Meetingraum – zum Glück mit angenehm weichem Teppichboden. Für das erste Mal in dieser Konstellation klappte es erstaunlich gut, die beiden anderen waren ziemlich erfolgreich. Ich hingegen war zu sehr mit allem möglichen beschäftigt, was gerade so ansteht und konnte nicht wirklich loslassen. Auch dass die Beiden neben mir saßen und atmeten hat mich abgelenkt. Trotzdem war es schön, mal für eine Viertelstunde zur Ruhe zu kommen. Wir versuchen jetzt, das täglich zu machen, mal gucken, wie das so klappt.

Nachmittags war ich dann zu einer Untersuchung beim Augenarzt (alles OK, juhu!) und ging dann mit geweiteten Pupillen und verschwommener Sicht direkt nach Hause, wo schon die Katzen und die neue Mitbewohnerin auf mich warteten. Wir feierten ihren Fast-Einzug (der Großteil ihrer Sachen kommt erst am Wochenende) mit einem Tee auf dem Balkon – ich immer mit dem Blick Richtung Hauswand, weil mich die Sonne doch sehr blendete – und besprachen unsere Pläne und Prioritäten für die nächsten Tage und Wochen.

Dann räumte ich ein bisschen weiter Dinge hin und her und ruhte meine müden Augen aus. Irgendwann wurde es Zeit fürs Abendbrot, zu dem ich Artischocken und einen veganen Dip vorbereitete, die wir dann gemeinsam im Zimmer der Mitbewohnerin verspeisten – während der Hase mit zwei Helfern die letzten seiner Sachen abholte. Jetzt ist wirklich nur noch Kleinkram übrig, der entsorgt werden kann. Morgen kommt er nochmal, um etwas Geliehenes wiederzubringen und seinen Schlüssel abzugeben. Das wird dann wirklich das Ende dieser Ära… Und dann kommt der Mai und macht alles neu!

Tschüß, Bibliothek

Alle ist im Umbruch und obwohl das mit dem Aus- und Einzug sich jetzt doch noch länger hinzieht, habe ich heute einige Stunden damit zugebracht, aus der ehemaligen Bibliothek (eigentlich ein Arbeitszimmer, in dem aber eben auch alle Bücher standen, in den letzten Monaten vornehmlich und völlig zu Unrecht als Rumpelkammer genutzt) das Zimmer der neuen Mitbewohnerin zu machen. Das bedeutete zunächst einmal, noch einige Hasendinge zu verräumen, Dinge zu entsorgen, andere Dinge an provisorischen Orten zwischenzulagern und am Ende, schonmal 3/4 der Bücher samt ihren Regalen ins Wohnzimmer zu verfrachten. Ein bisschen freue ich mich ja darauf, wieder den Alltag mit einer Bücherwand zu teilen und dafür nicht in ein extra Zimmer gehen zu müssen. Für das letzte Viertel ist im Wohnzimmer aktuell noch kein Platz, aber das soll sich morgen Abend ändern. Morgen Abend trifft dann auch die Mitbewohnerin ein und kann die erste Nacht in ihrem neuen, noch fast leeren Zimmer verbringen – nur ihre Yogamatte, die ist schon da.

1000 Fragen an Tag X

Tag X stellte sich dann irgendwie doch nur als Tag X1 heraus, X2 folgt zeitnah. Also noch kein echter Start in die neue Ära, dafür einfach die nächsten der 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

351. Wie eitel bist du?

Was mein Aussehen angeht, nur sehr wenig – also ich freue mich, wenn ich gut aussehe oder für gut aussehend gehalten werde, das Gegenteil lässt mich aber relativ kalt. Anfälliger bin ich da schon in den Bereichen “Wissen” und “Können”.

 

352. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand?

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dem Herzen 😉 Es gibt aber auch Situationen, wo der Verstand große Stop-Schilder aufstellt und ich die auch beachte. Gelingt mir aber nicht immer.

 

353. Welches Risiko bist du zuletzt eingegangen?

Ich habe ein paar dieser Stop-Schilder missachtet und das ging nicht besonders gut für mich aus. Aber auch nicht so schlecht, dass ich nachhaltig was draus lernen werde, glaube ich.

 

354. Übernimmst du häufig die Gesprächsführung?

Kommt drauf an, wer mein Gegenüber ist und wie dominant sein*ihr Gesprächsverhalten ist. Ich fühle mich in beiden Rollen ganz wohl.

 

355. Welchem fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie ähnelst du?

Ich glaube ich trage Aspekte von sowohl Lorelai als auch Rory in mir. Mit ein bisschen Jess (aber aus New Girl).

 

356. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen?

Die richtige Musik. (Und wenn es nicht erst spät am Abend anfängt: Gutes Essen.)

 

357. Fällt es dir leicht, Komplimente anzunehmen?

Ich glaube sie manchmal nicht, aber wenn ich sie nachvollziehen kann, freue ich mich schon sehr.

 

358. Wie gut achtest du auf deine Gesundheit?

Bis auf gelegentliche Unvernünftigkeiten wie das Durchtanzen von Nächten oder viele Nächte mit wenig Schlaf hintereinander, weil der soziale Kalender so voll ist: Ziemlich gut. Ich übertreibe es nicht mit Alkohol und Drogen, ernähre mich meist ziemlich gesund und ausgewogen, trinke meist ausreichend und wenn ich abends nichts besonderes vor habe, gehe ich deutlich vor Mitternacht ins Bett und wache morgens vor dem Weckerklingeln auf. Besonders letzteres habe ich mir in den letzten Jahren mühsam antrainiert, weil ich sonst recht anfällig für allerlei Krankheiten bin.

 

359. Welchen Stellenwert nimmt Sex in deinem Leben ein?

Da gibt es solche und solche Phasen.

 

360. Wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?

Ich bin am liebsten unterwegs und reise von einem Ort zum Anderen, sammle neue Eindrücke und esse mich durch die lokalen Spezialitäten. Wenn es dann noch nicht zu kalt ist, das Meer in der Nähe ist und ich ab und zu mal auch einfach nur faul rumliegen und lesen kann, bin ich hochzufrieden.

Bewegte Zeiten

Im Moment ist wirklich gar nichts langweilig in meinem Leben und so langsam hätte ich gerne mal wieder ein kleines bisschen Langeweile, vielleicht so für einen halben Nachmittag oder so mal. Ginge das?

Der Morgen begann heute mit dem Klingeln des Weckers (wenn man von einem feuchten Nasenstupser zwei Stunden vorher absieht, als Nimbin meinte, man könne doch vielleicht schonmal nach Frühstück fragen – mein Bescheid war abschlägig) und allein das ist schon außergewöhnlich, denn normalerweise wache ich dieser Tage (oder Wochen) von alleine und deutlich vor dem Weckerklingeln auf. Aber gestern Abend war ich nach dem Geburtstagsessen bei Papa noch auf einem Konzert (und sah die wundervollen Mumpel, Murks & die Herrscherin der Galaxis Galactic Attack sowie Mortenson live) und war dann erst nach Mitternacht im Bett. Beide Bands (mit sich teilweise überschneidendem Personal) kenne ich aus Rostock, obwohl sie jetzt wohl vornehmlich in Leipzig wohnen. Kunden, die diese Acts mögen, mögen übrigens auch Supershirt, Captain Capa und Coogans Bluff. Und das meine ich rein personell, denn alle drei Acts waren zumindest in Teilen ebenfalls auf der Bühne vertreten, was mal wieder zeigt, dass gute Musik nicht nur einen Stil kennt und gute Musiker*innen meist auch in ganz verschiedenen Musikrichtungen zuhause sind. Übrigens ein bisschen schade, dass ich mein “Tote Tiere“-T-Shirt schon Dienstag bei Millencolin vollgeschwitzt hatte, sonst hätte das gestern thematisch ja mal sowas von gepasst.

Jedenfalls schaltete ich den Wecker aus und sah diverse Nachrichten auf dem Display – eine WhatsApp-Gruppe war geradezu explodiert: Während ich schlief, wurde heute Morgen ein kleines Mobster-Baby geboren. Natürlich am Freitag, wie sich das für einen echten Mobster gehört. Möglicherweise lernen wir es nächsten Freitag zum Dinner schon kennen.

Im Büro verbrachte ich die erste Hälfte des Tages in einer spannenden Schulung, die zweite Hälfte des Tages über erstellte ich selbst Schulungsunterlagen für ein Tool. Dazwischen gab es eine spannungsgeladene Mittagspause, die sich aufgrund eines von mir unbewusst gesetzten Triggers in einem dramatischen Höhepunkt entlud und dazu führte, dass zwei Menschen laut wurden (ich nicht). Hui, das war ganz schön… Hui. Es folgten übrigens noch klärende Gespräche und eine Entschuldigung bei mir, also alles gut.

Und dann kam ich nach Hause und mir wurde so richtig klar, dass das heute Abend das Ende einer Ära ist. Morgen zieht der Hase endgültig aus der Wohnung aus, übermorgen trifft meine neue Mitbewohnerin ein. Ich selbst werde den morgigen Tag aushäusig verbringen – erste Zeitvertreibspläne sind bereits geschmiedet – und harre ein wenig aufgeregt dem emotionalen Wirrwarr, den der Tag vermutlich für mich mit sich bringen wird. Bevor das alles zu aufregend wird, verziehe ich mich dann jetzt mal besser in die Badewanne…

1000 Fragen an Papas Geburtstag

Papa hat Geburtstag, ich muss feiern statt zu bloggen. Deswegen wieder 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?

Das merkwürdig rücksichtslose Verhalten anderer Mitfahrenden im öffentlichen Personennahverkehr. Vor freien Sitzplätzen rumstehen, ein- oder aussteigen und erstmal stehenbleiben… Sowas halt.
342. Kann jede Beziehung gerettet werden?

Nein.
343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?

Ich find meine Finger ziemlich gut.
344. Womit hältst du dein Leben spannend?

Das ist von ganz alleine spannend, da muss ich selbst gar nicht viel tun. Wenns allzu langweilig wird, dann suche ich mir neuen Input (Musik, Reisen, Essen, Bücher, Veranstaltungen…)
345. Kannst du unter Druck gute Leistungen er bringen?

Sogar mitunter besser als ohne.
346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?

Die Unizeit, wer nicht? Wenig Stress und Verpflichtungen, jede Menge Freiheit und Input, viel Zeit mit Freund*innen… und das Meer quasi vor der Haustür.
347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?

Vom humanistischen Ansatz her und aus juristischer Sicht natürlich ja. Aber insgeheim gibt es schon ein paar Exemplare, die ich persönlich für weniger wertvoll halte.
348. Hast du immer eine Wahl?

Philosophisch gesehen ja, lebenspraktisch gesehen bleiben einige Türen wohl für immer verschlossen.
349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?

Mitte April bis Mitte September. Den Rest könnte man ruhig auf 1-2 Monate zusammenschrumpfen.
350. Wie würdest du heißen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?

Kommt drauf an, wann ich das hätte aussuchen dürfen. Irgendwas nicht ganz alltägliches, aber trotzdem einfaches und mit maximal drei Silben. Ein bisschen habe ich mir ja Loosy ausgesucht… Das passt ganz gut auf die Kriterien.

Ein Evergreen

Laue Berliner Abende eignen sich ja seit jeher für gute Gespräche an frischer Luft. So gesehen war es ein großes Glück, dass für den heute geplanten Abend mit der besten Kollegenfreundin und zwei weiteren lieben Kolleginnen so schönes Wetter implementiert wurde. So konnte ich das alte Evergreen-Programm wieder auffahren und mein liebstes vietnamesisches Restaurant mit einem der besten Eisläden der Stadt und langem Draußensitzen und Reden kombinieren. (Das klappte letzten Sommer mit dem Fräulein schon so außerordentlich gut!) Und man kann jetzt auch tatsächlich schon bis nach 9 draußen sitzen, in T-Shirt und dünner Jacke, im Hellen. Die beste Jahreszeit ist definitiv angebrochen. ❤