#12v12 im Juli

Diesen zwölften habe ich ohne Internet-Empfang in der anhaltinischen Pampa verbracht, wo wir für einen Geburtstag weilten. daher kommt mein Blogpost auch einen Tag zu spät. Die vielen Millionen anderen Posts gibt es wie immer bei Caro.
Zum Frühstück im Garten gibt es frischen Honig von den Milchbienen des Hasenbruders. So lecker!
Bereits vor dem Frühstück hat die Hasenmama diesen Bienenstich gebacken, nach dem Frühstück helfe ich ihr.

Es gibt einen schokoladigen Butterkuchen…

…und einen Marmorkuchen.

Nebenbei entsteht das Mittagessen, komplett ostig mit Emailletopf, gebratenen Jagdwurstscheiben und Apfelschorle aus dem Senfglas (nur Shaun das Schaf hätte es so vor 30 Jahren noch nicht gegeben.)

Die vegetarische Variante für mich: Blumenkohl mit weißer Soße und Salzkartoffeln.

Zum Nachtisch gibt es Kirschen, die der Hasenpapa gepflückt hat, während wir in der Küche waren.

Dann verziehe ich mich bis zum Abendbrot mit Buch in die Horizontale – erst draußen im Garten, mit Regenbeginn dann auf dem Sofa. Das tolle Lesezeichen hat mir der Hase geschenkt.

Zum Geburtstagsabendessen sitzt mir John Lennon gegenüber (in Gestalt des Hasengroßcousins).

Ich entscheide mich für Bandnudeln mit gebratenem Lachs und Knoblauchsoße. Die drei vegetarischen Gerichte auf der Karte hatte ich alle schon mehrfach…

Dann gibt es noch ein heißes Bad gegen meine Rückenschmerzen, bevor auch dieser 12. zu Ende geht.

Couscous mit frittierten Artischocken und Kapern

Ich habe bis auf ein paar wenige Stunden nächstes Wochenende gerade zwei Wochen lang sturmfreie Bude – der Hase ist auf Reisen in Familienangelegenheiten. Damit mir nicht langweilig wird (ha, haha, hahahaha…), habe ich mir unter anderem vorgenommen, tolle Sachen zu essen. Zum Einen kann ich in dieser Zeit ohne schlechtes Gewissen Sachen kochen, die der Hase nicht mag (gestern gabs direkt Pilze, nämlich mit Reisbandnudeln und Pak Choi) und zum Anderen nach Herzenslust Neues ausprobieren und mir dabei alle Zeit der Welt lassen, weil außer meinem eigenen Magen keiner drängelt. (Nicht, dass der Hase ein Drängler wäre, aber allein die Anwesenheit einer zweiten Person verführt dazu, schnell fertig werden zu wollen, weswegen hier manchmal auch Kartoffeln auf den Tisch kommen, die noch nicht ganz durch sind. *hust*)
Ich habe mir am Montag eine Artischocke gekauft, gabs hier schon lange nicht mehr und ist auch etwas langwierig in der Zubereitung. Außerdem hatte ich in Sizilien ja gerade einen kleinen Kurs in der Vor- und Zubereitung von Artischocken und wollte testen, ob ich das auch alleine hinkriege. Geht ganz gut, ich hab es mir aber auch insofern erleichtert, dass ich anders als in Case Vecchie auf den Kichererbsenteig verzichtete und die Dinger direkt frittierte. Die Artischocke im Kopf ging ich heute in Gedanken immer wieder mein Inspirationsrepertoire und die Vorräte durch und hatte dann, als ich das Büro verließ, einen konkreten Plan: Zu der frittierten Artischocke würde es Couscous geben (allerdings nicht aus dem rohen Weizen zubereitet, sondern faul in der Wasser-drauf-und-ziehen-lassen-Variante), außerdem Ricotta (leider nicht frischen aus Schafsmilch, sondern die Kuhmilch-Version aus dem Kühlregal), Kapern (ich hatte mir gesalzene aus Case Vecchie mitgebracht) und Zitrone – echt sizilianisch eben.
Die Zubereitung hat dann auch eine knappe Stunde gedauert, aber das war es auf jeden Fall wert. Beim nächsten Mal würde ich noch ein Dressing dazu machen, evtl. mit mehr Zitronensaft, Olivenöl und Kräutern, und mich trauen, die Kapern noch ein bisschen länger zu frittieren, damit noch etwas Knusprigeres dabei ist. Ansonsten aber: Top!
Rezept für 2 Portionen:

  • 1 große Artischocke
  • Saft und Schale einer halben Zitrone
  • 2 Esslöffel gesalzene Kapern (nicht sauer eingelegte!)
  • 100 g Couscous
  • 1 Schale Ricotta
  • Ausreichend Olivenöl zum Frittieren (ca. 1-2 Tassen*)
Als erstes habe ich ausgiebig das Salz von den Kapern gespült und diese dann in kaltes Wasser gelegt. Im Laufe der nächsten 45 Minuten habe ich das Wasser zweimal gewechselt und am Ende nochmal gespült.

Dann wurde die halbe Zitrone mit dem Zestenreißer bearbeitet und danach ausgepresst. Die Zesten habe ich beiseite gestellt, den Saft in eine breite Schüssel voller Wasser gekippt.
Dann kam die Artischocke dran. Zunächst habe ich den Stiel gekürzt, um sie handlicher zu machen. Dann wurden ringsum die Blätter abgezupft, bis nur noch die ganz feinen übrig waren. Die habe ich mit einem Dreh herausgezogen. Dann habe ich die Artischocke geviertelt und die Viertel, die ich gerade nicht bearbeitet habe, in das Zitronenwasser gelegt. Eins nach dem anderen nahm ich sie heraus, entfernte das Stroh mit einem Löffel und schälte alles ab, was hart und holzig war. Dann wurden die Viertel in dünne Scheiben geschnitten und wieder ins Zitronenwasser verfrachtet.
Ich habe 100 g Couscous abgewogen und 200 ml (also die doppelte Menge) Wasser zum Kochen gebracht. Das Wasser habe ich dann auf den Couscous geschüttet und das Ganze ziehen gelassen.

Dann habe ich in einer großen, tiefen, schweren Pfanne mein Frittieröl erhitzt und in der Wartezeit die Cherrytomaten halbiert.

Als das Fett heiß war, habe ich die Artischockenscheiben in zwei Schichten langsam und vorsichtig frittiert, bis sie erst weich und dann leicht braun wurden. Während die auf Papier abtropften, warf ich noch die gewässerten Kapern ins heiße Fett. Als eine Probekaper schön knusprig war, holte ich schnell alle Kapern heraus und ließ sie abtropfen.
Dann habe ich die Hälfte des Couscous auf einem großen Teller verteilt, die halbe Packung Ricotta als Berg in die Mitte gesetzt und die Hälfte der frittierten Artischocke drumherum arrangiert. Auf den Ricotta kamen die Kapern und die Zitronenzesten und drumherum die Cherrytomaten, verziert mit Basilikumblättern und Aceto Balsamico. Die andere Hälfte von allem kommt morgen mit ins Büro.

*Frittieren mit Olivenöl, fragt Ihr Euch? Ja! Nach einem eindringlichen Appell von Fabrizia bin ich überzeugt: Das ist es wert. Zum Einen frittiert man ja nicht so oft und kann außerdem das Öl 2-3 mal verwenden, so dass sich der finanzielle Aufwand in Grenzen hält. Zum Anderen schmeckt es mit Olivenöl besser und wenn man sich an Fabrizias Anweisungen hält und eben „frittiert, wenn man frittiert“ und nicht in der Gegend herumscharwenzelt, dann raucht da auch nichts und das Öl bleibt verträglich. 

Geburtstagswoche 2015 – Finale

Heute war nun der große Tag, der dank wundervoller Vorbereitung durch den Hasen (inkl. Torte!) sehr entspannt mit einem gemütlichen Frühstück beginnen konnte. Da ich nur noch Panelle machen und Kochbananenchips frittieren wollte, hätte ich sogar noch Zeit, gemütlich in der Badewanne zu liegen. Dann rückten ab 15 Uhr die Gäste an und wir waren draußen auf dem Rasen. Neben wundervollen Geschenken wurden u.a. Salate, Kekse, Kuchen, Himbeer-Quark-Dessert, Holunder-Küchlein, Quiche, Guacamole, Brot, Kräuterbutter und jede Menge Obst mitgebracht. Wir grillten, aßen, unterhielten uns und drei kleine Jungs (knapp ein, anderthalb und zwei Jahre alt) wuselten herum und hielten alle auf Trapp. Später wurde auch noch Kubb gespielt und diverse Pläne für die nächsten Wochen (Spa, Freiluftkino, Karaoke, Paddeln, mehr Kubb, mehr Grillen…) wurden auch geschmiedet.

Ich denke, dieser Sommer wird ganz großartig werden. Danke an Euch alle, besonders den Hasen natürlich, für diese tolle Woche und diesen einmalig schönen Geburtstag!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Geburtstagswoche 2015 – Olivenöl, Wein und Estratto

Heute Morgen wachte ich mit der Frage auf, was wir diesmal kochen würden. Dann fiel mir ein, dass meine Zeit in Case Vecchie zu Ende ist und wir nach dem Mittagessen aufbrechen würden. 😦 Bis dahin gab es aber noch viele schöne Momente, Gelächter, Fotoknipserei, Souvenirkäufe (Öl, Wein, Kichererbsenmehl, Kapern und Tomatenextrakt) und natürlich zwei wundervolle Mahlzeiten:

Geburtstagswoche 2015 – Couscous und Artischocken

Wir hatten gerade eine Art Abschlussdinner mit vier verschiedenen Weinen, Limoncello und Nocino, deswegen (und weil wir heute Morgen schon vor dem Frühstück mit dem Schreiben begonnen haben) beschränke ich mich heute wieder auf Fotos. Ein (oder mehrere?) längere Posts über diese wundervolle Woche reiche ich irgendwann demnächst nach.

Kirschkuchen zum Frühstück

Zibbibo-Elixir und Mandelhonig

Frittierte Salbeiblätter

Pasta alle Sarde

Zitronencreme mit Sauerkirschen

Couscous-Zubereitung: Unten ein Topf mit kochendem Wasser, darauf ein Tontopf mit Löchern für den Dampf. Der Übergang wird mit Brotteig abgedichtet. Über die Dampflöcher kommen Lorbeerblätter, darauf der leicht angefeuchtete rohe Couscous. Hineingesteckte Löffel sorgen dafür, dass der Dampf entweichen kann.

Artischocken putzen mit Fabrizia und Luisa
Artischocken in Zitronenwasser, Safran und Kalamari

Zwei Sorten rohe Kichererbsen

Cassatelle werden mit Ricotta-Creme gefüllt.
Aperitivo mit Ben, Fabrizia, Virginia und Gry.

Couscous mit Kichererbsen, Kartoffeln und Käse

Gefüllte Kalamari und Safran-Kartoffeln

Cassatelle

Geburtstagswoche 2015 – Agrigento und Regaleali

Ich hab mich eben im Spiegel gesehen und war total überrascht, wie glücklich ich aussehe. Also, ich weiß ja, dass ich es gerade absolut bin, aber dass man mir das einfach so von außen ansieht und wie groß der Unterscheid zu meinem mir vertrauten Spiegelbild ist (nicht, dass ich zuhause explizit unglücklich wäre), das hätte ich nicht erwartet.
Dieser Trip ist alles, was ich mir davon versprochen habe und mehr. Die Sonne, die Landschaft und das Essen sind das Eine und damit habe ich gerechnet, das andere sind die Menschen, die wahnsinnig tollen Gespräche, die Atmosphäre, die Ideen, das Feedback und die Gedankenwanderungen. Ich habe dem Hasen versprochen, möglichst viel davon zu behalten und ich hoffe, man wird es auch hier im Blog merken können.
Heute ging es zunächst nach Agrigento, ich habe schon letztes Jahr darüber gebloggt, als der Hase und ich auf unserem Roadtrip im Tal der Tempel halt machten und auch über den wundervollen Garten der Kolymbetra, der inzwischen mein Happy Place geworden ist (Links folgen, wenn ich wieder zuhause bin). Und auch heute hat der Garten seine Wirkung getan, auch wenn es dort im Juni leider keine reifen Früchte mehr gibt. Vielleicht reicht eine überwältigende Erfahrung aus, um einen Ort für immer ins Herz zu schließen…
Der Juno-Tempel und im Hintergrund das Meer
Mandeln am Baum
Eine riesige Agave

Siesta-Ziege

Ruinen

Artischocke in voller Blüte

Unser Picknick: Sandwich mit Frittata, eingelegte getrocknete Tomaten, Artischocken, Oliven und gefüllte Peperoncini, Käse und später zum Nachtisch Kirschen und Melone. Dazu gibt es Weißwein und Wasser.
Francesca, Luisa und Gayle – drei Foodbloggerinnen beim Material sammeln.
Zurück in Case Vecchie gingen wir für eine tolle Writing Session in den Pavillon im Garten.
Danach fuhren wir nach Regaleali, erhielten eine Führung durch das Weingut und machten eine Weinprobe. Wichtigste Erkenntnis: Man braucht nur fünf Wörter, um Wein zu beschreiben: Red, White, Rosé, Like und Dislike.

Zum Aperitivo im Hof des Gutshaused gab es zwei verschiedene Jahrgänge eines Schaumweins und dazu frittierte Bohnen, mit Bêchamel gefüllte Kartoffelkroketten und Reisbällchen.

Schließlich speisten wir in großer Tafelrunde bei Grafens und aßen Ravioli gefüllt mit Ricotta und Minze, Kotelett und Kartoffeln, Caponnata und Salat sowie den besten Cannolo, den ich je gegessen habe – begleitet von weißem, rotem und Dessertwein.

Geburtstagswoche 2015 – Panelle, Cassata und der Garten

Heute ging es fast direkt nach dem Frühstück mit Kochen los. Wir sahen zu und legten teilweise auch mit Hand an.

Für Panelle wird Kichererbsenmehl in Wasser gekocht (gewürzt mit Salz, Pfeffer und Oregano) und dann flach ausgestrichen:

Nach dem Erkalten erhält man einen flachen Fladen, den es dann gilt, heil abzulösen:
Danach werden die Panelle zurechtgeschnitten und in Olivenöl frittiert:
Soooo lecker:

Nebenbei wurde Pastateig zubereitet, mit einem Schlag Ricotta:
Die Cavatelli-Maschine in Aktion:

Warme Tomatensauce mit Ricotta:
Und zusammen:

Blanchierter Mangold mit Bêchamel püriert und Spiegeleier, im Ofen gebacken:

Aus einem Sauerrest-Teig entstanden nebenbei Piadine:
Selbstgemachtes Marzipan aus Mandelmehl, Zucker und Honig (und grüner Lebensmittelfarbe):

Kandierte Früchte für die Deko der Cassata:
Das fertige Kunstwerk:

Ein Rundgang durch den Garten:
Suppe aus Zucchini lunghi, inkl. Blättern:

Salat aus Gartenkräutern mit einer konfierten und einer getrockneten Tomate:

Bianco Mangiare:

Geburtstagswoche 2015 – Ein halber Sonntag in Palermo

Heute Morgen bin ich um 6 aufgestanden, nach viel zu kurzer, weil unruhig und aufgeregt verbrachter Nacht. Bis ich in Palermo war, war es 10 Stunden später. Nochmal 7 Stunden später liege ich jetzt völlig kaputt auf meinem Hostelbett, voll von Eindrücken und Essen, müde und mit schmerzenden Füßen. Denn nur, weil ich erst nachmittags hier ankomme, heißt das ja nicht, dass ich kein Palermo-Programm durchziehe. Immerhin 12 km bin ich laut App danach noch gelaufen, straßauf, straßab sozusagen.
Zuerst zieht es mich ans Wasser, wie fast immer und überall. Die Marina fand ich ja letztes Jahr schon so schön:

Dann begebe ich mich auf Eis-Suche und sehe unterwegs einen verwunschen Baum im Giardino Garibaldi:

Ich werde eismäßig fündig und suche mir die drei sizilianischsten Sorten aus, die es gibt: Pistazie, Maulbeere und Cassata.

Das Eis ist so unglaublich cremig und aromatisch, dass ich mich hinsetzen muss, um es in aller Ruhe zu genießen. Mit dieser Aussicht:

Die ersten Orden für fleißiges Eisessen habe ich auf Hose und Top jedenfalls anbringen können. Erstes Sizilien-To Do erledigt.
Ich mache Halt am Bahnhof und schaue, wo wir morgen Vormittag unser Gepäck parken können und ob man die Tickets, die wir für die Weiterreise brauchen am Automaten bekommt. Läuft. Dann schlendere ich weiter durch Straßen und Gassen:

Gegen 8 wird es Zeit für Punkt 2 auf meiner To Do-Liste: Den Aprritivo. Ich laufe an diversen Bars vorbei, bis ich eine finde, deren Snack-Auswahl auf den Tischen mir zusagt. Leider waren das mit den Pizza- und Sandwichstücken wohl Mehrpersonentische, ich bekomme jedenfalls „nur“ Chips und Nüsschen zum Spritz. Schmeckt aber auch.

Über Foursquare habe ich mir ein Restaurant ausgesucht: Gute Bewertungen, nahe beim Hostel, Slow Food, Bio, lokale Zutaten und Rezepte. Auch hier ist man als Einzelperson insofern benachteiligt, dass man nur drinnen sitzen darf. Ist aber nicht so schlimm, die Sonne ist bereits untergegangen (eine Stunde früher als in Berlin) und es wird langsam frischer.

Das Essen ist sehr sehr gut. Es gibt:

Erdnüsse und Kürbiskerne zum Snacken

Auberginentörtchen (Gegrillte Aubergine und Cacciocavallo geschichtet mit Tomatensauce und Pesto)

Spaghetti mit frittierter Zucchini und Ricotta

Cannolo, heute mal umgefüllt
Es ist superlecker, aber ich bin inzwischen so vollgefressen, dass ich mich überwinden muss, aufzuessen und danach erstmal sehr viel Wasser trinke, bevor ich aufstehen kann. Schnell bezahlen (21 € inkl. Wasser und Coperta) und die zum Glück nur 7 Minuten ins Hostel laufen.
Hier treffe ich noch auf den Betreiber und seine Mutter, die einen Teil ihres Hauses zum Hostel umfunktioniert haben, aber auch selbst noch die Räume mitnutzen. Sehr gemütliche Atmosphäre! Mein Zimmernachbar (zwei der vier Betten sind  heute Nacht frei geblieben) ist noch unterwegs, so habe ich das Zimmer erst einmal für mich und kann mich ungestört erholen. Mir fallen aber auch schon die Augen zu…

12 von 12 im Juni

Wie immer am 12. posten Bloggerinnen und Blogger, Instagrammerinnen und Instagrammer sowie Twitterer und Twittererinnen (you get the picture) 12 Bilder ihres Tages. Hier sind meine, die anderen gibt’s bei Caro.

Es wird warm und ich krame seit Ewigkeiten endlich mal wieder meinen gelben Rock raus. Mit grünem Immergut-Shirt und rot-schwarzer Handtasche sehe ich aus wie eine Rastafari.

Schnell noch ein paar Erdbeeren vom Balkon snacken, dann geht es aus dem Haus.

Beim Betreten des Büros muss ich mich sehr zusammenreißen, um an den Schreibtisch zu gehen und nicht einfach unten in der Lounge sitzen zu bleiben.

Ausnahmsweise ist in der Küche noch ein Glas übrig, das ich mir sofort schnappe.

Mein Frühstück heute: Erdbeeren von Karls, Milch und Milchschokolade mit Fleur de Sel.

Zum Mittag mache ich im Park ein Picknick mit Dingen vom Markt: Gefüllte Weinblätter, Tabouleh, Ayran und Weinbergpfirsiche.

Feierabend und Urlaubsbeginn.

Auf dem Alex ist Markt und ich wähne mich schon halb in Palermo – noch zweimal schlafen!

Ein nostalgischer Aufkleber auf einem Auto: aus Radio 4 U und Rockradio B wurde vor 22 Jahren Radio Fritz.

Ein neuer Aushang im Treppenhaus!

Der Hase hat uns Nachtisch besorgt.

Für den Sommerabend und Urlaubseinstieg auf dem Balkon gibt es Erdbeer-Zitronenwasser mit Basilikum und Schweizer Minze.
Bonustrack:

Unser Abendbrot: Grillgemüse, selbstgebackenes Brot und Butter. As simple as that…

Sopot und Gdánsk

Unser Ausflug nach Polen ist schon wieder anderthalb Wochen her und die nächsten großen Ereignisse rasen mit Riesenschritten auf mich zu, deswegen möchte ich unsere Reise schnell noch verbloggen, denn sie ist es wert, nicht vergessen zu werden. 
Der Hase und ich fuhren mit meinen Eltern für ein verlängertes Wochenende nach Sopot, einem Badeort an der polnischen Ostsee in der Nähe von Gdánsk. Den Trip hatten wir uns sozusagen gegenseitig zu Weihnachten geschenkt, denn Zeug haben wir alle einigermaßen genug, gemeinsame Zeit eher nicht so viel. 


Immer wieder stießen wir auf unsere Reise auf Geschichte, sowohl auf die Weltgeschichte, als auch auf die unserer Familie. Mein Vater hatte während seines Studiums dreimal Auslandsaufenthalte in Gdánsk, zweimal als Praktikum, einmal als Vorbereitung auf seine Diplomarbeit. Ein Ziel der Reise war es also, die alten Orte wieder aufzusuchen. Mit dem Polytechnikum haben wir es geschafft, das ehemalige Wohnheim ist inzwischen anderen Dingen gewichen. Die Freunde, die er seit damals hat, wohnen inzwischen in Kanada, was mit ein Grund für die Kanada-Affinität dieser Familie ist.

Die Weltgeschichte sahen wir an den Denkmälern für die Solidarność-Bewegung an der Gdánsker Werft (ohne die wären wir wohl auch nie in Kanada gelandet) und bei unserer Besichtigung des angeblich schönsten Leuchtturms an der polnischen Ostsee. Als wir dessen Treppen hinaufstiegen, entdeckten wir ein Fenster mit einer Tafel, die erklärte, dass aus genau diesem Fenster die ersten Schüsse des 2. Weltkriegs gefallen waren. Gruselig!

Ansonsten gab es viel Ostsee und Strand, Bummeleien durch Sopot und Gdánsk, wahnsinnig viele Stufen hoch auf die Marienkirche und auf einen Aussichtsturm und den einen oder anderen Ort aus der Kindheit von Günter Grass – auch der hat etwas mit unserer Familie zu tun, wenn auch entfernt: Der beste Freund meines Opas war eine Zeit lang sein „Schwiegervater“. Aber das ist kein Grund zur Heldenverehrung, Grass wirklich gelesen habe ich noch nie und seit seinen letzttintigen Auslassungen habe ich noch weniger Lust dazu.

Auf dem Heimweg fuhren wir dann noch in der Stadt vorbei, aus dem meine Ururoma als Kind mit ihrer Familie weg und nach Leipzig zog, wo Jahre später mein Opa geboren wurde. Ihr Bruder war eine spannende Figur: Mit Lenin, Liebknecht und Bebel befreundet und politisch arbeitend und nach dem 2. Weltkrieg dann Parlamentsabgeordneter und als Alterspräsident einen Tag lang faktisch polnisches Staatsoberhaupt.
Und jetzt: Das Wichtigste!

Von der hohen Politik zum Essen, denn das spielt ja bei mir immer eine Hauptrolle. Der Hase und ich lernten schnell die wichtigsten Vokabeln (lody, gofry und ryby, also Eis, Waffeln und Fisch, piwo war natürlich bereits bekannt).  Hier sind einige der Leckereien, die es an den Tagen gab:
Spaghetti alle vongole im Laut Foursquare besten Restaurant von Sopot. Interessanterweise ein Italiener, aber ich hoffe, dass zumindest die Muscheln aus der Ostsee kamen. Eigentlich wollten wir ja in ein tolles Fischrestaurant, aber dort war kein Hineinkommen…
Salat mit Blauschimmelkäse, Birnen und Walnüssen und dazu ein Honigbier im Yellow Jazz Club (den hatte Papa sich ausgesucht, als alter Jazz-Fan).

Kartoffel-Lachs-Suppe, ebenfalls im Jazz-Club
Eine kleine Piwo-Auswahl

Das kulinarische Highlight des Trips war für mich der Besuch bei Wedel. Auf dem Foto seht Ihr Schokoladenbandnudeln mit Erdbeermousse, Erdbeersorbet und frischen Erdbeeren. Die Nudeln waren echte Nudeln mit Kakao im Teig. Links daneben übrigens die weiße heiße Schokolade vom Hasen.

Meine heiße Schokolade, natürlich die bittere. Sooooo unglaublich gut, wie flüssiger Pudding in der Konsistenz.

Mit Buchweizen und Käse gefüllte Piroggen mit Dill im Restaurant des Jugendstil-Hotels Villa Sedan, in dem wir unverständlicherweise ganz alleine saßen. Unbedingte Empfehlung (das Restaurant, das Hotel haben wir nicht getestet).

Disclaimer: Es gab von keinem der erwähnten Lokale Kohle für diesen Post 😉