Tagebuch-5 im März

Ja, es ist bereits der 6. Das hat aber Gründe und die stehen unten.

Gestern wachte ich wenige Minuten vor dem Weckerklingeln auf der Couch einer Freundin auf. Wir hatten nämlich unseren monatlichen gemeinsamen Abend der aus Pizza, Kino und Übernachten bestand. Da keine Katzen zu füttern oder ähnliche zeitraubenden Dinge zu tun waren, konnte ich meinen Wecker eine Viertelstunde später als sonst stellen, wofür mein Körper schonmal recht dankbar war. Der ist nämlich immernoch sauer, dass ich seit letzter Woche eine Stunde früher aufstehe, dass ich sechs Tage durchgearbeitet habe und dass ich die Oscars geguckt habe.

Der morgendliche Arbeitsweg war dann auch ganz anders als sonst, ich musste nämlich nicht umsteigen und konnte ganz entspannt mit der U2 durchfahren – von Anfang an sitzend, weil in Neu-Westend ja die Welt noch in Ordnung ist. Am Ende war ich sogar ein paar Minuten vor 9 im Büro und machte mir erstmal Porridge mit Apfel, Banane und Zimt zum Frühstück.

Arbeitsmäßig verlief der Tag weitgehend ereignislos, bis auf ein paar kleine technische Schwierigkeiten, deren Ausgang ich mir dann heute mal ansehen muss. Und es wartet noch eine schöne Fleißaufgabe für den Morgen auf mich, die mir gestern Abend einfach zu lange gedauert hat.

Dafür war die Mittagspause ungewöhnlich, denn der Mann war einverstanden, mit mir essen zu gehen. Das macht er sonst fast nie, weil er sehr spät frühstückt und dann meistens einfach drinnen bleibt oder unterwegs ist, um Dinge zu erledigen. Gestern aber gingen wir Suppe, Salat und Frozen Yoghurt (der erste des Jahres) essen und hielten danach auf dem Markt noch ein Schwätzchen mit einem Verkäufer italienischer Delikatessen. Wir haben eine Flasche tolles Olivenöl, Crema di Carciofi und Pesto gekauft.

Nach der Arbeit ging ich zuerst den Kater einer anderen Freundin versorgen, dann bekamen unsere Miezen ihre abendliche Ration. Hielt sie nicht davon ab, mich zu belagern, während ich mein Essen (Vollkornspirelli mit Crema di Carciofi) zubereitete und aß. Ich konnte aber alles erfolgreich verteidigen. Danach schaute ich die aktuellen Folgen von How I Met Your Mother, Switched at Birth und New Girl (alle anderen Serien hatte ich bereits am Montag nachgeholt) und ließ mich dabei ausgiebig von den Katzen bekuscheln. Danach gab ich mir dann noch das Sherlock-Weihnachtsspecial mit Interviews etc. Dabei muss ich dann eingeschlafen sein, denn als der Mann gegen halb 11 nach Hause kam, war ich bereits im Tiefschlaf, mit schönem Abdruck vom Sofakissen im Gesicht.

Ohne viele Worte verschwand ich im Bett und schlief dann einfach bis halb 9 morgens durch. Keine Zeit zum Bloggen also.

ÖPNV-Odyssee oder Warum die BVG die S-Bahn kaufen soll

Heute musste ich mir einen Bubble Tea kaufen. Es ging einfach nicht anders, knappe 90 Minuten lang ging eine Sache nach der anderen schief und ich brauchte dringend etwas, um mich wieder aufzumuntern. Jasmin-Tee mit Guavensirup und Litschi-Bobas does the trick – erinnert mich nämlich an den tollen Sommer vor der fiesen Schmierenkampagne, in dem ich in jeder Mittagspause in den wundervollen Laden um die Ecke gehen konnte… Aber ich schweife ab.

Heute also Megastress wegen den Öffis. Letzten Freitag wurde ich in der Bahn ohne meine Monatskarte „erwischt“, die ich dem Mann geliehen und dann irgendwie vergessen hatte. Naja, macht ja nix, 7 € halt, hab ich mir gedacht. Heute also machte ich mich in der Mittagspause auf den Weg, meine Schulden zu bezahlen (warum man nicht online einfach ein Formular ausfüllt, bzw. die Kontrolleure einfach mal übers Netz abfragen können, ob ich eine Karte für den entsprechenden Monat habe, ist mir ein Rätsel). 
Dummerweise liegen Arbeit und BVG so ungünstig zueinander, dass man nur mit Umsteigen und/oder beachtlichem Fußweg hinkommt. Also schonmal ungünstig, wenn man nur eine Stunde Zeit hat und ausgerechnet heute der Mann mal nicht mit meinem Fahrrad ins Büro gefahren ist. Also stiefelte ich zum Bus, mit drei Minuten Puffer. Als aber nach acht Minuten immernoch kein Bus im Sicht war, gab ich auf und stieg in die U2 und später in die U8 (Berliner wissen, wie weit man dazwischen laufen muss). Von der Jannowitzbrücke lief ich zur BVG und wurde dort von dem nächsten Bus der Linie (also mehr als 20 min später) überholt. Grmpf. 
Der „nette“ Mann von der BVG schüttelte nur sekundenlang vielsagend den Kopf, anstatt zu sagen, was Sache ist: Ich war in der S-Bahn kontrolliert worden, also müsse ich auch zur S-Bahn, um zu bezahlen – am Ostbahnhof. Da dachte ich das erste Mal: Drecksläden! Dann spielte ich mit dem Gedanken, zurück zur Jannowitzbrücke zu laufen, um dann eine (in Worten: eine) Station mit der S-Bahn zum Ostbahnhof zu fahren. Nix da! Das kann ich auch laufen.
Alter Schwede, die Strecke zieht sich, vor allem, wenn man unter Zeitdruck steht. Kurz vor dem offiziellen Ende meiner Mittagspause kam ich an und durchsuchte das Gebäude erstmal nach dem richtigen Schalter. Da legte ich dann meinen Zettel und die tolle Plastikkarte vor und was macht der Typi? Nicht etwa einscannen oder meine Daten in seinen Computer geben, nein, er RUFT BEI DER BVG AN, gibt meine Kundennummer durch und lässt nachgucken, bis wann die Karte gültig ist. Doppelgrmpf!
Dann habe ich bezahlt und einen Beleg bekommen, den ich noch ein halbes Jahr aufheben soll, falls in ihrem System (welches System?) ein Fehler auftritt und ich eine Mahnung bekomme. Yippieh. Jetzt aber schnell zurück ins Büro, auf dem dann schnellsten Weg: Mit der S-Bahn zurück zum Alex und dann wie üblich mit der U2 weiter. Also in diesem Ostbahnhof erstmal das S-Bahngleis gesucht: Na logisch, komplett am anderen Ende. (Wahnsinn, wie das früher mal ein funktionierender Hauptbahnhof gewesen ist, bei der Übersichtlichkeit und Erreichbarkeit).
Sagte ich „das S-Bahngleis“? Ha! Es führt nur eine S-Bahnstrecke da durch, in zwei Richtungen. Vernünftige Planer würden also beide Richtungen am selben Bahnsteig abfertigen, schon aus Benutzerfreundlichkeit. Machen die am Ostbahnhof aber nicht. Habe ich natürlich erst bemerkt, als ich die Treppen hochgelaufen war und nur eine S-Bahn raus in die östlichen Prärien vorfand. Dreifachgrmpf.
Also Treppe runter, Treppe hoch, zwei Stationen S-Bahn, elendlanger Umsteigeweg zur U2 (unterwegs dann zwangsläufig der Bubble Tea am einzigen noch erhaltenen Laden entlang meines täglichen Weges und gefühlt auch sonst im Stadtzentrum, mit den extrem arbeitsunfreundlichen Öffnungszeiten 12-19 Uhr) und dann die vier Stationen zurück ins Büro. Nach 90 Minuten völlig abgekämpft, frustriert und mit drückender Blase wieder zurück in den heiligen Hallen. Bubble Tea-Anstich.
All das hätte ich mir sparen können, wenn BVG und S-Bahn für ihre gemeinsamen Tickets auch ein gemeinsames System hätten. Vorzugsweise übers Netz nutzbar, damit man wegen so Popelkram nicht persönlich erscheinen muss. Und superduperdoll wäre, wenn der Kontroletti einfach auf dieses System zugreifen könnte, dann wüsste er, dass ich bezahlt habe und alles wäre dufte und unkompliziert. 
Getrennte Systeme waren in dieser Stadt noch nie eine gute Idee. Es ist 2014. Nach 25 Jahren ist es Zeit für den nächsten Mauerfall. (Und die Nutzung der uns zur Verfügung stehenden Technik.)
Amen. Und Prost.

Angekommen

Couchlife

Seit meiner OP verbringe ich meine Tage auf der Couch. Bis auf wenige Ausnahmen, wie einen Spaziergang zum Weißen See inklusive Himbeerbrause in der Strandbar oder den einen oder anderen Krankenbesuch, nutze ich die Zeit, um Serien zu gucken und die Beziehung zu den Katzen zu intensivieren. Das Ergebnis: Masters of Sex, Call the Midwife und Bunheads durchgeschaut, bei allen derzeit laufenden Serien auf dem neusten Stand, Noosa kommt freiwillig zum Streicheln und Nimbin schläft den halben Tag auf mir. Kranksein lohnt sich.

WMDEDGT – Tagebuch-5 im Februar

Endlich mal was zu erzählen heute!

Der Wecker klingelte um 6, und da ich ein wenig aufgeregt war, konnte ich halbwegs damit leben, obwohl ich erst gegen Mitternacht eingeschlafen war und ca. um 3 eine längere Wachphase hatte. Ich sprang – oder eher: trottete unter die Dusche, putzte mir fix die Zähne und stieg in die Klamotten, während ich den Mann aus dem Bett prügelte, äh, herauskomplimentierte. Dann noch fix ein bisschen Trockenfutter als außerplanmäßigen Snack für die jubelnden Miezen und dann ging’s los. 
Also fast, erst noch Auto freikratzen. Dann ging es allerdings wirklich los und schon um sagenhafte 10 vor 7 waren wir auf Station – im Krankenhaus. Wir wurden gebeten, kurz im Warteraum Platz zu nehmen… Halb 9 verließ der Mann diesen dann, um die Katzen füttern zu gehen und zur Arbeit zu fahren. Kurz vor halb 10 wurde ich dann aufgerufen und dann musste es plötzlich schnell gehen: Nochmal fix aufs Klo, Tablette einschmeißen, OP-Hemd anziehen, Haare verstecken und rin ins Bett. 
Ein nicht übel aussehender Pfleger brachte mich und das Bett dann rasanten Schrittes zum OP. Wieder ganz schnell: Umziehen auf OP-Liege, nackig machen, Stützen unterlegen lassen, Blutdruck und Herztöne ran… Und dann wieder waaaaaarten. Gespräch mit Anästhesieassistentin (sie hieß M.ango(ld) mit Nachnamen, das konnte nur gutgehen, dann mit der Anästhesistin, dann mit dem Oberarzt (ein Witzbold vor dem Herren…), Tropf an, Maske auf, „Suchen sie sich mal nen schönen Traum aus.“
Dann langsames Erwachen im Aufwachraum (wieder im Bett), Schmerzmittel und Transport aufs Zimmer. WhatsApp an den Mann, Facebook-Nachricht an die Eltern und nen Tweet an Euch abgesetzt und dann hatte ich noch ein Stündchen, um so richtig zu mir zu kommen.
Um 3 standen Mama und der Mann vor der Tür mit Blumen und Weintrauben. Schnell mal Koffer ausgepackt, den kleinen Elefanten aufm Nachttisch platziert und mir aufs Klo geholfen, dann durfte der Mann endlich heim, um seine Erkältung auszukurieren (Der Arme musste zwei Tage hintereinander viel zu früh aufstehen und dann stundenlang nutzlos rumsitzen…)

Mama und ich plauschten weiter, dann kam meine beste Freundin mit 8 Wochen altem Baby (in von mir geschenkter Minion-Mütze) vorbei und der Kaffeeklatsch wurde erweitert. Um 6 bekam ich dann das erste Mal nach 20 Stunden wieder was zu essen und jetzt liege ich hier so rum, vertreibe mir die Zeit im Internet und mit Büchern, dolmetsche für meine anglophone Zimmernachbarin und bedauere, dass es heute keinen neuen #wmr zu hören geben wird….

Über das Zusammentreffen mit diesen Leuten

Früher war das mit dem Kennenlernen von Menschen über das Internet zwar eine aufregende Sache, aber von der Komplexität her relativ überschaubar. Man traf sich aufgrund ähnlicher Interessen (Musik, Serien, eigene Homepages) in einem Chatroom oder einem Forum zu einem bestimmten Thema und wenn man sich sympathisch war, wurden daraus E-Mails, auch mal Briefe, dann Telefonate und irgendwann stand dann mal ein Treffen an.

Zu Beginn meiner Internetzeit, in den späten 90ern, lernte ich so diverse Leute kennen, zu denen ich heute größtenteils immer noch (sporadischen) Kontakt halte. Einer wurde mein erster Freund; ein anderer war der Grundstein mehrerer Entwicklungen, die dazu führten, dass ich heute mit dem Mann zusammen bin; noch andere habe ich irgendwann über Facebook wiedergefunden und wir schreiben uns ab und zu zum Geburtstag oder schicken uns Leben bei Candy Crush.
Dann kamen die 2000er und ich lernte dank Uni und Auslandsaufenthalt eine Menge Leute im Real Life (heute sagt man wohl „Meatspace“) kennen, mit denen ich zwar auch über das Internet kommunizierte, die ich aber von Anfang an „kannte“.
Und dann ging es mit dem Web 2.0 richtig los, ich fing an zu bloggen (2005) und zu twittern (2008, vorher gehörte ich leider zu den Nicht-Verstehern) und auf einmal war da diese Masse an Menschen, die ich las, denen ich folgte, deren Podcasts ich hörte und an deren Leben ich virtuell teilnahm. Ich bekam mit, was sie bewegte, woran sie arbeiteten, mit wem sie zusammenkamen, von wem sie sich trennten. 
Schnell bekam man mit, wer wen kennt und folgte denen auch. Ganze Freundeskreise finden vor meinen Augen statt. Wie eine Soap Opera, nur eben mit realen Menschen. Seit ich in Berlin wohne, besteht ständig die Möglichkeit, ihnen auf der Straße zu begegnen.
Das passiert dann auch ab und zu. Da erkennt man jemanden im Park (@bosch und @mathiasrichel), beim Burrito-Essen (@343max und @gernot) , oder knutschend im U-Bhf (@hermsfarm und @kleinexeule). Dann steht man da, beobachtet ganz aufgeregt (und unauffällig) und traut sich nicht, was zu sagen. Hinterher vergewissert man sich bei Twitter, Instagram, Facebook oder Foursquare, das man sich nicht getäuscht hat und kommt sich dabei vor, wie ein blöder Fan.
Noch extremer ist es bei Begegnungen im natürlichen Umfeld „dieser Leute“: Twitter-Lesung, re:publica, Jour Fitz, Buchpremierenparty… Man sieht sich um und tuschelt mit der Begleitung: „Guck mal, da ist @mspro!“, „Der @diplix ist auch da!“ oder „Der da ist @maltewelding, die daneben seine Frau und der mit der Mütze ist sein bester Freund.“ Man fühlt sich wie ein Paparazzi, als Eindringling, Stalker oder Fan, selbst wenn man in einigen Fällen online schon stundenlang kommuniziert hat. Man grüßt und wird halbherzig zurückgegrüßt, ein richtiges Gespräch kommt nicht zustande, zu groß ist der Vorsprung an Wissen, das man über das „berühmte“ Gegenüber hat.
Und dann gibt es die Momente, wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Als mir zum Beispiel ein gemeinsamer Bekannter @niggi vorstellte, mit dem ich mir dann eine Zeit lang das ehemalige Büro des Bildblogs teilte. Irgendwann kam ich dort an und @saschalobo saß telefonierend an meinem Schreibtisch. War auch im ersten Moment merkwürdig, aber sehr viel entspannter, ich gehörte eben dahin und dazu.
Am besten funktioniert das Ganze bisher bei den #ironblogger-Treffen, denn obwohl auch da der Bekanntheitsgrad unterschiedlich ist, trifft man sich eben unter gleichen Voraussetzungen, als Gleiche unter Gleichen und kann sich so tatsächlich kennenlernen. 
Ich hoffe, dass sich das so fortsetzt und ich irgendwann auch mit den anderen „Promis“ so ungezwungen umgehen kann, aber „irgendwo muss man ja anfangen“, wie Michi sagte 😉

Und sonst so

Zweimal dachte ich in den letzten Tagen daran, eine Situation zu verbloggen. Dann war aber grad keine Zeit und später der Moment irgendwie weg. Deswegen jetzt einfach mal kurz und schmerzlos:

Letzten Sonntag bestellten wir Indisch und nutzten zum ersten Mal das neue Feature, bei dem man die Lieferung live tracken kann. Ich bekam eine SMS mit dem Link dazu, als die Bestellung fertig war und dann hingen wir zu sechst über meinem Telefon und verfolgten, wie sich der kleine Punkt über den Stadtplan hinweg den runden Kilometer vom Restaurant bis hierher bewegte, an der Ampel anhalten musste, in der 30er-Zone 30 fuhr und dann irgendwann vor dem Haus hielt. Faszinierend. Ein nettes Gimmick, aber wenn man das weiterdenkt wahrscheinlich für den Fahrer nicht sehr angenehm. Denn wenn wir ihn beobachten können, kann das sein Chef bestimmt auch…
Der andere Moment war von katziger Natur, wie sollte es anders sein. Unsere beiden Schmusepanther werden so langsam richtig chillig. Sie liegen gerne einfach nur rum, am liebsten auf den Stühlen unter dem Tisch und wenn möglich irgendwie ineinander verknotet. Freitag lagen sie dann eng umschlungen, die Arme umeinandergelegt da und schliefen tief und fest. Das muss man sich mal auf der Netzhaut zergehen lassen.
Was war noch? Blitzeis inklusive Sturz auf den Allerwertesten, Serien gucken, Eltern besuchen, Arzttermin, Krankenhaustermin ausmachen, beim Kneipenquiz mit einem Punkt Rückstand Zweite werden, Mentoring-Treffen, Meet & Greet mit dem CEO, Urlaubs- und Partyplanung und Oscar-To Do-Liste abarbeiten. Ne Menge Kondenswasser an den Fenstern, mehr Schmerzen als dass man sie ignorieren könnte und ein Wirsing-Risotto gestern Abend.
Das war meine Woche und die nächste wird eher noch ereignisreicher, beginnend mit dem Ironblogger-Treffen morgen Abend. Vorfreude!!!

Faule Bettler

Heute habe ich die bereits neulich erwähnten Lazy Beggars gesehen und kann Euch ein Foto und die Backstory liefern… Übrigens kann man auch Facebook mit ihnen befreundet sein, es gibt mehrmals täglich Status Updates, was ja auch recht bemerkenswert ist. Sie scheinen wirklich viel Kohle zu machen… (Von mir gabs 2 €, da ich die anderen 276 nicht zahlen wollte, habe ich das Bild abgeschnitten ;))

Artikel in der Morgenpost:

Bibimbap loosy-Style

Seit ein paar Tagen hatte ich Lust auf Bibimbap, wahrscheinlich lag es an dem Post über die Abundance Bowls von Sarah, der mich irgendwie an mein Stammessen beim Koreaner um die Ecke vom Büro erinnerte.

Ich hab dann heute spontan meine eigene Variante gemacht:

  • Basmati- und Wildreis, für bessere Authentizität (und weil ich die falsche Platte runtergedreht hatte) etwas angebackst
  • Rohe Möhren, in Stiften
  • Saure Gurken als Kimchi-Ersatz, längs in Scheiben geschnitten
  • Salat aus frischen Gurken mit Salz, Reisessig und schwarzem Sesam
  • Eine Hand voll Feldsalat
  • Ein Spiegelei (von den Hühnern des Bruders des Mannes)
  • Ein paar Spritzer Sriracha-Sauce

Das Ergebnis war warm, kalt, weich, knackig, salzig, sauer, scharf, herzhaft… Also genau das, was ich am Bibimbap so mag – Kochen ist Interpretieren 😉 

Menü für die (römischen) Götter

Am Donnerstag trafen wir uns mit Freunden zum gemeinsamen Kochen und Essen. Ich war zuständig für die Menüplanung und habe dementsprechend nur meinen persönlichen Geschmack berücksichtigt. Konnte ja keiner ahnen, dass der so gut ankommt…


Seit ich zu Weihnachten Die Sehnsucht im Herzen der Artischocke von Evelyne Bloch-Dano geschenkt bekommen und sofort durchgelesen hatte, spukte mir die Artischocke im Kopf herum, ebenso wie der Vorsatz, mich Gemüsesorten zu widmen, die ich bisher nicht so oft gegessen habe, bzw. auch Altbekanntes neu zu verwursten (mal sehen, was ich mit dem Rotkohl im Kühlschrank mache…)

Fest entschlossen, mich direkt an der Gemüsetheke im Biomarkt inspirieren zu lassen und mit meiner Chefkoch-App bewappnet, machte ich mich also auf den Weg zum Einkauf. Als erstes lachte mich ein Romanesco an. Eine kurze Rezeptsuppe führte mich zu einem „scharfen Süppchen für kalte Tage“ – perfekt! Mit Ziegenkäse kriegt man mich ja sowieso fast immer. Wir hatten übrigens keinen Pürierstab, aber auch mit dem Kartoffelstampfer zermatscht war es sehr lecker.



Und wenn ich schon einmal experimentierfreudig bin, dann gleich richtig und zwei Artischocken eingepackt. Die habe ich zwar schon einmal zubereitet, aber ich stelle ja auch gerne meine Mitschmauser vor neue Herausforderungen. Um ganz sicher zu gehen, machte ich dazu keine Sauce Béarnaise, sondern einen recht einfachen Dipp mit Saurer Sahne und Joghurt aus der Region, Senf und verschiedensten Gewürzen.



Das Beste kommt zum Schluss…


Als Beilage gabs dann noch ein Dinkelbaguette mit Ingwer-Koriander-Hummus (fertig gekauft) und Tomaten.



Den Nachtisch bildete eine abgewandelte Version des Ambrosia, dass ich zwei Tage vorher bei Luisa entdeckt habe. Davon habe ich leider kein Foto gemacht, aber es sah ein wenig so aus, wie bei ihr – nur ohne Kumquats und Ananas, die gab es gerade nicht. War trotzdem sehr lecker und kam komplett ohne Zucker aus.

Das komplette Essen fand sehr viel Anklang und wird so oder ähnlich bestimmt wieder gekocht. Dass sowohl Romanesco als auch Artischocke irgendwie „römisch“ sind (auch Ambrosia hat ja was mit der Antike zu tun) und zudem beide nach Fibonacci-Zahlen aufgebaut sind, viel mir erst im Laufe des Essens auf. Hab ich wohl mal wieder unterbewusst was richtig gemacht. Die beiden Gemüse harmonieren übrigens perfekt – muss mir mal Gedanken machen, was geschmacklich noch so in diese Reihe passen könnte – der Hummus war schonmal nicht schlecht.