Nimbins erstes Mal als Blutspender

Unser kleiner Nimbin hat einen wahrlich abenteuerlichen Tag hinter sich. Als ich gestern morgen das Haus verließ, konnte noch niemand ahnen, dass er an diesem Freitag ein Held werden würde. 

Das kam nämlich so: Ein lieber Freund, der sich schon oft um unsere Miezen gekümmert hat, wenn wir im Urlaub verhindert waren, sorgt sich gerade sehr um sein eigenes Katzentier, das seit fast einer Woche schwerkrank in der Klinik liegt und um sein Leben ringt. Gestern sagten die Ärzte ihm dann, dass eine Blutspende einer gesunden, jungen Katze eventuell die Rettung sein könnte und so fragte er, ob eines unserer kleinen Biester vielleicht Blut spenden könnte. Wir überlegten nur kurz. 

Es war relativ klar, dass wenn überhaupt Nimbin geeignet wäre, weil er mit Aufregung, fremden Menschen und Arztbesuchen einigermaßen gut umgehen kann, ganz im Gegensatz zu Noosa, bei der man immer gleich Angst bekommt, sie würde einen Herzinfarkt erleiden, wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht. Dann war die Frage, ob sich denn die weite Reise – immerhin aus dem Prenzlauer Berg bis nach Zehlendorf, einmal durch die halbe Stadt, in einer Transportbox lohnt. Da die überwiegende Mehrzahl der Katzen aber die gleiche Blutgruppe haben und die Ärzte in der Klinik überzeugend argumentierten, dass Nimbin ein Lebensretter werden könnte, willigten wir ein.

Natürlich war Nimbin erstmal verunsichert und gar nicht glücklich darüber, vom Hasen und unserem Freund in eine Kiste gesperrt zu werden und zeigte das auch recht deutlich (der Hase hat nun einen sehr langen, tiefen Kratzer auf dem Unterarm…). Sobald er aber im Auto hockte, war er einigermaßen still und gefasst. In der Klinik wurde er mit offenen Armen empfangen und für seinen Heldenmut gelobt. Dann wurde kurz gecheckt, ob seine Blutgruppe passt und er gesund ist. Alles in Butter. So konnte er sediert und die Blutspende entnommen werden. Danach durfte er sich noch kurz ausruhen, bis es zurück nach Hause ging.

Natürlich war er dann noch den Rest des Tages wackelig auf den Beinen, tapste unbeholfen durch die Gegend (manchmal vorne in eine andere Richtung als hinten) und fiel immer mal wieder um. Irgendwann hatten wir ihn dann aber soweit, dass er sich zu uns auf die Couch legte und seinen Rausch ausschlief und heute Morgen war er dann wieder topfit. Wir sind sehr stolz auf unseren kleinen Blutspender, ich war nur etwas enttäuscht, dass er weder einen Orden noch eine Aufwandsentschädigung für seinen mutigen Einsatz bekommen hat. Hoffen wir, dass sein Blut dem armen kranken Katzentier wieder auf die Beine hilft!

WMDEDGT – Tagebuch-5 im Februar

Endlich mal was zu erzählen heute!

Der Wecker klingelte um 6, und da ich ein wenig aufgeregt war, konnte ich halbwegs damit leben, obwohl ich erst gegen Mitternacht eingeschlafen war und ca. um 3 eine längere Wachphase hatte. Ich sprang – oder eher: trottete unter die Dusche, putzte mir fix die Zähne und stieg in die Klamotten, während ich den Mann aus dem Bett prügelte, äh, herauskomplimentierte. Dann noch fix ein bisschen Trockenfutter als außerplanmäßigen Snack für die jubelnden Miezen und dann ging’s los. 
Also fast, erst noch Auto freikratzen. Dann ging es allerdings wirklich los und schon um sagenhafte 10 vor 7 waren wir auf Station – im Krankenhaus. Wir wurden gebeten, kurz im Warteraum Platz zu nehmen… Halb 9 verließ der Mann diesen dann, um die Katzen füttern zu gehen und zur Arbeit zu fahren. Kurz vor halb 10 wurde ich dann aufgerufen und dann musste es plötzlich schnell gehen: Nochmal fix aufs Klo, Tablette einschmeißen, OP-Hemd anziehen, Haare verstecken und rin ins Bett. 
Ein nicht übel aussehender Pfleger brachte mich und das Bett dann rasanten Schrittes zum OP. Wieder ganz schnell: Umziehen auf OP-Liege, nackig machen, Stützen unterlegen lassen, Blutdruck und Herztöne ran… Und dann wieder waaaaaarten. Gespräch mit Anästhesieassistentin (sie hieß M.ango(ld) mit Nachnamen, das konnte nur gutgehen, dann mit der Anästhesistin, dann mit dem Oberarzt (ein Witzbold vor dem Herren…), Tropf an, Maske auf, “Suchen sie sich mal nen schönen Traum aus.”
Dann langsames Erwachen im Aufwachraum (wieder im Bett), Schmerzmittel und Transport aufs Zimmer. WhatsApp an den Mann, Facebook-Nachricht an die Eltern und nen Tweet an Euch abgesetzt und dann hatte ich noch ein Stündchen, um so richtig zu mir zu kommen.
Um 3 standen Mama und der Mann vor der Tür mit Blumen und Weintrauben. Schnell mal Koffer ausgepackt, den kleinen Elefanten aufm Nachttisch platziert und mir aufs Klo geholfen, dann durfte der Mann endlich heim, um seine Erkältung auszukurieren (Der Arme musste zwei Tage hintereinander viel zu früh aufstehen und dann stundenlang nutzlos rumsitzen…)

Mama und ich plauschten weiter, dann kam meine beste Freundin mit 8 Wochen altem Baby (in von mir geschenkter Minion-Mütze) vorbei und der Kaffeeklatsch wurde erweitert. Um 6 bekam ich dann das erste Mal nach 20 Stunden wieder was zu essen und jetzt liege ich hier so rum, vertreibe mir die Zeit im Internet und mit Büchern, dolmetsche für meine anglophone Zimmernachbarin und bedauere, dass es heute keinen neuen #wmr zu hören geben wird….