18.07.2026 – Ein Sidequest, zwei DJs, drei Tim Hortons und jede Menge Wasser

Der heutige Tag beginnt mal etwas anders, wir beeilen uns nämlich am Morgen, frühstücken schon um 9 und steigen schon um 10 ins Auto und fahren los. Der Liebste, das Teilzeitkind und ich haben einen Sidequest in einer anderen Provinz! Also ganz traditionell im Auto, vor uns die Straße, hinter uns ein Teilzeitkind, das sich durch den mitgebrachten Proviant knuspert und um uns herum das Känguru, das die Rebellion plant.

Nach zwei Stunden gibt es einen ersten Toilettenstopp bei Tim Hortons, allerdings ist die Schlange für Essen und Getränke so lang, dass sie lieber weiter fahren. Nochmal anderthalb Stunden später dann pausieren wir wirklich und kaufen uns Kaffee, Quenchers, Sandwiches (Crispy Chicken, Turkey Club, BLT) und natürlich Timbits.

Dann geht es über die „Grenze“ hinüber nach New Brunswick und der Unterschied ist deutlich: Die Provinz hat zwei Amtssprachen und das sieht man auf jedem einzelnen Schild. In Nova Scotia steht das Französische vor allem auf Lebensmittelpackungen und eben in den akadischen Gebieten, ansonsten gibt es eher mal Mi‘kmaq-Beschilderung. In New Brunswick ist alles konsequent auf Englisch und Französisch, Mi‘kmaq sieht man aber auch ab und zu. Außerdem rollen wir jetzt durch flaches Farmland, mit Laub- statt Nadel- oder Mischwald und kaum Felsen links und rechts des Highways. Der Liebste, der zum ersten Mal hier ist, ist etwas unterwältigt – sieht ja aus wie in Ostwestfalen – und ich muss ihm versichern, dass die Provinz auch schönere Ecken hat.

Gegen 16 Uhr kommen wir in der Hauptstadt Fredericton an und checken in unserem Hotel ein – drei Queensize-Betten auf zwei Räume verteilt, wir sehen einer luxuriösen Nacht entgegen. Erstmal geht es allerdings mit dem Taxi ins Zentrum. Wir sehen uns ein bisschen um, jagen erfolgreich (puh!) einen Geocache und kehren dann zur Freude des Teilzeitkinds in einem sehr leckeren Ramen-Restaurant ein.

Draußen beginnt es jetzt zu regnen, was ein bisschen ungünstig ist, weil wir wegen eines Open-Air-Konzerts hier sind. Der Liebste ist ein großer Fan des indigenen DJ-Kollektivs The Halluci Nation, bekannt unter anderem vom Soundtrack von Killers of the Flower Moon oder von Auftritten in Stadien bei großen Sportevents. Heute spielen die zwischen zwei Hallen-Gigs ein kleines Set umsonst und draußen und wir sind dabei, mit knapp 100 anderen, von denen die überwiegende Mehrzahl First Nations sind.

Wir kommen etwas später als zum angekündigten Beginn um 18 Uhr an, da fängt gerade eine Support-DJ ein Set an, das sehr fluffig klingt und die Menschen gut unterhält. Es folgt ein weiterer DJ kurz nach 19 Uhr, den wir quasi schon als Wegbereiter des Hauptacts wahrnehmen, während wir immer nasser und frösteliger werden. Tatsächlich ist dann aber nochmal 20 Minuten Stille, bevor Halluci Nation kurz vor halb 9 wirklich die Bühne betreten, auch erstmal langsam starten und dann aber zu voller Form auflaufen. Es ist aber nass und kalt und so hat der Genuss es etwas schwer, bei uns anzukommen – wir drängen uns unter einem Schirm und gehen nur ab und zu vor die Bühne, um ein wenig Stimmung einzufangen.

Irgendwann machen das Teilzeitkind und ich einen Sidequest-Sidequest und holen einen Block weiter bei Tim Hortons drei riesige heiße Schokoladen, danach ist alles besser.

Zum Glück sind wir rechtzeitig zurück, um die großen Hits mitzubekommen und spätestens jetzt hat sich das alles gelohnt.

Das letzte Stück ist dann ein Remix eines Songs von Northern Cree (Der Liebste kennt sie Setlist quasi auswendig), bei dem zu einem Round Dance eingeladen wird, dem sich trotz Regens fast alle enthusiastisch anschließen. Wir halten uns vornehm zurück.

Und dann ist das Konzert vorbei, wir rufen uns ein Taxi, fachsimpeln mit dem Fahrer über Musik und Hauptstädte und sind dann gegen 22 Uhr wieder im Hotel – Sachen trocknen, heiß duschen oder baden und dann geht es in die luxuriösen Betten. Guter Tag, insgesamt!

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