12.07.2026 – Endlich wieder Kanada

Hallo, Haus in der Bucht! Hallo, Jetlag! Die Nacht ist kurz und vor allem sind diesmal das Teilzeitkind und der Liebste dabei und auch früh wach und dadurch meine Eltern dann auch so und kommt es, dass wir schon zu Hause quasi nachtschlafener Zeit draußen beim Sonntagsfrühstück sitzen, natürlich mit den subtil übers Blog bestellten Schwarzwälder-Kirsch-Cupcakes, außerdem ersten Streifenhörnchen-Sichtungen und viel Vogelgeschnatter und -geplansche.

Um 9 ist das Frühstück schon beendet und alle machen erstmal irgendwas. Ich zum Beispiel bleibe draußen sitzen, beende meinen morgendlichen Reboot und gucke aufs Wasser, das Teilzeitkind nutzt meine letztes Mal gekaufte Yogamatte für Akrobatikübungen.

Dann ein wenig Liegestuhl und Lesen mit dem Liebsten, bis uns die Hummeln im Hintern packen und wir was erleben wollen. Wir schnappen uns das Kindelein und fahren an einen der umliegenden Strände. Am Parkplatz erstmal große Sorge ob der vielen Autos – es ist Sonntag und bestes Wetter – aber am Strand selbst ist die Menschendichte dann gut ertragen…

Wir krempeln die Hosenbeine hoch und laufen ordentlich weit in den Atlantik, ist ja gerade Ebbe. Ebbe am Atlantik ist viel toller als im Wattenmeer. Die Möwen machen ordentlich Rabatz und fangen, zerhacken und fressen Krabben. Das Teilzeitkind geht dann in Badesachen noch viel weiter rein als wir, so kalt ist der Atlantik hier im sonnigen Süden ja auch gar nicht. Dann klettern der Liebste und das Teilzeitkind auf Felsen, weil die sind ja da.

Irgendwann gehen wir dann zurück zum Parkplatz und essen unterwegs noch das erste kanadische Eis. Ich nehme pflichtbewusst die lokale Sorte Moon Mist (Banane, Traube und Kaugummi), die ungefähr so schmeckt wie sie klingt und aussieht, aber eben hier das Ding ist.

Wir fahren weiter ins Städtchen und suchen den ersten kanadischen Geocache. Beim ersten geben wir auf, weil alle möglichen Verstecke mit Hornissennestern versehen sind, der zweite ist am Leuchtturm und dann viel entspannter zu finden.

Nächster Programmpunkt ist der Supermarkt. Wir erledigen weite Teile des elterlichen Einkaufszettels, kaufen ein paar uns-spezifische Ergänzungen und das Teilzeitkind erkundet die Welt der nordamerikanischen Süßigkeiten und darf ausnahmsweise auch ein paar Sachen aus den USA einpacken, weil die in seinem Internet total gehypet sind. Ansonsten kaufen wir natürlich nur Kanadisches, elbows up und so!

Wir setzen das Teilzeitkind mit seinen Snacks draußen hin und gehen dann zusammen in den Liquor Store, in den man erst ab 19 darf. Im Einkaufswagen landen lauter Alkoholika aus Nova Scotia – Bier, Wein, Cider und Gin, denn ab Mittwoch sind wir ja noch vier mehr, da muss man vorsorgen. Die Gummibonbons, die wir auch noch kaufen, kommen nicht aus Nova Scotia, aber immerhin aus Kanada.

Wieder zuhause gibt es Quarktorte, Erdbeeren und mehr Eis, nachdem die Ellis von ihrem eigenen Strandausflug zurück sind, bei dem sie zufällig die Nachbarn getroffen haben und organisiert haben, dass wir uns deren Kanu ausleihen können (unser eigenes ist kaputt).

Jetzt aber erstmal Siesta! Alle sitzen oder liegen irgendwo rum und bis auf Mama schlafen auch alle irgendwann ein. Ich zum Beispiel auf dem Sofa im Wohnzimmer mit dem Meerblick, meinem natürlichen Habitat, wenn ich hier bin. Nach etwa einer Stunde weckt mich eine sanfte Brise, die von draußen durch die screen door hinein weht. Vor der Siesta waren der Liebste und das Teilzeitkind noch voller Tatendrang für den Nachmittag, davon ist jetzt nicht mehr viel übrig und wir setzen das Herumliegen einfach fort, bis es Zeit fürs Abendbrot ist.

Es gibt Bison-Buletten, Reis mit Wildreis, Mais mit Knoblauchbutter, Wachsbohnen und Sprossensalat mit Mango und Honig-Senf-Dressing. Das Teilzeitkind verabschiedet sich noch während wir essen hundemüde ins Bett. Wir anderen halten es noch ein Weilchen aus und lesen. Gegen 22 Uhr geht der Liebste schlafen, gegen halb 11 ich. Die Freuden des Jetlag!