15.07.2026 – Reisegruppe vollständig

Heute ist es diesig, der Heat Dome weiter westlich und die Waldbrände, ebenfalls westlich aber näher dran, sorgen dafür, dass die Somme am Morgen nicht durchkommt. Wir frühstücken also drinnen. Ansonsten ist aber gerade high tide und fast windstill – perfekte Bedingungen also, um das Kanu der Nachbarn hierher zu überführen. Mein Papa fährt den Liebsten und das Teilzeitkind rüber, das Kanu wird zu Wasser gelassen und die Beiden paddeln es, immer am Ufer entlang, zu uns. Ich wasche in der Zwischenzeit Wäsche und setze mich dann auf einen Felsen und erwarte die Ankunft. Dabei werde ich von Robben beobachtet, die heute ganz schön aktiv sind.

Als das Kanu sicher an Land ist, machen wir uns schnell fertig und fahren los zum Farmer‘s Market und rollen dort zeitgleich mit einem Auto auf den Hof, das aus Richtung Halifax kommt. Darin die Liebstenschwester samt Mutter, Mann und Nifftenkind. Es gibt ein großes Hallo. Dann suchen wir Obst, Gemüse und Eis aus.

Erdbeer-Matcha und Black Raspberry Cheesecake

Nach dem Eis geht’s zurück zu meinen Eltern, erstmal ankommen, Kaffee trinken, Wassermelone und Gebäck einnehmen. Dann fahren der Liebste und ich mit der Schwesterfamilie rüber in deren Zuhause für die nächsten zweieinhalb Wochen, schalten den Strom an, lüften, beziehen Betten usw. Das Nifftenkind und ich setzen uns zwischenzeitlich runter ans Wasser, naschen Blaubeeren und beobachten die Umgebung mit dem Fernglas.

Dann werden wir zwei wieder bei den anderen abgesetzt, während die anderen drei einkaufen fahren. Wir setzen uns zu Teilzeitkind und Großelterngeneration auf die Terrasse. Die Kinder machen Yogaübungen, die Erwachsenen erzählen und gucken aufs Wasser. Zwischendurch ist die Wäsche trocken und kann abgenommen werden.

Als die anderen zurückkommen, brechen wir zu siebt zum Stammstrand auf, den wir dieses Jahr noch gar nicht besucht haben. Es ist windig, wellig und das Wasser hat 15 Grad. Alle gehen nur bis zu den Knien rein, nur dass das beim Nifftenkind quasi schon bis zum Popo ist und das Teilzeitkind sich natürlich todesmutig komplett in die Fluten wirft (nachdem eine Welle es erstmal umgeworfen hatte).

Für das Nifftenkind ist es das erste Mal Ozean, ebenso wie gestern der erste Flug war, die Liebstenmama ist sehr glücklich, die nächsten zwei Wochen in Strandnähe zu verbringen, alle anderen ebenfalls. Wir entsanden uns bestmöglich und fahren dann zurück zu meinen Eltern in die Bucht, wo der Liebste und ich das Abendbrot zubereiten, während der Tisch für Neun gedeckt wird. Es gibt Linguine mit Pesto und wahlweise Lachs mit Limette, Knoblauch-Garnelen, Feta, Tomaten und/oder Sataraš.

Als sie fertig sind, entschwinden erst die Kinder, dann die Elterngeneration und schließlich alle nach draußen – Felsen klettern und Robben beobachten. Das Nifftenkind darf die Lachshaut auf den Opferstein legen, für die Vögel und Tiere des Waldes.

Kurz vor Sonnenaufgang bricht der Bremer Teil der Familie auf ins Cottage, um die Fahrt durch die Wildnis beim ersten Mal alleine noch im halbwegs Hellen anzutreten. Wir anderen fliehen vor den Mücken nach Drinnen und sitzen noch eine gute Stunde zusammen, bis sich nach und nach alle in die Betten verabschieden.