02.06.2026 – Unter Leuten

Die Nacht ein bisschen besser, die Schlafphasen sind länger und Noosa und ich schlafen bei jedem Aufwachen schnell wieder ein. Entsprechend erholter fühle ich mich am Morgen, auch wenn der Wecker wegen Bürotag früher klingelt. Der Großteil des morgendlichen Reboots erfolgt noch im Bett, nur das Liebstentelefonat erst auf dem Weg zur Bahn und die Rätsel in der Bahn. Vom Aufstehen bis zur Ankunft im Büro höre ich den Podcast, in dem Nilz Bokelberg von seinem kürzlich verstorbenen Bruder erzählt (aktuelle Folge Gästeliste Geisterbahn bzw. Niemand wird verurteilt) und das ist sehr berührend aber auch sehr lustig. Im Büro gibt es dann den guten Kaffee und den Rest vom Rhabarber Crumble zu ersten Aufgaben des Tages.

Dann das gemeinsame Bürofrühstück, heute eher kurz, weil dann der Meeting-Marathon losgeht. Zunächst mit Berlin und Frankfurt, dann nur mit Berlin, dann Mittagspause. Ich hole mir mit einer Kollegin einen Salat und dann sitzen wir draußen, essen und schauen aufs Wasser. Die Gespräche drehen sich um die großen Themen – Behinderungen, Abtreibungen, Leihmutterschaft, Altern, Tod, Beziehungsanfänge unserer Großeltern, deutsch-deutsche Geschichte. Wow.

Dann geht der Meeting-Marathon weiter. Nach einem Call mit dem tiefen Westen des Landes schenken mir die zwei Kolleginnen, die gerade zusammen Urlaub in Griechenland gemacht haben ein Armband, das perfekt zu meinem heutigen Outfit passt – die anderen Kolleg*innen im Team bekamen natürlich auch welche – und Klebe-Tattoos, aber da verzichte ich dankend.

Danach back to back Meetings vor Ort in verschiedensten Konstellationen, nebenbei sammle ich Infos für ein Dokument das ich gerade erstelle.

Das zweite Highlight des Tages ist dann das Kind einer Kollegin, das Mama abholt (gemeinsam mit Papa natürlich) und erstens sehr süße Wassermelonenschuhe anhat und zweitens so herzig mit unseren Büromaskottchen spielt, dass es eins davon leihweise mit nach Hause bekommt – ob und wann wir das wiederbekommen erscheint zumindest fraglich, so innig wird es beim Gehen umklammert.

Irgendwann ist dann Feierabend und ich laufe mit einer Kollegin rüber nach Friedrichshain und dann alleine weiter nach Lichtenberg, endlich wieder Wasserstrampeln! Heute ist überraschend ein anderer Trainer dran, nämlich der von damals hier, der in diesem Fitnessstudio und mit diesem abendlichen Publikum noch etwas mehr aus der Art geschlagen wirkt als in dem anderen mit dem seniorigen Vormittagskurs. Witzig und gut schaffbar, das Training. Ich mag den Opi.

Weil es heute eh so warm ist und ich so müde bin, klemme ich mir Dampfbad und Sauna und mache mich nach dem Duschen direkt auf den Heimweg. Dort angekommen schreit mich Noosa erstmal an, warum ich so spät komme, kuschelt dann aber ausgiebig mit mir. Ich telefoniere mit dem Liebsten, brate mir ein Omelette mit Schafskäse und getrockneten Tomaten, dazu gibt es Gurke mit etwas Artischocken-Dip von gestern und die restlichen Taralli.

Noosa und ich bleiben kuschelnd bzw. spielend auf dem Balkon, bis es ernsthaft dunkel wird und gehen dann gegen 10 mit Buch ins Bett. Ich schaffe ein Kapitel, bis mir die Augen zu fallen.

01.06.2026 – Knospen und Stängel

Neuer Monat, neues Glück also? Beim Schlafen eher nicht. Diese Nacht wird bestimmt von einer aufgeregten kleinen Katze, die mich ständig am wieder Einschlafen hindert. 2-3 Stunden am Anfang und 1-2 Stunden am Ende sind recht erholsam, dazwischen viel Wachliegen, Herumwälzen und liebevolle Krallen abwehren. Entsprechend gerädert bin ich am Morgen und froh, dass der Wecker spät klingelte und ich im Homeoffice bleibe.

Nach morgendlichem Reboot sitze ich pünktlich mit Tee und Müsli am Schreibtisch und arbeite E-Mails und Nachrichten der Urlaubswoche nach. Dann ein erstes Meeting mit Berlin. Zwei Meetings mit dem fernen Westen Deutschlands fallen aus, so dass ich genügend Zeit für meine Aufgaben habe. Mittags gibt es Käsebrot und Radieschen und danach eine Einkaufsrunde für Lebensmittel und Katzenfutter.

Am Nachmittag bin ich schrecklich müde und brauche eine Mate, damit mir die Augen nicht zufallen. Wieder wach machen mich dann die letzten drei Meetings – nochmal Berlin, dann Mexiko City, dann global mit allen. Und dann ist auch schon Feierabend. Ich erledige noch ein paar private Sachen am Laptop und widme mich dann dem Abendbrot.

Es gibt endlich eine frische Artischocke – zum ersten Mal dieses Jahr lachte mich eine gut aussehende beim Einkauf an, dabei ist die Saison vermutlich eigentlich schon wieder längst vorbei. Ich rühre mir dazu einen sehr einfachen Dip an aus Mayonnaise, Dijon-Senf, Gurkenwasser, Limettensaft, Oregano, Thymian, Petersilie und Estragon. Zur Sättigung gibt’s noch Fenchel-Taralli dazu.

Und zum Nachtisch gibt es Rhabarber-Crumble – auch erst der zweite und vermutlich schon wieder letzte selbst zubereitete Rhabarber des Jahres, mit Crumble aus Mehl, Butter, Zucker und Haferflocken, dazu Vanilleeis.

Der Abend vergeht ansonsten mit Podcasts und Telefonaten mit dem Liebsten und dem Bruder. Und dann gebe ich der Müdigkeit einfach nach und liege schon kurz vor 10 im Bett, draußen ist es noch hell. Neuer Versuch mit dem Schlafen, Noosa bringt sich schon in Kuschelstellung…

31.05.2026 – Immergut-Abreise, Sonntag, Monatsabschluss

Der Plan mit dem richtig viel Schlafen hat nicht ganz so gut geklappt wie gestern. Irgendwie habe ich beim Einschlafen die Ohropax vergessen und war dann ab 3 eine Zeitlang knallewach, als der nächste DJ anfing. Bis ich das mit den Ohropax gemerkt habe, dann bin ich nochmal eingeschlafen, aber nicht mehr so tief, wohl auch, weil die Musik am letzten Tag dann eben bis um 6 ging und um 8 die Nacht wärme- und blasenbedingt vorbei ist.

Ich erledige wenig vom morgendlichen Reboot, da kaum Internet ins Zelt zu kriegen ist. Dafür stehe ich früh auf, gehe Zähneputzen, ziehe mich an und packe dann meine Sachen und baue das Zelt ab. Kurz nach 9 sitze ich dann als eine der ersten beim Frühstück, kriege direkt Kaffee und esse mich durch einen Großteil der mir verbliebenen Vorräte. Gegen halb 11 sind auch die letzten der Anderen wach. Ich räume meinen Platz, gehe Müll sammeln und tausche meine fast nicht gefüllten Mülltüten gegen einen neuen Immergut-Beutel ein, statt die 5 Euro Müllpfand zurückzunehmen.

Dann verabschiede ich mich direkt von der Bezugsgruppe, lade meine Campingtasche in den Bus der Beinahe-Nachbarin und mache mich mit leichtem Gepäck auf den Heimweg. Shuttle-Bus (Der Zug ist kaputt), lange Umsteigezeit am Bahnhof, die genau zum Bloggen reicht, RegionalExpress nach Oranienburg, der zum Rätseln reicht, S-Bahn nach Gesundbrunnen, S-Bahn in den Pberg, Heimweg. Das leichte Gepäck ist am Ende trotzdem ganz schön schwer.

Nach insgesamt gut drei Stunden habe ich es geschafft und lasse mich ausgiebig von Noosa anschreien, die einerseits empört ist, dass ich schon wieder so lange weg war, andererseits froh über meine Rückkehr. Wir spielen und kuscheln erstmal eine Runde. Dann packe ich meine Sachen aus und telefoniere zum ersten Mal seit Donnerstagvormittag mit dem Liebsten – ein Hoch auf Telefon- und Internetempfang! Wir erzählen uns die letzten Tage und kommen dann überein, den Rest des Sonntags ganz hart zu chillen.

Ich für meinen Teil komme diesem Anspruch so gar nicht nach, stattdessen

  • wasche ich Wäsche und hänge sie auf
  • mache ich meine Französisch- und Italienisch-Aufgaben
  • lasse ich den Geschirrspüler durchlaufen und räume ihn aus
  • mache ich ausführlichen Katzensport mit Noosa
  • koche ich mir Spaghetti mit einer Marcella-Hazan-inspirierten Sauce aus Dosenkirschtomaten plus Basilikum, einem Rest Käsewürstchen und Parmesan
  • plane ich meine Geburtstagsparty und schreibe die Einladungen
  • beende ich das Katalogisieren der Plattensammlung der Liebsteneltern und finde dabei noch einige Schätze
  • setze ich mich nochmal für zwei Stunden oder so an mein Projekt und dann ist es plötzlich fertig und ich habe jetzt ein neues Zertifikat, mit dem ich mich und meinen Lebenslauf schmücken kann

Dann ist es plötzlich schon halb 10, wo ist die Zeit nur hin? Höhö. Ich lege mich mit einem Wildberry Lillet in die Badewanne, stoße remote mit der Familie auf Oma an, die heute vor 14 Jahren gestorben ist, und denke nach über die Zeit, die vergeht.

Der Mai hat insgesamt ganz schön beschissen angefangen (tatsächlich begannen die Einschläge schon im April, um Ostern herum), so viel privaten, gesundheitlichen und beruflichen Mist auf einmal hatte ich glaube ich noch nie zur gleichen Zeit. Dafür waren die letzten zwei Wochen des Mais dann wohl der Ausgleich, denn plötzlich ging es aufwärts, stimmungsmäßig und in den Entwicklungen. Jetzt noch unverhofft den Projektabschluss schon zum Monatsende und deutlich vor der veranschlagten Zeit geschafft. Vielleicht kann der Monatswechsel auch ein Perspektivwechsel werden und der Rest des Jahres wird jetzt besser? Darauf einen Wildberry Lillet, gute Musik und Noosa kraulen!