11.07.2026 – Reisetag

Natürlich schlafen Noosa und ich nicht durch, aber diesmal bin ich halt auch einfach aufgeregt und kann ihr auch nicht böse sein, weil ich sie jetzt erstmal knapp drei Wochen alleine lasse. Letztes Aufwachen gegen 5, eine halbe Stunde vorm Weckerklingeln. Ich mache mir Kaffee, lese noch ein bisschen im Bett, telefoniere halb 6 mit dem Liebsten und dann geht es los. Aufstehen, anziehen, letzte Sachen packen, Noosa füttern, Pflanzen gießen, Bett machen, Proviant nicht vergessen, nochmal Katze kuscheln und dann los zur Bahn.

Mit dem schweren Koffer dauert das bisschen länger als sonst, aber ich nehme dann an Start- und Endpunkt der S-Bahn den Fahrstuhl und bleibe zweimal nicht stecken, yay! Dann sitze ich 20 Minuten in der Sonne auf dem Bahnsteig bis der Zug kommt. Einsteigen, Plätze suchen, Internet leer lesen. Wir fahren fast pünktlich los. Zwei Stationen später steigen der Liebste und das Teilzeitkind ein und wir frühstücken Iced Matcha Latte bzw. Eiskaffee, Kirschen, Himbeeren, Laugebäck, ein Sandwich für den Liebsten, Kekse und Gummibärchen fürs Kind, Cashews und Cranberries für mich… So rollen wir gen Südwesten.

Ich blogge, mache Französisch und Italienisch, lese ein bisschen und unterhalte mich sehr viel mit dem Teilzeitkind. Unter anderem über einen eventuellen City Trip nach Paris, vielleicht im nächsten Jahr. Mit guten 40 Minuten Verspätung kommen wir in Frankfurt an, nehmen dann den nächstbesten Zug zum Flughafen (11 glorreiche Minuten zu dritt in einem Sechserabteil der 1. Klasse), droppen unser baggage off und haben dann noch gute drei Stunden bis zum Boarding. Wir spazieren ein wenig über den Flughafen, reisen dann aus Deutschland aus (das Teilzeitkind ist jetzt alt genug für die elektronische Passkontrolle, wir müssen uns nicht mehr anstellen, yay!), spazieren noch ein bisschen, gehen durch die Security (nix mehr auspacken und auseinandernehmen, einfach alles aufs Band und dann durch den Nacktscanner, ungewohnt aber schön schnell). Der Liebste und das Teilzeitkind müssen dann trotzdem nochmal ihr Handgepäck aufmachen, weil Dinge verdächtig aussahen, es aber gar nicht sind, und dann sind wir quasi schon am Gate. Noch zwei Stunden rumbringen. Wasserflasche auffüllen, Toilette, Duty-Free- und Souvenirshop erkunden, ohne was zu kaufen…

Ein bisschen Zeit vergeht auch, weil schonmal alle zur Pass- und Bordkartenkontrolle gehen sollen und einen Sticker auf den Pass bekommen. Damit gehen wir dann einfach durch, als das Boarding wirklich startet. Rin ins Flugzeug, gemütlich machen, fast pünktlicher Start. Als wenig später Getränke und Essen serviert werden, sind wir alle drei schon in unseren jeweiligen ersten Film vertieft, meiner ist Song Sung Blue, der anders als erwartet, aber so gut wie medial berichtet ist. Die beiden Hauptdarsteller*innen haben ja neulich zusammen bei mir im Bürogebäude gesungen (als ich noch nicht dort gearbeitet habe).

Caserecce mit Paprikasauce, Gurkensalat, Brötchen mit Butter und Weichkäse, Apfelkuchen. Die beiden anderen haben Hühnchen mit Reis und ich bekomme von beiden Seiten Brokkoli und Weichkäse und von einer Seite Gurkensalat angereicht. Bin dann pappsatt und muss mich mit dem Aufessen sputen, bevor abgeräumt wird.

Nach dem Film bin ich ganz schön müde, ich mache mir erst eine Doku über David Bowie an, Schlafe dabei aber für eine halbe Stunde ein. Dann wechsle ich erst zu einem Bruce-Springsteen-, dann zu einem Iggy-Pop-Konzert, für jeweils ein paar Lieder. Bis ich mich wieder munter genug für einen Film fühle und dann schaue ich Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, der auch wirklich so gut ist, wie es die Kritiken sagen. Ich muss sehr viel lachen über die Großeltern und kann Parallelen zu Personen meines Umfelds ziehen. Besonders als auf dem Schreibtisch des Großvaters ein Buch liegt, dass der Liebste in der gleichen Ausgabe im Regal stehen hat und auf dessen Autors Knien er schon gesessen hat.

Als der Film zu Ende ist, gibt es eine kleine Margherita-Pizza und für den Liebsten und mich Cola, zur Stärkung für den dritten Teil der Reise. Wir fliegen noch eine knappe Stunde, dabei lasse ich The Devil Wears Prada laufen, der geht immer. Über dem Ozean ist der Himmel fast wolkenleer und wir werden ganz aufgeregt, als wir die Umrisse von Cape Breton sehen und bald darauf über Truro hinweggleiten.

Pünktliche Landung in Halifax, Ortszeit 18 Uhr, in Deutschland jetzt 23 Uhr. Die Einreise geht relativ schnell, die Koffer kommen relativ schnell, beim Mietwagenverleih ist nur eine Person vor uns. 18:45 könnten wir vom Platz rollen, aber der Mietwagen ist noch gar nicht fertig, so schnell waren wir. 19:15 ist es dann aber soweit. Bei strahlendem Sonnenschein geht es auf die letzten anderthalb Stunden Straße. Das Teilzeitkind ist nach gut 20 Minuten eingeschlafen, der Liebste und ich hören Musik, freuen uns, wo wir sind und verfolgen nebenbei im Live-Ticker das Spiel England-Norwegen.

Zehn vor 9 sind wir da, Norwegen ist raus, das Teilzeitkind schläft direkt auf der Couch weiter und wir trinken mit meinen Eltern zum Sonnenuntergang Campari Orange auf der Terrasse, dazu gibt es selbstgemachte Käsestangen mit Knoblauchbutter, immerhin ist Mama ja schon drei Tage vor uns angekommen. 😉

Als die Sonne weg ist, gehen wir rein – es ist so windstill, dass die Mücken sich sehr wohl fühlen. Wir sitzen noch ein wenig zusammen und erzählen, beziehen dann die Betten, das Teilzeitkind zieht ins Bett um und gegen 23 Uhr (vier Uhr in Deutschland), liegen auch wir…