Heute war ich das erste Mal seit länger Zeit wieder draußen, ohne einen von außen aufoktroyierten Grund. Die letzten 10 Tage haben es nur Arztbesuche und die damit verbundenen Bürokratien vor die Tür locken können. Jetzt geht es wieder einigermaßen, weswegen wir die Chance nutzten und uns auf dem Weihnachtsmarkt im Spreepark umzusehen.
Gegen das Novembergrau: Thaiwiese im Preußenpark
Mein Jahr 1999
Alter:
- Beziehung:
- Keine, aber verliebt, in wechselnde Personen. Mir fallen da spontan zwei Urlaubsbekanntschaften und mindestens zwei bis drei Jungs aus der Schule ein, wahrscheinlich auch noch ein bis zwei aus dem Internet, wenn ich es recht bedenke. Da ich zu einigen davon noch Kontakte pflege, werde ich mal lieber keine Namen nennen. 😉
- Beruf:
- Schülerin in der 9., bzw. 10. Klasse. Und Chefredakteurin der Schülerzeitung.
- Musik:
- Grundsätzlich natürlich die Kelly Family, obwohl ich in dem Jahr soweit ich mich erinnern kann nur auf einem einzigen Konzert von ihnen war. Dazu dann noch so Sachen wie The Offspring (Pretty Fly), Lenny Kravitz (Fly Away), Liquido (Narcotic), SCYCS (Next November), ein Mixtape mit Songs von den Sprachreisen-Parties (The Jacksons – Blame It On The Boogie, Blur – Song 2…) und so weiter und so weiter…
- Haare:
- So wie jetzt: Sehr lang, mal offen, mal zusammen. (Zwischendurch waren sie übrigens auch mal kürzer, also nur so schulterlang, das aber erst ab 2001.)
- Aufenthaltsort:
- Zu Neujahr gerade im Urlaub – im Torres del Paine Nationalpark in Chile, dann noch mehr Chile und Patagonien. Zurück im Alltag dann in Bautzen und Umgebung. Im Sommer dann zum zweiten Mal auf Sprachreise in Eastbourne.
Tagebuch-5 im November
Wahnsinn, ist es wirklich schon November? Kommt mir total unwirklich vor, es war doch gerade erst… Aber ich schweife ab. Der 5. November begann endlich wieder im eigenen Bett – nachdem uns die Katzen Kraft ihrer Körperflüssigkeiten für zwei Nächte auf die Wohnzimmercouch verbannt hatten, konnten wir endlich wieder gut und geräuscharm schlafen. Doch der Schlafmangel wirkt weiterhin nach und zeigt sich unter anderem in einem kratzendem Hals und einem schmerzenden Kopf. Ich kann nur leider nicht viel dagegen tun, denn heute heißt es erst einmal nüchtern bleiben: Ein Arztbesuch steht an.
Zuerst geht es jedoch für ein Stündchen ins Büro, wo ich nicht zu wahnsinnig viel komme – Mails schreiben, Termine machen, ein Projekt von gestern abschließen und ein neues beginnen… Dann setze ich mich schon wieder in die U-Bahn und fahre zu meinem Hausarzt. Auf der Fahrt lese ich Lutz Seilers Kruso zu Ende und vertiefe mich dann wieder in Michael Seemanns Das Neue Spiel. Beim Arzt dauert es nicht so wahnsinnig lange (dafür gibts auch keine vernünftige Diagnose, mal wieder) und so bin ich nach 90 Minuten zurück im Büro.
Jetzt kann der Arbeitstag richtig starten und ich darf auch frühstücken. Von unterwegs habe ich mir einen Obstsalat und einen White Chocolate Mocha mitgebracht. Ich arbeite vor mich hin und schwatze zwischendurch immer mal wieder mit den Kollegen über dies und das. Dann folgt ein Meeting zur Vorbereitung eines Meetings morgen. Mit beiden Meetingpartnern bin ich auch privat befreundet und ich finde es faszinierend, wie der Code switcht, sobald das Meeting beginnt und auch sofort wieder, sobald es zu Ende geht. Das haben wir gut drauf.
Ich mache eine späte Mittagspause und hole mir bei Pasta Deli das Wochengericht: „Herbstspaziergang – Leckere Champignon Creme mit Zwiebeln, einem Schluss Chardonnay, frischen Champignons, Petersilie und Parmesan“, dazu gibt es, wie fast immer bei mir, Spaghetti. Ich arbeite die 90 Minuten vom Vormittag nach und mache dann um 19:30 Uhr Feierabend.
Zuhause angekommen räume ich das trockene Geschirr weg, beziehe die Sofakissen mit den gewaschenen Bezügen (das andere Katzenproblem gerade sind kleine Mitbewohner, die es auszumerzen gilt…) und stelle ein Essig-Wasser-Gemisch her, mit dem wir nach und nach alle Sitzmöbel einsprühen werden. In der Zwischenzeit kümmert sich der Mann ums Abendbrot. Es gibt ein Lieblingsgericht aus seiner Kindheit – „Ei kuckt durch die Pemme“, wie man im Anhaltinischen sagt. Beim Essen schauen wir die zweite Hälfte des Films Bornholmer Straße.
Danach geht der Mann die Nachbarskatze füttern und ich widme mich der neusten Folge Downton Abbey. Dank einer Mischung aus lahmem Rechner und lahmer Verbindung dauert das ungefähr 2,5 mal so lang, wie die Folge eigentlich ist, so dass ich erst um Mitternacht damit fertig bin und diesen Blogpost beginne.
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Die anderen Beiträge zu WMDEGT? findet Ihr wie immer bei Frau Brüllen.
Wurzelsalat
Seit Tagen hatte ich es schon vor und immer war ich zu faul. Gestern habe ich mich dann doch mal in die Küche gestellt und geschält: Möhren, Rote Bete, Gelbe Bete, Mairübchen und Äpfel (die guten Roten aus dem Garten im Wald):
Zum ersten Mal seit…
Seit meinem letzten Blogeintrag habe ich zum ersten Mal seit über zwei Jahren die alte Heimat besucht. Tanten und Cousinen wurden getroffen, bzw. besucht, der Wald durchstreift, am Kamin gesessen, gut gegessen, gut geschlafen… Und WLAN und schnelles Internet gibt es dort inzwischen auch – ein Traum.
Reise in die Vergangenheit
Nächsten Sonnabend habe ich Klassentreffen – vor 20 Jahren haben wir die Grundschule abgeschlossen. Über diese vier Jahre waren insgesamt 24 Kinder in der Klasse. Mit zweien von ihnen habe ich später Abitur gemacht, zwei oder drei andere habe ich mal zufällig in der Stadt gesehen. Alle anderen seit 20 Jahren nicht. Echten Kontakt habe ich mit niemandem gehalten, nur durch das Treffen jetzt bin ich inzwischen mit einigen auf Facebook befreundet. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie das so wird.
Dank meines doch recht ausgeprägten Gedächtnis erinnere ich mich noch an alle 24 Namen und Gesichter, mit einigem Nachdenken fallen mir auch die Nachnamen ein. Und irgendeine Anekdote gibt es in meinem Kopf auch noch zu fast allen. Mal sehen, ob beim gemeinsamen Erzählen noch mehr zurückkommt.
Was wurde wohl aus den beiden, die weggezogen sind, aus der einen, die noch in der ersten Klasse auf die Sonderschule wechselte? Was macht das Mädchen mit den drei Brüdern heute, die damals mit uns zum zweiten Mal in die erste Klasse startete? Wie ist es dem damals Klassenschlechtesten inzwischen ergangen, dem ich einmal während einer Leistungskontrolle durch Schummelei zu einer 2 verhalf? Was machen die Mädels, mit denen ich mich früher manchmal nach der Schule getroffen habe, um draußen zu spielen, „Sport“ zu machen oder Sonic durch die Gegend zu jagen?
Wie ist es den Jungs aus dem Nachbardorf, die mich damals bereitwillig in ihre Bande mit aufnahmen? Was macht der Junge, mit dem ich damals die meiste Zeit verbrachte, gemeinsam den Flötenunterricht besuchte und Monkey Island, Loom und Indiana Jones gespielt habe heute abgesehen von Bibelkreis und Faustball so? (Ach, Facebook…) Ist der Junge, der mich früher auf dem Weg vom Schulhof nach Hause oft drangsaliert hat heute immernoch unsympathisch? Oder finde ich vielleicht die Gründe für sein damaliges Verhalten heraus? Weiß noch jemand, dass der sich mal so richtig schön in die Hosen gek*** hat? (Nein, das spreche ich natürlich nicht an!) Überhaupt: Werde ich mich mit den anderen gut verstehen, nachdem sie jahrelang nichts von mir gehört haben?
12 von 12 im Oktober: Lazy Sunday

Einmal zur Buchmesse rüberwinken
Da im Büro grad ein wenig die Technik streikt, kann ich ja mal kurz nach Frankfurt zur Buchmesse rüberwinken. Als quasi in einer Buchhandlung aufgewachsene freut es mich besonders, dass diesen Herbst einige aus meinem Umfeld auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sind.
Da wäre zum einen das bereits empfohlene (und erschienene) Weil ein #aufschrei nicht reicht. Die Autorin Anne Wizorek „kenne“ ich seit langem aus meiner Twitter-Timeline und ich möchte ihr Buch allen ans Herz legen.
Auch zum Beispiel der lieben Sabine Wirsching, die „nichts von Gender hält“ 😉 Dafür ist sie aber mit ihrem Buchprojekt „Druckstaueffekt“ auf der Messe vertreten, das Ihr hier crowdfunden könnt, damit es dann nächstes Jahr erscheinen kann.
Das Neue Spiel von Michael Seemann ist bereits fertig gecrowdfunded und erscheint morgen – ich freue mich darauf, am Samstag mit ihm und anderen darauf anzustoßen! 🙂
Rechtzeitig zur Buchmesse erschienen ist außerdem auch das neue Buch meiner Eltern: Eisbären – Wanderer auf dünnem Eis. Die Autor_Innen sitzen derweil allerdings in der kanadischen Provinz und arbeiten bereits am nächsten Werk. 😉
Wow, so „close to home“ war eine Buchmesse für mich noch nie. Ich bin wahnsinnig stolz auf Euch alle! 🙂
Fußball, Google Maps und der Ford Anglia
Ich hab heute Nacht mal wieder sehr plastisch geträumt und weils so skurril war, nebenbei schon gedacht: Ach cool, da hab ich was schönes zum Bloggen heut Abend. Dann bin ich dummerweise aufgewacht und hab das alles gar nicht wirklich erlebt. Mist. Und dann fiel mir ja ein, dass ich ja TROTZDEM drüber bloggen könnte. So here goes…
In meinem Traum bin ich in Rostock, der Stadt in der ich knappe sechs Jahre lang gelebt und studiert habe und die sowas wie meine zweite Heimat geworden ist. (Im Traum bin ich da auch noch ziemlich oft, meistens zu Besuch, oder um mir eine Zweit- oder Wochenendwohnung zuzulegen. Fertig bin ich mit der Stadt jedenfalls noch nicht.)
* Das ist nicht ganz korrekt, es kann durchaus sein, dass ich mal bei @johnny_cash von aptgetupdate Fußball geguckt habe, der wohnte damals dort, allerdings nicht in dem Haus aus dem Traum.





















