#12v12 im April – Rostock-Edition

Schön, wenn eine Blog-Aktion auf einen Tag fällt, an dem man Spannendes erlebt – an normalen Bürotagen fällt es mir mitunter schwer, zwölf Bilder für Draußen nur Kännchen zusammenzubekommen, heute hingegen hab ich noch genug Material für ein paar Bonustracks. 
Streng genommen begann der Tag ja um 0:00, da betraten wir gerade einen Club und wie man weiß ist es in solchen Etablissements immer viel zu dunkel für gute Fotos 😉 Also fange ich erst nach dem Schlafen an – mit dem Blick aus meinem Bett bei einer Freundin. Ihr Musikgeschmack ist unschwer zu erkennen.
Ich packte meine Sachen für die Rückfahrt schonmal zusammen und verstaute meine gestrigen Buch-Einkäufe im Rucksack. Wenn ich in Rostock bin, besuche ich meistens die andere Buchhandlung und den Gebrauchtbuchladen Herr Koreander, in beiden arbeiten Bekannte von mir. Dreimal Essen (das Backbuch hat meine Mama auch und ich benutze meine Abschrift daraus für Waffeln und Plätzchen, dazu je eines aus der alten und eines aus der ganz ganz alten Heimat); ein Roman einer kanadischen Autorin, von der ich schon ein anderes Buch las und toll finde; Geschichten aus südlichen Zipfeln des ehemaligen britischen Kolonialreichs; eine Biographie aus dem westlichen Zipfel desselben – man will ja vorbereitet sein, wenn heute wirklich die Ankündigung kommt; ein Buch für den Hasen, das wir schon von einer Lesung auf der Buchmesse kennen, dessen Kauf wir aber verschoben hatten.
Nach dem Packen besuchte ich meinen Onkel und holte ihn zum gemeinsamen Frühstück im Café Lotte ab. Für ihn war es das zweite Frühstück des Tages, daher fiel es flüssig aus.

Danach besuchten wir, zahlreichen Tipps folgend den veganen Eisladen Veis. Ich hatte Johannisbeere und Haselnuss, das Onkelchen Schokolade, wir waren beide sehr zufrieden. (Das werte ich als Erfolg, erinnere ich mich doch an heftige Veggie-Day-Diskussionen mit ihm. ;))

Der Hauptprogrammpunkt führte mich dann nach Warnemünde. Zunächst wurde auf dem Fischmarkt auf der Mittelmole Räucherfisch für den Hasen gekauft – mit Ausblick auf die Häuserzeile am Alten Strom.
Dann ging es über die Brücke ins alte Fischerdorf Warnemünde und mir wurde gleich ganz maritim zumute.

Die Mühle in der Mühlenstraße – einigen vielleicht noch bekannt aus den 90ern und der ARD-Vorabendserie Tanja.
Die Fernsehfamilie wohnte damals nur wenige Häuser von unserem ehemaligen Familiensitz entfernt. Im ersten Stock, dem mit dem Balkon, wuchsen zwei Generationen auf und machte ich als Kind oft Ferien bei Oma und Opa. 

Ich ging den alten Ferienweg quer durch den Park zur Promenade und erblickte das beste Meer der Welt.

Natürlich musste ich direkt ans Wasser und eine Weile daran entlanggehen. Nebenbei habe ich ein Wahrzeichenfoto mit Strandkörben (in Warnemünde erfunden!), Leuchtturm und Teepott gemacht.
Im flachen Wasser tummelten sich Möwen (die bekanntlich alle Emma heißen), während im Hintergrund die Schwedenfähre Fährt aufnimmt.

Ich setzte mich genau so an die Mole und starrte eine Weile wohlig aufs Wasser und atmete tief die gute Seeluft ein. 
Bonustracks:
Der Tradition folgend, musste noch ein zweites Eis sein, nämlich aus der Eisdiele. Hier entsteht bereits seit 1946 hausgemachtes Eis, das wirklich richtig gut ist und genauso zu einem Warnemünde-Besuch gehört, wie der Strand. 

Heute wurde es ein Früchtebecher mit Nougat- und Pfirsich-Maracuja-Eis und Blaubeeren, aus Gründen des Sättigungsgrads ohne Sahne.

Für die Rückfahrt holte ich mir noch was aus dem Vegangster, ebenfalls auf Empfehlung. Es wurde ein Funghi Burger mit Soja-Bratling. Sehr zu empfehlen!

Fiano di Avellino – Vom Essen, Schreiben und Weintrinken (und von Sizilien)

Auch bei Foodies (oder Foodisten?) wie mir ist die Essensplanung so manches Mal völlig dem Zufall unterworfen. Heute war es ein Bus, der nicht so fuhr, wie er sollte, so dass meine Ma und ich nicht wie sonst am Centro Italia vorbeifuhren, sondern eben liefen. Grund genug, endlich mal wieder vorbeizugehen und meiner Ma vorzuführen, was es dort alles Köstliches gibt. 
Natürlich blieb es nicht beim Gucken und eine Packung Taralli musste mit. Jedes Mal wenn ich im Centro bin denke ich an die kulinarischen Freudenfeste bei meinem Ex-Schwiegervater (ich erwähnte ihn gerade neulich erst) und Taralli gehörten unweigerlich dazu, zum Antipasto oder sogar noch davor, wenn man seinen Magen langsam wieder darauf einstimmen wollte, demnächst Nahrung aufzunehmen… Zum Schluss unseres Rundgangs verschlug es mich noch kurz in die Weinabteilung. Ich gucke mir Weinabteilungen routinemäßig an und untersuche sie darauf, ob es denn Aglianico oder Fiano aus Avellino gibt. Das sind die beiden Rebsorten (eine rot, die andere weiß), die wir dort immer gewohnheitsmäßig getrunken haben und ich könnte schwören, dass der Fiano der beste Weißwein der Welt ist. Aglianico findet man in Berlin ab und zu, wenn auch meistens nicht direkt aus Avellino. Fiano habe ich hier noch nie im Laden (und auch nicht im Restaurant) gesehen. Umso erfreuter war ich, dass im Centro heute beides vorrätig war – und dann auch noch von Mastroberardino, dem Weingut, bei dem mein Ex-Schwager früher gearbeitet hat. 
Nun – Rotwein haben wir noch in rauhen Mengen da, aber der Fiano musste mit, trotz des stolzen Preises von 12,95 € pro Flasche, denn das ist er auf jeden Fall wert. So plante ich dann mein Abendessen um den Wein herum – wie es echte Kenner so machen *hust*. Es gab das selbstgemachte Dinkelbrot vom Mann mit verschiedenen Käsesorten (u.a. tollem Ziegenschnittkäse mit Bockshornklee aus seiner Heimat), Bärlauch, getrockneten Tomaten, Oliven und eben Taralli. Dazu ein gut gefülltes Glas Fiano und ich war im siebten Himmel. Die Rebe wächst fast nur in der Region Avellino, man gewinnt nur geringe Erträge und die Trauben haben auch noch wenig Saft. Deswegen ist er so selten. Lecker ist er umso mehr. Durch den Anbau in Haselnussplantagen sagt man ihm eine leichte Haselnussnote nach. Und nach Honig schmeckt er. Finden auch die Bienen, die gerne von den Trauben naschen, was dem Wein zu Zeiten der Römer den Namen Apiana einbrachte. Und ein wenig moussierend ist er auch, so heißt das doch, wenn ein wenig Kohlensäure drin ist, oder? Ihr merkt, mit Wein kenne ich mich (noch) nicht so gut aus – ich kaufe meist, was mir schon geschmeckt hat, womit ich ja bisher nicht schlecht fahre. 🙂
So viel Geld für eine einzelne Flasche Wein auszugeben, mag dem Einen oder Anderen Verschwendung erscheinen, aber ich habe heute auch etwas zu feiern. Ich habe nämlich noch viel mehr Geld ausgegeben und endlich den Kurs The Language of Food mit Rachel Roddy und Luisa Weiss im Juni in Sizilien gebucht. Eine Woche lang werde ich dort essen, trinken, kochen und schreiben lernen und mich mit anderen austauschen – hier habe ich schon einmal darüber geschrieben. Ich habe lange mit mir gerungen, so viel Geld auszugeben, bin aber schlussendlich meinem Bauchgefühl gefolt, unterstützt von allerlei positiven Schubsern vom Mann und aus dem Freundeskreis. Danke dafür! Ich weiß jetzt schon, dass mich diese Woche sehr glücklich machen wird!
Und weil dieser Blogpost mit meiner Ma begann, endet er auch mit ihr und dem Festmahl, dass sie uns am Ostermontag auftischte – so ein Foodie wird man ja nicht von alleine! (Nicht im Bild: Pizza mit Zucchini bzw. Salami)

Internet-Diät, Buchmessen-Rückblick und Cat Content

Aus Gründen versuche ich gerade, abends immer erst ab halb zehn vor dem Internet zu hängen – abgesehen von kurzen Blicken aufs Smartphone 😉 Ein Effekt ist, dass ich ne Menge Sachen schaffe, ein anderer, dass das Bloggen aufgrund von fehlender Ruhe und Muße auf der Strecke bleibt.

Deswegen dann heute aber wenigstens kurz ein Lebenszeichen. Und ein Rückblick vom Leipzig-/Buchmessenwochenende:
Wir kamen am Freitag spät an und übernachteten bei sehr lieben Freunden vom Mann, die ich bisher noch nicht kannte. Besonders ans Herz wuchs mir die überaus coole zweijährige Tochter der Beiden. Mit Kindern werd ich ja immer sehr schnell warm. Viel Zeit hatten wir nämlich nicht, denn direkt nach dem Frühstück brachen wir zur Eisbären-Lesung meiner Eltern im Naturkundemuseum auf.
Dort trafen wir zudem auf meinen Cousin und seinen Sohn. Nach dem Vortrag besagen wir uns das Museum noch im Schnelldurchgang. Zum Mittag gab es dann noch fix einen vegetarischen Hot Dog und dann ging’s raus aufs Messegelände.

Zuerst schauten wir bei meinem ehemaligen Praktikumsbetrieb, dem Rostocker Hinstorff-Verlag, vorbei und sprachen mit Kristina Gehrmann – ihres Zeichens Autorin der ersten hinstorffschen Graphic Novel (über die Franklin-Expedition).
Wir lauschten dann einem Interview mit Thomas Brussig samt Lesung aus seinem neuen Buch vom Hörbuch-Sprecher und Schauspieler Stefan Kaminski. Das Buch kam für uns beide auf die To Do-Liste.
Die nächste Station war ein Interview zum neuen Buch (inkl. Performance) von Knorkators Alf Ator. 

Während dann der Mann einem Interview mit Tomáš Sedláček über das Ende des Kapitalismus lauschte, traf ich kurz eine Tante und eine Cousine. Eine weitere Cousine war ebenfalls vor Ort, wir schafften aber aus Zeitmangel kein Treffen. Habe ich erwähnt, dass ich aus einer Buchhändlerfamilie komme? 😉

Nach so viel Buch wollten wir noch ein bisschen was fürs Auge und wanderten ausgiebig durch die Comic Manga Convention, wo ich mir vom Mann all die Kostüme der Cosplayer erklären lies, und naschten Trockenfrüchte und Nougat. 
Kurz vor Schließung des Messegeländes landeten wir in der Kinderbuchabteilung. Neben dem Mosaik und den ??? gefiel uns hier vor allem ein Stand mit Postkarten und Kalendern mit klugen Sprüchen in Kinder-Rechtschreibung. Und das Revival der Häschenwitze:

Dann fuhren wir zurück in die Innenstadt und lauschten bei der Friedrich-Ebert-Stiftung der Lesung von @mspro

Danach hatte auch ich endlich das Wichtigste zum Neuen Spiel verstanden und wir konnten beruhigt die Heimreise nach Berlin antreten, wo wir kurz nach Mitternacht müde ins Bett fielen.
Bonus: Cat Content