re:publica Tag 2

Wenn ich meinen Foursquare-Checkins glauben kann, habe ich heute insgesamt 10 Sessions gesehen. Na holla! Kann aber auch wirklich hinkommen, denn ich hatte eigentlich keine längere Pause dabei und war neuneinhalb Stunden vor Ort in der Station. Aber beginnen wir am Anfang…

Los ging es mit Into The Body, einem Workshop, der auf recht anschauliche Weise erklärte, warum wir alle Rückenschmerzen haben oder haben werden und wie wir dem vorbeugen können. Ein paar Übungen waren auch dabei, aber leider beschränkte sich alles auf die Knochen und Muskeln, während mich auch die diversen inneren Organe interessiert hätten (im Abstract klang es allumfassender). Aber dafür fehlte wohl die Zeit und die Vortragende war zudem auch Physiotherapeutin, was den Schwerpunkt natürlich erklärt.
Dann ging es weiter zu Get real, Netzgemeinde von FrDingens. Brechend voller Raum, frenetischer Jubel vor Ort und in meiner Timeline. War auch gut und richtig und wichtig. Vor allem die Warnung vor der Exklusion breiter Bevölkerungsschichten in der so-called Netzgemeinde und der Wunsch, dass nicht immer nur die mittelalten weißen Männer das Internet erklären dürfen.
Als nächstes sprachen @marthadear und @kuebra über die Geschichte von #aufschrei und #schauhin und darüber, wie solche wichtigen Themen den Sprung aus dem Netz in die Mainstreammedien schaffen. Derzeitige Antwort: Trending Topic bei Twitter werden und hoffentlich weitere ähnlich effektive Wege finden.
Weiter ging es mit dem Talk von @journelle über die Auswirkungen des Internets auf unser aller Sexualität. Alles in allem nämlich positiv! 😉
@RaulDE sprach dann über Innovationen in der Mobilität von Menschen mit Behinderungen. Da gibt es in Deutschland noch eine Menge zu tun, während große deutsche Firmen u.a. In Japan rollstuhlkompatible Rolltreppen bauen oder extra barrierefreie Taxis für London bauen. Es fehlt scheinbar eine mächtige Lobby hier bei uns (ebenso wie barrierefreie Züge, Taxis, Taxi-Apps etc).
Dann brauchte ich kurz etwas frische Luft, Sonne und was zu essen bevor ich mich auf die Präsentation zur Einhornhaltung einlassen konnte. Fazit: Einhörner gut, wir brauchen mehr Whimsy auf der Welt, aber ich kann kein Einhornfarmer werden, denn die müssen immer Lakritze essen. Mist.
Danach nochmal volle Kanne Bildung beim Einsteigerworkshop Programmieren für Nullcheckerbunnies. Der war wirklich für Leute ohne jegliche Vorkenntnisse, weswegen ich Beetlebum dann gleich mal per Twitter verpetzen musste. Aber immerhin folgt er mir jetzt. Es stellte sich heraus, dass ich das meiste tatsächlich schon kannte, allerdings habe ich mich zuletzt vor 14 Jahren in der Schule mit dem Programmieren beschäftigt. Aber ein paar Ansätze für die Selbstmotivation und Tipps, wo man Hilfe bekommt waren dabei. Und viele süße Tierbabybilder. Als Belohnung für so viel Initiative bekam ich hinterher sogar einen Toffee Nosed Friend von Frau… äh… Mutti geschenkt, über den nicht nur ich, sondern auch der Mann aka Hase sich sehr gefreut haben!

Ich musste dann aber sehr schnell weiter, um zu einem der Talks zu kommen, auf den ich mich am meisten gefreut hatte. Caroline und Michael Running Wolf stellten ihr Filmprojekt über „Expat Indians“ in Europa vor und sprachen über die Rolle, die soziale Medien bei der Kommunikation zwischen Native Americans in den Reservaten und den großen Städten bzw. dem Ausland spielen. Kurz zusammengefasst: Sie ist groß. Ich freue mich sehr auf den Film und werde versuchen, mit den beiden Kontakt zu halten. Da wir am Ende der Session alle zusammen einen Rounddance tanzten und die beiden nochmal auf die Episode mit den Yes Men vom Tag zuvor zu sprechen kamen, habe ich dann noch einmal nachgefragt, ob die Fake-Kostüme und der Fake-Song/Tanz negativ bei ihnen ankam. Sie lachten aber nur und meinten, dass Tito, einer der an dem Trick beteiligten ein bekannter Native Comedian sei und man als Native von Anfang an erkennen konnte, dass es darum ging, die Weißen zu verarschen und auch extra ein neues, nicht traditionelles Lied dafür geschrieben wurde. Also, alles in Butter.

Die beiden haben ein wenig überzogen, so dass ich vom Talk über die Five Eyes leider nur noch den Rest mitbekam, den werde ich mir evtl. noch mal in Gänze anschauen müssen.

Darauf folgte dann auf der Main Stage noch eine Präsentation über die eher unbekannteren Seiten des Web, jene, die man in den Mainstream-Medien nicht mehr vermitteln könnte, weil es entweder zu kompliziert wäre, oder aber ein schlechtes Licht auf das Internet werfen würde.

Als Abschluss sah ich mir dann noch den Science Slam an und erfuhr interessantes über Experimente mit Mäusen, Quantenphysik, Urban Gaming und Modealgorithmen.

Dann war mein Kopf voll und der re:publica-Tag zum Glück auch vorbei… Kurz durchgezählt… Wenn man die Five Eyes mitzählt, waren das sogar elf Sessions. Himmel hilf! Zum Glück wärmt mir die schnurrende Noosa jetzt den Bauch, so dass ich eigentlich nix mehr tun muss als entspannen und schlafen…

Mein erstes Mal… re:publica

Gerade ist die erste re:publica, an der ich so richtig offiziell teilnehme. Vor zwei Jahren hab ich mich das erste Mal in die Nähe getraut, war aber nur auf der – auch ohne Ticket – zugänglichen Twitterlesung. Letztes Jahr war mir der Urlaub dafür zu schade (zweimal Übersee und ein Umzug, da blieb nix übrig) und ich stand nur eine Weile auf dem Hof der Station rum und habe gestaunt. Dieses Jahr nun endlich mit Ticket und (Bildungs-)urlaub. Juhu!

Von den geplanten Sessions habe ich heute tatsächlich alle besucht (OK, zwei habe ich spontan getauscht, dafür zwei früher verlassen und eine zusätzlich in den Plan aufgenommen) und trotzdem fühlte sich mein Kopf am Ende noch nicht überfüllt an und ich hätte ruhig noch weiter gekonnt.
Die Eröffnung war nett, die Yes Men waren beeindruckend und lustig (mit einem kurzen Stutzer, ob meine Indigenous-Freunde mit dem gefaketen Indianertanz einverstanden gewesen wären). Bianca Jagger war insofern spannend, als dass man mal gesehen hat, wie Leute der Generation Mick Jagger aussehen, wenn sie nicht ständig auf Bühnen rumturnen. Die körperliche Unfitness machte sie dann aber durch geistige Fitness und Nebenbeitwittern wieder wett. Außerdem war für mich als Anglistin interessant, die drei Akzente der Sprecher (indisch, spanisch, portugiesisch) zu vergleichen. Die Elternblog-Session war nett aber harmlos und für Leute, die Elternblogs bereits lesen nicht besonders erkenntnisreich. Die Väterblog-Diskussion war da schon aufwühlender, was aber eher an latent sexistischen Einlassungen und sonstigen Klischees lag. Immerhin bot das die Gelegenheit, mit Frau Brüllen und Frau… äh… Mutti ins Gespräch zu kommen. Die Mission „neue Internetmenschen kennenlernen“ hat sich also bereits erfüllt. 
Dann kam die Verkaufsveranstaltung mit David Hasselhoff, die ab dem Zeitpunkt langweilig wurde, als der „Krass, er ist wirklich da“-Effekt nachließ, langweilig wurde. Ich hab es zwar länger ausgehalten als viele andere, aber bis zum Gesang hab ich es dann doch nicht geschafft. Stattdessen sah ich Johnny Haeusler beim Live-Umfragen zu, was deutlich unterhaltsamer war. Danach dann pfichtbewusst zu Sascha Lobo, aber nach ca. 20 Minuten wieder raus. Die Session bei @mspro zu dezentralen Netzwerken war dann etwas zu advanced für mich, aber da es Kopfhörer gab und ich nebenbei auf dem Handy spielen konnte, war es auch nicht anders, als #wmr zu hören.
Der nächste Stop war die 10 Jahre Bildblog-Session, die erwartbar interessant und unterhaltsam war. Den Abschluss bildete die Bingo-Session des Guten Tag-Teams von @hermsfarm und @nilzenburger. Diese verließ ich nach einer Stunde mit nur noch drei Zahlen auf der Karte, um mit den Damen Brüllen und Mutti, dem Herrn Mutti und dem Herrn Skizzenblog noch zum Inder zu gehen. Frisch gewonnene Kontakte wollen ja gepflegt werden.
Festzuhalten bleibt, dass ich bereits eine lange Liste an Sessions habe, die ich mir im Nachhinein nochmal online anschauen muss, zu viele Dopplungen im Zeitplan und zu viele Lobpreisungen in meiner Timeline. Aber wäre ja auch schlimm, wenn man sich langweilen würde und nix Spannendes fände. Jetzt lass ich mich noch kurz ein wenig von den Katzen bepuscheln und dann gehts ab in die Heia. Fortsetzung folgt!

Menü für die (römischen) Götter

Am Donnerstag trafen wir uns mit Freunden zum gemeinsamen Kochen und Essen. Ich war zuständig für die Menüplanung und habe dementsprechend nur meinen persönlichen Geschmack berücksichtigt. Konnte ja keiner ahnen, dass der so gut ankommt…


Seit ich zu Weihnachten Die Sehnsucht im Herzen der Artischocke von Evelyne Bloch-Dano geschenkt bekommen und sofort durchgelesen hatte, spukte mir die Artischocke im Kopf herum, ebenso wie der Vorsatz, mich Gemüsesorten zu widmen, die ich bisher nicht so oft gegessen habe, bzw. auch Altbekanntes neu zu verwursten (mal sehen, was ich mit dem Rotkohl im Kühlschrank mache…)

Fest entschlossen, mich direkt an der Gemüsetheke im Biomarkt inspirieren zu lassen und mit meiner Chefkoch-App bewappnet, machte ich mich also auf den Weg zum Einkauf. Als erstes lachte mich ein Romanesco an. Eine kurze Rezeptsuppe führte mich zu einem „scharfen Süppchen für kalte Tage“ – perfekt! Mit Ziegenkäse kriegt man mich ja sowieso fast immer. Wir hatten übrigens keinen Pürierstab, aber auch mit dem Kartoffelstampfer zermatscht war es sehr lecker.



Und wenn ich schon einmal experimentierfreudig bin, dann gleich richtig und zwei Artischocken eingepackt. Die habe ich zwar schon einmal zubereitet, aber ich stelle ja auch gerne meine Mitschmauser vor neue Herausforderungen. Um ganz sicher zu gehen, machte ich dazu keine Sauce Béarnaise, sondern einen recht einfachen Dipp mit Saurer Sahne und Joghurt aus der Region, Senf und verschiedensten Gewürzen.



Das Beste kommt zum Schluss…


Als Beilage gabs dann noch ein Dinkelbaguette mit Ingwer-Koriander-Hummus (fertig gekauft) und Tomaten.



Den Nachtisch bildete eine abgewandelte Version des Ambrosia, dass ich zwei Tage vorher bei Luisa entdeckt habe. Davon habe ich leider kein Foto gemacht, aber es sah ein wenig so aus, wie bei ihr – nur ohne Kumquats und Ananas, die gab es gerade nicht. War trotzdem sehr lecker und kam komplett ohne Zucker aus.

Das komplette Essen fand sehr viel Anklang und wird so oder ähnlich bestimmt wieder gekocht. Dass sowohl Romanesco als auch Artischocke irgendwie „römisch“ sind (auch Ambrosia hat ja was mit der Antike zu tun) und zudem beide nach Fibonacci-Zahlen aufgebaut sind, viel mir erst im Laufe des Essens auf. Hab ich wohl mal wieder unterbewusst was richtig gemacht. Die beiden Gemüse harmonieren übrigens perfekt – muss mir mal Gedanken machen, was geschmacklich noch so in diese Reihe passen könnte – der Hummus war schonmal nicht schlecht.

Morgenlektüre

Krank sein ist ja total doof, vor allem, wenn man Schmerzen hat, die einen davon abhalten, den halben Tag zu verschlafen, weil man einfach nicht mehr entspannt liegen kann. Meine serielle Rippenfraktur ist genau so eine Krankheit. Immerhin habe ich aber so genug Muße, ganz entspannt meinen Feedreader durchzulesen. Hier ist das, was von heute Morgen hängengeblieben ist:

Eric Idle, Python-Fans kennen ihn als Loretta oder den Mann, der sich sehr für die sportlichen Interessen der Frauen seiner Mittrinker interessiert, hat einen sehr interessanten Blog. Heute hat er, ganz auf der Höhe der Zeit, enthüllt, was die NSA so vom Handy der Kanzlerin aufgeschnappt hat. Einziges Manko: Er hält sie für die Kanzlerin der DDR. Nunja, er ist ja auch schon 70… Hier gehts lang.

Frau Brüllen erklärt, wie einfach die Welt wäre, wenn einfach alle Leute so wären wie sie. Ein charmanter Gedankengang, durchaus. Muss mal überlegen, ob die Welt nicht noch besserererer wäre, wenn alle wie ich wären. Vermutlich allerdings nicht, dann lägen nämlich irgendwann alle mit gebrochenen Körperteilen auf der Couch und die Welt um sie herum würde vermüllen… Aber ich schweife ab. Vor allem fesselte mich hier die wundervolle Verwendung des mir komplett neuen Verbs „ausdeutschen“. Lies!

In Island gibt es Überlegungen, für Naturattraktionen Eintritt zu nehmen. Nicht ganz unverständlich, wenn die größten Sehenswürdigkeiten des Landes nun mal Wasserfälle, Geysire und Gletscher sind und die Touristen nunmal durchaus ihre Spuren dort hinterlassen. Der Island-Blog berichtet hier von geplanten Eintrittsgeldern am Geysir, allerdings auch hier, dass die Pläne noch unausgereift sind und durch einen Naturpass, also eine Art Flatrate, ersetzt werden könnten.

Ich hatte schon vor einiger Zeit mal darauf hingewiesen, wie ungeheuer wertvoll und wichtig Lamas für den Seelenzustand sind. Das hat nun auch Herm entdeckt. Inkl. Modern Family-Ausschnitt am Ende. Hach.

The Reel Girl mal wieder über die merkwürdige Darstellung von Frauenfiguren in Animations- und Fantasyfilmen (die Hälfte von uns sind Frauen und Mädchen, in Kinderbüchern und -filmen sind weibliche Figuren jedoch eine Minderheit) und die noch viel merkwürdigere Annahme, dass immer nur eine Frau gleichzeitig für ein politisches Amt kandidieren kann – zumindest in den USA. In Deutschland könnte ich mir Kraft vs. Merkel durchaus vorstellen. Trotzdem.

Maike erzählt auf Kleinerdrei über ihre verschiedenen Sprach-Identitäten, vom Badischen ihrer Heimat über das Kölsch ihrer Wahlheimat und wie sie es nicht schafft, trotz sechs Jahren in Berlin richtig zu berlinern. Und wie das mit dem Italienischen ist und dem Englischen. Ich sehe da eine ganze Menge Parallelen zu mir und bin nun inspiriert, einen ähnlichen Blog-Eintrag zu verfassen, in der Hoffnung, nicht einfach nur abzukupfern.

Wenn das stimmt, was der Flix da zeichnet, dann sind kleine Kinder also wie kleine Katzen?

Wie ich übrigens erst heute gemerkt habe, dass zwei Blogs die ich lese (den einen seit Jaaaaaaaahren, den anderen seit vielleicht knapp einem Jahr) und auch beide in meiner Blogroll habe von ein und der gleichen Person sind, wie es mich erst verwunderte und dann aber auch überhaupt nicht überrascht. Dieses Internet, ey.

Unglücklich platzierte Werbung

Bei der Mädchenmannschaft, in einem Artikel über die Schwangerschaft des Trans*Manns Thomas Beatie…

Ansonsten natürlich ein sehr interessanter Artikel.

Suuska reist…

…kreuz und quer und nach Innen und sie schreibt darüber und ich höre beim Lesen Ihre Stimme, denn sie ist eine liebe Freundin von mir. Aber ich glaube, auch ohne diese Stimme werdet Ihr viel Spaß beim Lesen haben. Hier gehts lang…

Bloggerei

Wie neulich bereits angekündigt, habe ich meine Blogroll ein wenig erweitert und möchte Euch jetzt einmal ein paar der Blogs, nämlich die, deren Betreiber ich persönlich kenne/mal getroffen habe und die (noch) nicht auf der großen Blogbühne stehen, ans Herz legen.

Neu dabei sind:

  • Die Chaosmarie, mit der man im „wirklichen Leben“ zum Beispiel wunderbar die Oscars gucken und über schräge Witze lachen kann
  • Filmwhores… Filmkritik mal von einer anderen Seite angegangen, auch wenn nicht gerade Oscars sind. Chapeau fürs Konzept!
  • Liebe Grüße aus der DDR schickt Vivi. Hier geht es um den Alltag in diesem inzwischen so fernen Land, nicht verklärend aber auch nicht verteufelnd. Dazu noch sehr gut geschrieben, wäre ein heißer Kandidat für die Verlage, die derzeit ja scheinbar Blogs als neue Bücherquelle entdeckt haben!
  • Text, Mags, Rock’n’Roll von rocknroulette – es geht um Musik und Literatur, also neben dem Essen die beiden wichtigsten Lebensmittel
Und schon etwas länger verlinkt, aber natürlich weiterhin empfehlenswert:
  • ameliese kocht. Und hört dabei Musik, unter anderem.
  • Bread Story. Thea verbloggt Ihr deutsch-indisches Leben, derzeit in Burlington, Vermont, der Heimat von Ben & Jerry’s. Nebenbei ist sie auch noch handwerklich kreativ, zu sehen im Teodeco-Blog.
  • copper, boom! – Gilmoristen erkennen die Anspielung. Bei fiann geht es speziell um Feminismus, von einer Gender Studies-Fachfrau, aber so geschrieben, dass es auch du und ich verstehen.
  • miescha ist Herzblutjournalist, Anglist, Papa, Vorpommeraner (schreibt man das so?) und lebt und wirkt in Rostock
  • Die Herrschaft der Antipoden. Alle paar Tage ein bisschen Literatur vom manischen Schreiberling
  • fabieblog Queer*feminismus, Serien, Schokolade, Käääääääääse und Europapolitik irgendwo zwischen Deutschland und Frankreich
  • Frisch verMuTZt gehts zu in Dresden, zwischen Stadtrundgängen, Kultur und Lokalkolorit
  • Noise Marmitako. Marmitako ist ein baskischer Eintopf. Igor kommt aus dem spanischen Baskenland und studiert in London Musik. Irgendwann gewinnt er den Grammy und dann stellt er mir Jack White vor.
  • Sehnenreizung holt sich Chris beim Sport. Ansonsten ist er aber ganz in Ordnung.
  • I lost my panties in the moshpit! ist meine Anlaufstelle, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, von aktueller Musik zu wenig mitzubekommen.
  • Guter Geist und schlechtes Gewissen – Ich hoffe immernoch, dass Matze mal wieder was meint, ob nun aus seinem Roman oder zum politischen Tagesgeschehen
  • Stahl – und andere Härtefälle – nach Schmiedearbeiten in Australien machte sich Ralf auf seinem Motorrad auf den langen Weg zurück nach Deutschland – derzeit ist er in Malaysia.
  • Trimaris schließlich ist der Blog meiner Eltern – es geht um einsame Landschaften, indigene Völker, Klima, Geschichte und den hohen Norden
Zum Schluss noch drei Blogs mit Bildern, Bilder gehen ja immer:
  • Andreas Chudowski Fotografie mit spannenden Fotoobjekten, die ihn um die ganze Welt führen
  • vierlagig fotografiert mit wachsender Professionalität, aber soweit ich weiß noch nicht, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Nichtsdestotrotz natürlich absolut sehenswert!
  • Ju’s Cats müssen sein, denn was wäre das Internet ohne Katzenbilder

Tagebuch-5

Heute findet das erste Mal Tagebuch-5 statt, das Tagebuchbloggen am jeweils 5. eines Monats. Im Interesse meiner Blogmotivation und als Ausrede, um meine Leser mit Banalitäten aus meinem Alltag zu quälen bin ich direkt zum Start mit dabei, ich alte Early Adopterin. Eine Liste der teilnehmenden Blogs findet sich beim kl. Brüllen.

Der Wecker des Mannes klingelt viel zu früh. Er möchte heute früher los und außerdem wie jeden Morgen die Sportnachrichten im Morgenmagazin sehen. Nachdem ich mich ein wenig herumgewälzt habe und meine ersten verschlafenen Blicke ins Internet geworfen habe, zwingt mich die Blase zu einem kurzen Trip ins Bad. Dabei sehe ich den Mann selig auf der Couch schlummern.

Man hat mir eine Infografik zu den Filtern auf Instagram geschickt, leider finde ich meine eigene Filternutzung nicht unter den verschiedenen Nutzertypen – ich verwende oft keinen Filter, aber meistens nicht aus Faulheit, sondern weil die Bilder auch so gut aussehen bzw. ich sie nicht farblich verfälschen möchte. Wenn ich einen Filter verwende, ist es oft Sierra oder Valencia, kann aber auch was ganz anderes sein. Jedenfalls immer je nach Motiv und nie aus Prinzip.

Rege mich auf Facebook über die immernoch (wenn auch nicht mehr staatlich) vorgenommene Rassentrennung in Rochelle, Georgia, auf, wo die Schulbehörde gemeinsam mit Eltern und Lobbyisten dafür sorgt, dass es getrennte Proms für Schwarze und weiße gibt. Der Link stammt von meiner ehemaligen Mitbewohnerin M., die in Georgia promoviert.

Während dann um 8:30 mein Wecker klingelt, befinde ich mich bereits auf der Tour durch meinen Feedreader und der Mann schaut rein, um sich auf dem Weg zur Arbeit zu verabschieden. Doch noch rechtzeitig, trotz ausgiebigem Boxenstopp im Traumland.

Kurz vor 9 bin ich mit dem Feedreader durch und entscheide mich ausnahmsweise vernünftig zu sein und nicht „nur ganz schnell“ noch die gestrige Folge Big Bang Theory zu schauen. Stattdessen besorge ich für eine Freundin, die ihre Kreditkarte verlegt hat, noch ein Ticket für die Stones im Hyde Park im Juli. Spannende Sache, da sie sehr schnell weggehen. Auf Facebook bricht schon Panik aus, als der Access Code nicht um Punkt 9 zur Verfügung steht. Ich überlege kurz, mir auch ein Ticket zu holen, denke dann aber an die Flugkosten und meine weiteren Reisepläne in diesem Jahr und entscheide mich dagegen. Schon zum zweiten Mal heute vernünftig gewesen. (Hoffentlich spielen sie auch noch in Deutschland!). Nach 5 Minuten sind die Tickets ausverkauft.

Um 9:40 verlasse ich die Wohnung, lege die Fußmatte, die jeden Freitag vom Reinigungspersonal beiseite gepackt wird, wieder vor die Tür und laufe zur U-Bahn – vorbei an den Dixi-Klos und Absperrungen, die für den Halbmarathon am Wochenende bereit stehen.

Es schneit.

Der Akkordeon-Spieler am Alex hat sich heut morgen für den Hummelflug entschieden. Passt zu meiner Eile, der Amelie-Waltzer hätte meinem Adrenalinspiegel heute besser getan.

Ich lese in dem E-Book, dass ich gestern neu begonnen habe: Could you but find it von Robert Cilley, dem Mann der FlyLady.

Um 10:05 betrete ich leicht verspätet das Gebäude, zwei Minuten später sitze ich an meinem Platz im 5. Stock und gleich liegt die erste Aufgabe vor mir: Eine dringende Änderung in einem Newsletter, der am Sonntag an über 4 Millionen User rausgeht.

Dann richte ich mir meinen Arbeitsplatz für den Tag ein. Auf dem linken Bildschirm läuft die Kommunikation – Outlook, ein Browser für Facebook, Twitter, GMail und alles, was Nicht-Arbeit ist sowie Skype. Kaum habe ich mich angemeldet erreichen mich ein Link vom Mann zum Uluru mit dem Hinweis, dass er Fernweh hat (ich beruhige ihn mit unserem Rom-Trip in wenigen Wochen) und ein GIF von einem Kollegen:

Auf dem rechten Bildschirm befindet sich die „reine Arbeit“ – der Browser mit den verschiedenen Tools, die ich zur Arbeit brauche und Word.

Zum Frühstück gibt es Smacks, Bananen und Kirschjoghurt. Der Joghurt ist vom letzten Redaktionsbrunch übrig, den Rest stellt die Firma den Mitarbeitern. Ich mache mir eine Thermoskanne voll heißem Wasser und baue mir den ersten Tee mit Saft des Tages: Alnatura Glückstee mit Kakaoschalen, Rooibos und Vanille und ein Schuss Birnensaft. Jetzt kann es losgehen.

Momentan brennt nichts an, ich kann mich also Sonderaufgaben widmen, wie der Übersetzung eines Textes für unsere Mobile App und das Testen eines neuen Prozesses, dass hoffentlich bald die Arbeit zweier Abteilungen um einiges erleichtern wird.

(Die Kollegen aus der spanischen Redaktion scheinen auch viel zu Spaß zu haben und schicken uns einen schönen Tumblr.)

Kurzer Zwischenstopp zum Geburtstagskuchen in der 4. Etage im Legal Team. Der Kollege (und ehemalige Mitbewohner vom Mann) wird 30. So sieht es in seinem Büro aus.

Mittags geht es mit Herrn Sehnenreizung für einen Salat zum Little Green Rabbit. Auf dem Rückweg nehme ich noch was Süßes beim Bäcker mit und schaue beim Mann vorbei, der gerade mit diversen Kollegen einer spanischen Mitarbeiterin zum Geburtstag gratuliert. Sie hat Kuchen mitgebracht und Brot mit Serrano-Schinken.

Es ist der letzte Arbeitstag einer lieben Kollegin, die mehr als drei Jahre hier war. Länger als ich selbst und damit definitiv zum Urgestein gehörend. Das macht es besonders traurig, denn es fehlen inzwischen so viele tolle Menschen, die früher selbstverständlich dazugehörten. Natürlich kommen auch immer wieder neue hinzu, aber die kennen eben einfach unsere Anfangsmonate nicht, in denen unzählige Abend- und Wochenendstunden auf engstem Raum uns aneinandergeschweißt haben – sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinne. In einem Gebäude mit rund 800 Mitarbeitern freut man sich jedes Mal, wenn man eines dieser altbekannten Gesichter sieht.

Nach einer ausgiebigen Verabschiedungsrunde mit Gelächter und Tränen (und Sekt) tröpfelt der Rest des Arbeitstages relativ entspannt vor sich hin, bis um 19 Uhr endlich Wochenende ist.

Ich mache mich mit einem Topf voller verwelkterNarzissen (ein Guerilla-Gardening-Projekt) auf den Heimweg, der Mann fährt mit dem Fahrrad. Genau gleichzeitig kommen wir zuhause an. Jetzt noch schnell das Aquarium für eine Freundin aus den Keller wuchten und für morgen in den Kofferraum packen.

Dann kochten wir uns eine wundervolle Rote-Bete-Suppe und beschließen den Tag jetzt mit einem Gilmore Girls-Marathon.

That’s all, folks!

Sind Blogs jetzt doch tot?

Habe ich das Bloggen gerade in dem Moment wieder intensiviert, wo es irgendwie doch zu Ende geht? Dass das Leistungsschutzrecht trotz mangelndem Sinn, uneindeutiger Rechtslage und dem Zurückrudern ehemaliger Befürworter verabschiedet wurde – obwohl auf Twitter und diversen „einschlägigen“ Blogs gewarnt, gewettert,informiert und protestiert wurde, macht nachdenklich. Unter anderem Sascha Lobo und mspr0 scheinen reichlich desillusioniert, über die Möglichkeiten, die Reichweite und die Relevanz von Blogs. Ein wenig aufmunternd schreibt hingegen und Stijlroyal, aber eher was die Zukunft des Internets angeht, nicht unbedingt die der Blogs.

Wo die Blogs allerdings immernoch stark sind, das ist wohl die Gegend des deutschsprachigen Internets, die als Kleinbloggersdorf bekannt ist – private Blogs, Tagebuchblogs, Mamablogs, Nähblogs, Kochblogs und Co. Da floriert es, das Bloggeschäft, aber da sind Blogs eben auch unpolitisch. Und beschaulich, wie der Name klingt, ist es auch in Kleinbloggersdorf nicht, siehe Frau… äh… Mutti. Da ist es wie überall im Internet, egal ob Blogs, Facebook oder – ganz schlimm – Spiegel Online: Kommentare lesen auf eigene Gefahr, im Idealfall lässt man es ganz (oder hat gar keine, so wie ich).

Einordnen möchte ich mich selbst am liebsten gar nicht, hier ein Prise Kochblog, da ein wenig Tagebuch und zwischendurch gerne auch mal wieder etwas zur Gesamtsituation (z.B. dass man mich neuerdings als „zu extrem feministisch“ betitelt – dazu irgendwann mehr). Ich versuche also den Spagat, ob er mir so gut gelingt, wie Anke Gröner oder Maximilian Buddenboom, möchte ich bezweifeln. So gut schreiben können, werde ich definitiv nie.

PS: Überhaupt, Herr Buddenbohm erzählt uns heut was von der Integration – unbedingt lesen, freuen und nachmachen!

Mein Foto wird berühmt

Drüben in den Strichmännchenszenarien wurde heute ein Foto von mir bei den Picture Twins verwendet. es ist das vom Roten Rathaus…