26.09.2026 – Sonnabendlicher Hedonismus

Samstäglich klänge besser, aber ich versuche ja, regionale Sprachvarianten hochzuhalten, zumindest im öffentlich-schriftlichen. Endlich Wochenende jedenfalls, was direkt damit gefeiert wird, dass ich im ersten Anlauf gleich eine ganze Anzahl Stunden am Stück schlafe und mich dann nochmal umdrehe und noch eine Stunde dranhänge. Allerdings ist mein innerer Monolog dabei sowohl in den Wach- als in den Schlafphasen weiter mit Arbeit beschäftigt, das legt sich hoffentlich, wenn die Gewöhnung an den neuen Job einsetzt.

Das endgültige Aufwachen jedenfalls erfolgt zu spätsommerlichem bzw. frühherbstlichem Sonnenschein und so zieht es mich bald mit Tee und Decke nach draußen auf den Balkon. Noosa auch.

Ich beende meine erste Reise durch die sozialen Netzwerke und bekomme dann Frühstückshunger.

Joghurt mit Mango und Banane, Brot mit Frischkäse und Käse, Brot mit Camembert und Brombeermarmelade, Ei, Sencha

Zum Essen lese ich den Rest vom Internet leer, danach wird gebloggt und irgendwann vor Hitze auch die Decke weggelegt. Dann noch Französisch, Italienisch, Rätsel, alles weiterhin bei strahlendem Sonnenschein (in der Folge der wahrscheinlich letzte Sonnenbrand des Jahres). Kurz nach 12 ist der morgendliche Reboot beendet.

Ich wusele kurz mit den dringendsten Angelegenheiten im Haushalt herum, dann wartet die gestern verschobene Badewanne auf mich. Abtrocknen, Haare föhnen, Rucksack packen und dann geht es kurz nach 14 Uhr hinaus in die Welt. Mit zwei Straßenbahnen fahre ich nach Friedrichshain, wo ich den Liebsten und das Teilzeitkind zum Streetfood Festival treffe. Wir drehen eine erste Runde zum Erkunden der Möglichkeiten und futtern dann sehr, sehr viel.

Tibetische Momos mit Rindfleischfüllung für das Teilzeitkind und mich, der Liebste isst derweil einen vietnamesischen Hühnchenspieß
Türkische Muscheln mit Reis für mich
Apulischen Panzarotto alla marinara für den Liebsten und das Teilzeitkind
Mexikanische Carnitas-Tacos
Peruanische Ceviche und Empanadas, dazu Spritz-Varianten mit und ohne Alkohol
Keks-Eis-Sandwiches, meines mit Tahini-Keks und Orangenblüten-Eis
Koreanischer Ramen-Corn-Dog
Westafrikanisches Mangobier

Irgendwann sitzen wir sehr vollgefressen am fast leeren Pool und sehen einem Seifenblasenkünstler zu, der die anwesenden Kleinkinder beschäftigt.

Und dann raffen wir uns doch pappsatt zum Aufbruch auf, widerstehen der Versuchung, für teures Geld Pakete mit mysteriösem Inhalt zu kaufen und fahren mit insgesamt drei S-Bahnen nach Südberlin. Dort geht es relativ schnell in die Horizontale (das Histamin kickt ordentlich), Serien gucken. Das Teilzeitkind schaut deutsche Comedy, der Liebste und ich machen mit Being Erica weiter, bis die Vernunft sagt, dass jetzt nicht noch eine Folge dran ist, und dann schlafen wir.

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