21.07.2026 – Abenteuer im Westen

Also im Westen von Nova Scotia, was gesamtkanadisch betrachtet natürlich immer noch ganz im Osten und ganz im Süden ist. Nach Osten geht auch unser Hotelzimmer, so dass der Liebste leider die Vorhänge nicht ganz aufziehen kann, als er uns Kaffee kocht, weil ihn sonst die Sonne blendet. Gegen 9 dann machen wir uns auf den Weg zum Frühstück, wobei es einen dicken Pullover für den klimatisierten Frühstücksraum braucht, während es draußen im T-Shirt fast zu warm ist. So ist das im Süden halt.

Pancakes mit Würstchen und Obst, Tee mit Milch, Beerensmoothie

Nach dem Frühstück packen wir zusammen, checken aus und fahren hinaus auf eine Landzunge, um der Familie das Freiluftmuseum zu zeigen, das wir drei noch von unserem Besuch von vier Jahren kennen. Es ist der fast 100jährige Nachbau einer mehr als 400 Jahre alten habitation französischer Siedler, die hier einigermaßen friedlich hausten und mit den Mi‘kmaq Handel und freundschaftliche Beziehungen pflegten. Nach wenigen Jahren wurde die Siedlung aber dann im Krieg gegen englische Truppen zerstört.

Vor dem dem Museum finden wir erfolgreich einen Geocache, im Museum haben die Kinder wieder ein Suchspiel zu erfüllen. Der Eintritt ist übrigens diesen Sommer frei, weil zur Förderung der kanadischen Wirtschaft (Danke, Donald!) das inländische Reisen für die Bevölkerung attraktiver gemacht werden soll und daher viele Attraktionen, die auf föderaler Ebene verwaltet werden, kostenlos sind – auch für Tourist*innen.

Nach dem Museum fahren wir ins nahe gelegene Annapolis Royal und sind bereit für eine Stärkung in der sächsischen Bäckerei (Ich bloggte schon vor zwei Jahren darüber). Es gibt deutsches Gebäck, echten Eiskaffee und verbrüdernde Witze über amerikanischen Iced Coffee von der Bedienung.

Echter Eiskaffee, aber im kanadischen Bierglas

Danach teilen wir uns ein wenig auf – der Liebste geht mit Mama und Schwager das Fort besichtigen, ich gehe mit der Liebstenschwester und den Kindern die lokalen Geschäfte besichtigen, wir kaufen ein paar Andenken, bekommen ein Wasser geschenkt und kaufen uns ein Eis. Überraschend spricht auch die Eisverkäuferin Deutsch, sie hat vor 50 Jahren ein Austauschjahr im Schwarzwald verbracht.

Dann schnappen wir uns die Liebstenmama, lassen die beiden Herren auf einer Parkbank sitzen und besichtigen die Historschen (quasi botanischen) Gärten, der wirklich bezaubernd ist und den ich auch bisher nicht kenne.

Akadisches Haus im Historischen Garten

Die Kinder arbeiten eine Liste zu findender Feenhäuschen ab, die Erwachsenen freuen sich über Kühle, Grün und Rosenduft. Dann nochmal Andenken – ich finde leider den ganzen Tag keine Ansichtskarte vom Fort Anne und muss am Abend dann eine elektronische Postkarte an meine Freundin Anne schicken. Dann fahren wir alle zusammen wieder los, einmal quer über die Halbinsel zurück in den Osten (höhö), mit Zwischenstopp an einem Geocache (eine Anwohnerin gibt uns den entscheidenden Tipp) und dem Liquor Store.

Zuhause erwarten uns meine Eltern in der Küche, die erste Pizza wird gerade belegt, insgesamt werden es fünf, so dass alle mehr als satt werden.

In guter alter Tradition werden dann direkt noch die nächsten Abenteuer (aka der nächste Road Trip) geplant, dazu gibt es Wein, Bier oder Gin Tonic. Nach und nach verabschieden sich alle in die Betten, ich ziehe meine Erkältung noch eben durch die Badewanne und dann ist kurz nach 23 Uhr mal wieder Schicht im Schacht.

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