Aufwachen ist gegen halb 9, als die Sonne aufs Zelt knallt. Habe also mehr als acht Stunden geschlafen und diese Nacht auch überhaupt nicht gefroren. Konzept „auf dem Festival mal so richtig ausschlafen“ funktioniert ganz gut. Ich blogge vor, was mit wenig Internet vorzubloggen geht, dann die üblichen Verrichtungen des Morgens, Ausflug zu Waschen und Zähneputzen, Frühstück in der Bezugsgruppe, aber weil heute alles etwas später dran ist, warte ich nicht mehr, dass der Kaffee fertig wird, sondern hole mir eine Mate bei der offiziellen Frühstücksrunde, die wieder ähnlich lustig wird wie gestern.

Danach ein Diskussionspanel zu den Krisen in der Welt und wie man mit ihnen umgeht. Unter den Speakern ein Achtklässler, der in Neustrelitz Jugendpolitik macht. Mal gucken, ob das Känguru-sozialisierte Teilzeitkind, das schon ordentlich Meinung zu Parteien hat und bald in die siebte Klasse kommt, auch demnächst was Engagiertes ausbrütet, denke ich mir.

Es folgt ein Workshop zur Zukunft des Immerguts, die anscheinend doch gar nicht so unrosig aussieht, wie befürchtet: Es soll auf jeden Fall weitergehen, über das Wie wird noch diskutiert und wir lassen ein paar Ideen da. Dann zieht es mich aber aufs Gelände, bewaffnet mit einem Chai Latte mit Espresso-Shot.

Dort liest jetzt Sonja Eismann aus ihrem Buch „Candy Girls“ und referiert nebenbei über Seximus und andere -Ismen in der Musikbranche, teils Bekanntes, teils Unbekanntes.

Dann die erste Musik des Tages, Peki Momés aus Leipzig, mit schön entspanntem träumerischen Immergut-Nachmittagssound. Mit ein bisschen mehr Sonne wäre es perfekt gewesen. Direkt danach kommt ein Live-Podcast von Too Many Tabs, der sich sehr witzig mit den Wise Guys und dem Perfekten Dinner beschäftigt, zwei Themen, die bei mir durchaus anschlussfähig sind. Ich esse dazu einen okayen Burrito.


Dann eröffnen La Securité aus Montreal die Zeltbühne für den Tag mit Dance Punk und machen dabei richtig Spaß.

Hinterher geht es zu Dressed Like Boys zurück zum Birkenhain, mit wirklich wirklich schöner Musik aus Belgien, große Empfehlung!

In ähnlichem Stil geht es danach auf der Waldbühne weiter, mit Quickly, Quickly aus Portland, Oregon allerdings verliert sich das Ganze auf der großen Bühne ein wenig und bleibt mir nicht so nachhaltig im Ohr.

Hinterher geht es zurück ins Zelt, zu Blvth aus Berlin, der mir noch von einem der letzten Immerguts ein Begriff ist, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat – heute auch nicht.

Das geht dem Großteil der Bezugsgruppe auch so, ziemlich schnell treffen wir uns draußen wieder. Ich trinke einen Vodka mit Blutorangenlimo (erster Alkohol seit Freitagnachmittag, ich Spießerin) und esse Pommes mit Mango-Chili-Mayo und Aioli.

Dazu höre ich mir Sorry aus London auf der Waldbühne an, aber so langsam ist die Luft raus und der Histaminspiegel ist schon wieder weit über Gut. Trotzdem interessante Band, muss ich zuhause nochmal reinhören.

Danach noch ein bisschen Brockhoff aus Hamburg im Zelt, bzw. davor, weil es mir drinnen heute echt zu laut ist (Evtl. werde ich nicht nur spießig, sondern auch alt?). Brockhoff kenne ich auch vom Immergut von vor ein paar Jahren, kann man durchaus machen, auch hier wieder: Zuhause nochmal rein hören!

Mir reicht es für heute, die noch folgenden Bands und Acts sagen mir nichts und bis zum Italo-Pop um 2 halte ich eh nicht durch. Also gleiche Nummer wie gestern, gegen 23 Uhr liege ich im Zelt und schlafe vor, für die Zeit in der Noosa mich wieder wachhalten wird.