Allzeit vom Austag

Im Büro sind Phrasen wie “eine Auszeit vom Alltag nehmen” oder “die Seele baumeln lassen” verpönt, denn sie tauchen leider viel zu oft auf und müssen ausgemerzt, abgewandelt oder ausgetauscht werden. Deswegen konnte dieser Eintrag auch nicht einfach Auszeit heißen, dabei beschreibt er genau das – ich habe gerade eine mehr oder weniger unfreiwillige Auszeit vom Alltag: Rekonvaleszenz nach einer Wurzelspitzenresektion.

Bisher nutze ich die freien Tage hauptsächlich zum Schlafen, Lesen und im Internet rumgurken. Man sollte kaum glauben, dass ich NOCH MEHR ZEIT online verbringen könnte, als ich es eh schon immer tue. Aber dadurch dass die lästigen Wege durch die Stadt entfallen und mich die Arbeit nicht vom Wesentlichen ablenkt, lassen sich tatsächlich noch ein paar wenige Minuten mehr herausschlagen. Ich habe allerdings den festen Vorsatz, ab morgen auch ein wenig Papierkram zu erledigen, die Wohnung weiter zu entrümpeln und so weiter. Aber das ist ja morgen, bis dahin lausche ich weiter auf die Geräusche hier im “Rentnerhaus” und von denen gibt es reichlich.

Die meisten davon sind nicht identifizierbar, einige sind ganz klar Türen, Gespräche im Treppenhaus oder knackende Heizungsrohre. Andere klingen wie Schneeschieben, kommen aber vom Dach oder aus den Wohnungen um mich herum. Dazu wird gehämmert und – das ist neu – es gibt laute Musik. Scheinbar bin ich doch nicht mehr die einzige U40-Mieterin hier. Manchmal gibts sogar wummernde Technobässe. Nach 3,5 Jahren strikter Hausruhe von 12 bis 15 Uhr ist das eine schöne Abwechslung.

Was aber dann so gar nicht geht, ist dieser eine Basslauf, der eben an mein Ohr drang. Zwei Noten, immer abwechselnd. Zwei Noten, die ich in den letzten Wochen und Monaten einfach viel zu oft gehört habe. Die wir alle viel zu oft gehört haben. Mehr höre ich nicht von dem Lied, aber diese zwei Noten reichen, um sich in meinem Kopf festzusetzen. Ich muss schnell irgendwas radikal anderes anmachen, sonst höre ich den ganzen Abend nur noch “Someone that I used to know”.

Zum Glück postete ein Freund heute etwas, dass genügend WTF-Faktor besitzt, um mich abzulenken:

1. Warum kann der das, und wenn er das kann, warum macht er keine richtige Musik?
2. Wofür ist der Zweite da?
3. Wenn augenscheinlich sogar Jürgen Drews und Dieter Bohlen die Musik mögen, warum zur Hölle sind die deutschen Charts nicht wesentlich niveauvoller?
4. Wie kann man bitte dazu auf 1, 2, 3 UND 4 klatschen?
5. Was machen die ganzen jungen Leute da an den Tischen?

Fragen über Fragen. Zum Glück hab ich genügend Zeit, darüber nachzudenken.

Adventskalender 24.12.

Huch, is ja schnell vorbei gegangen: Christmas is in da house. Da ich noch so viele Schmankerl übrig habe, gibt es heute gleich die dreifache Ladung, ist immerhin der letzte Adventskalendertag. 🙂 A very merry Christmas! (Und Happy Birthday, Melli!!)

Billy Mack – Christmas Is All Around

The Pogues and Kirsty McColl – Fairytale Of New York

Jon Stewart and Stephen Colbert – Can I Interest You in Hannukah

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
A Colbert Christmas: Jon Stewart
www.colbertnation.com
http://media.mtvnservices.com/mgid:cms:item:comedycentral.com:211033
Colbert Report Full Episodes Political Humor & Satire Blog Video Archive
 

Adventskalender 22.12.

Weihnachten rückt immer näher, also verbreite ich heute wieder etwas besinnlichere Stimmung. Dieses Video stammt aus dem letzten Jahr, aber es macht gerade wieder die Runde in allen sozialen Netzwerken. Der wunderwunderwundertolle Herm drehte es zu Mariah Careys Hit “All I Want For Christmas Is You”. Ich gehöre ja zu den Leuten, die dieses Lied tatsächlich mögen, aber mit Herm dazu gewinnt es noch einmal ungemein. Schaut selbst:

Herm – Marry Careystmas


Marry Careystmas! from hermsfarm on Vimeo.

Adventskalender 20.12.

So, nach dem kleinen Ausflug nun wieder zurück zur richtig, richtig, richtig, richtig großen Musik. Beatles, anyone? 🙂 (Der Ausschnitt stammt vom Concert for George, das ein Jahr nach George Harrisons Tod stattfand – legen… wait for it… dary!)

Paul McCartney, Ringo Starr, Eric Clapton, Billy Preston, Tom Petty, Jeff Lynne et al. – Something