Adventskalender 24.12.

Huch, is ja schnell vorbei gegangen: Christmas is in da house. Da ich noch so viele Schmankerl ├╝brig habe, gibt es heute gleich die dreifache Ladung, ist immerhin der letzte Adventskalendertag. ­čÖé A very merry Christmas! (Und Happy Birthday, Melli!!)

Billy Mack – Christmas Is All Around

The Pogues and Kirsty McColl – Fairytale Of New York

Jon Stewart and Stephen Colbert – Can I Interest You in Hannukah

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
A Colbert Christmas: Jon Stewart
www.colbertnation.com
http://media.mtvnservices.com/mgid:cms:item:comedycentral.com:211033
Colbert Report Full Episodes Political Humor & Satire Blog Video Archive
 

Social Media at its best

Ich bin ja ein Geek, so sagte mir das zumindest ein Praktikant bei uns letzte Woche, als ich mein “Tweet Tweet Hashtag Retweet”-T-Shirt im B├╝ro trug. Unser Social-Media-Mensch hingegen fand es toll und meinte, Geeks seien sowieso die besseren┬á Menschen. Auf jeden Fall sind Geeks wie ich (nicht Zocken, sondern eben so Web2.0-Sachen – inkl. Smartphone – und zudem noch im richtigen Leben nicht ganz sozial inkompetent), Menschen, denen mit diesen Spielzeugen lustige Dinge passieren.

Am Wochenende war ich wieder in Rostock, meiner alten Heimat. Der Anlass war das 14. Jubil├Ąum der Indie Night mit Konzerten von Durango Riot, I Heart Sharks und Kraftclub. Ein sch├Âner Nebeneffekt war, dass der Besuch mir die Gelegenheit gab, noch ein paar der Menschen wiederzusehen, mit denen es beim letzten Mal nicht geklappt hat. (Und was waren das f├╝r tolle Treffen!!!)

Doch zur├╝ck zum Web2.0-Dings. Als ich im M.A.U. ankam, habe ich ├╝ber Foursquare dort eingecheckt und das auch auf Twitter und Facebook mit anzeigen lassen. Danach dachte ich mir einfach nix mehr dabei und mischte mich unters Konzert- und Partyvolk. Irgendwann im Laufe der Nacht passierten dann die folgenden Dinge:

1. Ein fl├╝chtiger Bekannter kam zu mir, umarmte mich zur Begr├╝├čung und sagte, er solle mir sch├Âne Gr├╝├če von meiner ehemaligen Mitbewohnerin ausrichten. Sie lebt in den USA und hat bei Facebook gesehen, dass ich im M.A.U. bin und da sie gerade mit ihm gechattet hatte und von seiner Abendplanung h├Ârte, hat sie ihm Gr├╝├če an mich aufgetragen.

2. Auf einmal standen zwei Menschen vor mir und meinen Begleitern, mit denen wir vor acht (!) Jahren regelm├Ą├čig unterwegs waren und die wir dann irgendwie aus den Augen verloren haben. Mit einem von den beiden bin ich ├╝ber Twitter und Facebook vernetzt, aber direkt miteinander gesprochen hatten wir ewig nicht. Wir leben zwei v├Âllig verschiedene Leben in zwei v├Âllig verschiedenen St├Ądten und waren zuf├Ąllig beide gerade in Rostock. Besagter Herr stand also da rum, sah mich und war sich nicht ganz sicher, ob ichs wirklich bin. (“Dein Tanzstil kam mir bekannt vor.”) Also checkte er nochmal kurz Facebook, um herauszufinden, ob ich vielleicht gerade in Rostock sei, bekam seine Meinung best├Ątigt und wagte sich zu uns vor und wir waren einigerma├čen platt, auf einmal wieder alle beisammen zu sein.

Und weil alles so sch├Ân war, jetzt hier noch ein Lied, das zur Indie Night einfach dazugeh├Ârt: Finn. – Electrify – viel Spa├č ­čÖé

Wei├č

Gestern Abend die Geburtstagsparty eines lieben Freundes. Da er uns glaubhaft versprach, dass er nur einmal 33 werden w├╝rde, taten wir ihm den Gefallen, uns komplett in Wei├č zu gewanden. Das bedeutete f├╝r mich den Einkauf von Hose, Schuhen und Shirt, aber was tut man nicht alles f├╝r einen gelungenen Abend.

Und das war er wirklich: Ein Partyraum mit Terrasse ├╝ber den D├Ąchern Friedrichshains, liebevoll mit Klopapier dekoriert; ein B├╝ffet mit Wei├čwurst, Wei├čkraut, Wei├čbrot, wei├čen Baisers, Marshmallows und einem Kuchen mit wei├čem Frosting; und eine Menge Menschen, die sich fast alle dem Wei├čzwang unterwarfen – auf h├Âchst unterschiedliche Weise. Zitat des Gastgebers: “Wir sehen aus wie in der Raffaelo-Werbung.”

Sch├Ân war, dass der Abend nicht zur reinen Mottoparty degenerierte. Ein filmisches Werk des Geburtstagskindes an der Wand – mit Darstellern, von denen einige unter den G├Ąsten waren – und eine wilde Musikmischung – immer wieder unterbrochen vom Ende des Liedes und “Was soll ich jetzt spielen”? – boten die perfekte Untermalung f├╝r die sch├Ânsten, sexiesten, verr├╝cktesten und grazilsten Tanz-Eskapaden. Hach, Berlin…

HexenTanzindenMaiDemoKrawall

Verr├╝cktes Jahr, gerade war noch Ostern und wurde aus Arbeits- und Familienfeiergr├╝nden bis auf ein relativ spontan gebratenes Lamm so gar nicht begangen und schon ist der 30. April da und ich stehe gef├╝hlsm├Ą├čig wieder vor einem Dilemma, dass meiner Biographie entspringt.

18 Jahre lang bedeutete der 30. April Hexenbrennen. Es galt, aus all dem in den Wochen zuvor beiseite geschafftem Holz einen gro├čen Haufen zu errichten, mitunter sogar mit selbstgebastelter Hexe und so hoch, dass man ihn mit einer Leiter erklimmen muss. Beim Bauen des Haufens gab es erhellende Gespr├Ąche mit der vergleichsweise jungen Tante und den vergleichsweise alten Cousins und Cousinen und der Blick aufs Wetter spielte eine tragende Rolle. Gartenm├Âbel, Schl├Ąuche, Sandeimer, Saftkisten, Waldmeisterbowle, alkoholfreie Bowle f├╝r die Kinder, Zwiebelkuchen und mehr wurden zum Hexenplatz gekarrt und wenn es d├Ąmmerte, brannte das Feuer. Je ├Ąlter ich wurde, desto l├Ąnger durfte ich dabeibleiben. Der erste Mai begann dann mit dem R├Âsten von Kartoffeln in der noch hei├čen Asche, die nur mit Salz und Pfeffer ein perfektes Fr├╝hst├╝ck drau├čen wurden. Denke ich an Hexenbrennen und den ersten Mai, habe ich automatisch den Geschmack einer sehr hei├čen Kartoffel mit feinen R├Âstaromen, Ascheresten und Salz im Mund und den Sonnenschein im Gesicht – auch wenn es bestimmt auch oft regnete.

Die n├Ąchsten sechs Jahre bedeutete der 30. April den Tanz in den Mai – Parties, Maibowle und hintendran einen freien Tag zum Ausschlafen und/oder Demonstrieren zu verschiedenen Themen.

Und jetzt bin ich hier in Berlin und der 30. April bedeutet irgendwie gar nichts, w├Ąhrend am 1. Mai regelm├Ą├čig die Steine fliegen, es diverse politische Veranstaltungen gibt und in der Karl-Marx-Allee die Erinnerungen an fr├╝here Maidemos wachwerden.

Teilnehmen werde ich keiner einzigen Veranstaltung, weil ich krank zuhause auf der Couch liege, frei ist morgen weil Sonntag ist (und ich krank bin) und jetzt fehlt mir da was.

Ich w├╝rde jetzt gerne drau├čen in der Sonne mit Holz hantieren, mit meiner Oma (die inzwischen in einem Pflegeheim wohnt und sich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnert, wie das alles geht) den Kuchen backen und Waldmeisterbowle ansetzen, am Feuer sitzen, danach in den Rostocker Clubs in den Mai tanzen, morgen fr├╝h Kartoffeln in der Asche r├Âsten und dann am Strand sitzen und auf die Ostsee schauen. Irgendwie sowas… Geht das?