10.10.2026 – Vorletzter Kurstag

Dass ich überhaupt gestern schon von der Messe zurückgekommen bin, liegt auch mit daran, dass an diesem Wochenende die letzten Kurstage sind, bevor dieses Kapitel nach gut zwei Monaten offiziell zu Ende geht. (Inoffiziell geht es mit den Themen und Treffen trotzdem weiter, dann aber nicht mehr formell und strukturiert, sondern selbst organisiert und absehbar in loserer Folge).

Statt also, wie es mein Körper sich wünschen würde, das ganze Wochenende durchzuschlafen, klingelt der Wecker halb 8 und ich bin auch erst ganz kurz davor wach. Langsamer morgendlicher Reboot im Bett, ich komme geradeso bis „Bloggen“, dann muss ich schon aufstehen, Frühstück zubereiten und Laptop und Unterlagen ans Bett holen – das Bett ist nach den letzten Tagen unverhandelbar, findet Noosa auch.

Es gibt Beerenmüsli und geriebenen Apfel, Matcha Latte zum Wachwerden, Orangensaft für das luxuriöse Gefühl und heißen Ingwer-Kurkuma-Zitrone-Honig gegen den aufkommenden Messevirus, der sich jetzt langsam in meinem Körper ausbreitet.

Ganz kurzes Liebstentelefonat, dann starten wir über Zoom in den Kurs und es ist sehr schön, endlich mal wieder alle auf einem Haufen wiederzusehen. Mein Kopf ist allerdings wie Watte, ich sage wenig und muss mich sehr anstrengen, um alles mitzubekommen. Zum Glück gibt es Pausen.

In der ersten davon bestelle ich Lebensmittel – Obst, Gemüse und Milchprodukte brauche ich, aber niemand geht hier heute noch aus dem Haus. Da es für kostenlose Lieferung einen Mindestbestellwert braucht, kaufe ich dann auch noch andere Dinge auf Vorrat und stöbere so richtig herum. Unter anderem gibt es für mich völlig überraschend bereits Satsumas (wobei die ja immer die ersten Zitrusfrüchte der Saison gibt) und sogar Tarocco-Blutorangen – hat es in Sizilien denn schon Nachtfröste gegeben ganz oben am Ätna? Oder hat jemand die nötigen Verhältnisse irgendwo künstlich nachgestellt? Ich werde nochmal recherchieren müssen. Auch bei Birnen und Äpfeln gibt es erfreulicherweise meine Lieblingssorten – Cox Orange und Gute Luise.

In der zweiten kurzen Pause mache ich Französisch und Italienisch, in der langen Mittagspause räume ich meinen Koffer aus und mache einen Mittagsschlaf, mit Wecker auf 5 Minuten bevor es weitergeht. Dann koche ich mir noch einen schwarzen Tee zum Überstehen des Nachmittags.

Zum Glück machen wir schon gegen 16:30 Schluss mit dem Lernen, einige bleiben dann aber noch eine Weile im Zoom und quatschen, darunter auch ich. Gegen 17 Uhr verabschieden wir uns bis morgen. Ich telefoniere nochmal länger mit dem Liebsten und schaue dann das Staffelfinale (evtl. auch Serienfinale, man weiß es noch nicht) von Ted Lasso.

Kurz nach 17:45 klingelt es dann und es kommen zeitgleich sowohl der Lebensmittellieferbote als auch der mit meinem Abendbrot an, sie finden es genauso witzig wie ich. Ich verräume die Lebensmittel und nehme dann das Abendbrot wieder mit ins Bett. Es gibt handgezogene chinesische Nudeln mit Aubergine, veganem Hack und scharfer Sauce, außerdem Wantans mit Schweinefleisch, Kohl und Pilzen und zerschmetterten Gurkensalat, dazu Yuzu-Tee. Sehr lecker alles und die Schärfe ist genau richtig für die Halsschmerzen und die immer doller laufende Nase.

Nach dem Aufessen gibt es das nächste Schläfchen und dann habe ich nochmal Energie für den Einstieg in ein neues Buch, nämlich Alice Horáčková – Geteiltes Haus. Der Anfang spielt im Riesengebirge zu k.-u.-k.-Zeiten aus der Erzählperspektive von Kindern, das Inhaltsverzeichnis lässt vermuten, dass sie die Protagonist*innen bleiben und durch das 20. Jahrhundert hindurch mit seinen verschiedenen politischen Systemen immer älter werden. Ich freue mich drauf.

Nach fast 80 Seiten mache ich gegen 22 Uhr das Licht aus, es dauert aber noch viel Podcast und diverse Medikamente, bis sich Erkältungssysteme und Kopf soweit beruhigt haben, dass ich einschlafen kann.

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