09.10.2026 – Messetag 3

Wecker auf 8, aufwachen halb 7, Nacht unruhig… Was soll ich sagen. Nach dem morgendlichen Reboot geht es zum Frühstück, wo ich direkt lieben Kolleg*innen über den Weg laufe und wir uns nett unterhalten, während mich das Frühstück am nun dritten Tag inzwischen ganz schön anödet.

Dann heißt es, mich nicht nur in Messeschale schmeißen, sondern auch das Hotelzimmer zu räumen, also den ganzen Wust an Zeug, der in den letzten Tagen jeden Quadratzentimeter des Zimmers eingenommen hat, irgendwie sinnvoll auf Koffer und Laptoptasche zu verteilen. Ein ganz schöner Akt. Ich gebe den Koffer an der Rezeption in Aufbewahrung und laufe zur Messe. Erstmal Jacke abgeben (Es ist frisch geworden!), dann zum Stand, mein Namensschildchen anfriemeln und die Lage checken. Viele andere sind noch müder als ich, weil sie eben nicht um Mitternacht im Bett lagen.

Wir sammeln uns kurz und dann geht es zu einer der Bühnen, wo wir einen Award verleihen, wobei meine Rolle hauptsächlich darin besteht, Fotos zu machen und auf Social Media zu posten. Dann geht es mit einer Kollegin weiter zu einer anderen Bühne, wo eine andere Kollegin spricht, auch hier wieder: Fotos posten.

Dann ist es Zeit, der Zitroneneisstand öffnet und diesmal habe ich Erfolg. Das Zitrone-Tahini-Olivenöl-Meersalz-Eis ist wirklich, wirklich gut.

So ein Eis als Vorspeise ist ja schön, aber danach geht es mit Kolleg*innen noch zur Eröffnung der Kürbissuppensaison. Evtl. habe ich es mit dem Kürbiskernöl leicht übertrieben…

Hinterher nochmal kurz Durchschnaufen und Fachgesprächen von Kollegen lauschen, dann muss ich mich auf meinen eigenen Auftritt vorbereiten. Letzte Änderungen veratmen und umorganisieren, dann erstmals ein Headset angeklebt bekommen und erstmals ein Diskussionspanel moderieren. Scheinbar habe ich es ganz gut gemacht, die drei Hauptpersonen reden eloquent und interessant, ich mache ein paar Witze und am Ende liegen wir genau in der Zeit und es gibt Applaus. Die nächsten drei Stunden über verfolge ich weitere Talks und mache Fotos, zwischendurch bauen Kolleg*innen und ich noch Getränke für den Empfang hinterher auf und dann ist irgendwann Durchatmen und Bellinitrinken angesagt.

Gefühlt ist der Messetag jetzt vorbei und viele sind sogar schon abgereist, während die Messe für Besucher*innen heute erst losgeht und einige Kolleg*innen auch am Wochenende noch zu tun haben (oder am Montag abbauen). Die Stimmung ist trotzdem locker. Dann beginne ich, mich zu verabschieden. Nochmal eine Runde durch die Halle, überall Tschüß sagen, dann Jacke abholen, zum Hotel laufen, Koffer abholen, zum Bahnhof laufen, es klappt alles überraschend schnell und reibungslos. Ich habe noch Zeit für ein Abendessen im Sitzen (Mango-Kokos-Curry und Mango-Kokos-Wasser) und dann kann ich auch schon in den Zug steigen.

Die Bahn ist voller Messeheimkehrer*innen mit großen Koffern und vielen Büchern. Relativ schnell legt sich der Geschnatter und es wird viel geschlafen. Ich döse auch erstmal eine Stunde weg. Dann beschäftige ich mit dem Internet und der aktuellen Granta-Ausgabe (nachdem die Kaltmamsell davon immer so schwärmt) und höre, als ich nicht mehr aufnahmefähig bin, Musik.

Mit einer Viertelstunde Verspätung kommen wir in Berlin an, ich fahre mit der S-Bahn nach Hause und werde von einer aufgeregten Noosa freudig begrüßt. Dann minimalste Abendroutine bevor ich kurz nach Mitternacht ins Bett falle, vielleicht schaffe ich es ja heute Nacht mal bis zum Weckerklingeln…

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