29.09.2026 – Sommer und Eis halt

Nochmal ein sehr stückige Nacht, diesmal aber etwas strukturierter, mit weniger Wachphasen, davon eine dafür sehr lang ausführlich. So fühlt sich das weniger schlimm an. Danach gemütlicher morgendlicher Reboot im Bett, weil es diese Woche erst am Mittwoch ins Büro geht und ich nach den gestrigen Überstunden heute keinesfalls zu früh mit der Arbeit anfangen werde.

Ich starte dann also erst um 9, was mir erlaubt, direkt im Balkonoffice anzufangen; das da schon warm genug ist. Es gibt Müsli mit Joghurt und geriebenem Apfel und einen großen Kakao mit doppeltem Espresso.

Ein Meeting am Vormittag, eins am Nachmittag, dazwischen verschiedene kleinere Arbeiten. Die Mittagspause reicht genau für eine Podcastfolge zu Lebensmitteleinkauf und Zubereitung von Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl.

Während des Nachmittagsmeetings wird es draußen dann zu schattig und ich ziehe an den Schreibtisch um, bevor ich mich in die längere Übersetzungsaufgabe des Tages stürze. Dazu gibt es für die Gehirnzellen eine große Portion saisonalen Fruchtzucker.

Nach Feierabend fahre ich mit zwei Straßenbahnen nach Friedrichshain und nutze die Fahrtzeit vorbildlich zum Buchlesen. Dann Briefkasten checken, rauf in den fünften Stock, Lüften, Pflanzen gießen.

Um 19 Uhr treffe ich zwei Häuser weiter meinen Kurscoach und wir verbringen unseren dieswöchigen Check-in im argentinischen Eisladen.

Limette-Koriander-Chili

Danach auf dem gleichen Weg und weiteren Buchseiten nach Hause. Dort gegen 20 Uhr im bereits Stockdusteren (!) angekommen, koche ich mir Abendessen, das von Start bis Ende eine wilde Transformation durchmacht, von Marcella Hazans Tomatensauce über die Zugabe von Restkarotten und TK-Erbsen hin zu pikanter Würzung und Shakshuka-artigem Eierversenken. Schmeckt sehr gut und füllt alle Lücken, die Geschmacksknospen und Körpergefühl heute noch offen haben. Zum Nachtisch ein großes Stück Limoncello-Schokolade und dann ist die Essensaufnahme für heute abgeschlossen.

Ich sichere aber auch noch die für Sonnabend und buche dem Liebsten und mir endlich einen Tisch im gehypeten neuen Pizzaladen im Kiez, schon am Dienstag muss ich auf die Randzeit 17 Uhr ausweichen, sonst gibt es nur noch Wartelisten oder Tische ab 20:30, aber da sehe ich uns schon gemütlich auf der Couch vor unserer Serie – man muss die kurzen gemeinsamen Momente ja bestmöglich nutzen.

Apropos, ich schaue dann die neue Staffel Inside CDU zu Ende und bin wie gestern zwischen „kein Wunder“, „ätsch“ und „ohje, aber“ hin und hergerissen. Diesmal kommt auch ein ehemaliger Kommilitone vor, der damals auch ein paar Mal in unserer WG zu Gast war und vor zehn Tagen bei der Wahl krachend gescheitert ist und zurücktreten musste. Er ist mir in den letzten 20 Jahren nicht unbedingt sympathischer geworden, aber aufgrund des persönlichen Bezugs habe ich da ein bisschen mehr Mitgefühl.

Plötzlich ist es schon um 10 und ich verschiebe das Serienfinale von The Bear auf später in der Woche und schlüpfe auf Umwegen zeitnah ins Bett.

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