Nach einer ersten längeren Wachphase kurz nach 5 schlafen Noosa und ich einträchtig nochmal ein und werden halb 8 vom Wecker geweckt. Noosa, die auf dem weckenden Handy schläft, reagiert besonders pikiert mit lautem Schimpfen, so dass ich lachen muss und gar nicht mehr böse sein kann auf diesen Wecker.
Entspannter morgendlicher Reboot, bis ich um 9 pünktlich mit Tee (heute Sencha, kein Mate), Müsli und Hofbirne am Schreibtisch sitze. Das erste (von sechs) Meetings ist erst halb 10, so kann ich vorher schon ein paar Dinge erledigen, unter anderem der Welt nun ganz (LinkedIn-)offiziell die berufliche Veränderung mitteilen, woraus sich einige interessante Interaktionen ergeben. Unter anderem telefoniere ich in einer Meetingpause zehn Minuten lang mit Uganda.
Über den Tag verteilt, schaffe ich es dann, die meisten Dienste und Funktionen aus dem alten Job auf den neuen Laptop umzuziehen, so dass ich es wagen kann, morgen nur mit einem Laptop auf Dienstreise zu gehen – was dann nicht geht, muss eben bis nächste Woche liegenbleiben.
Nach drei Meetings mache ich eine ganz reguläre Mittagspause, in der ich in die Apotheke und zum Haustierbedarf gehe, Vorräte auffülle und mir dann noch ein Sandwich aus Ciabatta, Frischkäse, Radicchio, veganem Schinken, Schafskäse und Tomate zubereite, dass ich dann im vierten Meeting nebenbei esse.

Während des sechsten Meetings klingelt es an der Tür und der DHL-Bote hat drei Pakete für mich, die er mir relativ wortlos („Hallo… Tschüß“) vor die Füße fallen lässt. Ich schaue ihm relativ entgeistert hinterher, während er relativ lässig die Treppe runtergeht. So schwer waren die gar nicht, aber zum Glück auch nichts zerbrechliches dabei…
Nach dem sechsten Meeting habe ich noch zwei Stunden für weiteres Abarbeiten aufgelaufener Dinge und dann ist Feierabend. Ich packe die Pakete aus, weihe den neuen Biomülleimer ein und fahre dann mit Straßenbahn und U-Bahn nach Mitte, um Pflanzen zu gießen, nach Post zu sehen und mir ein Belohnungseis in der Sonne auf dem Balkon zu gönnen.

Nebenbei habe ich einen Telefontermin mit meinem Coach-Buddy aus dem Kurs, der sehr angenehm und vorschriftsgemäß verläuft, wir schaffen es trotz Smalltalk übers Abendessen sogar in sechs statt zehn Minuten und haben viel zu lachen.
So gestärkt mache ich mich dann auf den Heimweg. Zuhause angekommen stelle ich mich an den Herd und bastle aus Olivenöl, roter Zwiebel, Radicchio, Rosinen und Prosecco-Rest (das riecht alles sehr nach dem Veneto, was?) eine Pastasauce zu Fusilloni, dazu gibt es geröstete Walnüsse, Parmesan (OK, der kommt aus Emilia-Romagna) und den allerletzten Rest vom Prosecco.

Ich telefoniere beim Essen nochmal mit dem Liebsten. Nach dem Essen erledige ich noch Papierkram und mache einen spätabendlichen Ausflug im Dunkeln zu Papiermüll und Briefkasten, ohne die beiden Dinge schrecklich durcheinanderzubringen – zum Glück.
Dann noch Küche aufräumen, Katzenklo reinigen, Wassernäpfe auffüllen, Koffer für morgen packen und ein bisschen mit Handy und Proseccoglas auf der Couch sitzen und das Schlafengehen prokrastinieren und dann ist auch dieser Tag schon wieder vorbei und ich liege kurz nach 23 Uhr im Bett.