10.09.2026 – Reise in die Zukunft

Ein etwas hektischer Morgen mit allem, was dazu gehört und dann bin ich am Ende doch sehr pünktlich beim Kurs und frühstücke noch eben zwei unterwegs gekaufte Croissants (mit Pistazien- bzw. Beerencreme gefüllt), einen Pfirsich und eine Kaktusfeige, dazu doppelten Espresso macchiato.

Es folgt eine sehr interessante Übung, nämlich das detaillierte Protokollieren eines imaginierten schönen Tages genau heute in zehn Jahren, im Präsens, beginnend mit dem Aufwachen, endend mit dem Einschlafen und die Ergebnisse unserer Arbeit der letzten Wochen enthaltend. Ich muss schon beim Anhören der Aufgabe sehr schmunzeln. Wer beschreibt schon einen kompletten Tag im Detail im Präsens vom Aufwachen bis Einschlafen? Also außer mir, täglich. Tagebuchbloggen in die Zukunft also, das mache ich doch mit links und Augen zu. Also fast.

Aber tatsächlich habe ich quasi den gesamten Plot direkt schon im Kopf und mache mir keine Sorgen, das nicht in zweieinhalb Stunden runterschreiben zu können, wenn auch mit der Hand. Ich richte mich also erstmal gemütlich ein, wähle passende Musik aus, koche mir einen Tee, mache es mir auf dem Sofa mit Decke bequem, lese noch ein bisschen auf dem Telefon herum und dann schreibe ich „10.09.2036 – Ein schönster Tag“ in einem Rutsch runter, nur unterbrochen vom ohrenbetäubenden Warntagalarm inkl. in Neukölln auch Sirenen.

Ich brauche wie erwartet weniger als zweieinhalb Stunden und hole mir dann erstmal Mittagessen aus dem thailändischen Imbiss – heute habe ich extra mehr Bargeld dabei. Es gibt Hühnchen mit Ingwer, Ananas und Morcheln, wobei ich keine Morcheln entdecken kann und nur ganz vielleicht Ananassaft, aber keine Stücke. Dafür viel anderes Gemüse und es schmeckt schon auch echt gut. Trotzdem interessante Preispolitik: Auf der Webseite stehen sehr günstige 6 Euro für das Gericht, im Imbiss angeschlagen sind 10,50 €, verlangt werden dann 11. In bar, wohlgemerkt. Ein Schelm, …

Am Nachmittag werden unsere aufgeschriebenen Visionen dann nochmal in Gruppen weiter bearbeitet, was sehr viel Spaß macht. Der Tag klingt dann in allgemeinen Gesprächen aus und obwohl der Arbeitsteil schon kurz nach 17 Uhr vorbei ist, kann ich mich dann doch erst mehr als eine Stunde später losreißen und den Heimweg antreten. Es ist so schön da und die Leute so toll!

Eigentlich bin ich aber schon sehr vorfreudig auf den freien Abend heute. Zuhause angekommen gibt es einen kurzen Schwatz mit der Mitbewohnerin, dann durchsiebe ich das Katzenklo und mache mir danach Abendbrot. Es gibt einen Maiskolben mit Basilikumbutter und dazu Halloumi aus dem Speiseföhn mit Ayvar und Sweetfern-Tee aus der Bucht.

Für größere intellektuelle Sprünge ist dann heute Abend keine Kraft mehr. Ich telefoniere mit dem Liebsten und lasse dann Bücher, Filme und Serien links liegen und mich einfach vom Internet, der Nachrichtenlage usw. berieseln. Bettgehzeit ist 23 Uhr.

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