Bye Bye Berlin

Es ist soweit, in vier Stunden breche ich auf zum Flughafen. Jetzt noch schnell Sachen packen, bisschen aufräumen, den Müll runterbringen und all diese Dinge und dann fahre ich zum letzten Mal zum Flughafen Schönefeld (bald BBI!). Auf dem Rückweg komme ich übrigens in Tegel an – auch zum letzten Mal. Aber soweit ist es noch nicht – erst einmal liegen vor mir:

  • 6 Tage Barcelona
  • 4 Tage Sevilla
  • 2 Tage Cadiz
  • 3 Tage Malaga

Mit alten und neuen Freunden, mit ganz viel Meer, gutem Essen und hoffentlich einer Menge Sonne und neuen Eindrücken.

Und bis dahin:

Tele – Bye Bye Berlin

Kulinarisches Erweckungserlebnis

Um mich dafür zu belohnen, dass ich vorhin tatsächlich noch rausgegangen bin, kaufte ich mir drei Filme. Den ersten, Martin Scorceses George Harrison: Living In The Material World, habe ich gerade gesehen – großartig übrigens! Man kann keinen Film über das Leben von George Harrison sehen, ohne dabei Lust auf indisches Essen zu bekommen. Also bestellte ich etwas bei Pooja und es war wirklich verdammt gut. Aber das Wahnsinnserlebnis war das Eis.

Bei den meisten Lieferservices kann man die üblichen amerikanischen Eissorten bestellen, die meisten indischen Restaurants haben Mango- und Lycheekompott und vielleicht noch Gulab Jamun oder ähnliches… In diesem Fall machte mich die Eiskarte neugierig: Zimtapfeleis, Vanille-Eis mit in Honig gebratenen Cashew-Nüssen… Das klang schon etwas anders. Also bestellte ich Mango-Eis (Überraschung!) und bekam eines der besten Mango-Eise [sic] geliefert, die ich je gegessen habe. Wundervoll cremig, mit Fruchtstücken, absolut natürlicher Geschmack und wunderschöne Farbe. Zudem wird es in einem Keramikbehältnis geliefert, das einerseits für die richtige Temperatur sorgt und andererseits sehr dekorativ ist und auf jeden Fall aufgehoben wird..

Selbstverständlich habe ich mal gegooglet – zum Glück stand der Name des Eisherstellers auf dem Gefäß – und es ist scheinbar eine Berliner Firma, die das Eis herstellt. Ich denke, ich werde nach und nach noch viele der tollen Keramiktöpfe (Matkas!) sammeln können. Und Ihr solltet das auch tun! (Mmmmhhhmmm… Die ganze Wohnung riecht nach Mango!)

(Klick führt auf die Webseite, auf der sich auch das Bild befindet, ich hoffe, die kostenlose Werbung stört niemanden ;))

Allzeit vom Austag

Im Büro sind Phrasen wie „eine Auszeit vom Alltag nehmen“ oder „die Seele baumeln lassen“ verpönt, denn sie tauchen leider viel zu oft auf und müssen ausgemerzt, abgewandelt oder ausgetauscht werden. Deswegen konnte dieser Eintrag auch nicht einfach Auszeit heißen, dabei beschreibt er genau das – ich habe gerade eine mehr oder weniger unfreiwillige Auszeit vom Alltag: Rekonvaleszenz nach einer Wurzelspitzenresektion.

Bisher nutze ich die freien Tage hauptsächlich zum Schlafen, Lesen und im Internet rumgurken. Man sollte kaum glauben, dass ich NOCH MEHR ZEIT online verbringen könnte, als ich es eh schon immer tue. Aber dadurch dass die lästigen Wege durch die Stadt entfallen und mich die Arbeit nicht vom Wesentlichen ablenkt, lassen sich tatsächlich noch ein paar wenige Minuten mehr herausschlagen. Ich habe allerdings den festen Vorsatz, ab morgen auch ein wenig Papierkram zu erledigen, die Wohnung weiter zu entrümpeln und so weiter. Aber das ist ja morgen, bis dahin lausche ich weiter auf die Geräusche hier im „Rentnerhaus“ und von denen gibt es reichlich.

Die meisten davon sind nicht identifizierbar, einige sind ganz klar Türen, Gespräche im Treppenhaus oder knackende Heizungsrohre. Andere klingen wie Schneeschieben, kommen aber vom Dach oder aus den Wohnungen um mich herum. Dazu wird gehämmert und – das ist neu – es gibt laute Musik. Scheinbar bin ich doch nicht mehr die einzige U40-Mieterin hier. Manchmal gibts sogar wummernde Technobässe. Nach 3,5 Jahren strikter Hausruhe von 12 bis 15 Uhr ist das eine schöne Abwechslung.

Was aber dann so gar nicht geht, ist dieser eine Basslauf, der eben an mein Ohr drang. Zwei Noten, immer abwechselnd. Zwei Noten, die ich in den letzten Wochen und Monaten einfach viel zu oft gehört habe. Die wir alle viel zu oft gehört haben. Mehr höre ich nicht von dem Lied, aber diese zwei Noten reichen, um sich in meinem Kopf festzusetzen. Ich muss schnell irgendwas radikal anderes anmachen, sonst höre ich den ganzen Abend nur noch „Someone that I used to know“.

Zum Glück postete ein Freund heute etwas, dass genügend WTF-Faktor besitzt, um mich abzulenken:

1. Warum kann der das, und wenn er das kann, warum macht er keine richtige Musik?
2. Wofür ist der Zweite da?
3. Wenn augenscheinlich sogar Jürgen Drews und Dieter Bohlen die Musik mögen, warum zur Hölle sind die deutschen Charts nicht wesentlich niveauvoller?
4. Wie kann man bitte dazu auf 1, 2, 3 UND 4 klatschen?
5. Was machen die ganzen jungen Leute da an den Tischen?

Fragen über Fragen. Zum Glück hab ich genügend Zeit, darüber nachzudenken.

Tram-Gespräch

Heute morgen neben mir in der Tram: Eine Gruppe Kindergartenkinder mit Erzieherin. Die Fahrt ging Richtung Alex und die Erzieherin erzählte pädagogisch Wertvolles zu allem, was man da draußen so sehen kann: Fernsehturm, Größenvergleich, Perspektive…

Kind 1: Und da hinten an dem Haus hängt eine Fahne dran.
Erzieherin: Ja, das ist das Rote Rathaus und die Fahne von Berlin, mit dem Berliner Bären.
Kind 2: Und da ist noch eins, mit einem Kreuz drauf.
Erzieherin: Das ist die Marienkirche.
Kind 2: Achso, eine Kirche. Das ist dort, wo Menschen begraben liegen.

 Hach, Kindheit in Berlin…

Silvester-Rückblick

Silvester verbrachte ich mit drei lieben Freundinnen, Raclette und Feuerzangenbowle. Nach Mitternacht zog es uns jedoch noch raus und auf die Tanzfläche, wo der Herrscher über die Strichmännchenszenarien auflegte. Wer mag, kann ja mal einen Blick werfen – auch wenn die Fotos von mir mehr so mittel sind. Ich bin da ja nicht so 😉

Getting all soppy on Christmas Eve

Ich bin ja sonst nicht übermäßig sentimental, glaube ich. Aber wenn man so kurz vor Weihnachten krank ist und viel Zeit zum Nachdenken hat, dann kommt da doch ganz schnell ein warm fuzzy feeling ins Bäuchlein, das jetzt einfach mal hier in den Blog wandern muss.

Dieses Jahr war insgesamt eher durchwachsen für mich und trotzdem geht es mir gerade (also außer gesundheitlich) ziemlich doll gut. Das liegt an Euch, liebe Mitmenschen! Ich habe unheimlich viele tolle Sachen erlebt in diesem Jahr, so dass die nicht so tollen einfach irgendwie mit durchgerutscht sind.

Vieles hat mit den Leuten zu tun, mit denen ich Tag für Tag im Büro hocke und von denen einige mir extrem ans Herz gewachsen sind. Und einige von denen waren ja schon vorher meine Freunde und ich sehe sie jetzt jeden Tag. Großartig! Thanks for being sooooo awesome.

Ein weiterer großer Batzen sind die Leute mit denen ich Tag für Tag über das Internet verbandelt bin. Das großartige Netz schafft es, dass auch die Freunde, die weit weg leben immer ganz nah sind und Freud und Leid mit mir teilen. Und so ganz lässt sich das ja alles nicht trennen, auch die Kollegen und die Freunde hier in Berlin gehören ja zu meinem Internet-Bekanntenkreis, dem großen flauschigen Netz, das immer da ist und mich auffängt und sich ständig vergrößert.

Und mitunter lernt man über das Netz ja auch Menschen kennen, die rein virtuell zu Freunden werden. You know who you are, danke!

Ach am Liebsten würde ich hier eine Liste mit allen diesen großartigen Menschen aufstellen, aber erstens mögen einige die Publicity nicht und zweitens könnte es sein, dass ich im Eifer des Gefechts jemanden vergesse.

Also nochmal ein ganz allgemeines Danke an alle, die dieses Jahr mit mir verbracht, bequatscht, ausgewertet und belacht haben; mit denen ich die Oscar-Verleihung durchwacht habe; mit denen ich philosophierend durch Städte gelaufen bin; die mich in ihren Wohnungen bzw. Häusern empfangen und bewirtet haben; mit denen ich großartige Konzerte erlebt habe; mit denen ich gekocht, gegessen und getanzt habe; mit denen ich Filme und Serien geschaut habe; die großartig zu mir waren, auch nachdem wir uns jahrelang nicht gesehen haben; mit denen ich gechattet, gemailt, gesmst, gemmst, geskyped und telefoniert habe; mit denen ich Texte diskutiert habe; mit denen ich Minigolf gespielt habe; mit denen ich heftige, aber nicht unsanfte Wortgefechte geführt habe; die mit mir an Gewässern gesessen haben; die mich in meiner Bubble Tea-Sucht unterstützt haben; die mir verrückte Geschenke geschenkt haben; die an mich gedacht und mich besucht haben; mit denen ich Musik gehört habe; mit denen ich von alten Zeiten geschwärmt habe; die mir das Gefühl gegeben haben, dass alles gut ist und sein wird.

Danke auch dafür, dass dieses Beziehungsende so glimpflich und mit wenig schlechten Gefühlen vonstatten gegangen ist.

Danke dafür, dass Ihr lieb zu mir seid, auch wenn ich Euch auf die Nerven gehe. Danke, dass Ihr mich in Ruhe lasst und nicht nachbohrt, wenn ich keine Lust habe, emotional zu sein. Danke, dass Ihr mir Eure Sorgen anvertraut. Danke, dass Ihr mir auch bei der 20. Krankheitsmeldung auf Facebook immernoch gute Besserung wünscht. Danke, dass Ihr in meinem Leben drin seid und bleiben werdet!

Und, nicht zu vergessen: Danke dafür, dass ich dieses Weihnachten nicht allein sein werde! Danke, Familie 🙂

Adventskalender 18.12.

Ich möchte mich ja eigentlich nicht wiederholen, im Adventskalender. Aber das neulich war ja ein Weihnachtslied und heute bin ich drauf gekommen, weil ich mir grad gestern ein Ticket für das Konzert am 30. Mai im Olympiastadion gekauft habe. Dieses Video ist vom legendärsten aller legendären Konzerte in Ost-Berlin. Mit Grüßen an die Dabeigewesenen 😉

Bruce Springsteen – The River

Adventskalender 05.12.

Das heutige Türchen ist ein Dankeschön für das großartige Wochenende, dass ich in Strasbourg und Kehl hatte. 🙂 Merci beacoup!

Kurz getanzt

Gestern Abend bin ich endlich mal wieder in einem Club gewesen. Zwar nur für wenige Stunden, da ich heute Wochenenddienst hatte, aber dank der Zeitumstellung musste ich dann ja doch erst gehen, als es zum zweiten Mal um 2 war. Bemerkenswert:

  • Mein erstes Mal im Duncker, trotzdem ich schon oft darauf hingewiesen wurde. War wie im ST in Rostock, nur ohne die lästigen Unterbrechungen durch „nicht meine Musik“
  • Da meine Mittänzer sich verspätet hatten, war ich eine knappe Stunde alleine dort. Dank BlackBerry und Facebook bekam ich mit, dass ein Freund von mir gerade auf dem Weg zum Duncker war, so dass sich die Wartezeit extrem verkürzte und ich doch noch jemanden zum Quatschen hatte
  • Wenn die Musik gut genug ist, kann man auch einfach mal alleine tanzen – ewig nicht mehr gemacht
  • Auf dem Fernseher an der Cocktailbar lief eine Szene, die mir bekannt vorkam, ein Statistenpärchen in einem Café. Kurzes Warten und, Bingo! Before Sunrise lief da, einer meiner Lieblingsfilme
  • Als ich das Glas wegbrachte, lief Das Leben des Brian (Du hast gerade in zwei Blogposts hintereinander auf diesen Film verlinkt und oustest damit irgendjemanden als Mayor der Brian-Verlinker)

Hab jetzt für heute erstmal genug von sämtlichen -ismus-Diskussionen und werde mir gleich mit einem anderen Freund noch einen gemütlichen Filmabend machen.

PS: Ich stelle fest, dass meine Freunde öfter bloggen sollten. Verstehe aber auch, warum das nicht gate geht: http://twitter.com/#!/Fiann/status/130705142390591489

Odd one out

Gestern hörte ich Gespräche darüber an, wie schlimm Männer sind. Dass Männer und Frauen einfach völlig unterschiedliche Wesen sind, die einander nicht verstehen können. Dass man zwar nix gegen Ausländer habe, aber diese lauten türkischen Jugendlichen doch echt schlimm sein. Dass man, wenn man nach dem Dipl. Ing. auch noch das Lehramtsstudium mit Bachelor/Master ersetzt, Deutschland doch auch gleich in England umbenennen könnte. Dass Berlin eine schreckliche Stadt sei (Beweisführung: besagte laute türkische Jugendliche). Gut, dass die furchtbare elektronische Musik so laut war, dass ich mich nicht die ganze Zeit an der Unterhaltung beteiligen konnte/musste.

Meine Einwürfe, dass Männer und Frauen nicht so unterschiedlich seien und dass ich eine Menge Männer kenne, die ohne weiteres emotional und intellektuell in der Lage sind, mit Frauen sozial zu interagieren; dass auch deutsche Jugendliche laute Musik hören, dass das aber kein Grund sei, auszuflippen; dass bestimmt irgendwer darüber nachgedacht hat, ob es sinnvoll ist, die Studienordnung umzustellen und überhaupt man nicht immer alles so negativ sehen sollte, da das Leben wunderschön und viel zu kurz dafür sei; wurden mit merkwürdigen Blicken und abfälligem Schweigen bestraft. Ich war noch nie so froh, aus einem Restaurant rauszusein. Dabei war das Essen wirklich gut. Trotzdem brauchte ich danach einen langen Spaziergang durch die Herbstnacht nach Hause…