Guacamole oder Die Burrito-Nostalgie

Neulich saß ich mit meinem Bruder beim Abendessen und er schwärmte mir von der Guacamole vor, die er in den Staaten frisch zubereitet im Supermarkt kaufen kann. Aus seiner Beschreibung entnahm ich, dass sie dort zumindest nicht anders gemacht wird, als ich sie auch selbst zuhause zubereite. Am nächsten Tag kaufte der Mann nichtsahnend eine Avocado und bat mich, Guacamole daraus zu machen. Manchmal gibt es ja merkwürdige Zufälle. Beim Essen erzählte ich ihm dann von dem Bericht meines Bruders und geriet darüber ins Guacamole-Sinnieren…

Die beste Guacamole Berlins gibt es meiner Meinung nach bei dolores, vor allem gibt es dort auch die besten Tortilla-Chips dazu – einfach aus den übrig gebliebenen Tortillas hergestellt, die sie für ihre Burritos nutzen, dünn, knusprig und mit nur wenig Fett und Salz. Nicht, dass ich etwas gegen Fett und Salz hätte, aber ich vermute, dass diese Herstellungsform traditioneller ist als alles, was man so in Tüten kaufen kann. Schmeckt jedenfalls gemeinsam mit der puristischen Guacamole hervorragend.

Immer, wenn ich ans dolores denke, erinnere ich mich auch daran, wie ich das erste Mal dort war. Damals wohnte ich noch nicht in Berlin, sondern war nur für ein paar Wochen für ein Praktikum in der Stadt. Das war 2007. In Rostock, wo ich damals studierte gab es nur so ein typisches Tex-Mex-Restaurant mit zwei Filialen und die Burritos dort hatten nichts mit denen zu tun, die ich zwei Jahre vorher in Chicago geradezu verschlungen hatte.

Das war auf einem spontanen Wochenend-Trip während meiner Zeit in Toronto. Ich war seit gerade einmal zwei oder drei Wochen in Kanada und hatte ein paar Engländer kennengelernt, die übers Wochenende in Chicago Freunde besuchen wollten und mich einluden, mitzufahren. Ich zögerte nicht lange und nach einer ungefähr zehnstündigen Autofahrt inklusive aufreibender Befragung an der US-Grenze (Was machen wohl eine Deutsche, drei Engländer und ein Engländer mit kanadischem Pass mitten in der Nacht in einem Mietauto irgendwo in der Nähe von Detroit?), kamen wir dann auch tatsächlich in der windy city an. Wir schliefen uns erst einmal aus und schauten uns dann die Stadt an. Zum Essen gingen wir zu Chipotle und ich aß meinen allerersten Burrito.

Was mir natürlich keiner gesagt hatte, war dass das eben kein mexikanischer Burrito war, sondern eher ein kalifornischer. Daher konnte ich in Rostock auch keinen finden – ich glaube zu dem Zeitpunkt konnte man in Rostock nichtmal Koriandergrün kaufen. In Berlin war es dann das dolores-Schild in Avocado-Form, das mich zu meinem Glück führte. Wir waren gerade zu Dreharbeiten am Alex unterwegs und ich sollte die nächsten zwei Stunden auf dem Dach des Haus des Lehrers verbringen. Vorher wollte ich mir noch schnell was zu essen holen und zum Glück sprang mir da das Avocado-Schild ins Auge. Mein Burrito* (mit Extra-Guacamole!) schmeckte genau so, wie ich ihn aus Chicago kannte und ich mümmelte ihn genüsslich – hoch über dem Alex, während die Kamera den Sonnenuntergang einfing.

Seitdem ist eindeutig klar**, was an gute Guacamole gehört: reife Avocados, frisch gepresste Limette, ordentlich Knoblauch, kleine Tomatenwürfelchen, ein wenig Salz und Chili sowie frisches Koriandergrün. Es wird auch nicht püriert, sondern nur zerdrückt, ein paar Avocado-Stückchen sollten immer bleiben – dann sieht das ungefähr so aus, wie auf dem einzigen Guacamole-Bild, dass ich gerade auf meinem Telefon gefunden habe:

*Mein Standard-Burrito, bis sie die Speisekarte umgestellt hatten, war: Burrito mit Lime Rice, Lime Tofu, Tomato Salsa, Black Beans, Sour Cream, Käse und Guacamole. Ab und zu wurde das Lime Tofu auch durch Mole Tofu ersetzt.
**Manche Menschen tun Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Crème fraîche und andere Dinge an ihre Guacamole, da werde ich dann immer ein kleines bisschen unglücklich…

Ein paar wenige Worte

Nur ein paar wenige Worte aus einem Text von Luisa haben mich heute von einer Minute auf die andere komplett euphorisiert (was in der aktuellen Stimmungslage in etwa so wahrscheinlich ist, wie dass unsere beiden kastrierten Miezen auf einmal einen Schwung Junge bekommen).

„The flavors and fragrances of Sicily“, „food artisans“, „aperitivo hour“, „the language of food„, „picnic under the blossoming citrus groves“…
Eigentlich war das Jahr urlaubstechnisch einigermaßen durchgeplant, sowohl was die Zeiträume, als auch was das Budget angeht. Und plötzlich saß ich in der Klemme: Wenig macht mich so glücklich wie Sonne und gutes Essen. Was mich letztes Jahr nach Sizilien zog, war vor allem genau das – Sonne, Essen, Aromen, Orangen, Mandeln, Pistazien… Seit ich das Glück hatte, ein paar Jahre lang die Freuden der hausgemachten italienischen Küche aus erster Hand erleben zu dürfen, reicht allein der Gedanke daran, um mein Herz höher schlagen zu lassen. Und die besagten „citrus groves“ sind der Ort, an dem ich letzten März wie ein aufgeregter Teenager völlig hin und weg von auf und ab gelaufen bin und mir Taschen und Mund voller Früchte gestopft habe, während der Mann sich über mein Glück freute – im Nachhinein neben dem Abendessen im Wohnzimmer des Agriturismo Due Ganée (alles selbst gemacht aus eigenem Anbau!) und dem Aperitivo in Siracusa DER Höhepunkt der Reise.
Die Möglichkeit, ein paar Tage mit solchen Glücksgaranten zu verbringen, dazu noch Luisa und Rachel persönlich kennenzulernen, mich sowohl kulinarisch als auch intellektuell und kreativ weiterzubilden und das gute Gefühl, dass der Mann das alles so gut nachvollziehen kann und unterstützt, könnte nun dazu führen, dass ich bald unvernünftig viel Geld für ein paar glorreiche Tage ausgeben werde. Aber wie sagte ein Freund mir heute so schön: Wann, wenn nicht jetzt? Im Moment habe ich die Möglichkeit dazu, wer weiß was in ein paar Monaten ist? In zwei Jahren werde ich nicht mehr an das viele Geld denken, wohl aber an das, was ich erlebt habe. Und: Was ist vernünftiger, als Dinge zu tun, die einen glücklich machen? Eben…*

*Wer von meinen Freunden noch nicht weiß, was er/sie mir dieses Jahr zum Geburtstag schenken soll: Ich nehme Geldspenden für dieses Abenteuer dankend entgegen. Wer mitkommen möchte: Meldet Euch schnell, es gibt Gruppenrabatte! Hier noch ein paar Argumente:

Sprachlos

Eigentlich wollte ich diese Woche über Positives berichten, über Geschafftes und Vorgenommenes, über sonnige Tage, süße Katzen, gutes Essen, Theater, Freunde und mein Oscar-Filme-Aufholprojekt. Und dann passierte was, was all das in den Schatten stellte, wortwörtlich. Deswegen bleibt es hier erstmal etwas stiller, manche Dinge wollen nicht nach Draußen. Zur Überbrückung etwas Catcontent: So geht Sonntag.

Tagebuch-5 im Januar

Und zack ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt: WMDEDGT?

Dieser Montag war für mich ein Sonntag, da ich am Sonnabend gearbeitet habe. So konnte ich, während die halbe Timeline darüber jammerte, dass die Ferien vorbei sind, gemütlich bis kurz vor 10 ausschlafen und dann ganz entspannt in den Tag gleiten. Nach dem üblichen morgendlichen Timeline-Checken, der Blogrunde etc., setzten wir uns zu einem gemütlichen Frühstück zusammen. Danach verzog ich mich mit den Katzen erst einmal auf die Couch und fröhnte meiner neuen Leidenschaft, Wordfeud.

Am Nachmittag suchte ich dann alle ärztlichen Befunde der letzten Jahre zusammen und machte mich auf den Weg zu meinem neuen Hausarzt. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall sehr gut, schon alleine die Aussage, dass er sich das alles in Ruhe durchlesen wird und ich dann nächste Woche wieder auf der Matte stehen soll, gefällt mir sehr gut. Spricht dafür, dass er wirklich daran intereressiert ist, die Gründe für meine ständigen Krankheiten herauszufinden. Ausgestattet mit Terminen und Überweisungen verließ ich die Praxis dann in Richtung Kieser Training, wo ich mich dann auch recht tapfer schlug – nur ein Gerät macht mir im Moment schmerzhaft zu schaffen, ansonsten war ich ein kräftiges Superloosy.

Nach dem Sport hieß es, Besorgungen machen. Ein Brief brauchte eine Marke (der erste mit inzwischen 62 Cent Porto…) und der Kühlschrank hatte Hunger. Ebenso wie ich scheinbar, denn ich kaufte Essen für eine ganze Garnison. Vollgepackt bis untern Rand kam ich völlig außer Puste zuhause an und musste nach dem Katzenfüttern erstmal kurz auf der Couch entspannen. Merke: Nach dem Training den Rucksack nicht zu voll nehmen.

Nach noch mehr Wordfeud stellte ich mich dann freudig (und hungrig) an den Herd und brutzelte mir ein schönes Thai-Curry zusammen – mit Shiitake-Pilzen, Zucchini, Auberginen, Spinat, Knoblauch, Zwiebeln, frischem Ingwer, frischer Curcuma, Tofu, Sojasauce, Fischsauce, Sriracha-Sauce, Kokosmilch, Koriandersamen, Koriandergrün, Kaffirlimettenblättern, Chili, Zitronengras, Mangopulver und Kokosmilch. Bis auf die Pilze, das Gemüse und den Tofu habe ich das alles inzwischen vorrätig (Koriandergrün war noch vom Silvesterfestmahl übrig), was ein sehr gutes Gefühl ist.

jhzuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu6
#tgffffr (das hat Noosa geschrieben)

Beim Essen gab es die neuste Folge The Good Wife, danach den Abwasch (die Spülmaschine ist kaputt, eine neue steht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste) und diesen Blog-Eintrag. Jetzt werde ich noch ein wenig lesen und dann wird geschlafen, denn der morgige Dienstag ist ja dann mein Montag.

So nämlich

Gestern vom Büro zum Kieser Training gelaufen, etwas über 5 km. Und dann eben auch noch trainiert. Gute Sache das, sowohl körperlich, als auch mental. Ein bisschen irritierend dann heute morgen erstmal all die neuen Schmerzen. Dabei war die Pause diesmal gar nicht so lang, gerademal zwei Wochen. Und die letzte große Runde zu Fuß (12,8 km) war noch keine Woche her. Da ist noch einiges zu tun an meiner Fitness.

To Do-mäßig war ich auch recht erfolgreich. Heute kam der Papierkram in die Mangel – Ablage von ca. 1,5 Jahren. Hat dann auch recht lange gedauert, am Ende bleibt ein kleiner Stapel mit noch zu erledigenden Dingen und ein riesiges Yippieh-Gefühl.

Was für Herz und Magen war dann 3in Kurzbesuch im Stamm-Café und später das Abendbrot in der Burgerie (Halloumi-Burger mit Spiegelei, getrockneten Tomaten und Guacamole, ausgebackene Kartoffelschalen mit Limetten-Pfeffer-Dip und hausgemachter Eistee. Und ein kleiner nostalgischer Gedankenausflug bei Pizza Nostra: Espresso und Sfogliatella in echt neapolitanischem Ambiente. Vorher sprachen wir noch mit Freunden über die Amalfi-Küste. Der Resturlaub von letztem Jahr muss ja auch noch verbraten werden, mal sehen, was uns dazu einfällt…

Vorsätze, Vorhaben und Vorfreuden

Ein guter Zeitpunkt, um sich ein paar Gedanken zu machen. Heute ist noch frei, ab morgen dreht sich das Arbeits- und Alltagskarussell weiter und ich bin fest entschlossen, die negativen Schwingungen der letzten Wochen hinter mir zu lassen und dieses Jahr das Positive überwiegen zu lassen.

Dazu gehört first and foremost die Gesundheit – ganz dringend dranbleiben und wieder die Oberhand gewinnen. Zunächst wird einmal der Hausarzt gewechselt, in der Hoffnung, dass der Neue hält, was die Bewertungen versprechen: Zeit für die Patienten, der Blick aufs Gesamtbild, den unbedingten Willen zur Ursachenforschung und die Bereitschaft, über den schulmedizinischen Tellerrand zu schauen, wenn man mit ihr nicht weiterkommt. Außerdem muss ich mal wieder zum Zahnarzt und zum Augenarzt, für die ich zeitnah Termine machen werde.
Unterstützend kommt dann hoffentlich das regelmäßigere Kieser Training dazu, das in den letzten Wochen oftmals wegen diverser Wehwehchen oder verpasster Wochenend-Schließzeiten ausfallen musste. (Unlust war interessanterweise höchstens 1-2 mal ein Ausfallgrund) Mehr Bewegung wird durch wieder häufigere Mittagspausen-Spaziergänge und morgendliche Gymnastik-/Yoga-Übungen ergänzt. Und wenn der Frühling kommt und der Mann bis dahin sein eigenes Fahrrad repariert hat, könnte ich ja meins auch mal wieder benutzen 😉
Zu Weihnachten habe ich den heiß gewünschten Mixer mit mehr Power bekommen, mit dem man gut Smoothies mixen, Nüsse zu Mus verarbeiten und Eis slushen kann. Dann kann die Morgen-Smoothie-Tradition also wieder auferstehen, ich kann mehr der vielen tollen Rezepte ausprobieren, die ich täglich lese und spätestens wenn der Sommer kommt, ist es Zeit für köstliche Mango-Slushies und Margarithas.
Der Mann und ich haben uns gemeinsam vorgenommen, jeden Tag unsere Wohnung etwas schöner zu machen, sei es durch die Entrümpelung einer Dreckecke, das Aufhängen von Bildern (über ein Jahr nach dem Einzug kann man ja damit mal anfangen), Umräumen und Optimieren oder auch mal nervige Hausarbeiten, die im Alltag liegen bleiben. 
Für mich selbst habe ich beschlossen, genauer zu dokumentieren, welche Bücher ich lese, welche Filme ich sehe und wo ich essen gehe/bestelle. Dann kann ich nächstes Jahr auch mal eine Übersicht dazu verbloggen. Apropos bloggen, das soll natürlich auch wieder mehr Raum bekommen, wie es ja in den letzten Tagen schon ganz gut anfing.
Ansonsten freue ich mich dieses Jahr auf meine zweite re:publica, auf meine x-te live verfolgte Oscar-Nacht, auf einen Polterabend und das Hexenbrennen in der alten Heimat, auf eine Hochzeit, auf lieben Besuch, auf das diesjährige Cousins- und Cousinentreffen, auf Ausflüge und Urlaube (noch komplett ungeplante sogar), auf spannende Projekte im Büro, auf Zeit mit Familie, Freunden und Katzen, auf Theater, Lesungen, Konzerte, auf Treffen mit Bloggern und Twitterern… Und ganz aktuell für diesen Monat auf einen Spa-Tag mit einer guten Freundin, auf Spejbl & Hurvinek live mit dem Mann und auf ein Triple Date mit lieben Menschen dieses Wochenende.

2014 in Monaten

Beim Durchgehen der Fragen zum üblichen Jahresendstöckchen („Zugenommen oder abgenommen?“ etc.) stellte ich fest, dass meine Antworten ganz allgemein eher so wischi-waschi ausfallen würden, daher versuche ich es in diesem Jahr mal chronologisch, das liest sich wahrscheinlich auch interessanter.

Januar
Das Jahr beginnt recht optimistisch, in der neuen, noch nicht komplett eingerichteten, Wohnung (daran arbeiten wir seit heute wieder…) und mit zwei neuen flauschigen Mitbewohnern. Dazu kommt der Vorsatz, sich mehr zu bewegen. Ich verbringe viele Mittagspausen draußen spazierengehend und nehme im Büro oft die Treppe in den 5. Stock.
Februar
Die neu gewonnene Energie hält nur kurz vor, denn Anfang Februar kommt erstmal eine geplante OP, die mich dann wieder für drei Wochen mehr oder minder an die Couch fesselt. Dadurch entspannt sich zumindest das Verhältnis der Katzen zu mir, da sie sehen, dass ich ziemlich ungefährlich bin. Beim Mann brauchen sie deutlich länger, um das einzusehen.
März
Das Highlight des Monats ist eine Woche auf Sizilien mit mehr Sonne als in Berlin, wahnsinnig gutem Essen, vielen neuen Eindrücken und am Ende leider Mietwagen-Ärger, der sich noch heute auf dem Konto bemerkbar macht. Mit Autos hatten wir dieses Jahr einfach kein Glück.
April
Zum April fällt mir aus dem Stand nichts ein und weder Blog noch Kalender verraten mir Bahnbrechendes. Aber ereignislos muss ja nicht immer schlecht sein, nicht wahr?
Mai
Im Mai weihen wir unsere Wohnung mit allem Drum und Dran ein. Es wird ein rauschendes Fest mit so vielen Gästen wie Quadratmetern. Vorher war natürlich noch meine erste re:publica.
Juni
Zu Pfingsten feiern wir den 30. meiner Cousine mit einer großen Party im Garten, inkl. Anbaden im Gartenteich. Es ist wahnsinnig heiß, aber auch wahnsinnig schön. Der Juni steht ansonsten wie immer ganz im Zeichen meines Geburtstags. Dieses Jahr feiern wir ihn ganz ruhig, nur mit ein paar Freunden und Familie essenderweise zuhause. Abends gucken wir WM, stimmt, die war auch noch. 
Juli
Großes Familientreffen zum 30. Geburtstag meines Cousins in der mecklenburgischen Pampa und das einzige Mal Ostsee und Baden im Meer für dieses Jahr.
August
Sommer in Berlin, also eher grau und trübe (dafür ging der Herbst ja dann nach hintenraus schön lang und mild weiter). Grau und trübe können wir auch anders, daher fliegen wir nach Irland und haben dort zwei wundervolle Urlaubswochen mit viel Natur und hervorragendem Essen, das mir noch heute Likes auf Instagram einbringt.
September
Der Monat beginnt schön, mit der zweiten Woche Irland (obwohl wir eine Reifenpanne haben) und einem Cousins- und Cousinentreffen in Bremen. Auf der Rückfahrt haben wir den Unfall, bei dem wir unser Auto abschaffen und der irgendwie der Wendepunkt des Jahres ist – ab da geht es (gefühlt) bergab.
Oktober
Ich bin nämlich andauernd krank, so auch kurz nach dem 20-jährigen Grundschuljubiläum. Bei der Gelegenheit bin ich seit langem zum ersten Mal wieder in der Heimat, treffe Familienmitglieder wieder, frische Kontakte auf und sitze zum ersten Mal seit dem Unfall wieder in einem Auto.
November
Immernoch dauernd krank oder kränklich, ab Mitte des Monats tut es mir der Mann gleich. Positives? Kaum. Achja, ich gestalte meine erste Betriebsversammlung mit, die ein großer Erfolg ist. Danach liege ich allerdings wieder flach.
Dezember 
Bis auf Weihnachten und den Geburtstag des Mannes alles eher schwerfällig bis stressig/frustrierend. So richtig gesund ist keiner von uns an keinem Tag und auch sonst sind wir froh, hinter dieses Jahr einen Haken zu machen.
Fazit: Die Highlights waren ganz sicher die beiden Urlaube, die Zeiten mit Freunden und Familie, gutes Essen und die beiden Fellnasen. Unter Lowlights verbuchen wir den Unfall und alles was mit Krankheit, Schmerz, Stress und den Folgen zu tun hat. 
Und jetzt gucken wir einfach mal optimistisch auf die nächsten 12 Monate – es kann ja alles nur besser werden als zuletzt!

Voll viel schöner

Man muss nur mal so richtig meckern, dann wird’s auch besser. Inzwischen ist Urlaub und bis auf ein paar Minifutzikleinigkeiten muss ich nicht mehr viel tun, bevor ich morgen endlich in den Zug in die Ferien steigen kann. Und momentan habe ich das Gefühl, dass das gute Ferien werden, auch wenn ich die Katzen leider nicht mitnehmen kann und die ersten Tage über keinen stabilen Internetzugang haben werde. Ich melde mich jetzt also blogtechnisch ab und wünsche allseits schöne Feiertage!

Es reicht dann jetzt auch

Wahrscheinlich gab es solche Jahre auch schon vorher, aber mir kommt es gerade wie das erste Mal seit länger Zeit vor, dass ich von einem Jahr so richtig die Schnauze voll habe. Noch einen Tag arbeiten, dann ist es geschafft. Der Rest ist ja dann hoffentlich weitestgehend entspannt und erfreulich.

Vermutlich ist dieses Jahr auch wirklich nicht schlechter als all die Vorherigen und Gutes und Schlechtes halten sich irgendwie die Waage. Gerade scheint es mir aber so, als hätte das Schlechte Überhand genommen, zumindest was die letzten drei Monate angeht. Ich könnte mich jetzt in all den frustrierenden Kleinigkeiten und vor allem ja auch Großigkeiten ergehen, aber so richtig zielführend wäre das ja nicht. Außerdem meldet mein Hirn schon beim Gedanken daran Protest an und wirft mir all die schönen Ereignisse an den Kopf.
Vielleicht ist das ja wirklich meine allerbeste Eigenschaft: Der irgendwie unerschütterliche Optimismus, selbst wenn um mich herum die Welt untergeht. Also: Morgen noch durchhalten, danach ist Pause. Und ab Januar wird dann alles besser. Oder? Oder?!

Weihnachtscountdown

Dieses Wochenende war ich allein zuhause, da der Mann bereits bei seiner Familie weilt, ich aber am Montag und Dienstag noch arbeiten muss. So ein bisschen Zeit für mich ist ja ab und an auch ganz schön – an beiden Tagen war ich zum Frühstücken verabredet, habe ansonsten ein paar Dinge erledigt und vor allem entspannt. Auf meiner inneren To-Do-Liste standen auch noch drei Filme, die ich in der Vorweihnachtszeit eigentlich immer sehe. Jeden Abend war einer davon dran:

Freitag: The Holiday

Ein klassisches Beispiel dafür, wie die deutsche Unterhaltungsbranche amerikanischen Originalen grauselig-nichtssagende Titel gibt, in der Hoffnung, so besser verkaufen zu können. Auf Deutsch heißt das gute Stück „Liebe braucht keine Ferien“. Unter dem Titel traut man sich natürlich nicht, den Film zu loben, obwohl er wirklich sehr schön ist. Zum ersten Mal habe ich ihn in einem Kino in Wittstock gesehen, wenn ich mich richtig erinnere. Ich mag ja Kate Winslet und Jack Black und auch Jude Law kann ich einiges abgewinnen, vor allem in dieser Rolle 😉 Mit Cameron Diaz kommt man dann auch gut klar und die Story und Eli Wallach tuen ein Übriges. Sehr zu empfehlen, auch wenn IMDB mit Punkten geizt.

Samstag: The Family Stone

Wenigstens wurde hier der englische Titel für die deutsche Fassung behalten, allerdings ergänzt um den doch recht schlimmen Untertitel „Verloben verboten“. Argh. Damit wird ebenso wie bei The Holiday ein eigentlich recht ernst zu nehmender Film ins Lächerliche gezogen. Ebenso wie bei The Holiday ist es ein Ensemble-Film und für Diane Keaton, Claire Danes, Craig T. Nelson und Luke Wilson kann man auch Sarah Jessica Parker und Dermot Mulroney gut ertragen. Ich bin sicher, dass Craig T. Nelson wegen dieser Rolle für Parenthood gecastet wurde. Und Paul Schneider tauchte später bei Parks and Recreation auf – freue mich ja immer über solche Parallelen. Zum ersten Mal gesehen habe ich diesen Film mit meinen Eltern in einem kleinen Kino in Bridgewater, Nova Scotia.

Sonntag: Love, Actually

Endlich einmal kann ich ganz gut mit der Übersetzung leben – mit Tatsächlich… Liebe kann man nicht so wahnsinnig viel falsch machen, auch wenn’s wie immer kitschiger klingt als im Original. Der nächste Ensemble-Film und auch hier gibt es für mich wieder einiges an Schauspieler-Trivia zu entdecken. Wie z.B. Colin Firth natürlich im Hemd in den See springen muss, dass Hugh Grant sicherlich wegen dieser Rolle für Music & Lyrics gecastet wurde und dass mir hier Martin Freeman das erste Mal bewusst in einem Film begegnete – ebenso wie der wundervolle Bill Nighy. Außerdem Alan Rickman, Keira Knightley, Rowan Atkinson in tollen Rollen, der kleine Sam, die Dialoge zwischen Jamie und Aurelia, die Beerdigung, die Hochzeit, die Liebeserklärung von Marc an Juliet, die Freude von Emma Thompson, ihren Bruder zu sehen… Nicht alle Storylines sind gleich stark, aber insgesamt kann man diesen Film doch mindestens einmal im Jahr sehen – tat ich übrigens zum ersten Mal im Kino in Rostock. (Es geht das Gerücht um, in Deutschland hätte es diesen Jahr einen ähnlichen Film gegeben, scheinbar hat Heike Makatsch das Konzept aus England mitgebracht. Da ich nicht glaube, dass das mehr als ein müder Abklatsch ist, werde ich mir den wohl eher nicht ansehen…)

Achja und weil ich durch Claire Danes und Weihnachten drauf kam und ja Ensemble-Filme mag, schaue ich mir jetzt noch schnell Little Women an (Susan Sarandon, Winona Ryder, Christian Bale, Kirsten Dunst!). Wofür ist Weihnachten schließlich sonst da, als um anderen Leuten beim Feiern zuzusehen 😉