Von neuen Betten und alten Träumen

Ich habe sogar bis um 6 geschlafen, in der ersten Nacht im neuen Bett. Das klingt nicht lange, aber erstens schlafe ich ja sonst gerade nur bis 5 und zweitens war ich schon halb 11 im Bett und habe geschlafen. Voll gut also. Und da ja ab morgen Abend erstmal Ostern ist und ich unterwegs sein und länger aufbleiben werde, verschiebt sich mein Schlaffenster hoffentlich auch wieder in humanere Gefilde… Sehr toll war übrigens auch, dass ich genau in der Mitte des 1,60 m breiten Betts aufgewacht bin und nicht auf nur einer Seite. Das Bett sieht ja eh wie die riesige Version eines Einzelbetts aus und ich gedenke, es für lange Zeit genau als solches zu nutzen. Dann genau in der Mitte zu liegen fühlt sich unglaublich luxuriös und irgendwie empowernd an. Yay!

Ansonsten war der Tag heute mental deutlich weniger aufreibend als der gestrige und die Wogen haben sich wieder geglättet. Dafür war es aber auf Arbeit relativ stressig und ohne all das zusätzliche Adrenalin von gestern bin ich heute einfach nur noch müde. Deswegen geht es jetzt nach begeistertem Lesen des Bärenbuchs – das einige Fragen beantwortet und viele neue aufgeworfen hat – und einem ausführlichen Schwumm in der Badewanne einfach ins Bett – Akkus aufladen!

PS: Als ich heute im Büro erzählte, dass ich über Ostern in Rostock bin, wurde ich gefragt ob ich dort eigentlich noch eine Wohnung habe. Ja, manchmal fühlt es sich wirklich so an und ich träume auch nach 11 Jahren in Berlin immer wieder davon, dass es da ja noch diese Wohnung in Rostock gibt. Übrigens eine, in der ich nie gelebt habe – eine kleine 1-Zimmer-Wohnung irgendwo zwischen Dobi, Lindenpark und Schröderplatz und mit hellgrün gestrichenen Wänden, in der ich im Traum normalerweise meine Wochenenden verbringe. Verrückte Sache das. Zum Glück gibt es viele Wohnungen in Rostock, in denen ich immer wieder willkommen bin, sonst müsste ich anfangen, Lotto zu spielen… (Und gewönne ich, hätte ich natürlich eine Wohnung viel näher am Törtchenlokal, manchmal verstehe ich mein Traum-Ich nicht!)

Positive Gedanken

Das mit der Konzentration auf positive Dinge, das funktioniert auch heute weiter. Heute bin ich – wie an den meisten Tagen in letzter Zeit – gegen 5 aufgewacht. An den meisten Tagen schaffe ich es, noch einmal einzuschlafen. Heute las ich jedoch eine Nachricht, die mich ziemlich aufgewühlt hat. Dann war es vorbei mit dem Schlafen. Aber immerhin habe ich es durch Vernunft und das exzessive Schauen von zwei Gilmore-Girls-Folgen geschafft, nicht direkt zu antworten und mich erst einmal zu beruhigen. Im weiteren Verlauf des Tages stellte sich das als genau die richtige Strategie heraus.

Trotz dieses miesen Starts in den Tag wurde dann alles sehr viel besser:

  • Die Erkältung ist schon viel besser, die Halsschmerzen sind weitestgehend weg und die Nase läuft viel weniger
  • Mehrere wichtige Meetings heute souverän absolviert
  • Vor jeder Menge Kolleg*innen gesprochen und mich dabei nur in vertretbarem Maße verhaspelt (interessanterweise lief es auf Englisch noch viel besser als auf Deutsch)
  • Trotz (zu) hoher Erwartungen an ein Wiedersehen und -sprechen heute von dem eher mäßig beeindruckenden Verlauf nicht über Gebühr runterziehen lassen
  • Vor und nach der Arbeit alle für heute geplanten (und einige neue) Punkte der To-Do-Liste abgearbeitet – beim Lieblingsnachbarn nach Blumen und Briefkasten geschaut, einen Brief zur Post gebracht, neue Passbilder machen lassen, eine neue Katzentransportmöglichkeit gekauft, bis zum Sonnenuntergang auf dem Balkon herumgefuhrwerkt, Wäsche zusammengelegt und verräumt, Wäsche gewaschen und aufgehängt, die Spülmaschine befüllt und gestartet
  • Und last but not least: Das Bett-Sofa endgültig zusammengeklappt und mein neues Bett bezogen, in dem ich gleich hoffentlich sehr gut schlafen werde – mindestens bis um 5.

Heimweg

Der Tag hat mich heute einmal gehörig von den Füßen gerissen. Für eine Weile wusste ich nicht so recht, wohin mit mir und meinen Gefühlen. Und dann geschahen nach und nach Dinge, die mich wieder zurück zu mir und nach Hause brachten.

  • Unterstützung und Zuspruch von Kolleg*innen und Freund*innen
  • Ein tolles Kompliment und aufmunterndes Gespräch mit einer lieben Person aus diesem Internet
  • Spontan Konzerttickets für nächste Woche kaufen
  • Nach der Arbeit ein Plausch mit Bruder und Schwägerin, bevor sie morgen wieder nach England zurückfliegen
  • Ein Theaterabend mit den Cousinen
  • Ein tolles Stück über den Nahostkonflikt, über Kasachstan, und ganz viel über Deutschland – auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Hebräisch
  • Ein Spaziergang im Dunkeln vom Theater die Linden entlang, am Dom und Fernsehturm vorbei zur Tram
  • Auf dem Weg von der Tram nach Hause die Frau, die auf englisch und schwedisch telefonierte
  • Auf dem Weg von der Tram nach Hause die Gruppe junger Menschen, die sich auf englisch unterhielt und dann französische Geburstagsgrüße in ein Telefon sangen
  • Auf dem Weg von der Tram nach Hause das ältere, aber leicht besoffene Paar, das sich auf sehr liebevoll-berlinerische Art stritt
  • Zuhause die Katzen

Und Notre-Dame wird auch wieder aufgebaut werden!

Bett-Tag

Mit Halsschmerzen aufgewacht, kurz danach kam noch eine laufende Nase dazu. Also den ganzen Tag im Bett geblieben und mich von den Katzen und Netflix pflegen lassen. Und von einer selbst gemachten Nudelsuppe mit ordentlich Ingwer drin.

Über Betten und Spiegel und Lösungen

Heute war schon wieder so ein produktiver Tag. Es galt, neben den normalen samstäglichen Verpflichtungen wie Wäsche waschen, Geschirrspüler laufen lassen und leeren und Müll runterbringen auch, dem Kater sein Schmerzmittel zu verabreichen, meine Schlafstatt der letzten Tage zusammenzuräumen und ein Zimmer weiter zu bugsieren (die Matratze muss sich 72 Stunden ausdehnen, deswegen schlafe ich weiter auf dem Sofa – allerdings jetzt dann im Wohnzimmer) und dann mein neues Bett aufzubauen.

Bei den letzten beiden Programmpunkten halfen mir Mama und Bruder und von der Koordination der Uhrzeit über das Verteilen und Durchführen der Arbeitsschritte bis hin zum fertigen Bett war ich gereizt. Eigentlich lieg alles wie am Schnürchen, aber ich war ungeduldig, gestresst und im Kopf immer schon drei Schritte weiter. Heraus kam der eine oder andere ungewollt scharfe Ton und der hielt mir dann gleich mal den Spiegel vor. Genau das, was ich mitunter so schlimm finde und an anderen kritisiere, habe ich selbst gemacht. Ekelig. Tut mir leid!

Ich weiß aber auch, was und warum mich so gestresst hat und am Ende war das alles gar nicht nötig – ich habe nämlich gut alles geschafft und hatte dann noch über eine Stunde Couchzeit, bis ich zu meinem Abendtermin losmusste. Alles easy. Eigentlich. Muss ich mir fürs nächste Mal merken.

Apropos fürs nächste Mal merken: Wenn man eine milchige Lösung in den Kater bekommen will, ist es eine gute Idee, sie in einer anderen milchigen Lösung (aka Milch) zu verstecken. Gut, dass ich ausnahmsweise welche da hatte!

#12v12 im April 2019

An jedem 12. machen Blogger*innen zwölf Fotos von ihrem Alltag. Die anderen gibt es drüben bei Caro, meine sind hier:

Puh, war das ein Tag. Selten war ein 12. so prädestiniert dafür, vertagebuchbloggt zu werden. Und selten habe ich mich vor einem Tag im Homeoffice so ob der Logistik gestresst. Am Ende ist dann allerdings fast alles gut gegangen und jetzt bin ich extrem erleichtert, rechtschaffen müde und sowas von bereit fürs Wochenende…

Der Tag begann mit einem Zahnarzttermin für Nimbin, dem Zahnstein entfernt und ein kleiner Zahn gezogen werden musste. So gesehen begann der Tag schon gestern Abend, denn vor der Narkose durfte er 12 Stunden lang nichts essen. Das bedeutete auch für Noosa und mich mitfasten, und zwar ab 21 Uhr. Morgens war ich dann etwas nervös, was die Katzen zum ausbleibenden Frühstück sagen würden – zum Glück war der Termin schon um 9.

Nachdem mich Nimbin gegen halb 7 geweckt hatte, tat ich ganz lange so, als würde ich noch weiterschlafen, um zu suggerieren es sei noch gar nicht Frühstückszeit.

 

Als dann auch mein tatsächlicher Wecker geklingelt hatte und die Blase drückte, musste ich zwangsläufig aufstehen, lenkte Nimbin aber mit einer Fensterrentner-Session ab, das liebt er.

 

Dann verklickerte ich ihm, dass er heute zum Zahnarzt muss – der Blick spricht Bände!

 

Die Transportkiste wurde mit Kuscheldecke und Katzeninze präpariert und während ich versuchte, Nimbin willenlos zu streicheln, wurde Noosa zwischenzeitlich sehr neugierig.

 

Dann ging alles sehr schnell, Kater in die Box, Box in die Tram, ab zum Tierarzt.

 

Wieder zuhause fragt Noosa aufgebracht, wo ich denn ihren Bruder gelassen hätte.

 

Ich fahre den Arbeitslaptop hoch und setze mich ins Schaukelstuhl-Office, bis es Zeit wird, Nimbin wieder abzuholen. Auf dem Heimweg passiert mein Alptraum: Die Transportkiste geht kaputt und knallt auf den Boden. Oben und an der Seite liegen die Türen jetzt locker auf und lassen sich nicht mehr verschließen. Zum Glück ist Nimbin noch so benommen und ängstlich, dass er sich nicht unter seiner Kuscheldecke hervorwagt und ich ihn sicher nach Hause bringen kann. Die Box ist jedoch hin und bis zur Kontrolle in zwei Wochen muss ich Ersatz besorgen. Außerdem bekommt der kleine Racker jetzt morgens ein paar Tage Schmerzmittel.

 

Ich arbeite weiter, bis es klingelt. Erst wird mein neuer Kühlschrank geliefert…

 

…und zwei Stunden später dann mein neues Bett, dass morgen noch mit vereinten Kräften zusammengebaut wird.

 

Nach Feierabend gehe ich noch kurz etwas einkaufen, so ein Kühlschrank will ja auch gefüllt werden, und dann gibt es Abendbrot: Warmes Naan aus dem Ofen mit Avocado und Tomaten. Hinterher wird noch ein wenig geräumt – der Hase und einer seiner zukünftigen Mitbewohner sind da, um schon mal einen kleinen Teil des Auszugs anzugehen.

 

Später am Abend ist der neue Kühlschrank einsatzbereit und wird von mir bestückt. Der vom Hasen darf jetzt abtauen und in zwei Wochen dann ausziehen in sein neues Quartier.

 

Und jetzt geht es in die wohlverdiente Badewanne und danach für eine letzte Nacht ins provisorische Sofa-Bett!

Erstaunliche Energien

Es ist ganz erstaunlich, zu welch körperlichen Höchstleistungen ich fähig bin, wenn mich etwas sehr aufregt. Also das Konzept des Abreagierens ist mir durchaus bekannt, aber gerade habe ich es am eigenen Leib erfahren: Auf einmal ist trotz Müdigkeit jede Menge Kraft und Energie da, es werden Dinge erledigt, die sonst noch Wochen prokrastiniert worden wären und hinterher ist viel weniger Wut da. Gute Sache das.

Man wünscht sich fast noch mehr Wut, oder eine regelmäßige Wutzufuhr, um einfach mehr zu schaffen. Aber auf die Dauer wäre das ja auch ein bisschen anstrengend… Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich beim nächsten Wutschub auch noch das letzte Fitzelchen des hässlichen Bodenbelags, den unsere Vormieter hier auf dem original (oder zumindest nach originalen Vorgaben verlegten) Bauhausstil-Linoleum verteilt haben, entfernt bekomme. Und irgendwann den ganzen schrecklichen Kleber, mit dem sie es festgekleistert haben, weggeschrubbt habe. Das wird schön. Immer positiv denken!

1000 Fragen on the road 4

Der letzte Dienstreisentag für eine Weile und jetzt bin ich wirklich ganz schön müde, deswegen auch heute wieder einfach nur die nächsten der 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

291. Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust es heute aber nicht mehr?

Ich könnte jetzt ganz banal sagen: Alles. Denn ich habe ja heute keine Beziehung und früher hatte ich mal eine, sogar mehrere insgesamt. Aber ich weiß ja, wo die Frage hingeht. Ich denke da natürlich gerade recht viel darüber nach, was ich aus der letzten Beziehung gelernt habe und was ich in Zukunft anders machen würde. Mir ist noch nicht viel dazu eingefallen, weil ich das Gefühl habe, dass wir schon vieles richtig oder besser gemacht haben, als das in meinen vorherigen Beziehungen der Fall war. Zum Beispiel, zu versuchen die andere Person so anzunehmen und sein zu lassen, wie sie ist. Sich nicht daran zu halten, was „man“ halt so macht, sondern eigene Wege zu finden. Sich in Konfliktsituationen in die andere Person hineinzuversetzen und versuchen zu verstehen, wie ihre Sicht auf das eigene Verhalten ist. Sich zu erzählen, was im eigenen Leben so vor sich geht, um immer wieder Nähe und Verständnis herzustellen. Bis zu einem gewissen Punkt hat das alles gut geklappt.

 

292. Was hoffst du, nie mehr zu erleben?

Eine Situation wie die in dem Auto, aus dem ich neulich ausgestiegen bin.

 

293. Gilt für dich das Motto „Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss“?

Situationsabhängig ja. Manchmal siegt dann aber doch die Neugier.

 

294. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer?

Manchmal muss ich die Meinung anderer hören, um meine eigene herauszufinden oder zu bestätigen, bevor ich eine Entscheidung treffe. Also ich gleiche ab, inwieweit mir die Meinung der anderen zusagt und erkenne dann, wie meine Einstellung dazu ist. Meistens bleibt die Entscheidung am Ende diejenige, die ich aus dem Bauch heraus getroffen hätte, aber ich bin mir dann sicherer dabei.

 

295. Bist du ein Zukunftsträumer oder ein Vergangenheitsträumer?

Ganz eindeutig eine Vergangenheitsträumerin. Gerade im Moment, wo die Zukunft noch reichlich ungewiss ist. Natürlich wäre es am schlausten, weder in der Zukunft, noch in der Vergangenheit zu leben und sich einfach auf das Jetzt zu konzentrieren, aber meine Vergangenheit ist schon sehr stark in mir.

 

296. Nimmst du eine Konfrontation leicht an?

Ich musste beim Lesen der Frage schmunzeln und fühlte mich ertappt. Also ja, tue ich. Wobei es Umstände gibt, in denen ich versuche, mich nicht dazu provozieren zu lassen.

 

297. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter?

Ich kann mich nicht so tief, ausdauernd und akribisch in ein Thema verbeißen, wie sie. Ich bin weniger aufopferungsvoll als sie. Und ich brauche mehr Zeit für mich und Zeit mit Freund*innen ohne meinen Partner als sie. Oh und ich habe deutlich mehr Erfahrungen im Anbahnen und Beenden von Beziehungen als sie, denn sie ist mit meinem Papa zusammen, seit sie 20 war. 😉 Wenn ich meine Beziehungshistorie hochrechne, werde ich ungefähr 14 davon gehabt haben, wenn ich in ihrem Alter bin.

 

298. Wo bist du am liebsten?

Am Meer/See/Fluss, im Zug/Bus mit Zeit für mich, im Bett, auf der Couch, in der Badewanne, wo es warm ist, wo es gutes Essen gibt, wo ich ich sein kann.

 

299. Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet?

Ganz allgemein: Ja. In manchen Situationen etwas zu viel, von manchen Vertretern etwas zu wenig… Im Schnitt passts.

 

300. Was ist dein Lieblingsdessert?

Wie, Lieblingsdessert?!?! Nur eins?! Auf einer Speisekarte suche ich mir meist das ungewöhnlichste aus, zum Beispiel Vanilleeis mit warmen Feigen und grünem Pfeffer. Oder Mango-Crème-Brûlée. Überhaupt sind mir fruchtige Sachen meist lieber als solche ohne Obst. Aber auch eine gute Mousse au chocolat, ein Flan oder Milchreis mit Rosenwasser kann unglaublich toll sein. Wenn es ein Buffet gibt, versuche ich jedes Dessert zu kosten – außer so Fertigsachen wie Paradiescreme, die verstopfen nur unnötig meine Dessertmagenkapazitäten.

 

1000 Fragen on the road 3

Schon wieder bin ich auf Dienstreise, es ist quasi wie verhext. Deswegen heute auch wieder kein ausführlicher aktueller Blogpost, sondern die nächste Runde der 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

281. Malst du oft den Teufel an die Wand?

Die Redensart impliziert für mich, dass man das gegenüber anderen Menschen tut – halt ein Bild malt, was andere sehen. In diesem Sinne tue ich das selten, ich glaube die meisten Menschen sehen mich immer als Optimistin. Innerlich gibt es allerdings durchaus Situationen, in denen ich mir Szenarien deutlich schlimmer ausmale, als sie dann tatsächlich sind.

 

282. Was schiebst du zu häufig auf?

Ich war diese Woche zum ersten Mal seit ungefähr 10 Jahren beim Augenarzt. Außerdem auch gerne Papierkram oder Haushaltsaufgaben, die über das hinausgehen, was unbedingt notwendig ist, aka für einen ausreichenden Vorrat an sauberer Kleidung, sauberem Geschirr und Besteck, Katzenfutter und Katzenstreu zu sorgen.

 

283. Sind Tiere genauso wichtig wie Menschen?

Ich glaube, dass es bestimmte Tiere gibt, die für bestimmte Menschen einen ebenso hohen oder gar höheren Wert als Menschen haben. Ich selbst hatte noch nie so eine Beziehung zu einem Tier, auch wenn ich die jeweils in meinem Haushalt lebenden Tiere schon immer schrecklich lieb habe. Auf einer abstrakteren Ebene muss ich wohl Tiere unwichtiger finden als Menschen, ich esse sie schließlich und konsumiere Dinge, die sie mit ihrem Körper produzieren. Das tue ich mit Menschen nicht.

 

284. Bist du dir deiner selbst bewusst?

Mal mehr, mal weniger, so achtsamkeitstechnisch. Oder ich verstehe die Frage nicht.

 

285. Was war ein unvergesslicher Tag für dich?

Am meisten weiß ich über die Tage, die irgendwelche einschneidenden Veränderungen in mein Leben brachten, weniger über solche, die einfach schön waren. Von denen bleibt meist eher so ein allgemein wohliges Gefühl, auch wenn ich die Details des Ablaufs eher vergessen habe. Ein solch einschneidender Tag war der Frauentag 2006, an dem meine erste Beziehung offiziell beendet war. Da kann ich mich noch sehr genau an alles mögliche erinnern – Zeitabläufe, Gefühle, Worte, Gesten, mit wem ich wann darüber gesprochen habe, der Abdruck des Ringes auf meinem nun leeren Finger, die Reaktionen der Anderen etc. etc.

 

286. Was wagst du dir nicht einzugestehen?

Die Schwächen, die ich eventuell nicht beheben werde können.

 

287. Bei welcher Filmszene musstest du weinen?

Das sind ziemlich viele, je nach Gemüts- und Hormonzustand gibt es einfach Rührungstränen. Und manchmal ist dann etwas auch wirklich sehr traurig – wenn etwas endgültig vorbei ist oder scheint. Zum Beispiel gegen Ende von Before Sunrise, wenn Jesse und Cecile auf ihre Verabschiedung zusteuern. Oder 9 Jahre später in Before Sunset, wenn herauskommt, dass das damals verabredete Treffen hätte stattfinden können und sie sich verpasst haben. Oder wenn Peter in Finding Neverland auf der Parkbank sitzt und um seine Mutter weint. Oder wenn in Love Actually bei der Trauung plötzlich die Bläser aufstehen. Oder, oder, oder…

 

288. Welche gute Idee hattest du zuletzt?

Im richtigen Moment aus einem Auto auszusteigen.

 

289. Welche Geschichten würdest du gern mit der ganzen Welt teilen?

Die, die ich hier verblogge. Und vielleicht schaffe ich es irgendwann einmal auf einigen roten Fäden meines Lebens etwas größeres zu spinnen.

 

290. Verzeihst du anderen Menschen leicht?

Im Normalfall schon. Oder ich kann zumindest wieder normal mit ihnen umgehen, auch wenn einige Wunden noch lange bleiben werden.

Was schön war und ist

Gerade ist die Stimmung merkwürdig und wenig ausbalanciert, ich möchte aber lieber nicht darüber schreiben und mich lieber auf schöne Dinge konzentrieren. Deswegen hier eine Liste von Sachen, die in den letzten Tagen schön waren.

  • Das hoch emotionale, augenöffnende und befreiende Gespräch mit den Kolleginnen am Freitag und die daraus resultierende Planung eines gemeinsamen Abends bald
  • Der Abend mit der Freundin am Freitag, mit tollen Gesprächen und schöner Musik und noch mehr überraschend entdeckten Gemeinsamkeiten
  • Der Nachmittag mit den Ellis am Sonnabend – zwischen Sonnenschein, Kunst, Schwänen, Schildkröten und Johannisbeerkuchen
  • Die Zeit mit der Freundin und ihren beiden Kindern gestern – ein Baby zum Kuscheln und ein 6jähriger für die wirklich wichtigen Gespräche
  • Mit der zukünftigen Mitbewohnerin in der Sonne auf der Wiese liegen und mal über anderes sprechen als das zukünftige Zusammenwohnen und alles, was damit zusammenhängt
  • Mit der zukünftigen Mitbewohnerin über das zukünftige Zusammenwohnen sprechen
  • Der Abend mit Freunden gestern, mit unheimlich klug-albernen Gesprächen, einem lange nicht mehr gespielten Spiel und überraschend leckerem Sanddornwein – und wieder einmal sind es größtenteils Rostocker*innen, die für die Großartigkeit verantwortlich sind
  • Im Wartezimmer beim Augenarzt heute mal ziemlich viele Buchseiten am Stück lesen
  • Auch 11 Jahre später sind meine Dioptrien-Werte noch unverändert – demnächst such ich mir ne neue Brille aus und trag die dann vielleicht auch einfach mal
  • Das Rumgeflachse mit den Kolleg*innen heute
  • Trotz schmerzender Schulter vom Schleppen gestern heute fast problemlos das Sportprogramm absolviert
  • Kuschelige Katzen sind kuschelig

 

Da kommt doch einiges zusammen, sehr schön. 🙂