28.10.2026 – Verzögerungen im Betriebsablauf

Die Nacht ist so, wie die Nächte gerade sind, aber das Homeoffice verzeiht da ja vieles. Nach ausgiebigem morgendlichen Reboot finde ich mich rechtzeitig mit Frühstück am Schreibtisch wieder. Es gibt heute Weißbrot mit Erdnussmus und Quittengelee, Birne, Trauben und eine ganze Teekanne voll London Fog – immer noch mit Vanillezucker, weil ich noch keinem Vanillesirup über den Weg gelaufen bin.

Der Arbeitstag hat eine gute Mischung aus Meetings (drei) und Stillarbeit für mich parat, Noosa ist besonders im Teammeeting sehr präsent und lockert mit Begeisterung die Stimmung auf.

Mittags gibt es mehr Stullen – mit Avocado-Kichererbsenaufstrich, veganem Pastrami und Emmentaler, dazu Karotte. und immer noch Tee.

Ab dem Nachmittag immer mal wieder Zwischenstände von Liebstem und Teilzeitkind, die im Mietwagen nach Westen unterwegs sind, was staubedingt heute keine Freude ist.

Zum Feierabend ziehe ich mit Sporttasche los und erlebe dann mein eigenes Verkehrsdesaster als die S-Bahn erst zu spät kommt und uns dann nach einer Station wieder herauswirft wegen Schaden am Zug. So würde ich meinen Sportkurs verpassen und laufe also wieder nach Hause, nicht ohne dem Liebsten am Telefon davon zu berichten, bei dem sich der Stau gerade endlich auflöst.

Zuhause mehr Tee (jetzt nur noch Minze) und Überlegungen zum Abendbrot. Weil der Ofen immer noch unbenutzbar ist, backe ich Kürbis im Speiseföhn, dazu gibt es selbst gemachten Kräuterquark und ordentlich Knoblauch.

Dabei und danach höre ich die neue Folge Hotel Matze mit Stefanie Kloß und hänge diversen Gedanken und Assoziationen nach. Zur alten „Heimat“ und der Situation dort (Ich bin emotional da viel abgenabelter als sie, aber ob das so gut ist?), zu Erinnerungen an die Schulzeit und wie sie sich zeitlich in ihre Biographie einordnen lassen (die Runde auf dem Schulhof vor 30 Jahren, ich in der 6. oder 7. Klasse, sie ein Jahr jünger), die Projekttage mit dem Hund von Baskerville, ihr Auftritt auf der Schuldisko (oder Talentwettbewerb?) mit Never Ever, ihre Kunst-Jahresarbeit mit Gitarre und CDs, die danach noch lange im Schulhaus hing, mein letzter Schultag, als wir zusammen das damals aktuelle Soloalbum von Farin Urlaub gehört haben. Schon verrückt, dass ich heute viel mehr über sie weiß als damals.

Ich war auch dabei, als sie noch unter altem Namen aber schon mit späteren Hitsongs einen Bandwettbewerb gewonnen haben und es irgendwie komisch und kitschig fand, dass sie jetzt auf Deutsch singt. Little did I know. Dann ging es richtig los mit der Karriere und ich habe in Rostock den halben Chor überredet, teure Tickets für Jeanette Biedermann zu kaufen, um die Vorband zu supporten. Da haben wir uns noch per E-Mail für hinterher verabredet. Genauso wie etwas später bei einem Konzert in Warnemünde.

Nicht getroffen haben wir uns bei einem Konzert in der alten Heimat, das als Geheimgig unter altem Namen stattfand. Über das habe ich aber damals, vor 20 Jahren, gebloggt, was dann dazu führte, dass ich den Indiejungen wieder traf und dann mit ihm gute zwei Jahre zusammen war. Huch.

In Berlin habe ich sie dann auch noch zweimal getroffen, beide Male per Zufall, aber sie wusste beim zweiten Mal noch, wo ich beim ersten Mal gearbeitet habe und fragte, wie das so läuft. Danach dann nur noch im Fernsehen und einmal von weitem bei einem Konzert, obwohl sie eine Zeitlang nicht weit von hier wohnte und mit einer Kollegin von mir im gleichen Geburtsvorbereitungskurs war.

Aber: Immer, wenn sie öffentlich den Mund aufmacht, sagt sie ziemlich coole Sachen und das ist sehr schön und ich könnte das auch gerne so gut.

Jedenfalls, gedanklich geht es beim Hören weit in die Vergangenheit und höre dann auch noch ein paar Songs, alte und aktuellere Kollaborationen zu politischen Themen. Und dann ist irgendwie mein Zeitfenster für aufmerksames Lesen schon wieder verflogen. Ich versuche es nochmal kurz, als ich später im Bett liege, aber keine Chance. Leicht schlechtes Gewissen dem Buch gegenüber, aber das war trotzdem eine sehr lohnenswerte Abendbeschäftigung.

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