Blase und Noosa wecken mich und bevor ich nochmal die Augen zu mache, checke ich kurz die Uhrzeit und sehe, dass der Wecker in einer guten halben Stunde klingelt. Dann bleibe ich mal besser wach und beginne den morgendlichen Reboot, den ich dann auch komplett schaffe, bevor ich aufstehen muss. Beim tief Durchatmen auf dem Balkon geht gerade die Sonne auf.

Als ich aus dem Haus gehe – wieder im Wintermantel, das bleibt jetzt wohl erstmal so – ist es dann schon richtig hell, oder was man uns um diese Jahreszeit dafür verkauft. Ich bringe den Müll weg und telefoniere auf dem Weg zur Bahn mit dem Liebsten. Zwei S-Bahnen und eine U-Bahn später bin ich im Büro, mache Kaffee und gieße mir Milch ins Pumpkin Spice Latte Müsli mit Birne. Der Arbeitstag ist ganz schön voll, mit fünf Meetings in unterschiedlichen Konstellationen. Mittags hole ich mir mit Kolleginnen eine Linsensuppe und dann essen wir zusammen mit Blick auf den Fluss.

Zum Feierabend geht es dann wieder mit U-Bahn und zwei S-Bahnen zurück in den Pberg, dort weiter mit der Straßenbahn zum Haustierbedarf. Von da schleppe ich zusätzlich zur schweren Arbeitstasche noch zwei Tüten Katzenstreu nach Hause. Dort angekommen atme ich einmal kurz durch, packe meine Tasche aus und stelle fest, dass ich das Ladegerät vom Laptop im Büro vergessen habe. Ich gehe kurz die verschiedenen Optionen durch und muss feststellen, dass kein Weg daran vorbeiführt, jetzt zurück ins Büro zu fahren und es zu holen.
Aus Zeitgründen nehme ich ein Taxi nach Kreuzberg und bin mal wieder überrascht, wie schnell das im Vergleich geht. Kostet aber auch (mit Trinkgeld) 26 Euro. Immerhin ein E-Auto, beruhige ich mich. Im Büro ist sogar noch ein Kollege da, der sich ziemlich erschreckt, als ich reinkomme. Ich schnappe mir das Ladegerät, laufe zur nächsten großen Straße und nehme das nächste Taxi zurück in den Pberg, diesmal nur 22 Euro, denn es geht woanders hin.
Insgesamt dauert die ganze Aktion knapp 50 Minuten, aber dann bin ich mit nur wenig Verspätung im Restaurant, wo schon der Liebste auf mich wartet. Jetzt dann doch mal ernsthaft das Siebenjährige feiern!

Wir trinken Campari Spritz und teilen uns Antipasti und Bruschette. Dann gibt es einen offenen Weißwein (der Vermentino ist gerade aus, wie der andere heißt, ist nicht ganz klar) und hausgemachte Pasta. Für den Liebsten sehr gute Carbonara, für mich mit Butter, Anchovis, Meeräschen-Bottarga und Zitrone – sehr gut.

Uns gehen natürlich die Gesprächsthemen nicht aus, aber nebenbei hören wir auch am Nebentisch mit, wo eine Gruppe kanadischer Wissenschaftler*innen das Ende einer Konferenz feiert – am Tag nach dem erfolgreich gescheiterten Referendum in Alberta. Als sie aufbrechen, kommen wir kurz ins Gespräch und einem von ihnen fällt der Cows-Pullover auf, den der Liebste trägt. Kurzes Fachgespräch über die besten Sorten, wir können uns problemlos auf das P.E.I. Blueberry Sorbet einigen.
Dann machen wir uns auch auf den Heimweg und bemühen noch einmal die Straßenbahn. So viele verschiedene Verkehrsmittel an einem Tag benutze ich ja auch eher selten.
Zuhause angekommen hat Noosa gerade frisch einen riesigen Haarballen in viel Flüssigkeit auf die Bettdecke appliziert, so dass wir erstmal noch das Bett frisch beziehen, bevor wir uns hineinlegen und noch zwei Folgen Being Erica schauen, bevor uns die Augen endgültig zu fallen. What a day.