Briefe von Nimbin

Liebe Mamamiez,

jetzt ist es schon eine Woche her, dass man uns von Zuhause entführt hat. Die Fahrt im Auto war ganz schön lang, viel länger als zum Tierarzt! Noosa hat ganz große Angst gehabt und sich nicht gerührt. Ich nicht! Ich hab mich ein bisschen mit den Menschen unterhalten und die vielen Lichter beobachtet.
Als der Korb wieder aufging waren wir an einem sehr seltsamen Ort. Man hört keine Vögel oder anderen Tiere, es weht kein Lüftchen und vor dem Himmel sind Glasscheiben. Die tun ganz schön weh, wenn man dagegen springt! Dafür gibt’s ne Menge andere merkwürdige Geräusche, es blubbert und gluckert und summt und rummst ab und zu.
Noosa hat sehr viel Angst und traut sich nur aufs Klo oder zum Essen, wenn die Menschen nicht da sind. Ich heb ihr dann immer ihr Essen auf. Aber wenn sehr viele Menschen hier sind, dann verstecke ich mich auch lieber.
Nachts gehen die zwei Menschen immer in das eine Zimmer und sind dann stundenlang still. Dann können wir uns so richtig austoben. Wir haben schon ein bisschen umdekoriert! Blumentöpfe gehören nämlich nicht auf Fensterbretter. Haben die beiden dann auch gleich eingesehen. Jetzt haben wir genug Platz zum Spielen.
Wenn sie nur nicht immer so laut wären und uns zu sehr auf die Pelle rücken würden, dann wäre es hier echt ganz angenehm.
Das Essen ist gut und das Wetter auch, hoffentlich sehen wir Dich bald wieder!
Liebe Grüße an Tantchen, die dicke Katze und meinen Kumpel Dietmar! 
Maunz!

Nimbin und Noosa

Heute sind sie eingezogen. So ganz zuhause fühlen sie sich noch nicht. Noosa liegt schon seit drei Stunden in der Transportbox und traut sich nicht hinaus.

Nimbin hingegen hat schon Küche, Bad, Wohnzimmer und Flur erkundet und hat mit einem beherzten Sprung an die Balkontür festgestellt, dass Fensterglas ihn nicht durchlässt.

Seitdem hockt er unermüdlich auf dem Fensterbrett in der Küche. Wenn ich ihn streichle, schnurrt er wie ein Uhrwerk. Auf der Autofahrt haben wir Händchen gehalten. 
Er ist tief drinnen ein Schmusekater. Nur kommt er eben noch nicht von seinem Fensterbrett hinunter. Aber das wird schon noch. Und Noosa? Mal schauen, was der Morgen bringt…

Nur folgerichtig

Als ich vor fünfeinhalb Jahren nach Berlin zog, zum ersten Mal ganz allein in eine eigene Wohnung, ohne Mitbewohner, da war eines der Highlights meiner Nachbarschaft die Plansche. Kaum kam die Sonne länger raus, sprudelte dort das Wasser und kleine Kinder tobten und lärmten und bespritzten sich. Ein Traum. Bei jedem Vorbeikommen streifte ich die Flip Flops ab und watete selbst hindurch.

Die Plansche ist seit diesem Sommer gesperrt. Die Apotheke ist weggezogen. Das kleine gemütliche Café mit selbstgebackenen Köstlichkeiten, das zwischenzeitlich aufgemacht hatte ist schon lange wieder fort… Meine Eltern und mein Bruder, die fünf bzw. fünfzehn Gehminuten entfernt wohnten, sind auch schon längst woanders. Und so ist es nur folgerichtig, dass ich da weggezogen bin.
So meine Gedanken, als ich am Dienstag zum letzten Mal die Stufen in die Wohnung hinaufstieg.
Aber einiges werde ich schon vermissen: Den Blick auf den Fernsehturm vom Wohnzimmer (hier im neuen Kiez müssen wir erst runter auf die Straße gehen, um ihn zu sehen), die zwei Programmkinos im Umkreis von 10 Fußminuten (dauert jetzt _deutlich_ länger) und der Volkspark Friedrichshain quasi vor der Tür. Zum nächsten Park braucht man jetzt mit dem Fahrrad 10 Minuten und das Freiluftkino ist in weite Ferne gerückt. Dafür gibt’s das Hörspielkino fußläufig, ebenso wie diverse Einkaufsmöglichkeiten und vor allem Freunde. Dieses „man kann mal eben spontan vorbeigehen“ habe ich aus meiner Rostocker Zeit mehr vermisst, als es mir bewusst war. Tolle Sache das! 
Also: Neuer Kiez rockt. (Ebenso wie bunte Wände und Fenster, Riesenbalkon mit Vogelhaus, Zusammenwohnen, Aquarium, Weihnachtsbaum und ab nächstem Wochenende Katzenkinder. Wir werden ein echtes Miezhaus und hier gibt’s dann bestimmt regelmäßigen Cat Content. Ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung dieses Blogs. Läuft.

Möhrensuppe Carribean Style

Heute Abend bin ich allein zuhause und habe mir aus den Vorräten mal eben ein Süppchen zusammengerührt – frei Schnauze, so dass ich Euch nur die Zutaten, nicht aber die Mengen nennen kann. Die Suppe ist unglaublich lecker, sieht farblich aber wenig spektakulär aus (aufgrund der Kombination von lila und gelben Möhren wird das irgendwie… bräunlich), deswegen gibt’s auch keine Fotos. Here goes:

1. Möhren, Äpfel, Knoblauch und Ingwer schälen und in Stücke schneiden
2. In einem Topf Palmöl schmelzen und die Zutaten darin anschwitzen
3. Palmzucker dazu und alles etwas karamellisieren lassen
4. Mit Wasser ablöschen bis alles bedeckt ist
5. Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und in meinem Fall schnödes Currypulver dazu (bei mehr Zeit und Ambition kann man das natürlich auch selber mischen)
6. Köcheln lassen, bis alles weich ist und dann pürieren
7. Den Saft einer halben Limette zugeben und noch einmal aufkochen lassen
8. Nach Belieben Kokosmilch dazugeben, bis Konsistenz und Schärfegrad passen
Komplett vegan, schnell und schön exotisch. Macht satt, warm und zufrieden!

Ein neues Kapitel

Heute ist der erste komplette Tag in unserer neuen gemeinsamen Wohnung. Noch ist eine ganze Menge zu tun. Alles steht voller Kisten. Ein ganzer Raum ist noch so gut wie nicht betretbar und steht voller Möbel und Zeug (und Kisten). Wir haben ungefähr eine doppelte Kücheneinrichtung, deren Quintessenz gefunden werden und dann in der leider nur einfachen Küche Platz finden muss. In beiden alten Wohnungen stehen noch ein paar Dinge, die wir in den nächsten Wochen holen müssen, ein IKEA-Besuch steht definitiv an und auch der Baumarkt wird nochmal heimgesucht werden müssen. Und heute in drei Wochen ziehen dann Noosa und Nimbin, unsere neuen kleinen Miezen hier ein.

Es ist also alles weit von „fertig“ entfernt. Trotzdem fühlt es sich grad unheimlich gut an. Ein ganz großer Etappensieg wurde gestern errungen. Die letzten Wochen waren – besonders für den Mann, ich war und bin ja gehandicapt – extrem anstrengend. Deswegen steht heute erst einmal vor allem Couchen und Fernsehen an. Und vielleicht ein paar Kisten auspacken – hatte ich erwähnt, dass wir noch Kisten rumstehen haben? Haben wir. Viele. Unzählige Kisten. So viele, dass gestern dann nicht alles in den Umzugswagen passte, dass die Umzgshelfer kurz vor dem Nervenzusammenbruch standen und ich sie nur mit Kuchen wieder versöhnen konnte. Ich hoffe, sie werden mir verzeihen, wenn sie sehen, wie schön so ein Zimmer voller Bücher aussieht. Ich werd dann auch mal ein paar Shelfies machen…

Timing, Universum, Schicksal

Schicksal ist ja manchmal ne Bitch, zusammen mit dem Universum und Timing hat es sich einfach mal gegen mich verschworen. Nachdem ich neulich schon ein Weilchen mit Schmerzen durch die Gegend lief, arbeiten ging und sogar Yoga machte, ging ich doch mal zum Arzt und ließ mich krankschreiben. Es wurden ein paar Untersuchungen angesetzt, aber so richtig gefunden wurde nix. Ich hätte halt Stress, physisch würde mir nix fehlen. In der Nacht vor dem Ende meiner Krankschreibung dann plötzlich so starke Krämpfe, dass ich von ihnen ohnmächtig wurde, dummerweise dabei auf den Rand meiner heißgeliebten Badewanne gefallen bin (was hab ich der bitte getan?) und mir dabei zwei Rippen brach.

Abgesehen davon, dass mein erster Bruch in immerhin 30 Jahren schon ein Erlebnis war und dieses ganze Nachts-in-die-Notaufnahme-fahren auch spannend und interessant, hätte ich mir das doch irgendwie gerne erspart. Ein paar Tage Krankenhaus waren ja irgendwie auszuhalten (Scrubs-Marathon auf dem iPhone, dafür dann auch zum ersten Mal in meinem Leben gedrosselt worden…), aber dass darauf Wochen von neuen Schmerzen und unbedingte Schonung folgen mussten war schon irgendwie doof. Der Bruch ereignete sich nämlich genau eine Woche, bevor wir den Schlüssel für die neue Wohnung bekamen, in der dann noch gemalert und Laminat verlegt werden musste. Und genau einen Monat, bevor wir unsere beiden Wohnungen zusammenpacken und in die neue verlagern wollen. Großes Kino, da mal eben komplett auszufallen!

Aber hilft ja nix. Also muss organisiert werden, und das ne Menge. Farben und Laminat aussuchen ging so halbwegs auch von der Couch. Genügend Leute zusammentrommeln, um die Arbeiten auszuführen ist da schon ein wenig schwieriger. Die Momente, in denen ich mal kurz selbst den Pinsel schwingen wollte bescherten nur massenhaft neue Schmerzen, deswegen habe ich das schnell wieder gelassen. So langsam ist zum Glück inzwischen ein Ende in Sicht, aber die nächste Woche wird auf jeden Fall auch noch einmal spannend und stressig. Der Mann verbringt im Moment nämlich alle Freizeit in der neuen Wohnung, wo noch Scheuer- und Abschlussleisten angebracht und die Spuren der beiden Arbeits-Großeinsätze beseitigt werden müssen, damit nächste Woche dann die Möbel kommen können. Das bedeutet für ihn wenig Schlaf und für mich, dass ich alles Packen hier in meiner Wohnung mit Freunden und meinen Eltern bewältigen muss – vom Sofa aus. Klappt zum Glück ganz gut, so dass meine Wohnung wohl nächsten Sonnabend rechtzeitig für alle Schandtaten bereit sein wird. Seine Wohnung hingegen… Uiuiui. Nun ja, kommt Zeit kommt Rat.

Aber zurück zu Schicksal, Universum und Timing. Nachdem ich nun langsam die Schmerzmittel etwas reduzieren konnte und die Rippen scheinbar ganz gut zusammenwachsen, fiel meinem Körper auf, dass da ja noch andere Schmerzen sind. Die von vorher nämlich. Zum Glück nehmen mich die Ärzte inzwischen etwas ernster und geben sich Mühe. Bis jetzt haben sie schon zwei Ursachen gefunden. Für die eine muss ich zum Chiropraktiker, um mich „entkanten“ zu lassen. Für die andere muss ich ins Krankenhaus und eine kleine OP über mich ergehen lassen. Der Haken an der Sache? Beides geht erst, wenn die Rippen wieder anständig und stabil verheilt sind. Also vielleicht im Januar oder so. Man stelle sich hier einen mittleren Wutausbruch meinerseits vor.

So. Einmal durchatmen und träumen: Was wäre, wenn man mich gleich vernünftig untersucht hätte? Man hätte die beiden Dinge gefunden, mich sofort entkanten und dann kurz ins Krankenhaus schicken können. Wochen voller Schmerzen wären mir erspart geblieben und rechtzeitig zum Umzug wäre ich wieder voll einsatzfähig gewesen… Und ich hätte vielleicht noch weitere 30 Jahre bruchfrei bleiben können. Aber… Timing, Universum, Schicksal…

A bis Z

Nachdem da jetzt schon eine ganze Reihe an Leuten mitgemacht haben, war ich auch neugierig: Was passiert, wenn man nur einen Buchstaben in die Browser-Zeile eingibt? Bei mir:

A – admin.****.de
Das ist Arbeit.
B – behindthename.com
Sehr aufschlussreiche amerikanische Seite über Vornamen, Bedeutungen, Aussprachen etc.
C – cloud.feedly.com
Mein Feed Reader, ich war kurz erstaunt, dass da nicht Chefkoch kam.
D – drive.google.com
Jo…
E – en.wikipedia.org
Wie ich neulich beim Iron Blogger-Stammtisch lernte, steht das „en“ für enhanced 😉
F – facebook.com
Überraschung
G – gmx.de
Der Mail-Provider des Mannes. Er nutzt meinen Laptop mit, wenn er hier ist (nicht mehr lange, in 17 Tagen ist Umzug… Aaaaaaah)
H – hornbach.de
In 17 Tagen ist Umzug…
I – images.google.com
Is klar.
J – joeys.de
Dabei bestelle ich da echt selten und wenn nicht direkt über die Seite. Gibt wohl wenige Seiten mit J.
K – kinox.to
Ich, äh, also, hmmmm…
L – linkedin.com
Genau, ich nutz das Netz nämlich zum Werken!
M – mail.google.com
Mein Mail-Provider.
N – namenundmehr.forumprofi.de/index.php
Ja, ich interessiere mich sehr für Vornamen.
O – obi.de
In 17 Tagen ist Umzug… Wusstet Ihr übrigens, dass Obi Obi heißt, weil die Franzosen ja angeblich kein H aussprechen können?
P – pizza.de
Da bestelle ich nämlich immer. Und nicht nur Pizza.
Q – quittz.de
DAS Quittz
R – reisen.groupon.de
No comment.
S – spiegel.de
Nur für den Überblick, ihr wisst schon.
T – twitter.com
Logisch.
U – uni-rostock.de
Hach, Nostalgie…
V – vornamen-forum.de
Ja, ich bin ein Nerd.
W – wetteronline.de
Wetter is ja immer…
X – xing.com
Berliner Köpfe-Einladungen ablehnen…
Y – youtube.com
Puh…
Z – zeit.de
Ha, sogar noch was Gehaltvolles zum Schluss!
Gesehen u.a. bei: antischokke, Anke Gröner, Kaltmamsell.

Morgenlektüre

Krank sein ist ja total doof, vor allem, wenn man Schmerzen hat, die einen davon abhalten, den halben Tag zu verschlafen, weil man einfach nicht mehr entspannt liegen kann. Meine serielle Rippenfraktur ist genau so eine Krankheit. Immerhin habe ich aber so genug Muße, ganz entspannt meinen Feedreader durchzulesen. Hier ist das, was von heute Morgen hängengeblieben ist:

Eric Idle, Python-Fans kennen ihn als Loretta oder den Mann, der sich sehr für die sportlichen Interessen der Frauen seiner Mittrinker interessiert, hat einen sehr interessanten Blog. Heute hat er, ganz auf der Höhe der Zeit, enthüllt, was die NSA so vom Handy der Kanzlerin aufgeschnappt hat. Einziges Manko: Er hält sie für die Kanzlerin der DDR. Nunja, er ist ja auch schon 70… Hier gehts lang.

Frau Brüllen erklärt, wie einfach die Welt wäre, wenn einfach alle Leute so wären wie sie. Ein charmanter Gedankengang, durchaus. Muss mal überlegen, ob die Welt nicht noch besserererer wäre, wenn alle wie ich wären. Vermutlich allerdings nicht, dann lägen nämlich irgendwann alle mit gebrochenen Körperteilen auf der Couch und die Welt um sie herum würde vermüllen… Aber ich schweife ab. Vor allem fesselte mich hier die wundervolle Verwendung des mir komplett neuen Verbs „ausdeutschen“. Lies!

In Island gibt es Überlegungen, für Naturattraktionen Eintritt zu nehmen. Nicht ganz unverständlich, wenn die größten Sehenswürdigkeiten des Landes nun mal Wasserfälle, Geysire und Gletscher sind und die Touristen nunmal durchaus ihre Spuren dort hinterlassen. Der Island-Blog berichtet hier von geplanten Eintrittsgeldern am Geysir, allerdings auch hier, dass die Pläne noch unausgereift sind und durch einen Naturpass, also eine Art Flatrate, ersetzt werden könnten.

Ich hatte schon vor einiger Zeit mal darauf hingewiesen, wie ungeheuer wertvoll und wichtig Lamas für den Seelenzustand sind. Das hat nun auch Herm entdeckt. Inkl. Modern Family-Ausschnitt am Ende. Hach.

The Reel Girl mal wieder über die merkwürdige Darstellung von Frauenfiguren in Animations- und Fantasyfilmen (die Hälfte von uns sind Frauen und Mädchen, in Kinderbüchern und -filmen sind weibliche Figuren jedoch eine Minderheit) und die noch viel merkwürdigere Annahme, dass immer nur eine Frau gleichzeitig für ein politisches Amt kandidieren kann – zumindest in den USA. In Deutschland könnte ich mir Kraft vs. Merkel durchaus vorstellen. Trotzdem.

Maike erzählt auf Kleinerdrei über ihre verschiedenen Sprach-Identitäten, vom Badischen ihrer Heimat über das Kölsch ihrer Wahlheimat und wie sie es nicht schafft, trotz sechs Jahren in Berlin richtig zu berlinern. Und wie das mit dem Italienischen ist und dem Englischen. Ich sehe da eine ganze Menge Parallelen zu mir und bin nun inspiriert, einen ähnlichen Blog-Eintrag zu verfassen, in der Hoffnung, nicht einfach nur abzukupfern.

Wenn das stimmt, was der Flix da zeichnet, dann sind kleine Kinder also wie kleine Katzen?

Wie ich übrigens erst heute gemerkt habe, dass zwei Blogs die ich lese (den einen seit Jaaaaaaaahren, den anderen seit vielleicht knapp einem Jahr) und auch beide in meiner Blogroll habe von ein und der gleichen Person sind, wie es mich erst verwunderte und dann aber auch überhaupt nicht überrascht. Dieses Internet, ey.

Krankenhaus

Ich wusste ja gar nicht mehr, wie das so ist im Krankenhaus. Als Patientin war ich zuletzt 1988 oder ’89 mal „drin“ und auch das letzte Mal als Besucherin ist zum Glück auch schon wieder ne ganze Weile her. So von außen und von dem, was man so aus dem Fernsehen kennt, ist das alles nochmal ordentlich anders als von innen. Ich spiele schon mit dem Gedanken einer Krankenhausserie aus Patientensicht, hadere aber noch mit der Umsetzung. Wechselnde Protagonisten? Ein Protagonist pro Staffel? Oder doch eine Protagonistin, die von Station zu Station weitergereicht wird? Schwierig alles – vielleicht wird’s ja doch eher ein Spielfilm…

Auf jeden Fall gibt es genügend Stoff: Mehr oder weniger anstrengende Zimmernachbarinnen, die unzähligen routinemäßigen Unterbrechungen durch das Krankenhauspersonal, der Krach vor dem Fenster wenn man schlafen will, die vielen Lichter, die einen nachts beim Schlafen stören, die etwas abwesend wirkenden Pflegerinnen und Ärztinnen, das eintönige Essen, das mit einer ausgewogenen gesunden Ernährung genau nichts gemein hat… Und WLAN gibt’s auch nicht. Es ist ein Traum. Nicht. 
Und draußen ist so schönes Wetter. Möp. 

20 Dinge – Wisster Bescheid

1. Es fällt mir schwer, diese Liste überhaupt anzufangen, weil ich sowieso so gut wie keine Geheimnisse habe. Aber es geht ja zum Glück nur um Dinge, die dieses Blog noch nicht weiß, es sollte also schaffbar sein.

2. Seit ich die Kindle-App habe, lese ich immer zwei Bücher gleichzeitig. Eins aus Papier zuhause im Bett, wenn das Licht noch an ist oder wenn ich längere Zeit im Zug, Auto oder Flugzeug unterwegs bin, das andere auf dem iPhone in der Bahn, am Wasserkocher im Büro, mitunter auf dem Klo und im Bett, wenn das Licht schon aus ist. Die E-Books sind schneller durch.
3. Neben meinem Bett liegen diverse angefangene Bücher. Wenn ich in der falschen Stimmung für ein Buch bin oder mich was neues interessiert, fange ich das nächste an. Manche Bücher kommen nach Monaten unausgelesen zurück ins Regal. Passiert bei E-Books (bisher) nicht.
4. Auf einem Regal im Schlafzimmer befinden sich drei bedrohlich schiefe Stapel von Büchern, die ich geschenkt bekommen, gekauft oder gefunden habe und erst ins Bücherregal stellen möchte, wenn ich sie gelesen habe. Die Stapel wachsen seit Jahren, andere Bücher nehmen diese Hürde im Sturm, ohne Zwischenhalt. In der nächsten Wohnung brauche ich mehr Billys.
5. Es nervt mich, dass ich wegen der Wiedererkennbarkeit und weil Billy ein Eigenname ist, nicht die korrekte englische Pluralbildung Billies verwenden kann. Auf die lege ich einen gesteigerten Wert (mehr als bei manchen deutschen Regeln): Ponies, Hobbies, Babies und Parties!
6. Ich treffe wichtige Entscheidungen im Leben oft aus irrationalen Gründen, oder sogar gerade WEIL etwas dagegenspricht. Ich fordere mich gerne selbst heraus und hoffe zudem, dass die emotionale Komponente dafür sorgt, dass am Ende alles gut wird. Aktuelles Beispiel: Die neue Wohnung, die eigentlich zu teuer ist, auch aber nicht nur für ihre Größe. Aber sie ist Unesco-Weltkulturerbe, im Bauhaus-Stil gebaut, hat bunte Fensterrahmen und liegt in dem Kiez, in dem ich die ersten paar Wochen meines Lebens verbracht habe, bevor meine Familie aus Berlin wegzog und wo ich seitdem nie mehr wirklich war.
7. Ich nehme mir immer wahnsinnig viel vor, schaffe es dann aber meist nur für kurze Zeit. Das ist auch gar nicht schlimm, denn nach und nach werden die Sachen durchaus besser. Und alleine das Vornehmen gibt mir das gute Gefühl, mein Leben halbwegs im Griff zu haben.
8. Daraus resultierend alterniert meine Wohnung zwischen vorzeigbar und absolutem Chaos. Das ist aber auch OK, denn selbst das schlimmste Chaos hält nur für wenige Tage an. 
9. Ich bin wesentlich strukturierter und ordentlicher als früher, auch wenn es sich oft nicht so anfühlt.
10. Ich bin normalerweise immer für Wochen im Voraus ausgebucht mit Terminen, Verabredungen, Wochenendausflügen etc. Das führt zu Schlafmangel, Freizeitstress und häufigen Krankheitsphasen. Ich muss mir mehr freie Abende und Wochenenden einplanen, verstehe aber nicht, wie das gehen soll.
11. Mit 5 Jahren habe ich lesen gelernt. Seitdem wurden meine Eltern nie mehr morgens von mir genervt. Dafür waren Teile der ersten Klasse dann ganz schön langweilig und ich lernte, überheblich zu sein.
12. Je älter ich werde, desto lieber breche ich mit Konventionen und wenn es nur so harmlose, vorgeblich coole Dinge sind wie „Im Restaurant bestellt jeder was Anderes.“ Ich erzähle den anderen bis zur Bestellung auch sehr ungern, was ich ausgesucht habe. Wahrscheinlich gibt es da einen Zusammenhang.
13. Wenn ich eine geheime Superkraft habe, dann die, mir Namen und Daten zu merken. Ich schockiere regelmäßig Menschen mit detaillierten Anekdoten, an die sie sich nicht mehr erinnern können, kenne noch die Geburtstage und Namen aller Kellys, Beatles und Hansons und denke bei bestimmten Daten an die Geburtstage ehemaliger Mitschüler oder Jungs, in die ich verliebt war.
14. Ich bin ein pathologisches Fangirl. Musikalität, Intelligenz oder auch nur Followerzahlen beeinflussen mich nachhaltig und ich bin dann immer sehr aufgeregt und stolz, so „wichtige“ Leute kennenzulernen und zu supporten. Wenn ich die Leute dann besser kenne, werde ich wieder normaler. Manchmal ergehe ich mich aber trotzdem gerne im Namedropping, obwohl ich genau weiß, wie dämlich sowas ist. Wenn ich geflasht bin, sollen es die anderen gefälligst auch sein!
15. Ich habe viele Lebensmittelabneigungen aus meiner Kindheit hinter mir gelassen und esse heute gerne Butter, Knoblauch, Zwiebeln (wenn sie klein genug geschnitten oder ordentlich gar sind, nicht jedoch im Döner oder auf Salaten), Zucchini, Auberginen, Broccoli, Avocados, Ingwer, Sauerkraut, Spinat und nicht-rote Kohlsorten (außer Grünkohl, zumindest nicht klassisch). Ich kann auch mit Schwarzwurzeln und Fenchel umgehen. Sogar Kümmel geht in Maßen. Einiges wird aber wohl für immer unmöglich bleiben: Spargel, Lauch (außer zur Brüheherstellung), Rosenkohl (wobei ich da überzeugungswillig wäre, aber die klassische Herstellung ist definitiv nix für mich) und alles was mit Lakritze zu tun hat. Tees mit Süßholz drin verursachen mir Brechreiz. Anis ist auch eher schwer. 
16. Ich scheitere regelmäßig an der regelmäßigen Einnahme von Tabletten aller Art. 
17. Wenn ich krank im Bett liege, bin ich oft zu faul, mir was zu essen zu machen oder genügend Tee zu kochen. Wenn es mir etwas besser geht, koche ich dann hingegen schon wieder aufwendige Gerichte, weil ich ja mehr Zeit habe als im Alltag.
18. Überhaupt koche ich gerne und viel, aber hauptsächlich aus purem Eigennutz: ich will nicht langweilig essen. Wenn ich zu faul bin oder keine Zeit habe, esse ich lieber nichts oder bestelle was, als mir nur ne Stulle zu schmieren.
19. Ich versuche das zu umgehen, in dem ich tolle Aufstriche im Kühlschrank habe und auch aus dem Stullenschmieren ne Kunst mache.
20. Ich vergesse oft tagelang, mich um Pflanzen und Kräutertöpfe zu kümmern. Katzen und Kinder schreien dann zum Glück laut, sonst würde ich mir für die Zukunft sorgen machen.