Wenn das Wörtchen "Wenn" nicht wär…

…dann würde ich heute wahrscheinlich sowieso arbeiten und nicht krank auf der Couch liegen. Aber nehmen wir einmal an, ich wäre nicht krank und hätte trotzdem frei. Dann würde ich heute wahrscheinlich nochmal eine ordentliche Portion Plätzchen backen oder panisch rumlaufen und kleine Mitbringsel für die kommenden weihnachtlichen Besuche besorgen.

Denn morgen früh geht der Trubel los – Familie und Freunde, wohin man blickt. Zum Glück nicht allzu viele Autobahnkilometer, dafür aber bestimmt Unmengen an Essen, Geschichten, Weihnachtsfilmen und für mich neuen Traditionen. Zum ersten Mal werde ich zu Weihnachten eine Kirche betreten und neben der Befürchtung, dass es kalt oder zu langatmig werden könnte und der inneren Ermahnung, bloß die Atheistin nicht zu sehr raushängen zu lassen, finde ich das ganze auch sehr spannend. So vom ethnologischen Standpunkt aus betrachtet.

Ansonsten sind alle Geschenke bereits gepackt und die zwei Weihnachtskarten (Premiere auch das) und das Paket fürs Brüderchen und seine Freundin sind verschickt – man hat ja Zeit, wenn man krank ist und sich die letzten harten Tage im Büro spart. Ist auch ein schönes As im Ärmel, wenn mir der Trubel jetzt zuviel wird. Dann leg ich mich nämlich einfach mit einem guten Buch für ne Weile hin und fröhne meiner eigenen Weihnachtstradition: Lesen, lesen und lesen. Hab ich lesen schon erwähnt?

Spätestens, wenn meine Ma nachher gleich noch ihren selbstgebackenen Stollen vorbeibringt, ist wirklich Weihnachten. Und mit den vielen freien Tagen, ist es dann fast wie in den Weihnachtsferien früher: Keine Verpflichtungen, gutes Essen, nette Menschen und einfach ganz viel Zeit. Ein Traum!

Kulinarisches Erweckungserlebnis

Um mich dafür zu belohnen, dass ich vorhin tatsächlich noch rausgegangen bin, kaufte ich mir drei Filme. Den ersten, Martin Scorceses George Harrison: Living In The Material World, habe ich gerade gesehen – großartig übrigens! Man kann keinen Film über das Leben von George Harrison sehen, ohne dabei Lust auf indisches Essen zu bekommen. Also bestellte ich etwas bei Pooja und es war wirklich verdammt gut. Aber das Wahnsinnserlebnis war das Eis.

Bei den meisten Lieferservices kann man die üblichen amerikanischen Eissorten bestellen, die meisten indischen Restaurants haben Mango- und Lycheekompott und vielleicht noch Gulab Jamun oder ähnliches… In diesem Fall machte mich die Eiskarte neugierig: Zimtapfeleis, Vanille-Eis mit in Honig gebratenen Cashew-Nüssen… Das klang schon etwas anders. Also bestellte ich Mango-Eis (Überraschung!) und bekam eines der besten Mango-Eise [sic] geliefert, die ich je gegessen habe. Wundervoll cremig, mit Fruchtstücken, absolut natürlicher Geschmack und wunderschöne Farbe. Zudem wird es in einem Keramikbehältnis geliefert, das einerseits für die richtige Temperatur sorgt und andererseits sehr dekorativ ist und auf jeden Fall aufgehoben wird..

Selbstverständlich habe ich mal gegooglet – zum Glück stand der Name des Eisherstellers auf dem Gefäß – und es ist scheinbar eine Berliner Firma, die das Eis herstellt. Ich denke, ich werde nach und nach noch viele der tollen Keramiktöpfe (Matkas!) sammeln können. Und Ihr solltet das auch tun! (Mmmmhhhmmm… Die ganze Wohnung riecht nach Mango!)

(Klick führt auf die Webseite, auf der sich auch das Bild befindet, ich hoffe, die kostenlose Werbung stört niemanden ;))

Kann ja nich immer Facebook mit Essensfotos zuspammen

Dieser November sieht zwar bisher eher sonnig und warm aus – so sonnig, dass ich mir nach dem Mittagessen einen Frozen Yoghurt mit Himbeeren, Mango und Granatapfel gönnte, aber gegen Abend wurde meinem Gaumen doch winterlich zumute. Daher gab es Vegetarische Bällchen (ja, die heißen so), Gnocchi, Steinpilze und Apfelrotkraut. Alles Convenience, aber es musste ja schnell gehen und lecker war es trotzdem.

Odd one out

Gestern hörte ich Gespräche darüber an, wie schlimm Männer sind. Dass Männer und Frauen einfach völlig unterschiedliche Wesen sind, die einander nicht verstehen können. Dass man zwar nix gegen Ausländer habe, aber diese lauten türkischen Jugendlichen doch echt schlimm sein. Dass man, wenn man nach dem Dipl. Ing. auch noch das Lehramtsstudium mit Bachelor/Master ersetzt, Deutschland doch auch gleich in England umbenennen könnte. Dass Berlin eine schreckliche Stadt sei (Beweisführung: besagte laute türkische Jugendliche). Gut, dass die furchtbare elektronische Musik so laut war, dass ich mich nicht die ganze Zeit an der Unterhaltung beteiligen konnte/musste.

Meine Einwürfe, dass Männer und Frauen nicht so unterschiedlich seien und dass ich eine Menge Männer kenne, die ohne weiteres emotional und intellektuell in der Lage sind, mit Frauen sozial zu interagieren; dass auch deutsche Jugendliche laute Musik hören, dass das aber kein Grund sei, auszuflippen; dass bestimmt irgendwer darüber nachgedacht hat, ob es sinnvoll ist, die Studienordnung umzustellen und überhaupt man nicht immer alles so negativ sehen sollte, da das Leben wunderschön und viel zu kurz dafür sei; wurden mit merkwürdigen Blicken und abfälligem Schweigen bestraft. Ich war noch nie so froh, aus einem Restaurant rauszusein. Dabei war das Essen wirklich gut. Trotzdem brauchte ich danach einen langen Spaziergang durch die Herbstnacht nach Hause…

Programm für ein sinnstiftendes Wochenende

Leider etwas verspätet (Ursachen: zwei Stunden Arbeit und eine benutzerunfreundliche Vodafone-Webseite) beginnt jetzt das Wochenende. Und es soll ein großartiges werden. Amongst other things:

  • Kochen mit Freunden
  • Tanzen und/oder Filme gucken
  • Frühstücken oder Brunchen gehen
  • Flohmarkt
  • Grillen
  •  

    Auf jeden Fall viel Konversation, viel raus aus der Wohnung, viel Leben. Auf gehts.

    Zwei Neue in der Blogroll

    Nachdem ich Noah Sows Deutschland Schwarzweiß verschlungen habe – dank an die Pixelamazone für den Hinweis – möchte ich sowohl das Buch als auch den Blog der Autorin allen ans Herz legen, die nein, allen. Das Blog gibts hier.

    Und ein tolles neues Comic-Blog habe ich über Facebook gefunden – könnt Ihr sofort in Euren Reader übernehmen. 🙂 A Byoo-ti-ful Day.

    Und wo ich gerade am Empfehlen bin – seit einer guten Woche gibt es in Mitte ein neues Café, das Café International – nur ein paar Schritte vom gleichnamigen Kino entfernt in einem typischen DDR-Baracken-Bau, riesige Fenster, gemütliches Interieur, selbstgebackene Leckereien, interessante Zeitschriftenauswahl, superfreundliches Personal. Alle mal hin da! (Muss mal eruieren, ob sie da auch WLAN haben…)

    Krank sein

    Krank sein nervt

    • Wenn am kommenden Wochenende gefeiert werden soll und man noch nicht weiß, ob man dabei sein kann
    • Wenn man heute Abend deswegen nicht zum Kneipenquiz gehen kann
    • Wenn man die schöne freie Zeit, nicht dazu nutzen kann, tausend Dinge zu erledigen, die man gerne erledigen wollen würde
    • Man die meiste Zeit über kaum Appetit hat

    Krank sein hat aber auch Vorteile

    • Ohne schlechtes Gewissen die Arbeit links liegen lassen, sich nicht mitverantwortlich fühlen, während im Büro grad Land unter ist
    • Viel Zeit am schönsten Ort der Welt verbringen (mein Bett!)
    • Den ganzen Tag lesen, im Netz surfen, Filme gucken, Serien gucken, schlafen….
    • Wenn man – wenn dann doch Appetit da ist –  ne gute Ausrede zum Essen bestellen hat

    Deswegen heute – mal wieder – Pizza! Und ein Film. Hervorragend.

    PS: Eigentlich nur Zufall, aber vielleicht macht das Schule: Donnerstag scheint mein Fleisch-Ess-Tag zu werden. Letzte Woche Hühnersuppe, heute Pizza mit Beef und Bacon. An den Tagen dazwischen: Rein vegetarisch! Jawoll!

    Fleischeslust

    Ich bin ja eigentlich sowas wie ein inoffizieller Teilzeitvegetarier. Ich könnte mich theoretisch wochenlang nur vegetarisch ernähren. Vielleicht sogar, mit etwas Mühe, für immer. Ich versuche, wenn ich an einem Tag Fleisch gegessen habe, es am nächsten Tag sein zu lassen. Und einen fleischfreien Tag nicht plötzlich mit dem Abendbrot zu „verderben“.

    Nur so ganz lassen kann ichs nicht. Dazu bin ich zu sehr Genießer und es gibt Dinge, die mich dann doch immer wieder in Versuchung führen. Mal sehen, wie lange noch. „Eating Animals“ liegt zumindest schonmal auf dem Nachttisch. Ein bisschen hab ich Angst davor. Ein Freund las es und ist seitdem Vegetarier, obwohl er vorher nie für „sowas“ zu begeistern war. Vielleicht schiebe ich das Buch deshalb noch vor mir her.

    Nun, heute morgen zum Frühstücken außer Haus gab es ein English Breakfast. Mit Bacon. Bacon ist sonst nicht mein Stil. Aber in letzter Zeit war er immer sooo lecker, wenn er mir unterkam. (Bacon mit rohem Wirsing beim Winter Solstice-Essen in den kampanischen Bergen zum Beispiel). Und so ist auch auf der heute Abend zu bestellenden Pizza Bacon drauf.

    Wird Bacon der Untergang für mein Halbvegetariertum? Und für meine Problemzonen? Bleiben Sie dran.