Das Putz-Dilemma

Wenn sich das Leben einmal komplett dreht, dann hat man für so Sachen wie das Putzen der Wohnung einfach keinen Kopf. Hinzu kommt, dass wenn im Laufe eines Beziehungsendes einer die Wohnung endgültig verlässt, es sowieso ein bisschen aussieht wie auf einem Schlachtfeld. Kisten und Müllsäcke liegen und stehen herum, es stapeln sich Dinge, von denen man nicht sicher weiß, wer sie behalten wird oder ob sie nicht eigentlich sowieso in den Müll gehören. Um so etwas putzt sich dann ja auch schlecht herum.

Dazu kommt, dass man den Drang verspürt, alles neu zu ordnen, zu entrümpeln, umzuräumen und die alte gemeinsame Wohnung wieder zu einer neuen, eigenen zu machen, in der man nicht das Gefühl hat, dass irgendetwas oder irgendwer fehlt. Das bedeutet: Mehr Unordnung, mehr Kisten, mehr Müllsäcke, immernoch kein Putzen.

Irgendwann ist dann das Gröbste geschafft und man könnte eigentlich endlich saubermachen. Dann kommen die Berge an alltäglichen Ausreden: Morgens vor der Arbeit bleibt keine Zeit, abends ist man zu müde, am Wochenende ist man nicht da oder hat sich das Faulenzen verdient. Und überhaupt kann man ja in einem Rentnerhaus mit dünnen Wänden nicht einfach zu jeder Tages- und Nachtzeit den Staubsauger schwingen, wie man das gerne möchte. Achja und ein bisschen krank ist man ja auch noch.

Irgendwann reicht es dann aber und spätestens wenn sich Besuch erneut ankündigt, dem man beim letzten Mal noch erklären konnte, warum es gerade wie im Schweinestall aussieht, dem man aber nicht sagen will, dass sich in den Wochen seitdem nichts getan hat, spätestens dann wird es Zeit, dem inneren Schweinehund einen Tritt in den Hintern zu geben.

Deswegen habe ich mir heute den Wecker auf eine Stunde früher gestellt und werde jetzt versuchen, mit der gewonnenen Zeit (und ganz schön übermüdet) dem CHAOS (can’t-have-anyone-over-syndrom) ein Ende zu bereiten. Ein weiterer Schritt in der Krisenbewältigung, dem hoffentlich viele nette Besuche von vielen tollen Menschen folgen werden. Hell yeah!

Social Media at its best

Ich bin ja ein Geek, so sagte mir das zumindest ein Praktikant bei uns letzte Woche, als ich mein „Tweet Tweet Hashtag Retweet“-T-Shirt im Büro trug. Unser Social-Media-Mensch hingegen fand es toll und meinte, Geeks seien sowieso die besseren  Menschen. Auf jeden Fall sind Geeks wie ich (nicht Zocken, sondern eben so Web2.0-Sachen – inkl. Smartphone – und zudem noch im richtigen Leben nicht ganz sozial inkompetent), Menschen, denen mit diesen Spielzeugen lustige Dinge passieren.

Am Wochenende war ich wieder in Rostock, meiner alten Heimat. Der Anlass war das 14. Jubiläum der Indie Night mit Konzerten von Durango Riot, I Heart Sharks und Kraftclub. Ein schöner Nebeneffekt war, dass der Besuch mir die Gelegenheit gab, noch ein paar der Menschen wiederzusehen, mit denen es beim letzten Mal nicht geklappt hat. (Und was waren das für tolle Treffen!!!)

Doch zurück zum Web2.0-Dings. Als ich im M.A.U. ankam, habe ich über Foursquare dort eingecheckt und das auch auf Twitter und Facebook mit anzeigen lassen. Danach dachte ich mir einfach nix mehr dabei und mischte mich unters Konzert- und Partyvolk. Irgendwann im Laufe der Nacht passierten dann die folgenden Dinge:

1. Ein flüchtiger Bekannter kam zu mir, umarmte mich zur Begrüßung und sagte, er solle mir schöne Grüße von meiner ehemaligen Mitbewohnerin ausrichten. Sie lebt in den USA und hat bei Facebook gesehen, dass ich im M.A.U. bin und da sie gerade mit ihm gechattet hatte und von seiner Abendplanung hörte, hat sie ihm Grüße an mich aufgetragen.

2. Auf einmal standen zwei Menschen vor mir und meinen Begleitern, mit denen wir vor acht (!) Jahren regelmäßig unterwegs waren und die wir dann irgendwie aus den Augen verloren haben. Mit einem von den beiden bin ich über Twitter und Facebook vernetzt, aber direkt miteinander gesprochen hatten wir ewig nicht. Wir leben zwei völlig verschiedene Leben in zwei völlig verschiedenen Städten und waren zufällig beide gerade in Rostock. Besagter Herr stand also da rum, sah mich und war sich nicht ganz sicher, ob ichs wirklich bin. („Dein Tanzstil kam mir bekannt vor.“) Also checkte er nochmal kurz Facebook, um herauszufinden, ob ich vielleicht gerade in Rostock sei, bekam seine Meinung bestätigt und wagte sich zu uns vor und wir waren einigermaßen platt, auf einmal wieder alle beisammen zu sein.

Und weil alles so schön war, jetzt hier noch ein Lied, das zur Indie Night einfach dazugehört: Finn. – Electrify – viel Spaß 🙂

Später Triumph

Als Leistungskurse habe ich damals Deutsch und Englisch gewählt, als es ans Studieren ging, war klar, dass die Richtung beibehalten wird. Aus einem Wust an Möglichkeiten von Lateinamerikanistik über Nordamerikastudien bis hin zur Niederlandistik habe ich mich dann – vor allem wegen des Studienorts Rostock – für Anglistik/Amerikanistik und Politikwissenschaft entschieden.

Die ganze Zeit während meines Studiums und in der Phase nach meinem Abschluss, als es an die Jobsuche ging, musste ich Fragen beantworten wie: Was wird man denn damit? Warum lernst Du nicht was vernünftiges? Die Worte „brotlose Kunst“ fielen auch gehäuft. Gleichzeitig mehrten sich bei den Kommilitonen und Mit-Absolventen die Sorgen, sich für den falschen Weg entschieden zu haben.

Inzwischen sind alle aus meinem engeren Kreis in Lohn und Brot und recht zufrieden mit ihren Jobs und Gehältern. Und jeden Morgen, wenn ich gegen 10 Uhr ausgeruht und relaxt ins Büro schlendere, demonstrativ gähne und die seit Stunden durch die Gänge hastenden ehemaligen BWL-er, die an ihren Telefonen hängen und noch nicht gefrühstückt haben, mit einem fröhlich lächelnden „Guten Morgen“ begrüße und ihre verzweifelt-tragischen Antwortblicke sehe, denke ich mir: „Doch das Richtige studiert…“

Kann ja nich immer Facebook mit Essensfotos zuspammen

Dieser November sieht zwar bisher eher sonnig und warm aus – so sonnig, dass ich mir nach dem Mittagessen einen Frozen Yoghurt mit Himbeeren, Mango und Granatapfel gönnte, aber gegen Abend wurde meinem Gaumen doch winterlich zumute. Daher gab es Vegetarische Bällchen (ja, die heißen so), Gnocchi, Steinpilze und Apfelrotkraut. Alles Convenience, aber es musste ja schnell gehen und lecker war es trotzdem.

To Do List für heute

Ich habe heute frei, als eine der wenigen Menschen in Berlin, denn Berlin hat anders als alle Länder drumherum heute nicht Reformationstag (und auch morgen nicht Allerheiligen). Da ich aber gestern gearbeitet habe, habe ich heute noch ein Stück Wochenende übrig, für dass ich die folgenden To Do-List Punkte habe:

  • Mich aufraffen und zu IKEA fahren, um ganz zielstrebig und ohne mich umzusehen in die Abteilung mit den Spiegeln zu laufen und einen neuen Kolja zu kaufen
  • Ein Paket mit sechs Büchern bei der Post abholen
  • Einen Föhn und eine neue Tasche kaufen
  • Die Kartons mit den CDs sowie die CD-Ständer aus dem Keller holen
  • Versuchen die Daten meiner alten externen Festplatte zu retten und auf meine neue zu kopieren
  • Falls das nicht geht, mal wieder anfangen meine CDs zu rippen und zu taggen
  • Saubermachen und Wäsche waschen (laaaangweilig)
  • Einen Weg finden, heute Abend nicht zuhause zu sein, damit ich mich nicht vor verkleideten Kindern verstecken muss
  • Mir ein Blogthema ausdenken, bei dem ich keine Auflistung mache, sondern in ganzen zusammenhängenden Sätzen schreibe, arrrrrgh

Schaun wir mal.

Kurz getanzt

Gestern Abend bin ich endlich mal wieder in einem Club gewesen. Zwar nur für wenige Stunden, da ich heute Wochenenddienst hatte, aber dank der Zeitumstellung musste ich dann ja doch erst gehen, als es zum zweiten Mal um 2 war. Bemerkenswert:

  • Mein erstes Mal im Duncker, trotzdem ich schon oft darauf hingewiesen wurde. War wie im ST in Rostock, nur ohne die lästigen Unterbrechungen durch „nicht meine Musik“
  • Da meine Mittänzer sich verspätet hatten, war ich eine knappe Stunde alleine dort. Dank BlackBerry und Facebook bekam ich mit, dass ein Freund von mir gerade auf dem Weg zum Duncker war, so dass sich die Wartezeit extrem verkürzte und ich doch noch jemanden zum Quatschen hatte
  • Wenn die Musik gut genug ist, kann man auch einfach mal alleine tanzen – ewig nicht mehr gemacht
  • Auf dem Fernseher an der Cocktailbar lief eine Szene, die mir bekannt vorkam, ein Statistenpärchen in einem Café. Kurzes Warten und, Bingo! Before Sunrise lief da, einer meiner Lieblingsfilme
  • Als ich das Glas wegbrachte, lief Das Leben des Brian (Du hast gerade in zwei Blogposts hintereinander auf diesen Film verlinkt und oustest damit irgendjemanden als Mayor der Brian-Verlinker)

Hab jetzt für heute erstmal genug von sämtlichen -ismus-Diskussionen und werde mir gleich mit einem anderen Freund noch einen gemütlichen Filmabend machen.

PS: Ich stelle fest, dass meine Freunde öfter bloggen sollten. Verstehe aber auch, warum das nicht gate geht: http://twitter.com/#!/Fiann/status/130705142390591489

Gleich gehts los

Dieser Moment morgens, wenn sich die Kälte durch das offene Fenster nicht nur ins Zimmer, sondern auch in die Knochen geschlichen hat, wenn man trotz nur fünf Stunden Schlaf zwar körperlich müde, aber geistig hellwach ist, wenn man sich in die Decke einkuschelt und als ersten Schritt in den Tag erstmal zum Laptop greift und der Welt „Guten Tag“ sagt. Bald ist mir warm genug, um aufzustehen. Nur noch schnell…

Flux-Kompensator, Freundschafts-Overflow und Selbstwertgefühls-Booster

Ich bin momentan von so viel Freundschaft umgeben… Da ist der tolle Freund einer der tollsten Freundinnen der Welt, der sich wirklich jeden Tag meldet und einfach mit mir seine Alltagserlebnisse teilt. Da ist die mit-tollste Freundin selbst, mit der ich ein hervorragend langes Telefonat hatte, das wirklich alle Bereiche abdeckte (von Zukunftsplanung über Klatsch und Tratsch, Vergangenheitsaufarbeitung und die Gilmore Girls bis hin zur sorgfältigen Bild-für-Bild-Fotoanalyse – sie ist der geduldigste Mensch der Welt) und mit einem großartigem Geschenk endetete: Einer Zeitreise in ihrem Kopf.

Es gibt noch viel mehr tolle Freunde gerade, mit einigen kommuniziere ich täglich per Chat, andere nehmen sich im Büro ein paar Minuten Zeit für mich oder fahren mal eben ein paar Stunden, um bei mir zu sein. Kollegen werden zu Freizeitbegleitern, alte Lieben zu Ratgebern und Selbstwertgefühls-Boostern, selbst selbsternannte Nur-Ratgeber fragen ab und an von alleine nach, wie es mir geht. So viele tolle Menschen, da macht es fast nichts, dass ich schon wieder die halbe Nacht wachliege und morgen soooooooooomüüüüüüüüüüüde™ sein werde.

Ungefähr so…

– Wir sollten uns trennen.
– Können wir uns nicht langsam aus den Augen verlieren?
– Wir wohnen zusammen.
– Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

gefunden beim Taubenvergrämer

Odd one out

Gestern hörte ich Gespräche darüber an, wie schlimm Männer sind. Dass Männer und Frauen einfach völlig unterschiedliche Wesen sind, die einander nicht verstehen können. Dass man zwar nix gegen Ausländer habe, aber diese lauten türkischen Jugendlichen doch echt schlimm sein. Dass man, wenn man nach dem Dipl. Ing. auch noch das Lehramtsstudium mit Bachelor/Master ersetzt, Deutschland doch auch gleich in England umbenennen könnte. Dass Berlin eine schreckliche Stadt sei (Beweisführung: besagte laute türkische Jugendliche). Gut, dass die furchtbare elektronische Musik so laut war, dass ich mich nicht die ganze Zeit an der Unterhaltung beteiligen konnte/musste.

Meine Einwürfe, dass Männer und Frauen nicht so unterschiedlich seien und dass ich eine Menge Männer kenne, die ohne weiteres emotional und intellektuell in der Lage sind, mit Frauen sozial zu interagieren; dass auch deutsche Jugendliche laute Musik hören, dass das aber kein Grund sei, auszuflippen; dass bestimmt irgendwer darüber nachgedacht hat, ob es sinnvoll ist, die Studienordnung umzustellen und überhaupt man nicht immer alles so negativ sehen sollte, da das Leben wunderschön und viel zu kurz dafür sei; wurden mit merkwürdigen Blicken und abfälligem Schweigen bestraft. Ich war noch nie so froh, aus einem Restaurant rauszusein. Dabei war das Essen wirklich gut. Trotzdem brauchte ich danach einen langen Spaziergang durch die Herbstnacht nach Hause…