Das Putz-Dilemma

Wenn sich das Leben einmal komplett dreht, dann hat man für so Sachen wie das Putzen der Wohnung einfach keinen Kopf. Hinzu kommt, dass wenn im Laufe eines Beziehungsendes einer die Wohnung endgültig verlässt, es sowieso ein bisschen aussieht wie auf einem Schlachtfeld. Kisten und Müllsäcke liegen und stehen herum, es stapeln sich Dinge, von denen man nicht sicher weiß, wer sie behalten wird oder ob sie nicht eigentlich sowieso in den Müll gehören. Um so etwas putzt sich dann ja auch schlecht herum.

Dazu kommt, dass man den Drang verspürt, alles neu zu ordnen, zu entrümpeln, umzuräumen und die alte gemeinsame Wohnung wieder zu einer neuen, eigenen zu machen, in der man nicht das Gefühl hat, dass irgendetwas oder irgendwer fehlt. Das bedeutet: Mehr Unordnung, mehr Kisten, mehr Müllsäcke, immernoch kein Putzen.

Irgendwann ist dann das Gröbste geschafft und man könnte eigentlich endlich saubermachen. Dann kommen die Berge an alltäglichen Ausreden: Morgens vor der Arbeit bleibt keine Zeit, abends ist man zu müde, am Wochenende ist man nicht da oder hat sich das Faulenzen verdient. Und überhaupt kann man ja in einem Rentnerhaus mit dünnen Wänden nicht einfach zu jeder Tages- und Nachtzeit den Staubsauger schwingen, wie man das gerne möchte. Achja und ein bisschen krank ist man ja auch noch.

Irgendwann reicht es dann aber und spätestens wenn sich Besuch erneut ankündigt, dem man beim letzten Mal noch erklären konnte, warum es gerade wie im Schweinestall aussieht, dem man aber nicht sagen will, dass sich in den Wochen seitdem nichts getan hat, spätestens dann wird es Zeit, dem inneren Schweinehund einen Tritt in den Hintern zu geben.

Deswegen habe ich mir heute den Wecker auf eine Stunde früher gestellt und werde jetzt versuchen, mit der gewonnenen Zeit (und ganz schön übermüdet) dem CHAOS (can’t-have-anyone-over-syndrom) ein Ende zu bereiten. Ein weiterer Schritt in der Krisenbewältigung, dem hoffentlich viele nette Besuche von vielen tollen Menschen folgen werden. Hell yeah!

One thought on “Das Putz-Dilemma

  1. Ein Raum pro Tag und außerdem dafür sorgen, daß die Räume gar nicht erst soviel putzen benötigen, wenn man z.B. die Badamaturen jedesmal nach dem Duschen mit dem Handtuch 'abtrocknet' muß man beim Putzen keinen großen Kampf gegen Kalk führen… Ich bin faul und weiß deswegen alles über Putzvermeidungsstrategien, ein bißchen putzen jeden Tag sorgt z.B. dafür, daß man selten 'so richtig' putzen muss 🙂

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