21.06.2024 – Esstag, äh, Geburtstag

Ich wache gegen halb 6 das erste Mal auf, kann dann aber nochmal ein Stündchen weiterschlafen, bis der Wecker des Liebsten klingelt – das Teilzeitkind muss ja rechtzeitig in der Schule sein. Vorher gratuliert es mir aber noch und überreicht mir sein Geschenk – das tolle Musik-Ratespiel, das wir neulich auf Usedom gespielt haben. Der Liebste und ich sandeln dann noch ein wenig im Bett herum, bevor auch sein Arbeitstag beginnt und ich mein Geburtstagsfrühstück genieße – er hat extra Erdbeeren und Croissants besorgt, dazu Quarkbällchen und Apfel.

Dann ziehe ich mich an, packe meine Siebensachen zusammen und fahre aus Südberlin zurück in den Pberg. Die Fahrt nutze ich für Sorbisch-Norwegisch-Italienisch und die täglichen Spiele in der New York Times.

Zuhause angekommen ist die Wohnung voller Italiener*innen – der Besuch des Mitbewohners ist angekommen. Seine Mamma hat mir auf meinen Wunsch als Geburtstagsgeschenk Zucchiniblüten mitgebracht, warnt aber direkt, dass die am besten heute noch verarbeitet werden müssen. Ich packe schnell meinen Rucksack aus und mache mich ans Werk.

Zucchiniblüten, gewaschen und „entkernt“
Zucchiniblüten, mit Ricotta-Creme gefüllt, in Teig gewälzt und gebacken

Als die Blüten gerade aus dem Ofen sind und jetzt abkühlen sollen, ruft der Lieblingsnachbar an, verweist auf den Regenradar und mahnt an, dass nun die beste Zeit für unsere geplante Eisrunde sei (Nachdem wir sie diese Woche schon zweimal verschoben haben, soll es an meinem Geburtstag endlich klappen.)

Blutorange-Aperol und Rhabarber-Butterstreusel

Ein neuer koscherer Eisladen hat im Kiez aufgemacht und will probiert werden. Wir sind sehr zufrieden. Beim Löffeln erzählen wir uns die neuesten Dinge aus unseren Leben, dann laufen wir gemeinsam in den Supermarkt und erledigen unsere Einkäufe. Wieder zuhause sind die Zucchiniblüten abgekühlt und wandern in den Tiefkühlschrank, am Sonntag werde ich sie nochmal aufbacken oder am besten frittieren, wenn die Geburtstagsgäste eintrudeln. Außerdem ist das diesmonatige Obst-Abo von CrowdFarming angekommen – Pfirsiche, Nektarinen und Plattpfirsiche – eigentlich wären da statt Plattpfirsichen Kirschen gewesen, aber die Kirschernte in Spanien ist wegen Regenfällen und Hagel nur mäßig ausgefallen.

Als alle Lebensmittel verräumt sind (der Kühlschrank platzt aus allen Nähten, denn die Mamma hat auch noch jede Menge Käse, Wurstwaren und Pepperoni mitgebracht), lege ich mich nochmal hin, während ein heftiges Gewitter über die Stadt zieht, und schlafe tatsächlich auch eine gute halbe Stunde ein. Erst danach widme ich wieder den vielen Glückwünschen, die den Tag über auf diversen Kanälen eintreffen – danke dafür!

Am frühen Abend ziehe ich mich um, nach dem Gewitter hat das kurze Sommerkleidchen leider ausgedient, ich brauche lange Hosenbeine, wechsle nochmal die katzenverhaarte Bettwäsche und sauge mein Zimmer nochmal durch, damit der Liebste hier heute Nacht gut schlafen kann, trotz Allergie. Dann laufe ich zur Location für das Geburtstagsdinner – ein italienisches Restaurant in der Nachbarschaft, in dem wir noch nie waren und treffe dort meinen Bruder, seine Freundin und den Liebsten.

Campari Amalfi, Bruschetta, Antipasti misti, Rote-Bete-Carpaccio mit gebackenen Ziegenkäse und Orangen
Linguine mit Meeresfrüchten, Entrecôte mit Pfifferlingen und Trüffeln, Pasta mit Fischragout und Spargel, Teigtaschen mit Pfifferlingen und Trüffeln, dazu den Regaleali Bianco, vom Weingut der Familie meiner Freundin Fabrizia
Torta alla nonna, dazu diverse Espressi und Grappe

Geschenke gibt es auch – ein weiteres Ratespiel mit Schätzfragen (evtl. bin ich als Quizzerin bekannt) und Tickets für Queens of the Stone Age. Juhu!! Nach dem Essen laufen der Liebste und ich vollgefuttert nach Hause. Er wirft sich eine Allergietablette ein und setzt sich auf den Balkon, bis sie wirkt, während ich noch den Rest des Niederlande-Frankreich-Spiels gucke. Keine Tore, keine Tippspiel-Punkte, trotzdem führe ich das Firmentippspiel an (passt ins Thema, oder?).

Dann sitzen wir beide auf dem Balkon, mit Rotwein bzw. Limo, als der italienische Besuch nach Hause kommt und gegen Mitternacht Spaghetti aglio olio kocht. Wir kommen nicht umhin, zu kosten und aus „wir teilen uns ein-zwei Gabeln zum Kosten“ werden zwei Teller dieser Art – man stelle sich sämtliche „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“-Klischees in punkto Portionengrößen vor.

Spaghetti aglio olio

Danach gehen wir dann ins Bett, gemeinsam mit den beiden kuscheligen Kuschelkatzen, wie immer.

Die Mamma bleibt jetzt noch eine Woche hier, evtl. habe ich danach den Pandemiespeck wieder drauf, ich werde berichten…

20.06.2024 – Sommersonnenwende

Das ist irgendwie nicht richtig, dass heute schon der längste Tag des Jahres ist, so habe ich das nicht bestellt! Aber man fügt sich, was soll man auch sonst tun. Der Tag startet wieder gemütlich im Bett, aber heute ist das Aufstehen etwas dringender, ich habe nämlich noch Dinge zu tun. In zwei Tagen läuft die Frist ab, um den Sportkurs für Vielsitzende zu absolvieren und das Geld wiederzubekommen. Das ist dann also die erste Amtshandlung, gleich nach Internetrunde, Bloggen und Sorbisch-Norwegisch-Italienisch üben und noch vor dem Frühstück. Direkt danach reiche ich das Zertifikat online bei meiner Krankenkasse ein. Achievement unlocked!

Dann telefoniere ich mit dem Liebsten, der heute im Büro ist und früh das Haus verlassen musste, und mache mir danach Frühstück – Käsebrote mit Marmelade. Dazwischen noch einmal kurz auf die Waage gestellt und festgestellt, dass ich in etwas über zwei Jahren acht Kilo abgenommen habe. Pandemiespeck weg (und Post-Covid-Speck auch) – läuft bei mir.

Nächster Programmpunkt ist Putzen, aus vier Gründen: 1. Es ist Zeit, 2. Die Mamma vom Mitbewohner kommt heute Abend an, 3. der allergische Liebste ist am Wochenende hier, 4. Am Sonntag kommen Gäst*innen. Während der Mitbewohner arbeitet, kümmere ich mich um das Saugen der Hälfte der Wohnung, räume mein Zimmer auf, säubere die Katzenklos und putze das Bad, er darf nach Feierabend den Rest machen. Dann dusche ich, packe meinen Rucksack und mache mich auf den Weg nach Südberlin, nicht ohne unterwegs noch ein Bánh mì zum Mittagessen zu kaufen. Zu 15 Uhr komme ich in der leeren Wohnung des Liebsten an, mache mir das Fußballspiel an und lümmele mich mit meinem Essen auf die Couch.

Wenig später kommt das Teilzeitkind nach Hause, behält die Knöpfe vom Hörspielhören im Ohr, isst mir etwa ein Viertel des Bánh mì weg, kocht sich dann eine Ramen-Suppe und guckt mit mir Fußball. Kurz vor dem Abpfiff ist auch der Liebste da. Wir verlassen das Haus gemeinsam, aber mit verschiedenen Zielen. Der Liebste geht Besorgungen machen und das Teilzeitkind und ich fahren weiter nach Südwesten – nicht ohne unterwegs dem Quarkbällchenmann den Rest seines Tagwerks abzukaufen. Das Kindelein geht zum Schwimmkurs und ich laufe schnellen Schrittes in den Wald, bis zum See, und wieder zurück.

Nach einer Stunde nehme ich das nasse Kind wieder in Empfang (stolz wie Oskar mit Gold-Abzeichen) und wir fahren Richtung Nordosten zurück nach Südberlin, wo uns der Liebste schon beim Stammitaliener erwartet. Wir feiern das Schwimmabzeichen und die gestern bestandene Fahrradprüfung. Ob das Kind noch irgendwo ein Laufzertifikat bekommen kann, um für Triathlon gewappnet zu sein? Immerhin hat es am Sonntag den Schlammlauf absolviert, da gabs bestimmt auch ne Teilnahmeurkunde.

Mein Abendbrot besteht aus Salat mit gebratenen Pfifferlingen, Rosmarin-Focaccia und Limoncello Spritz. Als wir fertig sind, werden gerade die spanischen und italienischen Hymnen intoniert und der Chef hat sein Azzurro-Shirt angezogen. Wir bleiben also noch auf einen Absacker und schauen uns den Beginn des Spiels an. Da das Kindelein aber ins Bett muss, gehen wir nach der ersten Viertelstunde nach Hause und wechseln auf die Couch. Zur Halbzeit geht das Kind dann wirklich schlafen und muss die Niederlage durch Eigentor nicht mehr miterleben. Wir sind auch ganz froh, dass wir nicht mehr im Restaurant sitzen.

Die letzte Stunde vor Mitternacht verbringen wir mit hochpolitischen Gesprächen und trinken schonmal ein bisschen Sekt. Um Mitternacht wird angestoßen und ich darf zwei Geschenke auspacken. Passend zu unserem Gespräch dieses Buch und passend zu meinem Alter und Seelenzustand ein heiß gewünschtes Shiatsu-Massagegerät. Noch kurz mit den Eltern in Kanada telefonieren und dann geht es ab ins Bett, ich bin ja keine 40 mehr.

19.06.2024 – Mjez Lipach

So meine stümperhafte Übersetzung von „unter den Linden“, im Sinne von „inmitten von Linden“, ins Obersorbische. Die Linde (lipa) blüht nämlich gerade überall, ist DER sorbische Baum und selbstverständlich steht die alte sorbische Siedlung Brło voll davon.

Blühende Linde

Man merkt vielleicht, ich bin von gestern Abend noch voll im Sorbisch-Thema drin. Da gabs eine Menge interessanter Denkansätze für mich:

  • Der Dialekt mit dem ich aufgewachsen bin und den Teile meiner Familie immer noch in unterschiedlicher Stärke ausgeprägt sprechen, ist nicht nur, wie mir schon immer klar war, selbstverständlich kein Sächsisch, sondern Lausitzisch, aber dieses Lausitzisch ist eben auch ein sehr slawisch geprägtes Deutsch, wie sich in Aussprachen von Vokalen und Diphtongen, Satzmelodien und Wortstellungen im Satz zeigt. Einige der Formulierungen aus den beiden Dokus gestern Abend – von Sorb*innen, die erst später Deutsch lernten – kenne ich so auch noch von meiner Oma (die als Kind noch mit ihren Großeltern Sorbisch sprach).
  • Alles östlich der Elbe, also weite Teile des heutigen Ostdeutschlands, war früher slawisch/sorbisch, das wusste ich auch schon lange. Neu ist der Gedanke, dass eben auch weite Teile der Bevölkerung „eigentlich“ Sorb*innen sind und sich erst im Laufe der Jahrhunderte germanisiert haben, bzw. durch Kolonialisierung und erzwungene Assimilation germanisiert wurden – in der Lausitz selbst erst in den letzten 150 Jahren. Das ganze Thema Dekolonialisierung und indigene Völker ist mir nicht nur aus Prinzip wichtig, sondern geht mich auch ganz direkt etwas an. Mein Stammbaum mütterlicherseits strotzt vor sorbischen Namen, aber irgendwann hörten sie alle auf, Sorbisch „zu gehen“, wie es in der Doku heißt.
  • In der Doku wurde die These aufgestellt, dass das Trauma der Kolonialisierung und Assimilation, der damit einhergehende Identitätsverlust und in der Niederlausitz ganz konkret der Verlust der Heimat durch den Tagebau, die Grundlage dafür bieten, dass in dieser Gegend heute die AfD beste Bedingungen vorfindet und die ganzen „ehemaligen“ Sorb*innen erstens aus Erfahrung Angst vor dem „Anderen“ haben und zweitens das Deutsche überperformen. Wohingegen die immer noch „praktizierenden“/„bekennenden“ Sorb*innen weniger anfällig dafür sind und zumindest in den katholischen sorbischen Dörfern die CDU immer noch stabil vor der AfD liegt.
  • Auch gelernt, bzw. wieder aus der Erinnerung vorgekramt: Die Sorb*innen waren in der Pandemie tendenziell eher weniger im Team „Vorsicht“ zu finden, was mir die Identifikation mit diesem Teil meiner Herkunft dann auch wieder schwieriger macht.

Anyway, mit diesen Gedanken im Hinterkopf findet mein Tag statt.

Ich erwache erfreulicherweise mal erst nach 8 und lasse mir morgens erstmal ordentlich Zeit. U. a. mache ich zum Beispiel einige Lektionen im Sorbischkurs und füge ein paar Accounts mit sorbischen Bezügen zu Mastodon und Bluesky hinzu (bei Instagram habe ich schon einige, bei Threads und TikTok muss ich noch gucken).

Irgendwann gehe ich dann nach draußen, Besorgungen machen, und höre dabei weiter die Playlist mit sorbischer Musik. Ich erledige erst etwas in Kreuzberg und gehe dann bei meinen Eltern nach der Post sehen, Blumen gießen und den Rest verderblicher Lebensmittel mitnehmen, der letzte Woche noch da bleiben musste, weil ich nach der Arbeit ja noch auf einer Abendveranstaltung war. Wieder zuhause gibt es dann ein Mittagessen aus Brot mit Camembert und Brie, Melone mit veganem Schinken und Tomaten. Kurz danach gehe ich noch ein zweites Mal raus, um im italienischen Supermarkt ein paar Dinge zu holen. Danach ist quasi „Feierabend“ und Ausruhen angesagt. Dabei gucke ich die Doku zur Hamburger Schule.

Abendbrot

Am frühen Abend, während des Spiels Deutschland gegen Ungarn, kommt eine Getränkelieferung an. Nach dem Spiel habe ich ein Webinar im Adulting-Projekt. Danach telefoniere ich etwa eine Stunde lang mit einer Freundin und danach noch eine halbe Stunde mit meinen Eltern – fünf Stunden Zeitunterschied machen es möglich. Als letzten Akt des Tages lege ich mich nochmal in die Badewanne und absolviere dort meine Pflichten im Norwegischen und Italienischen. Kurz nach Mitternacht liege ich im Bett.

18.06.2024 – Gut zu Leib, Magen und Seele

Schon wieder viel zu früh wach gewesen, aber heute konnte ich mich einfach nochmal umdrehen und weiterschlafen, zumindest, bis der Liebste anruft, der gerade auf dem Weg ins Büro ist. Jetzt beginnt auch für mich der Tag, aber noch sehr geruhsam. Die Runde durchs Internet, Bloggen, Frühstück im Bett… Dann aber geht es los, denn hier soll sich ja ärztlich verordnet auch (in Maßen) aktiv erholt werden.

Gegen 10 verlasse ich die Wohnung und gehe ins tagsüber wohltuend leere Fitnessstudio. Erst AquaFitness-Kurs – der ist ganz schön voll und ganz schön anstrengend – und dann in die Sauna. Dampfbad, Biosauna, Finnische Sauna, jeweils mit maximal einer anderen Person und danach jeweils Ausruhen im Ruheraum bzw. Weiterlesen im Zauberberg. Trotz zwischendurch Einnicken schaffe ich insgesamt ein ganzes Kapitel.

Frisch geduscht fahre ich wieder nach Hause und mache mir nach der Leibesertüchtigung ein leckeres, gesundes und sogar veganes Mittagessen – Mezze Penne Rigate mit Avocado, Knoblauch, Erbsen, Spinat und gerösteten Mandeln. Davon esse ich eine riesige Portion auf dem Balkon und dann muss ich mich ganz dringend ins Bett legen und nochmal tief und fest schlafen.

Den Rest des Nachmittags verbringe ich mit Podcast hören, Handy spielen und mit dem Liebsten telefonieren. Für den frühen Abend war ein Spaziergang mit Eis mit dem Lieblingsnachbar geplant, aber der Regenradar wirft die Pläne um. Stattdessen laufe ich früher los zum Programmkino um die Ecke und komme rechtzeitig vor dem Regen an.

Der „Gut für die Seele“-Abend beginnt mit einer Buchvorstellung und Diskussion mit Regisseurin Grit Lemke, dann wird der beeindruckende Dokumentarfilm Witaj heißt: Ich grüße Dich von Peter Rocha über seine Recherchen zu seinem Großvater Fryco Rocha gezeigt. Hinterher geht das Gespräch noch ein bisschen weiter, dazu gibt es Kräuterlikör aus der Lausitz und Häppchen, die so auch bei meiner Oma hätten serviert werden können.

Dann geht es mit dem normalen Kinoprogramm weiter, heute läuft natürlich Bei uns heißt sie Hanka von eben Grit Lemke, den ich jetzt also auch endlich sehe. Große Empfehlung! Nach dem Film stehen wir noch eine Weile mit der Regisseurin zusammen und reden über „die Sorben“, indigene Völker, Sprach- und Identitätsverlust, Erzählperspektiven (legt sich wunderbar an die Veranstaltung in der kanadischen Botschaft letzte Woche an) und das späte Sorbischlernen. Irgendwann reiße ich mich (nicht als Letzte) los und mache mich auf den Heimweg. Dabei höre ich sorbische Musik von einer Playlist, die eine Internetbekanntschaft von mir zusammengestellt hat. Zuhause im zurück im Bett fange ich dann nochmal mit dem Online-Sorbischkurs an, vielleicht halte ich ja beim dritten Versuch länger durch.

17.06.2024 – Andere Zeiten

Unruhig und kurz geschlafen, dann sehr früh aufgestanden, der Hausärztin einen Besuch abgestattet und die Reißleine gezogen.

Nachdem alle Formalitäten und Benachrichtigungen erledigt sind, lege ich mich nochmal hin. Die nächsten Tage stehen ganz im Zeichen von Entschleunigung, Durchatmen, Dingen, die gut tun. Der Stress darf gerne draußen bleiben. Dann nochmal kurz weggenickt, immerhin.

Der Rest des Tages dann eher ruhig. Als ich genug gelegen habe, erledige ich ein paar Dinge – Telefonat mit dem Internetanbieter, kurzer Lebensmitteleinkauf, Wäsche waschen, bisschen aufräumen. Ich setze mich sogar mal kurz ans Klavier und klimpere ein paar Melodien in die Tasten.

Dann wieder liegen, warum auch nicht. Zwischen Fußball und der zweiten Hälfte der dritten Staffel „Loudermilk“ geht der Tag recht schnell vorüber.

Am Abend gibt es syrisches Essen und gute Gespräche mit dem Bruder und einer Cousine, dabei viel über die aktuelle Situation, im Land und auf der Welt, geredet. Thematisch viel unschönes, aber das Zusammensein ist toll.

16.06.2024 – Liegen lernen

Muss ich gar nicht, im Liegen bin ich Weltmeisterin. Ausreichend geschlafen, dann mit dem Liebsten im Bett Kaffee trinken, bis das Teilzeitkind anruft und von der Übernachtungsparty zurückkommt. Dann gibt es Frühstück für die Erwachsenen und zweites Frühstück fürs Teilzeitkind.

Hinterher wieder Liegen. Irgendwann wird das Teilzeitkind von anderen Paar Eltern abgeholt, weil die Drei heute zusammen bei einem Event durch Schlamm robben wollen und danach ist Kaffee und Kuchen mit dieser Seite der Familie. Eine gute Gelegenheit für den Liebsten, sich wieder zu mir zu legen.

Um 15 Uhr ist Fußball, mit angemessenen Snacks für Sonntagnachmittag: Quarkbällchen, Erdbeeren, Kirschen.

Danach stehe ich dann doch mal auf, ziehe mich an und fahre zurück in den Prenzlauer Berg. Schon unterwegs bestelle ich mir Abendbrot.

Zur zweiten Halbzeit des zweiten Fußballspiels liege ich mit Hot Dog, Pommes und frittiertem Feta mit Johannisbeergelee auf der Couch.

Beim dritten Spiel liegen dann noch zwei Katzen auf mir und dann ist der Sonntag auch schon durchgelegen.

15.06.2024 – Chilltag mit Urlaubsplanung

  • Viel geschlafen, viel rumgelegen, viel ausgeruht
  • Frisch gepresste Zitronenlimonade vom Markt für zusätzlichen Vitaminschub
  • Mit dem Teilzeitkind für Sachkunde gelernt – Berliner Bezirke und Sehenswürdigkeiten, Grundzüge deutsch-deutscher Geschichte
  • Die letzte Folge der aktuellen Staffel Bridgerton gesehen, außerdem weiter Loudermilk und spät am Abend die erste Folge Fallout (wird keine Serie für mich)
  • Zwei Fährüberfahrten für den anstehenden Sommerurlaub gebucht und dabei in ein Erinnerungsloch gefallen, Fährüberfahrten gehören felsenfest zu den Erinnerungen an unsere Island-Urlaube in den 90ern, das wird gut!
  • Abends mit dem Liebsten (das Kind ist auf einer Übernachtungsparty) erst Italienisch geschlemmt und dann das Italien-Albanien-Spiel gesehen

14.06.2024 – Sniffles

Zur üblichen Zeit erwacht und die Erkältungssymptome sind wieder/immer noch da. Heute höre ich auf den Körper und die innere Vernunft und melde mich direkt krank.

Der Tag verläuft dementsprechend ruhig und gemütlich. Ich liege lange im Bett, schlafe aber doch nicht nochmal ein. Also gehe ich irgendwann in die Badewanne, frühstücke Müsli und lege mich dann wieder hin – ein bisschen lesen, ein bisschen Fernsehen (die zweite Hälfte der dritten Staffel Bridgerton ist seit gestern verfügbar).

Ungefähr gegen Feierabend des Liebsten raffe ich mich auf, packe meine Sachen zusammen und fahre rüber nach Südberlin, nur um mich dort direkt wieder auf die Couch zu legen. Es gibt Burger und Pommes und eine Folge Soy Luna mit dem Teilzeitkind, das sonst den Rest des Wochenendes keine Zeit für Fernsehen haben wird.

Und dann ist es Zeit für die Eröffnungsfeier der Europameisterschaft im Herrenfußball und das Eröffnungsspiel. Das gucken wir uns dann auch noch an, wobei das Kindelein kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit ins Bett verschwindet und so noch insgesamt vier Tore (drei zählende) verpasst. Immerhin kein langweiliges Spiel gewesen, auch wenn mein Tipp nicht ganz funktioniert hat, aber ich denke, damit stehe ich nicht alleine da.

Nach dem Spiel verschwinde ich direkt ins Bett, während der Liebste sich nochmal zum Zocken an den Schreibtisch setzt. Ende Gelände.

13.06.2024 – Team-Tag

Ich erwache wie immer kurz vor dem Weckerklingeln, heute mit Erkältungssymptomen. Das hatte sich gestern schon angedeutet und manifestiert sich jetzt. Es geht aber gerade noch so und da heute meine Anwesenheit im Büro dringend vonnöten ist, raffe ich mich trotzdem auf und fahre los.

Bis zum Nachmittag ist es ein recht normaler Bürotag – mit einer etwas besonderen Stimmung in der Luft, weil abends ein Team-Event ansteht.

In der Mittagspause hole ich mir mit einem Kollegen was beim Supermarkt, auf dem Heimweg unterhalten wir uns mit zwei netten Menschen, die gratis Kaffee und Orangenwasser verteilen, Werbung für Stadtteilangebote machen und Menschen zu Gesprächen animieren. Tolle Aktion, wir nehmen ein paar Flyer mit, u. a. für eine Führung zu jüdischer Geschichte im Viertel.

Am späteren Nachmittag ist dann Aufbruch Richtung Biergarten im Volkspark Friedrichshain. Wir sitzen in großer Runde gemütlich beisammen, essen sehr gut und trinken in angemessenem Umfang.

Beim Aperitif bleibe ich alkoholfrei, später beteilige ich mich ein wenig am Grauburgunder. Zusammen mit der schönen Frühsommersonne lässt das meine Erkältungssymptome in den Hintergrund treten.

Es wird ein langer Abend, irgendwann zwischendurch gehe ich bezahlen, aber wir bleiben weiter sitzen und einige bestellen noch auf eigene Kappe nach. Jetzt werden die alten Geschichten rausgeholt – wir kennen uns alle seit über 10 Jahren. Kurz vor Mitternacht bricht der harte Kern auf und nimmt sich ein Großraumtaxi in einen Club, während ich mit der Tram nach Hause fahre und halb 1 brav in meinem Bett liege.

12.06.2024 – Emsige Wochenmitte

Heute geschafft:

  • Arbeit mit nur einem Meeting, dafür viel Backend-Gewurstel
  • Jede Menge Müll entsorgt
  • Zimmer aufgeräumt und Staub gesaugt
  • Eine Kundenbeziehung mit einer Bank beendet und alle Konten löschen lassen
  • Das Problem des leckenden Gefrierschranks hoffentlich gelöst – unter Zuhilfenahme eines Föhns und mit Belohnung durch je einen Schluck Limoncello für den Mitbewohner und mich
  • In den letzten Tagen eingetroffenes Katzenfutter ausgepackt und verräumt
  • Die vorletzte Einheit im Sportkurs für Vielsitzende, für die letzte habe ich jetzt noch 10 Tage Zeit
  • Wieder so 12.000 Schritte
  • Lecker gekocht

Letzteres ist eine Zucchini-Mais-Chowder, vom Internet inspiriert und dann aber mir selbst zu eigen gemacht.

Das geht dann so: Eine Schalotte und die restlichen Minizehen Knoblauch in viel Butter anbraten, Mehl dazu geben und mit Gemüsebrühe zu einer Mehlschwitze machen, gewürfelte Reste Kartoffeln und Zucchini dazu geben und eine Weile Kochen lassen, Salz, Pfeffer und eine kleine Dose Mais dazugeben, weiter kochen lassen. Kurz bevor die Kartoffeln weich sind, mit Zitronensaft abschmecken und Estragon und Basilikum vom Balkon drauf werfen. Sehr, sehr lecker, sommerlich, sättigend und bis auf die Butter komplett vegan.