26.04.2023 – Bewegt und gelesen

Ausgeschlafen aufgewacht und die morgendlichen Dinge erledigt – Internet leer gelesen, mit dem Liebsten telefoniert, Niederländisch, Tschechisch und Italienisch geübt, gebloggt, dann aufgestanden, Balkonpflanzen gegossen, Katzen gefüttert und mich mit Müsli und schwarzem Tee mit Maracuja an den Schreibtisch gesetzt. Viel Konzept- und Projektarbeit, und nur drei Meetings heute. Außerdem klingelt es zweimal wegen Paketlieferungen – zu Verschenkendes, Katzenfutter und -streu.

Mittags mache ich aus dem Rest Thunfischpasta von gestern mit Rucola, Olivenöl und Zitrone einen Salat. Den esse ich, während ich mit einem Kollegen telefoniere. Es geht nur an Rand um Arbeit und ansonsten viel über Essen, Gesundheit, Musik usw. Büroküche im Homeoffice sozusagen.

Gegen das Salatkoma gibt es wieder eine Mate, damit komme ich noch einmal in einen kreativen Flow für den Nachmittag und mache dann etwas früher Feierabend, weil es nicht mehr lohnt, das nächste große Thema anzufangen. Ein guter und produktiver, nicht zu stressiger Arbeitstag, trotzdem fällt es schwer, in der Nichtarbeitszeit abzuschalten. Gerade habe ich noch stolz meiner Mama erzählt, dass das inzwischen wieder geht, dieser Tage klappt es wieder so gar nicht. Ich muss mein Hirn aktiv mit anderen Inhalten beschäftigen, sobald es Spielraum hat, denkt es über Arbeitsdinge nach, will nach E-Mails sehen, geht To-Do-Listen durch, durchdenkt Szenarien… Auch beim nächtlichen Toilettengang direkt, bei dem die Arbeitsdinge aus den Träumen nahtlos weitergedacht werden. Work-Life-Balance ist gerade nicht meine Stärke und das liegt nicht an der Menge der Arbeit an sich.

Jedenfalls versuche ich, da ein bisschen entgegenzuwirken und bringe nach Feierabend erstmal die leeren Kartons von den Lieferungen zum Müll und drehe direkt noch eine größere Runde, bei der ich erst mit dem Liebsten telefoniere und dann einfach Radio höre. Auf dem Rückweg schönstes Blütenmeer:

Wieder zurück mache ich mir einen Aperitivo, es gibt Wostock Blaubeer-Salbei und eine Handvoll Taralli mit Fenchelsamen. Ich genieße und lasse mich dabei von TikTok beschallen, bis ich weiß, was ich zum Abendbrot möchte. Pünktlich zur Tagesschau (gucke ich ja selten, aber mir war nach Ausbruch aus der Routine) gibt es eine Burrata, dazu Rucola mit Olivenöl, Oregano-Weißweinessig, Oliven und getoastetem Dinkelbrot.

Dann ist der Fernseher aus und lasse mich – nicht ohne gelegentliche Blicke auf das Diensthandy für die E-Mails – mehr oder weniger von Stuckrad-Barre fesseln. Liest sich wirklich gut, ich mag den Stil und die kulturellen und Zeitgeist-Bezüge, auch wenn das Thema an sich schwer verdaulich ist. Und ja, es ist kein Schlüsselroman, aber wenn man schonmal auf der neuen Dachterrasse bei Springers gestanden hat, fällt es schwer, keine Parallelen zu ziehen.Gegen halb 11 mache ich mich bettfertig und lese dann im Bett noch weiter, bis mir gegen 12 die Augen zu fallen.

25.04.2023 – Kein Schritt vor die Tür

Ich erwache ziemlich früh, was aber OK ist, da ich ja auch früh im Bett war. So bin ich schon kurz nach 8 mit allen Dingen fertig, die ich morgens im Bett noch so mache und stehe einfach auf. Bereits dreiviertel 9 sitze ich am Laptop, trinke Tee mit Milch und esse Müsli.

Nachdem mir gestern Nachmittag arg der Kopf schwirrte von den vielen Meetings, der Fülle der Aufgaben und den vielen Querverbindungen zu den verschiedensten Leuten, verläuft der heutige Arbeitstag entspannter und strukturierter. Vielleicht liegt es an der Mate, die ich nach dem Tee trinke, vielleicht daran, dass ich beim Sortieren und Planen vorankomme, vielleicht daran, dass einige Puzzleteile an ihren Platz fallen, vielleicht daran, dass ich in größeren Zeitblöcken an Themen arbeiten kann, vielleicht daran, dass ich heute „nur“ 5 Meetings habe? Oder daran, dass ich zwischendurch immer mal wieder vom Schreibtisch aufstehe. Ich mache mir zum Beispiel eine große Kanne Wasser mit Holunderblütensirup, Zitronenstückchen und Minze vom Balkon. Ich stelle eine Maschine Wäsche an und hänge diese später auf. Ich koche mir mittags einen Grießbrei mit Kirschkompott und esse den auf der Couch…

Heute ist es viel kälter als gestern und nachdem ich gestern fast 10.000 Schritte gegangen bin, zieht mich nichts aus der Wohnung und alles auf die Couch. Selbst als pünktlich zum Feierabend die Sonne rauskommt, drehe ich keine Runde mehr, sondern höre auf meinen Körper. Als Feierabendgetränk/Aperitivo gibt es ein Wostok Estragon-Ingwer und dann stehe ich am Herd und koche mir Fusilli mit Thunfisch und Tomaten. Während des Abendessens gratuliere ich meinem Papa zum Geburtstag und bespreche die anstehenden Feierlichkeiten am Wochenende. Übrigens hat Papa bereits einen 9-Tage-Streak auf Duolingo, das ist nicht jeder Tag, seit ich ihm die App installiert habe, aber er ist in der Zwischenzeit ja auch mit meiner Mama auf Reisen gewesen und sie haben zwei Vorträge gehalten.

Nach dem Telefonat schaue ich die ersten beiden Folgen The Diplomats und lese dann bis 22 Uhr weiter im Stuckrad-Barre. Dann heißt es Katzenklo durchsieben, bettfertig machen und bis zum Einschlafen weiterlesen – das ist dann so gegen 23 Uhr.

24.04.2023 – Schon Montag

Nachdem ich gestern schon gegen halb 11 eingeschlafen war, wache ich heute trotzdem erst kurz vor dem Weckerklingeln halb 8 auf. Ich erinnere mich auch nicht, nachts großartig wach gewesen zu sein. Nur Nimbin kam einmal, um sich an meinen Bauch zu kuscheln und da liegt er noch. Sehr gute Nacht, gerne wieder!

Zur Morgenroutine gehört seit gestern nun auch wieder, nach den Balkonpflanzen zu sehen und eventuellen Gießbedarfen nachzukommen. Ansonsten alles wie immer und obwohl ich erst halb 9 aufstehe, sitze ich trotzdem um 9 am Schreibtisch, bewaffnet mit Tee und Müsli. Eingeplant sind heute drei halbstündige Meetings und ein einstündiges. Irgendwann am Vormittag wird das einstündige noch um eine Stunde nach hinten verschoben, so dass es erst um 19 Uhr endet. Außerdem entstehen tagsüber noch vier spontane Meetings. Beste Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten… nicht.

Am späten Vormittag mache ich dann aber sowieso erstmal Pause, denn der letzte Physio-Termin steht an. Auf dem Weg werfe ich noch zwei Wahlbriefe zur Sozialwahl ein und bringe Altglas weg. Auf dem Rückweg kaufe ich kurz im Supermarkt ein und zurück zuhause koche ich mit dann ein schnelles Mittagessen aus Fertig-Gnocchi in Bärlauchbutter mit regionalen Cherry-Tomaten, Rucola und Grana Padano. Außerdem habe ich an der Kasse noch einen Bambina-Riegel mitgenommen, inspiriert von einem TikTok am Wochenende. Allerdings schaffe ich den nicht direkt nach dem Mittagessen sondern hebe ihn mir für später auf.

Irgendwann am Nachmittag wird das späte Meeting dann doch wieder abgesagt, was aber dann ein spontanes, früheres und kürzeres nach sich zieht, um zumindest einige Punkte zu klären. Während dieses Meetings kommt meine Getränkelieferung an. Ich habe in den letzten Wochen öfter über die Schönheit von Aperitivi und Feierabendcocktails nachgedacht. Nun habe ich zwar diverse Basics im Haus, aber meistens fehlt es an den „Mixern“. Und ganz abgesehen davon kann ein rituelles Feierabendgetränk ja auch gänzlich ohne Alkohol auskommen. Jedenfalls habe ich gestern dann Nägel mit Köpfen gemacht und einen Kasten Sprudelwasser (regional, Glasflaschen, mineralisch und medium) bestellt, dazu einen Kasten Mate (für tagsüber oder zu Partygelegenheiten) und eine gemischte Kiste Wostock-Limo (aus Berlin, AUS Berlin). Mein Balkon sieht jetzt richtig hipsterig aus und mit den Kräutern und meinen Vorräten an Alkoholischem geht jetzt so einiges. Nur Ginger Ale und Tonic könnte ich noch haben, aber da lohnt sich kein ganzer Kasten, das bringe ich mal flaschenweise mit.

Nach dem letzten Meeting schwirrt mir jedenfalls der Kopf und die letzten eintrudelnden E-Mails treffen auf harten Brainfog. Deshalb klappe ich dann doch kurz vor 18 Uhr den Laptop zu. Ich wasche schnell die Pfanne vom Mittagessen ab, räume den Geschirrspüler ein, bringe den Biomüll nach unten und dann schmiere ich mir ein paar Stullen zum Rest Salat von gestern, die es mit einer Flasche Wostok Tannenwald und dem Bambina-Riegel dann zum Abendbrot auf dem Balkon gibt.

Danach liege ich mit den Katzen auf dem Sofa, höre den Alles gesagt Podcast mit Maria Lorenz-Bokelberg zu Ende, den ich schon gestern Abend, heute draußen und beim Abendbrot gehört hatte und verbringe danach noch etwas Zeit mit Duolingo und TikTok. Dann mache ich mich bettfertig und liege gegen 21 Uhr im Bett. Ich schaue noch eine Folge Mad Men und mache dann gegen 22 Uhr schon wieder das Licht aus. Alles anstrengend.

23.04.2023 – Sowas wie Frühjahrsputz

Auf dem Plan steht heute sowas wie Frühjahrsputz. War ja eigentlich schon vor Ostern geplant, dann zu Ostern, aber erst war wieder Covid akut, dann war wieder Long Covid und dann passte dieses Wochenende ganz gut in den Plan. Aber sag das mal meinem Körper! Gegen halb 12 habe ich es immerhin schonmal zum Frühstück (Quark mit Holundermarmelade, Banane und Sesam, Nudossibrot, Tee mit Milch) auf dem Balkon geschafft. Dann setzt sich Noosa nochmal ausführlich auf meinen Schoß, dann fange ich irgendwann an.

Als erstes leere ich das Katzenklo in einen leeren Katzenklobeutel aus und weiche es mit WC-Putzmittel ein. Dann bringe ich zwei Ladungen Müll herunter (zweimal gehen, weil alles auf einmal mir aktuell zu schwer wäre) und werde vom FitBit bejubelt, dass ich mein Trainingsziel für den Tag erreicht habe. Ich habe seit Mitte März keinen Sport gemacht, aber Müll runterbringen ist aktuell wie Cardiotraining. Dann erstmal kurz was trinken und ausruhen. Der nächste Schritt ist Katzenklo säubern und zum Trocknen auf den Balkon bringen. Wieder ausruhen.

Zwischendurch steht der Besuch von Mitbewohner auf und fährt zum Flughafen. Ich sauge die Wohnung, lege mich wieder hin. Ich putze das Bad und lege mich wieder hin. Ich wische Bad und Küche und lege mich wieder hin. Ich fülle das trockene Katzenklo auf und lege mich wieder hin. Ich stelle alles wieder an seinen Platz, beschließe, dass ich für heute genug geputzt habe und setze mich auf den Balkon.

Als es zu kalt wird, gehe ich rein. Ich mache mir einen Salat aus dem Biokistensalat, -gurke und -radieschen. Dazu gibt es ein Dressing aus Joghurt, Zitrone, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Ahornsirup und Kräutern vom Balkon (Schnittlauch, Dill, Petersilie, Basilikum). Und Stullen – eine mit Bergkäse, eine mit veganer Fleischwurst – gibt es auch.), dazu ein alkoholfreies Radler.

Ich lese „Noch wach“ von Benjamin von Stuckrad-Barre an, mir fallen aber recht schnell die Augen zu. Mit einem Umweg über die frisch geputzte Badewanne liege ich gegen 22 Uhr im Bett und mache das Licht aus.

22.04.2023 – Balkon und Hotdogs

Eigentlich wollte ich gerade aufstehen und Frühstück machen, dann legte sich Noosa auf meinen Bauch und jetzt blogge ich wohl doch noch. Gestern auf TikTok gesehen, dass die Liegeposition der Katze etwas über unser Verhältnis aussagt. Heute Nacht war ich Noosas Mama, jetzt gerade bin ich hingegen ihr Besitz. Nun denn…

Ich erwache zum Weckerklingeln des Liebsten in seinem Bett. Nach zweimal Snoozen ist er auch wach genug, um aufzustehen und Kaffee zu machen. Wir trinken und lesen im Internet, dann bringt er die zweite Runde und wir können schon reden und Quatsch machen. Er muss dann allerdings bald aufstehen und seinen Koffer packen, während ich liegen bleiben kann. Als er die Wohnung verlässt, trinke ich seinen und meinen zweiten Kaffee aus, kümmere mich um die Sprach-Apps, blogge und stehe dann auf.

Zum Frühstück mache ich mir Quarkbällchen warm, von denen der Liebste und das Teilzeitkind am Donnerstag mal wieder zu viele eingepackt bekommen hatten, dazu gibt es einen Apfel und Pfefferminztee. Ich stelle noch die Spülmaschine an und dann wird es auch für mich Zeit, aufzubrechen. Wenn ich schon mal mit etwas Zeit hier in der Gegend bin, gehe ich direkt mal zu dem großen, bekannten Outdoor-Laden. Mein Zelt zeigt nach 15 Jahren erste Alterserscheinungen und ich möchte mich beraten lassen, wie ich denen am besten beikomme, denn schon in wenigen Wochen will ich beim Immergut darin schlafen.

Der Mann in der Zeltabteilung schickt mich zur Werkstatt, dort hat aber niemand Zeit für mich und dann bin ich irgendwann genervt und gehe. Da ich später noch in den Baumarkt will, kann ich ja da auch nochmal fragen. Weil ich gerade hier bin, gehe ich dann noch in den Sportartikel-Discounter gegenüber. Ich wollte mir ja noch eine Schwimmbrille besorgen, damit ich entspannter im Wasser bin und vielleicht mal so Sachen wie Kraulen und Tauchen lernen kann. Als erstes sehe ich aber Zelte und hier werde ich dann auch direkt kompetent beraten. Hmpf. Dafür bei den Schwimmbrillen nicht so, ich stehe ewig vor dem Regal und versuche, die verschiedenen Ausstellungsstücke und Werbeschildchen mit den Verpackungen in Einklang zu bringen. Irgendwann greife ich entnervt zu einem teuren Exemplar, das aber wenigstens sehr flexibel verstellbar ist, und gehe damit zur Kasse.

Danach schnell in den U-Bahnhof und bloß weg aus der Shoppinghölle und wieder zurück in den Nordosten! Die U-Bahn bringt mich zur Ringbahn, mit der fahre ich eine Station weiter als sonst und dann geht es noch zwei Stationen mit der Tram weiter, denn ich will gleich unterwegs noch zum Baumarkt, bzw. ins Gartencenter. Der Balkon will bepflanzt werden! Ich fülle meinen Wagen mit Dekorativem und Nützlichem, immer im Blick, wieviel ich einigermaßen gut nach Hause tragen kann. Es dürfen mit: ein blühendes Zitrusbäumchen mit betörendem Duft, aus dem vermutlich bald Zierorangen wachsen, eine Lavendelstaude, ein Topf Basilikum, ein Topf Thymian, ein Topf Salbei, ein Topf Petersilie, ein Topf Schnittlauch, ein Topf Dill, ein Topf Schokominze (Pfeffer- oder Nana- gab es nicht), ein Topf Waldmeister (ist ja bald Mai!), ein gelb blühendes Dings, ein lila blühendes Dings, zwei Töpfe Katzengras und zwei Briketts Kokosblumenerde.

Schwer bepackt laufe ich damit nach Hause und muss mich dann erstmal kurz verpusten, als ich in der Wohnung ankomme. Außerdem warten die Katzen auf Frühstück. Danach geht es raus auf den Balkon. Ich lasse ein Brikett Blumenerde quellen, gemeinsam mit den Resten von letzten Jahr und dem Riesenvorrat an Rindenmulch, den der Hase mir hinterlassen hat, reicht das völlig für meine Zwecke heute. Lavendel und Zitrusbäumchen werden in die beiden großen Pflanztöpfe umgetopft. Der Basilikum wird auf drei kleinere Töpfe umverteilt, mal gucken, ob und wie gut das alles wächst und gedeiht.

Die anderen Töpfe werden nach Gutdünken in die Blumenkästen gestellt. Auspflanzen geht nicht, da die Katzen sich sonst drauflegen. Ein Blumenkasten bleibt wie immer leer als Katzenplatz und bekommt rechts und links jeweils einen Topf Katzengras daneben gestellt. Dann noch Müll beseitigen, Erde wegsaugen und Tisch abwischen und schon ist das zweite Wohnzimmer präsentabel. Evtl. kaufe ich bei Gelegenheit noch ein bisschen mehr Blühendes dazu, aber ansonsten bin ich ganz zufrieden.

Ich setze mich in einen der Liegestühle und lese im Internet herum. Die Sonne ist schon lange um die Ecke verschwunden und durch den Wind wird es langsam kühl. Ich hole mir aber erst noch eine Decke und außerdem einen Teller mit Stulle, Gurke und Radieschen. Erst nach dem Essen wird es wirklich zu kalt (obwohl die Wetter-App immer noch über 20 Grad anzeigt) und ich ziehe mit Decke und Katzen auf das Sofa um.

Die nächsten Stunden verbringe ich schlafend oder lesend. Genug getan für heute! Kurz nach 20 Uhr gesellt sich meine beste Freundin zu mir aufs Sofa. Wir bestellen uns Hot Dogs (jede 3 verschiedene) und eine Portion Kartoffelecken mit Käsesauce und Jalapeños und erzählen ein paar Stunden. Zwischendurch klingelt es ein drittes viertes (ein Paketbote war am Nachmittag auch noch da) Mal, als ein Freund des Mitbewohners eintrifft, der heute hier schläft, weil er morgen zum Pilgern nach Jiddah fliegt.

Meine Freundin verabschiedet sich gegen halb 11. Ich räume noch das Wohnzimmer auf, packe meine neue Schwimmbrille aus und stelle sie richtig ein, packe meinen Übernachtungsrucksack aus, putze mir die Zähne und lege mich ins Bett. Eigentlich wollte ich noch lesen, aber mein Kopf möchte nur noch konsumieren, also gibt es noch eine Weile TikTok und dann gegen halb 1 einen Podcast zum Einschlafen, von dem ich nur die ersten paar Minuten mitbekomme.

21.04.2023 – Sonne und Freitag

Schon wieder sehr früh wach und nicht mehr richtig einschlafen gekonnt. Ich glaube, bei den Katzen ist das mit dem Frühling jetzt so richtig angekommen. Sie wollen zwar morgens nicht unbedingt direkt etwas essen, aber schauen, ob ich noch lebe und dann kuscheln oder spielen. Und meistens ist es dann schon zu hell oder zu spät für mich, um nochmal in den Schlaf zu finden. Immerhin genug Zeit, um entspannt in den Arbeitstag zu starten.

Neben den beiden regulären Freitagsmeetings gibt es dort heute noch einen Call zum nur Zuhören und ein kurzes Ad-hoc-Meeting, ansonsten ein wenig kreative Arbeit und wieder viel Datenräumerei. Für den kreativen Teil setze ich mich erstmals dieses Jahr mit dem Laptop in einen Liegestuhl auf den Balkon, denn es ist sonnig und warm.

Mittags gehe ich deswegen auch raus und direkt zur Gelateria, wo ich mir je eine Kugel Orange-Basilikum und Pistazie gönne. Zum Schlecken sitze ich auf einer Bank, dann laufe ich wieder nach Hause. Zu schnellen Zeiten dauert der Hin- und Rückweg insgesamt 20 Minuten, heute brauche ich fast das Doppelte. Auf dem Rückweg spricht mich noch eine alte Dame mit Rollator an, und hält einen Monolog über am Gehweg angelegte alte, große Matratzen und wie man die eigentlich praktisch entsorgen könnte, wenn man so eine hätte, hat sie ja aber gar nicht. Ich schon, aber nicht zum Entsorgen. Sollte es mal soweit kommen, müsste ich mir dann wohl eine Säge borgen…

Ich schaffe einen freitäglich frühen Feierabend kurz nach halb 5. Ich verräume die zwischen zwei Meetings gelieferte Biokiste, nehme Wäsche ab, packe meinen Rucksack und füttere die Katzen. Dann mache ich mich auf den Weg nach Südberlin, zur Date Night mit dem Liebsten – auf den Ohren erst das neue Album von Blond, dann das von Talking To Turtles.

Auch der Weg von der U-Bahn zum Liebsten dauert heute doppelt so lange wie sonst. Eigentlich wollten wir ja schön Essen gehen, aber mein Körper sagt nein. Also legen wir uns aufs Sofa und bestellen uns das schöne Essen von unserem Stammchinesen her. Es gibt Algensalat, Morchelsalat und gemischte Jaozi für mich, für den Liebsten Algensalat, Wan-Tan-Suppe und kaltes Rindfleisch in Chili-Öl.

Wir schauen zwei Folgen Reservation Dogs und die neue Folge Marvelous Mrs Maisel. Dann gibt es für ihn noch eine Stunde GTA und für mich eine Stunde TikTok und schon ist Bettgehzeit, denn einer von uns muss morgen früh raus und eine andere ist sowieso kaputt und müde. 23 Uhr ist Licht aus.

20.04.2023 – Büro und Frühling

Die Kombination aus frühem Schlafengehen, frühem Wecker, latentem Bauchweh, zeitigem Sonnenaufgang und anhänglichen Mietzekatzen macht mal wieder viel Zeit am Morgen – gegen 5 bin ich wach, anderthalb Stunden vor dem Wecker, der extra früh gestellt ist, um einen gemütlichen Start zu ermöglichen. Jetzt also extragemütlich, denn ich muss ja erst kurz nach 8 das Haus verlassen. Mein erster Bürotag seit mehr als 5 Wochen steht an.

Anders als die letzten Male oft, fahre ich mit der Tram hin, eine knappe Stunde Fußweg ist mir noch zu riskant, vor allem unter Zeitdruck und vor Beginn eines langen Arbeitstages. Den Sport für heute Abend habe ich auch bereits abgesagt – einen Schritt nach dem anderen. Da der Weg zur und von der Tram länger dauert, als vor Covid Nr. 2 brauche ich trotzdem ganz schön lange, habe aber trotzdem noch genug Zeit für Kaffee und Müsli mit Banane und ein Paar Worte mit einem Kollegen, bevor halb 10 das erste Meeting des Tages ansteht – das einzige in Präsenz, dessentwegen ich überhaupt gekommen bin.

Über den Tag verteilt gibt es dann noch vier andere sowie diverse spontane Gespräche mit Kolleg*innen, die mir live über den Weg laufen. Drumherum räume ich weiter Daten hin und her, übersetze einen Text ins Deutsche, organisiere Übersetzungen ins Italienische und Spanische, arbeite an einer Präsentation usw. usw. Zum Mittag hole ich mir aus dem Supermarkt Bio-Kartoffelsuppe, vegane Wiener und einen Smoothie aus tropischen Früchten und Algen. Zum Nachmittagskaffee gibt es etwas Adventskalenderschokolade aus der Schublade und eine Handvoll Blaubeeren, die ein Kollege nicht mehr schafft.

Mit besagtem Kollegen mache ich dann kurz vor 18 Uhr Feierabend und wir laufen noch gemeinsam bis zu seiner Tramstation. Die liegt auf meinem Weg, denn ich will versuchen, zumindest einen Teil des Heimwegs zu Fuß zu gehen – immer an meiner Tramlinie entlang, um notfalls einsteigen zu können. Ist aber sowieso der direkte Weg. Ich gehe langsam und mit immer kleiner werdenden Schritten. Dabei höre ich einen Podcast mit Justin Long und Seth Rogen und freue mich über saftig grünes Gras, blühende Blumen, aufgeplusterte Vögel und austreibende Bäume und Hecken. Es ist frühlingshaft hell und beinahe warm, so dass die Jacke offen bleiben kann.

Nach drei Vierteln des Weges jubelt mein Schrittzähler und ich beschließe, dass ich die letzten beiden Tramstationen jetzt auch noch schaffe. Dafür kann ich eine Abkürzung durch die Sternmagnolienstraße nehmen. Am Ende tun mir die Beine weh, aber ich habe es geschafft und dafür etwa 20 % mehr Zeit gebraucht, als vor Covid Nr. 2.

Zuhause werden erstmal hungrige Katzen versorgt, dann geht es auf die Couch, bis ich Hunger, Appetit und einen klaren Abendessenplan habe. Es läuft auf Toast Hawaii hinaus, da immer noch Dosenananas vom Iftar übrig sind. Statt Schinken gibt es vegane Fleischwurst, als Käse Bergkäse und dazu einen Apfel. Zum Essen und danach schaue ich den Justin-Long-Film „A Case of You“, der von der Prämisse her interessant aber insgesamt unterwältigend ist. Gegen zehn liege ich schon wieder im Bett.

19.04.2023 – Räumen und Sortieren

Der Wecker klingelt unverschämt früh, da heute ein neuer Herd installiert wird. Der alte war schon alt, als ich vor fast zehn Jahren hier eingezogen bin, das passende Blech haben die Vormieter mitgenommen… Irgendwann rang ich mich durch und fragte nach, ob man da mal etwas Neues hinstellen könne. Man kann, allerdings ist es immer noch ein E-Herd mit Platten, ein Upgrade war nicht möglich. Als er angeschlossen ist, muss der Ofen erstmal eine halbe Stunde lang auf 250 Grad ballern, die Herdplatten fünf Minuten auf höchster Stufe. Unangenehme Düfte durchziehen die Wohnung, Fenster und Balkontür stehen offen. Ich beschäftige mich derweil mit der Bedienungsanleitung, freue mich über Grillfunktion und Eco-Modus, vermisse immer noch eine Umluftfunktion, aber bin glücklich, endlich ein passendes Backblech zu haben.

Der Arbeitstag wird vergleichsweise ruhig – zwei Meetings werden auf andere Tage verschoben, dafür kommt ein unverhofftes rein und ich schaue bei einem Townhall zu. Ansonsten verbringe ich den Großteil des Tages damit, Archivdaten von A nach B zu schieben und höre dabei Italo-Pop, weil draußen die Sonne scheint. Mittags mache ich mir den Rest Tortellini in brodo warm. Leider sind die Tortellini über Nacht auf fast doppelte Größe aufgequollen – ich muss nächstes Mal daran denken, Nudeln und Brühe getrennt aufzubewahren. Nach dem Essen gehe ich ins Draußen und besorge Katzensnacks und neue Katzenminze.

Heute kann ich mal etwas früher Feierabend machen, ich liege schon gegen 17:40 Uhr auf dem Sofa und gucke auf TikTok herum, bis mein Abendbrothunger da ist und ich ungefähr weiß, was ich machen will. Ich bastele eine Art Avocadosalat, gewürzt ähnlich wie hier und da ich beim Salz etwas großzügig war, kommt noch klein geschnittene Ananas dazu, was eine sehr gute Idee ist. Dazu gibt es das erste auf dem neuen Herd zubereitete Omelette (leicht verunglückt, das liegt aber eher an der Kombination aus Pfanne und aus Faulheit weggelassenem Fett) mit Mozzarella-Resten vom sonntäglichen Künefe.

Nach dem Essen liege ich noch ein wenig mit Katze auf dem Bauch auf dem Sofa und übe Tschechisch. Dann geht es in die Badewanne und kurz vor 10 liege ich schon im Bett. Morgen gibt es schon wieder einen frühen Wecker und außerdem bin ich müde genug, um beim Lesen schnell einzuschlafen.

18.04.2023 – Platter Dienstag

Auf den so mobilen Montag folgt ein platter Dienstag. Pacing ist das Zauberwort im Long Covid Game und damit fällt heute auf jeden Fall der Yoga-Termin am Abend aus und auch sonst werde ich bis zum Ende des Tages das Drinnen nur zum Luftschnappen auf dem Balkon verlassen haben. Allgemeine Schlappheit, Bauchschmerzen, latentes Halsweh und immer wieder Kopfschmerzen… Nicht schön.

Abgesehen davon gibt es einen relativ normalen Homeoffice-Tag. Drei reguläre Meetings (1 monatlich, 1 wöchentlich, 1 vierzehntägiges) und ein spontanes, viel administrative Arbeit dazwischen und ein Feierabend mal wieder ein gutes Stück nach 18 Uhr. Zum Frühstück am Schreibtisch gibt es Müsli mit Banane, als Nachmittagssnack am Schreibtisch Apfel mit Erdbussbutter.

Die Mittagspause nutze ich zum Waschmaschine anstellen. Dann mache ich mir Tortellini in brodo – es sind fertige, trockene Tortellini mit Käsefüllung und Gemüsebrühe – und verfeinere mit Olivenöl und schwarzem Pfeffer. Evtl. muss ich mich mal frische machen oder alternativ mal wieder in die Emilia Romagna reisen? Aber schmeckte schon ganz gut.

Nach der Arbeit dann Wäsche aufhängen, Stullen machen, drei Folgen Mad Men gucken und dann ist halb 11 auch schon wieder das Licht aus.

17.04.2023 – Neue Woche, neues Glück

Die Katzen und ich wachen früh und einigermaßen ausgeschlafen auf, finden aber Montagmorgende generell überbewertet, so dass ich nach dem Ablauf aller Morgenroutinen erst 9:15 Uhr am Schreibtisch sitze. Ich erledige gleich am Anfang eine gewichtigere Aufgabe, dann folgt das erste von drei regelmäßigen Montagsmeetings das mehr Arbeit nach sich zieht.

Um 12 breche ich auf zur Physiotherapie und dann bin ich körperlich ganz schön platt, als ich zwei Stunden wieder am Rechner sitze. Vorher habe ich mir noch Stullen geschmiert und Gurke und Apfel aufgeschnitten. Dinge sortieren und abarbeiten, dann gibt es 15:30 Uhr wieder ein regelmäßiges Meeting, dem sich noch ein halbstündiges weiteres ad hoc anschließt. Die Zeit bis zum großen Wochenstart-Teammeeting (eine Stunde ab 17 Uhr) überbrücke ich mit dem Sortieren von Grafiken. Dann ist es schließlich doch schon 18:20 Uhr, als ich den Rechner zuklappe.

Das Meeting hat mich allerdings wieder energetisiert und so ziehe ich mich hast automatisch nochmal wetterfest an und bringe dann erst den Müll runter, bevor ich die verschobenen Einkäufe vom Wochenende nachhole (bis auf die Balkonpflanzen, das mache ich dieses Wochenende in Ruhe, bei Sonnenschein). Auf dem Heimweg sagt das FitBit wie nebenbei, dass das Schrittziel voll ist. Wieder zurück mache ich mir eine Portion vom jamaikanischen Eintopf warm, außerdem mache ich einen simplen Kopfsalat mit Zitronendressing an und knabbere zu beidem die letzten pakistanischen Papri von gestern.

Auf dem Fernseher laufen während ich esse obskure Musikvideos aus vergangenen Zeiten. Dann übersetze ich noch schnell ein paar Phrasen für meine Eltern ins Niederländische, da sie dort diese Woche einen Vortrag (auf Englisch) halten werden. Kurz nach 9 schaffe ich den Absprung vom Sofa. Küche aufräumen, Katzenklo durchsieben, bettfertig machen. Kurz vor 10 liege ich und beschäftige mich noch mit einem alten New York Times Kreuzworträtsel, bis mir wiederholt für längere Zeit die Augen zufallen. Kurz vor 11 lege ich das Handy endgültig weg.

Keine Fotos heute – hat sich irgendwie nicht ergeben.