Jemand in meinem letztes Wochenende abgeschlossenen Kurs nannte das Arbeiten auf dem Sofa Softoffice und das habe ich mir also für heute vorgenommen. Alle meine direkten Kolleg*innen haben frei, viele andere bummeln Überstunden von der Messe ab, es stehen keine Meetings an und alle Deadlines sind für irgendwann nächste Woche. Perfekt, um meine Erkältung weiter auszukurieren.
Nach okayem Nachtschlaf gibt es den morgendlichen Reboot noch im Bett, dann mache ich Frühstück und wechsle auf die Couch.

Ich mache mir Musik an, habe außer dem Laptop auch Noosa auf dem Bauch und gehe in Ruhe alles durch, was meine Einarbeitung in den letzten fünf Wochen so hervorgebracht hat, sortiere, strukturiere und systematisiere, aktualisiere meine To-Do-Liste und schreibe mir für die Meetings nächste Woche auf, was ich noch brauche, damit ich ab nächsten Donnerstag die Rolle vollumfänglich alleine erfüllen kann. Während ich übrigens abweichend von der Normalität im mir noch unbekannten Münchener Büro bin und dann zwei Tage später auf der Bloglesung, es ist schon wieder alles sehr aufregend.
Irgendwann mache ich Mittagspause und im Zuge dessen eine Art Pellkartoffel-Bowl mit Leinöl, Quark, Spreewaldgurken, Radieschen und veganer Lyoner. Die Kartoffeln sind von der gestrigen Quarkkeulchen-Aktion übrig und werden wieder warmgemacht – eine Umkehrung der natürlichen Folge, in der Quarkkeulchen normalerweise gemacht werden, um Kartoffeln von gestern aufzubrauchen. Aber hey, öfter mal was Neues!

Irgendwann ist dann Feierabend und Wochenende. Ich telefoniere mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, das ab jetzt Ferien hat, und dann hole ich mir mein Buch ans Sofa und lese mich im Riesengebirge (und Umgebung) weiter durch die Zeiten, jetzt auch bis hinein in den Zweiten Weltkrieg.
Zwischendurch habe ich Hunger und esse überbackene Käsebrote und grünen Salat mit Zucker und Zitrone – auch so ein Kindheitsessen, als Zugeständnis an Geschmack und Nährwert allerdings mit Romanaherz statt Kopfsalat.

Mittendrin ein längeres Update-Gespräch mit der Mitbewohnerin, dann irgendwann Badewanne und gegen 22 Uhr mit Buch ins Bett. Licht aus dann erst gegen Mitternacht, aber es ist ja schließlich Wochenende.