20.06.2026 – Geburtstagswochenende Tag 2 mit Friska Viljor und Maxïmo Park

Nach mittelguter Nacht gegen 9 final erwacht und erstmal ausführlich den gestrigen Tag verbloggt und bei einem eisgekühlten Espresso Tonic den morgendlichen Reboot absolviert. Zum Frühstück gibt es dann einfach Müsli und Eistee, drinnen, denn auf dem Balkon ist es jetzt vormittags zu warm.

Es folgt die Vollendung des vorgeburtstagslichen Wohnungsputzes, begleitet vom Alles gesagt-Podcast mit Fitzek und vielen vielen Trinkpausen (aber ohne Werbeeinblendungen). Bett neu beziehen, Katzenklo durchsieben, Biomüll entleeren, Wohnung durchsaugen, Klo putzen… Dann gehe ich noch ein letztes Mal fürs Dolce Vita einkaufen – da inzwischen nochmal mehr Leute zugesagt haben, brauche ich von einigen Dingen mehr.

Mittagspause draußen, Stullen und mehr Eistee

Nach dem Essen bin ich ein bisschen am Laptop fleißig, inzwischen immerhin auf dem Balkon, da es ein paar Tropfen geregnet hat und etwas abgekühlt ist. Hinterher Mittagsschlaf mit Noosa auf dem Sofa und dann ist es auch schon wieder Abend und der Liebste da. Wir sitzen noch ein wenig auf dem Balkon und fahren dann mit zwei S-Bahnen zum Astra. Dort läuft bereits das Spiel Niederlande-Schweden und wir bekommen die nächsten zwei Tore mit, während wir essen.

Zur Halbzeit spielt dann drinnen die erste Band, Floodlights aus Melbourne und wir sind beide positiv überrascht, wozu auch die Frau an der Trompete ihren Beitrag leistete. Schöner folkiger Rock mit interessanter Instrumentierung und einem Leadsänger, dessen australischer Dialekt so stark ist, dass man die Ansagen nur teilweise versteht.

Als wir wieder rauskommen, haben die Oranjes gewonnen (juhu!) und der Platz füllt sich immer mehr mit weißbetrikoten Zuschauenden für „das andere Spiel“. Wir hingegen schnappen nur etwas Luft, holen uns das nächste Getränk und stehen dann pünktlich für Friska Viljor wieder schräg hinter dem FOH, während Bryan Adams‘ „Heaven“ als Einlaufmusik gespielt wird.

Mir fällt ein, dass mich der Indiejunge schon vor einer Weile „vorgewarnt“ hatte: Die beiden treten aktuell vor allem zu zweit auf, spielen ihre Songs akustisch und reden zwischendurch viel. So geht es auch heute los, viel Erzählen und Lachen, dazwischen ein paar Songs und immer wieder der Hinweis, dass es mit der Zeit knapp wird. Nach mehreren Taktikbesprechungen werden die Ansagen kürzer, die Drum Machine wird angeworfen und dann kommen Hits, Hits, Hits und der Saal kocht.

„Puppet Cabaret“
„Gold“
„Oh Oh“
„Wohlwill“
„Arpeggio“
„Shotgun Sister“

Insgesamt ein tolles Konzert, würde ich mir gerne nochmal in voller Länge anhören und selbst der Liebste hatte Spaß an „Fritten und Vino“. Ich schmunzele in mich hinein und erinnere mich an mein erstes Konzert mit ihnen, damals 2007 auf dem Immergut, als die Beiden noch mit freiem Oberkörper und unter starkem Alkoholeinfluss auf der Bühne standen und hinterher von mir interviewt worden. War eigentlich für vorher geplant, klappte dann aber aus Zeitgründen nur so – völlig verschwitzt, in einem warmen Bauwagen, auf Schaumstoffmatratzen rumliegend. Ich habe keine Erinnerungen mehr an die Fragen oder Antworten, nur an blonde lange Haare und wilden Bier-Schweiß-Tabak-Geruch. Umso erstaunlicher, dass sie 19 Jahre später so aufgeräumt und musikalisch ausgefeilt immer noch auf der Bühne stehen…

Draußen kocht inzwischen auch die Stimmung vor dem Spiel Deutschland-Elfenbeinküste – so sehr, dass wir nicht mehr hinausgelassen werden und unsere Luft- und Trinkpause auf dem kleineren Innenhof verbringen müssen. Dann zeitgleich Anpfiff draußen und Maxïmo Park drinnen. Meine erste Begegnung mit denen war 2005 in meinem kleinen Studio Apartment in Toronto, als mir ein englischer Freund ein bisschen Musik von seinem MP3-Player auf den Laptop gezogen hat. Darunter war das Debütalbum „A Certain Trigger“. Zwei Jahre später saß ich auf dem Dach vom Rostocker Radiosender und hörte „Our Earthy Pleasures“ um es zu rezensieren. Das zweite große Album dieses Sommers, nach Shout Out Louds „Our Ill Wills“, von dem ich gestern schrieb. 2010 oder 2011 habe ich die Band dann auch live gesehen, schon in Berlin und mit Il Professore.

Und dann jetzt heute also zum zweiten Mal. Paul Smith gibt den Iggy Pop, bleibt aber komplett angezogen und beschwert sich nur regelmäßig über die Hitze im Saal. Er entschuldigt sich vorab, dass sie bei der Hitze so schnelle Songs spielen, bei denen uns allen noch heißer wird, und dann geht’s rund.

„Our Velocity“
„The Coast Is Always Changing“
„Girls Who Play Guitars“
„Apply Some Pressure“
„Books from Boxes“

Als das Konzert vorbei ist, geht die Party richtig los. Wir ruhen uns kurz sitzend aus, dann läuft eine ehemalige Kollegin vorbei und wir sind etwa eine Zehntelsekunde überrascht uns zu sehen, bevor uns auffällt, dass das ja ganz logisch ist, weil das ja unser beider Musik ist und fallen uns in die Arme. Überhaupt sind das hier alles meine Leute, alle ungefähr mein Alter, plus/minus fünf Jahre, etwa 20 Prozent tragen Ringelshirts, was den Liebsten belustigt, nachdem ich ihn drauf hinweise und er von da an bewusst drauf achtet. Ihm war bisher nur aufgefallen, wie viele Frauen anwesend sind, was mich wiederum überhaupt nicht wundert. Wir Indiemädels eben.

Dann geht es kurz vor Mitternacht auf die Tanzfläche und wir tanzen zu Phoenix, Arctic Monkeys, Bloc Party, Franz Ferdinand, The Killers und Co. in meinen Geburtstag hinein – so, wie es sein sollte.

Aber nicht zu lange, es ist ja schon spät und morgen ist noch einiges los, nicht wahr? Am Ostkreuz gibt’s zur Feier des Tages noch ne Puddingbrezel und dann geht es nach Hause. Wir spielen noch ein bisschen mit Noosa auf dem Balkon, die Mitbewohnerin kommt von der Arbeit und überreicht mir einen riesigen Blumenstrauß und gegen 2 schlüpfe ich nach dem Zähneputzen zum Liebsten ins Bett, neben dem sich Noosa schon ordentlich breit gemacht hat.

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