09.06.2026 – Von Kugeln und Bällen

Wir wollten ja über die Schlafthematik den Mantel des Schweigens breiten. Von daher begnüge ich mich mit der Auskunft, dass ich gegen 6 in der Küche stehe und Espressopulver verstreut, mich dann aber kurz danach mit einem riesigen Caffè latte, Keksen und Obst auf den Balkon setze. Um 7 habe ich fertig gebloggt, kurz nach halb 8 ist der morgendliche Reboot komplett beendet. Noosa liegt auf mir und schlieft tief und fest und ich denke über die Ungerechtigkeit des Lebens nach, als ich mich für die Arbeit fertig mache.

Kurz nach 8 verlasse ich das Haus und weil ich immer noch zu früh dran bin, nehme ich einen anderen Weg, hole bestellte Medikamente in der Apotheke ab und laufe dann mit dem Liebsten telefonierend weiter zur Straßenbahn nach Friedrichshain. Ab da normal: Ich laufe über die Brücke nach Kreuzberg und komme rechtzeitig vor dem Regen im Büro an, gegen 9 als insgesamt zweite Person.

Der Koffeinpegel sinkt schon wieder, ich kippe eine Mate nach und begrüße nach und nach eintreffende Kolleg*innen aus Berlin und von anderswo und außerdem Besuch aus dem Süden. Um 10 dann das offizielle Bürofrühstück samt Bürohund.

Um 10:30 dann ein Meeting mit Frankfurt. Hinterher noch ein paar Absprachen und dann ist schon wieder Mittagszeit. Wir holen uns was beim Bäcker (ich Gnocchi mit Pesto) und essen dann in großer Runde im Konferenzraum.

Das nächste Meeting nehmen wir dann, weil wir endlich mal am gleichen Ort sind, mit nach draußen und drehen eine Runde durch Kreuzberg, kehren schließlich beim sizilianischen Eisladen ein.

Zurück im Büro braucht es den nächsten Kaffee, dann geht es für eine weitere Besprechung raus ans Wasser. Der Rest des Arbeitstages vergeht dann wieder normal am Schreibtisch.

Am späten Nachmittag verlassen wir als große Gruppe das Büro und fahren mit U-Bahn und Bus rüber nach Neukölln, zu dem Minigolfplatz, auf dem ich früher mal jeden Sonntag mit der Rostocker Crew verbracht habe. Es gibt Getränke für alle, dann bilden wir vier Gruppen und gehen ans Werk. Meine Gruppe ist die kleinste, damit schnellste und auch einzige, die in der veranschlagten Zeit alle Bahnen schafft. Und irgendwie schaffe ich es auch, die Gruppe zu gewinnen, mit durchschnittlich drei Schlägen pro Bahn und sechs Schlägen Vorsprung vor der Zweitplatzierten. Huch! Hat all das Training damals doch was gebracht.

Als somit eigentlich Gewinnerin des Abends gehe ich ganz beflügelt mit den anderen hinüber ins Restaurant, in dem wir für 20 Uhr reserviert haben. Wir teilen uns verschiedene Vorspeisen, die allesamt sehr lecker sind: Hummus, Kopfsalat mit Senf-Dressing, Panko und Senfsaat, gebackenen Chicorée mit Trauben, Frischkäse, Schluppen und Chiliöl, gebackene Aubergine mit Knoblauchmayo, Kräuteröl und Zitronenpfeffer (mein Favorit) und Perlgraupen mit Apfel-Chutney, roter Bete, Staudensellerie und Kaiserschoten. Sah alles sehr toll aus, verteilt auf meinem Teller dann eher so:

Zum Hauptgang gibt es für mich dann Grüne Sauce mit frittierten Kartoffelklößchen und Ei, gleich viel fotogener:

Es wird erzählt, gelacht und Wein getrunken und kurz nach 10 gibt es dann erste Auflösungserscheinungen, denen ich mich aufgrund der letzten und mit Ausblick auf die nächste Nacht anschließe. Mit zwei anderen laufe ich zur Ringbahn, stelle fest, dass es ähnlich wie „neulich“ nach dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt wieder Probleme in meiner Ringbahnrichtung gibt und ich mit nur 10 Minuten längerem Weg zwei mal Umsteigen spare, und dann fahren wir eben zu dritt im Uhrzeigersinn. Eine Kollegin steigt in Wilmersdorf aus, von der anderen verabschiede ich mich an unserer Station im Prenzlauer Berg.

Ich laufe nach Hause, werde freudig von Noosa begrüßt, füttere sie, spiele noch kurz mit ihr und mache dann gegen halb 12 das Licht aus.