Die Nacht ein bisschen besser, die Schlafphasen sind länger und Noosa und ich schlafen bei jedem Aufwachen schnell wieder ein. Entsprechend erholter fühle ich mich am Morgen, auch wenn der Wecker wegen Bürotag früher klingelt. Der Großteil des morgendlichen Reboots erfolgt noch im Bett, nur das Liebstentelefonat erst auf dem Weg zur Bahn und die Rätsel in der Bahn. Vom Aufstehen bis zur Ankunft im Büro höre ich den Podcast, in dem Nilz Bokelberg von seinem kürzlich verstorbenen Bruder erzählt (aktuelle Folge Gästeliste Geisterbahn bzw. Niemand wird verurteilt) und das ist sehr berührend aber auch sehr lustig. Im Büro gibt es dann den guten Kaffee und den Rest vom Rhabarber Crumble zu ersten Aufgaben des Tages.

Dann das gemeinsame Bürofrühstück, heute eher kurz, weil dann der Meeting-Marathon losgeht. Zunächst mit Berlin und Frankfurt, dann nur mit Berlin, dann Mittagspause. Ich hole mir mit einer Kollegin einen Salat und dann sitzen wir draußen, essen und schauen aufs Wasser. Die Gespräche drehen sich um die großen Themen – Behinderungen, Abtreibungen, Leihmutterschaft, Altern, Tod, Beziehungsanfänge unserer Großeltern, deutsch-deutsche Geschichte. Wow.

Dann geht der Meeting-Marathon weiter. Nach einem Call mit dem tiefen Westen des Landes schenken mir die zwei Kolleginnen, die gerade zusammen Urlaub in Griechenland gemacht haben ein Armband, das perfekt zu meinem heutigen Outfit passt – die anderen Kolleg*innen im Team bekamen natürlich auch welche – und Klebe-Tattoos, aber da verzichte ich dankend.

Danach back to back Meetings vor Ort in verschiedensten Konstellationen, nebenbei sammle ich Infos für ein Dokument das ich gerade erstelle.
Das zweite Highlight des Tages ist dann das Kind einer Kollegin, das Mama abholt (gemeinsam mit Papa natürlich) und erstens sehr süße Wassermelonenschuhe anhat und zweitens so herzig mit unseren Büromaskottchen spielt, dass es eins davon leihweise mit nach Hause bekommt – ob und wann wir das wiederbekommen erscheint zumindest fraglich, so innig wird es beim Gehen umklammert.

Irgendwann ist dann Feierabend und ich laufe mit einer Kollegin rüber nach Friedrichshain und dann alleine weiter nach Lichtenberg, endlich wieder Wasserstrampeln! Heute ist überraschend ein anderer Trainer dran, nämlich der von damals hier, der in diesem Fitnessstudio und mit diesem abendlichen Publikum noch etwas mehr aus der Art geschlagen wirkt als in dem anderen mit dem seniorigen Vormittagskurs. Witzig und gut schaffbar, das Training. Ich mag den Opi.
Weil es heute eh so warm ist und ich so müde bin, klemme ich mir Dampfbad und Sauna und mache mich nach dem Duschen direkt auf den Heimweg. Dort angekommen schreit mich Noosa erstmal an, warum ich so spät komme, kuschelt dann aber ausgiebig mit mir. Ich telefoniere mit dem Liebsten, brate mir ein Omelette mit Schafskäse und getrockneten Tomaten, dazu gibt es Gurke mit etwas Artischocken-Dip von gestern und die restlichen Taralli.

Noosa und ich bleiben kuschelnd bzw. spielend auf dem Balkon, bis es ernsthaft dunkel wird und gehen dann gegen 10 mit Buch ins Bett. Ich schaffe ein Kapitel, bis mir die Augen zu fallen.