Previously in dieser Woche

Die App sagt, ich bin diese Woche mehr als 40 km gegangen. Augmented Reality sei Dank. Das Ingress-Spielen macht, dass ich meine Vorsätze vom Anfang des Jahres wieder aufnehme: Jeden Tag spazieren gehen, in der Mittagspause herumlaufen, ergo Mitgebrachtes während der Arbeit essen, ergo kochen. Und da sage noch einer, Smartphones und Spiele wären ungesund. Mal gucken, wann die Portale ihren Reiz verlieren…

Räucherfisch vom Ostseewochenende mit Kartoffel-Rote Bete-Salat

Ofengemüse mit Basilikum, Minze und Petersilie

Linsen-Möhren-Pilz-Kokos-Eintopf

Außerdem endlich beim Streetfood Thursday gewesen. Zu viele Menschen an diesem Regentag, aber gutes Essen. Besser wäre: Kleinere Portionen und kleinere Preise für mehr Auswahl. Ich hatte:

Nigerianisches: Kokosreis, Bohnen, Kochbananen und Melonenkernsauce

Belgisches: Brüsseler Waffel mit heißen Kirschen und Sahne

Berlinisches: Gurken-Zitronen-Eis
Und noch so: Auf dem Balkon gibt es jetzt Tomaten, Gurke und Paprika. Biokiste und Besuch des Mannes beim Elterngarten Sorgen für einen vollen Kühlschrank. Es kann also so weitergehen…
Ansonsten gab es noch die Bowie-Ausstellung mit den entsprechenden anzunehmenden Ohrwürmern. Kann ich sehr empfehlen und man kann auch ohne Schwierigkeiten alleine hingehen – man bekommt von seinen Mitmenschen sowieso nichts mehr mit, sobald man erst einmal drin ist. Und: Zeit lassen, es war dann viel zu schnell vorbei, weil ich mich so beeilt habe. Dachte die anderen sind alle vor mir, am Ende war ich als erste draußen…
Und: Katzen natürlich.

Baywatch-Nimbin

Noosa und ich haben gestern 30 Rock zuende gesehen. Nächste Projekte: Parks and Recreation und Father Ted (letzteres zur Urlaubsvorbereitung – noch 26 Tage bis Irland.

Ein Königreich für ein Lama

So ein Lama hätte uns nämlich super nach Hause oder zumindest bis zur U-Bahn tragen können, nachdem wir gestern das peruanische Restaurant Serrano in Wilmersdorf quasi leergefressen haben. Wie es uns nach Wilmersdorf verschlagen hat? Google war Schuld. Irgendwann letztes Jahr sahen wir etwas über Peru im Fernsehen und setzten das Land danach auf unsere Reise-To-Do-Liste für “irgendwann”. Als Reminiszenz daran schenkte ich dem Mann zu Weihnachten einen Gutschein für ein Essen in einem peruanischen Restaurant – Google machte das Serrano daraus. Als wir nun einen guten Feieranlass hatten – unser Zweijähriges – packten wir sozusagen das Lama bei der Zunge und machten uns auf gen Westen.

Zu trinken gab es für mich überraschend leckeren Blaumaissaft, der gar nicht besonders nach Mais, sondern auch relativ fruchtig schmeckte – so ungefähr in die Pflaumenrichtung. Der Mann entschied sich für Inca Kola, die noch gelber aussah als auf dem Bild, und später ein alkoholhaltiges Maisgetränk – beides war mehr so semilecker. Aber den Blaumaissaft würde ich jederzeit empfehlen.
Als Vorspeise teilten wir uns eine Piceos-Auswahl. Das sind sozusagen peruanische Tapas. So hatten wir Gelegenheit, möglichst viele verschiedene Dinge zu kosten. Darunter waren u.a.:
  • Das peruanische Nationalgericht “Cevice de Rodaballo” (Kaltes mariniertes weißes Heilbuttfilet mit Limettensaft, Zwiebeln und Rocoto (peruanische Chili))
  • Causa (kalte Kartoffel-Limetten-Masse)
  • Gegrilltes Kalbsherz
  • Papas a la Huancaína (Kartoffeln mit einer Sauce aus Frischkäse, gelber Chili und Cracker)
  • Wantan mit Maishähnchen
  • Bohnen mit Käse
  • Tintenfisch
  • Scampi mit Quinoa-Puffs
  • Gefülltes Palmherz

Mein Hauptgang war bunter Quinoa mit Gemüse, eine Krokette aus rotem Quinoa gefüllt mit grünem Spargel und Koriandercreme. (Statt der Krokette gibt es im Original rosa gebratene Entenbrust, ich hatte die vegetarische Variante. Ich wusste nicht, dass da Spargel dabei sein würde, aber in der grünen Variante habe ich ihn ganz gut herunterbekommen).
Der Mann hatte Maishähnchenbrust in einer Sauce aus gelber Chili, Walnuss und Parmesankäse an mehligen Blaukartoffeln. Wir fanden beide beides lecker und waren aber auch der Meinung, das jeweils eigene sei das bessere – so soll es sein.
Zum Nachtisch gab es dann wieder eine Variation – zum Glück, ich hätte nichts davon verpassen wollen:
  • Lucuma-Eis mit Schokoladensauce und Johannesbeeren
  • Mangoschaum mit Kiwi
  • Brownie mit einer Johannisbrotbaumsirupcreme und Quinoa-Pops
  • Maracujacreme mit Erdbeeren und gerösteten Mandeln
  • “Milchcreme aus Lima” mit Zimt und Physalis
Es war alles wahnsinnig lecker und selbst Dinge, von denen ich sonst Abstand nehmen würde, wie das Kalbsherz und der grüne Spargel, sind mir nicht unangenehm aufgefallen. Wir kommen auf jeden Fall wieder – am besten wieder zu einem wichtigen Anlass oder mit solventen Gastgebern, ganz billig ist es nämlich nicht – mit Trinkgeld haben wir zu zweit fast 90 € bezahlt…
Drinnen waren einige der Zutaten ausgestellt, ich habe das natürlich dokumentiert:

Diese dummen, dummen Menschen

So lange diese WM noch nicht ganz vorbei ist, kann ich ja nochmal so richtig vom Leder lassen über alles, was mich in den letzten Wochen aufgeregt hat. Die Überschrift ist übrigens ein Zitat von einer lieben Kollegin, das im Arbeitsalltag immer mal wieder Anwendung findet, etwa, wenn Vertreter anderer Abteilungen auch beim drölfzigsten Mal noch die selben Fehler machen und man sie dann wieder darauf hinweisen muss. Aber so ist es nunmal: Wir leben alle in unseren Blasen und auf unseren Tellern und kennen uns da super aus, haben aber wenig Einsicht darüber, welche Wellen unsere Taten über dem Tellerrand so schlagen. Also, vollstes Verständnis für diese typischen Arbeitssituationen!

Kein Verständnis hingegen für die Welle des dummdreisten Nationalismus, der seit Wochen überall herrscht. Ich habe ja überhaupt nix dagegen, dass man sich freut, wenn die deutsche Elf guten Fußball spielt und damit auch noch erfolgreich ist. Aber muss man deswegen so eine militaristische Rhetorik, gewaltverherrlichende Bilder und Symboliken aus den dunkelsten Kapiteln der Menschheitsgeschichte wieder hervorholen? Nein, muss man nicht, das war eine rhetorische Frage.

Ebenso unverständlich finde ich es, wenn diese angeblichen “Fußballfans” ganz schnell die schweren Geschütze auffahren, sobald man mal eine andere Mannschaft als die deutsche gut findet. Das war wirklich auffällig: Als ich am Tag des Halbfinales zwischen den Niederlanden und Argentinien im Oranje-Trikot unterwegs war, erlebte ich alles von abschätzigen Blicken, eingefrorenem Lächeln, interessiertem oder kritischen Nachfragen bis hin zu indirekten Drohungen. Da wurde mein Freund gefragt, warum er mich so aus dem Haus gehen lässt (Das öffnet ja auch nochmal ne ganz andere Schublade an *istischer Kackscheisse). Es wurde vorgeschlagen, das Trikot zu verbrennen, falls die Niederländer Weltmeister würden. Es wurde über mich gesagt, ich würde Hochverrat begehen. Ich meine, gehts noch? Es ist Fußball. Ein Spiel. Und angeblich geht es Euch doch um den Sport und nicht um Nationalismus? Die ganzen Fahnen schwenkt Ihr doch nur aus purem Fandom und nicht etwa, weil ihr so endlich mal wieder Herrenmenschen spielen könnt, oder?

Interessant zu beobachten war übrigens, dass einige Kollegen, die ich auch im Nicht-WM-Alltag als Fußballkenner erlebe, den ganzen Blödsinn nicht mitmachen. Da wird vielleicht mal im Spaß ein Spruch gemacht, dann aber auch gleich relativiert und über die Stärken und Schwächen der verschiedenen Mannschaften geredet. Als echter Fußballfan ist man schon auch mal für Argentinien oder die Niederlande, evtl. sogar Italien, wenn einem die deutsche Mannschaft nicht stark genug ist (oder der Trainer immer die Falschen aufstellt). Diese Leute sind wahrscheinlich auch ganz froh, wenn der ganze WM-Trubel vorbei ist und der “echte”, der Vereinsfußball, wieder das Geschehen bestimmt.

In dieser Welt ist man über plumpen Nationalismus dann auch einfach schon weit hinaus. So wie viele in meinem Umfeld von einer Welt ohne Nationalstaaten träumen, so dass so eine WM irgendwie auch ein Anachronismus ist – auch wenn es Spaß macht zuzusehen, aber für mich könnten dort eben auch einfach die Lilanen gegen die Gelben spielen, der Effekt wäre der Gleiche und die fantasievolle Kostümierung der Fans wahrscheinlich ebenso spannend.

Die gleichen Leute übrigens, die sich brachialer und martialischer Rhetorik bedienen und für die heute Abend die Welt unterginge, wenn Argentinien gewinnt, die zeigen diese Einstellung noch auf eine ganz andere hässliche Weise. Als ich diese Woche die Meldung über den von Asylbewerbern besetzten Fernsehturm auf Facebook postete, erbrachen sie ihre Meinung zu dieser relativ harmlosen, aber effektive Form des Zivilen Ungehorsams in meine Timeline. Was sich diese Leute erlauben würden und sie sollten doch bitte vom Turm springen, damit die armen armen Menschen, die wegen ihnen nicht raufkönnten, Genugtuung bekämen. Überhaupt sollten sie einfach mal die Fresse halten und abwarten und nicht aufmucken, wenn sie schon in diesem Land sein wollen. Und sie würden doch für nachfolgende Bewerber, die es “ehrlich meinen” (HÄ?) alles nur schwerer machen. Da kotzte ich dann beinahe auch.

Nicht erst seit diesem Tag frage ich mich, ob man ehemalige Klassenkameraden, entfernte Verwandte und aktuelle Kollegen einfach entfreunden sollte. Oder ist das dann wieder irgendwie intolerant, die Augen vor der Realität verschließend oder feige, weil man eben nicht versucht, diese dummen, dummen Menschen zu überzeugen?

Leerer Luftballon

Ich hänge auf der Couch wie ein Luftballon, der die ganze Woche lang gute bunte Laune machte und aus dem jetzt so langsam alle Luft herausgewichen ist. Uff, war diese Woche viel los…

Am Montag hatte ich Spätschicht und traf mich danach mit meinem Bruder zum Essen. Danach musste ich noch dringend baden. Schlafenszeit: So gegen 1. Aufwachzeit: So gegen 5 Uhr. Aus Gründen, über die ich des häuslichen Friedens wegen einen Mantel des Schweigens breite. Ihr versteht.
Der Dienstag brachte das Deutschland-Brasilien-Spiel, dass wir bei Freunden sahen. Schlafenszeit: So gegen 2.
Am Mittwoch hatte ich wieder Spätschicht und war dann das einzige Mal diese Woche abends zuhause. Es lief ja aber trotz allem Fußball und zwar bis zum Elfmeterschießen. Schlafenszeit: So gegen 2.
Donnerstag dann keine Spätschicht, denn nach der Arbeit fuhr ich mit einer Freundin zu einem Konzert nach Potsdam. Da muss man dann abends auch erstmal wieder heimkommen. Schlafenszeit: So gegen halb 2.
Um wenigstens ein bisschen Schlaf nachzuholen nahm ich am Freitag die Mittelschicht. Nach der Arbeit war es dann Zeit für meinen ersten Junggesellinnenabschied (zu diesem Thema evtl. demnächst mehr). Schlafenszeit: So gegen 4.
Heute morgen klingelte mein Wecker dann aus unerfindlichen Gründen nicht. Zum Glück wachte ich pünktlich um 10 auf, klappte meinen Laptop auf und konnte mit der Arbeit beginnen.
6 Tage, viel Zeug (großartiges Zeug!) und gigantisch wenig Schlaf. Dieses Wochenende jetzt habe ich mir aber mal sowas von verdient. Vielleicht leiste ich mir auch gleich noch ein Nickerchen vor dem Spiel um Platz 3.
Erstmal tief durchatmen, damit der Luftballon sich wieder füllt…

Tagebuch-5 im Juli

Gestern war es wieder soweit, Frau Brüllen fragte: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Wir stehen trotz Sonnabend früh auf, da wir zum Mittagessen bei den Eltern des Mannes sein wollen – das sind ca. anderthalb Stunden mit dem Auto und einiges muss vorher noch erledigt werden. Ich lege zum Beispiel Wäsche zusammen und packe endlich mal mein Urlaubsgepäck von letzter Woche aus und weg. Der Mann gießt die Balkonpflanzen und erntet unten Brennesseln, die in die Blumentöpfe kommen, damit das Gießwasser nicht so schnell verdunstet. Unser Balkon ist inzwischen ein richtiger Garten und die Tomaten brauchen nicht mehr lange, bis sie rot sind.
Dann packen wir unseren Kram zusammen, holen uns noch einen Kaffee im Stammcafé inklusive ausführlichem Schnack mit dem Besitzer (Geht alle ins Café Eckstern!!), halten kurz am Buchladen um die Ecke, um den bestellten Irland-Reiseführer für unseren diesjährigen Sommerurlaub abzuholen und dann geht es on the road dorthin, wo es kein Internet gibt.

Nach dem Mittagessen machen wir uns recht bald auf zur Hauptattraktion dieses Wochenendes: Der Sohn unserer Freunde wird drei und es steht eine Cars-Geburtstagsparty im Garten an. Die Kinder machen ordentlich Radau, es gibt Unmengen zu essen und nette Gespräche. Ich bin scheinbar super im Schaukel anschubsen und beim Rutschen assistieren. Nach noch mehr Essen räumen wir dann kurz nach 21 Uhr alles zusammen und setzen uns vor den Fernseher. Holland gewinnt, mit Hängen und Würgen.

Dann fahren wir wieder zurück zu den so-called Schwiegereltern und schlafen laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange. Am nächsten Morgen (es ist inzwischen der 6., aber das muss noch mit rein) finde ich in der Küche ungefähr ein halbes Kilo Himbeeren vor, dass beim Kuchenbacken übrig geblieben ist. Ich esse so schnell ich kann, aber leider schaffe ich es nicht mehr, bevor wir zum Mittagessen aufbrechen müssen 😉