
Kategorie: Alltag
Hallo, kennst Du uns?
Ich verbrachte meine Mittagspause heute im Park. Also eigentlich ist das kein Park, mehr so eine Grünfläche mit angeschlossenem Spielplatz und nem Springbrunnen. Aber eben grün und um die Ecke vom Büro.. Ich setzte mich also auf das letzte sonnige Fleckchen und holte mein Buch heraus. Völlig vertieft in meine Lektüre schaute ich kurz aufs Handy und stellte fest, dass es gleich Zeit sein würde, zurückzukehren. Kurz, bevor ich dann wirklich los musste, bauten sich zwei Kinder vor mir auf und schauten mich unverwandt an.
Tagebuch-5 im Oktober
Wie immer am 5. fragt Frau Brüllen: WMDEDGT (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag)? Die anderen Beiträge findet Ihr hier.
Mein Tag beginnt mit einem Weckerklingeln – obwohl Sonntag ist, muss ich heute arbeiten und zwar zum ersten Mal wieder nach meiner Brückenwoche. Zum Glück kann ich an den Wochenenden einfach zuhause arbeiten und da so sowohl die Büro-Atmosphäre als auch der Arbeitsweg entfallen, fühlt sich so eine Wochenendschicht gar nicht wie wirkliches Arbeiten an – zumindest, wenn es so ruhig ist wie heute. Wahrscheinlich weil sowieso alle im langen Wochenende sind erreichen mich nur zwei Mails, die beantwortet werden müssen. Abgesehen davon kann ich ganz entspannt Dinge abarbeiten. Was ich da genau mache? Ich korrigiere und lektoriere Texte, pflege Bilder an den richtigen Stellen ein, überprüfe dass alle Fakten sauber sind, rechtliche und interne stilistische Richtlinien eingehalten werden und alle technischen Einstellungen stimmen. Das geht mal ganz schnell und dauert auch mal etwas länger. Teilweise kopiere ich auch bereits vorhandene Dinge und passe sie an neue Standards an. Und ganz manchmal, so wie heute, übersetze ich auch etwas – da unsere beiden Hauptübersetzer ebenfalls Urlaub hatten, ist etwas für mich übrig geblieben.
Das war also meine Hauptbeschäftigung, nebenbei habe ich jede Menge Tee getrunken, Kuchen und Käsebrötchen gegessen, eine Waschmaschine angestellt und die Wäsche danach aufgehängt… Alles immer in kurzen Pausen, denn alle paar Minuten muss ich sicherstellen, dass keine dringenden Mails angekommen sind, die sofort bearbeitet werden müssen. Das Hin und Her wurde mir dann wohl ein wenig zum Verhängnis. Weil die Katzen die Tendenz haben, meine Aufmerksamkeit einzufordern, musste ich sie über mehrere Stunden aus der Bibliothek (so heißt unser Arbeitszimmer, das eben auch den Großteil unserer Bücher beherbergt) aussperren und ignorieren. Vermutlich war es der Protest dagegen, der dazu führte, dass ich nach Feierabend feststellen musste, dass mit der Wäsche etwas nicht ganz in Ordnung war. Ich hatte die vorherige Ladung Wäsche zusammengelegt und auf dem noch vom letzten Besuch bezogenen Gästebett platziert. Nun war da etwas feucht und roch unangenehm. Und zwar nicht nur „etwas“, sondern ein Stapel sauberer, zusammengelegter T-Shirts, die Bettwäsche, die Bettdecke, zwei Laken, der Matratzenschoner und die Matratze selbst. Ganz großes Kino!
Viel erfreulicher war, dass der Mann heute von seinem Wochenendtrip zu Freunden in Leipzig zurückkam. Ich kochte uns ein äthiopisch inspiriertes Spitzkohl-Möhren-Curry mit Reis und dann sahen wir uns einen Film an, der eigentlich nicht zu solch einem Festmahl passte: Hunger von Steve McQueen handelt vom Hungerstreik im Maze-Gefängnis in Belfast, bei dem neben dem Anführer Bobby Sands noch neun weitere Gefangene ums Leben kamen. Seit wir in Belfast waren, wollte ich mich nochmal genauer mit dem Nordirland-Konflikt beschäftigen und mir vor allem nochmal diesen Film ansehen, den ich vor vielen Jahren, irgendwann Ende der 90er, mal zu dem Hungerstreik gesehen hatte. War aber ein anderer, wie ich dann heute festgestellt habe. Für Hunger wäre ich damals auch noch lange nicht bereit gewesen – der Film ist ziemlich krass. Some Mother’s Son steht dann wohl demnächst nochmal auf dem Programm.
Ich beschließe den Abend dann jetzt noch mit ein paar Seiten aus Weil ein #aufschrei nicht reicht, das ich wirklich allen ans Herz legen möchte – die Bewertungen auf der Amazon-Seite haben heute wieder eindeutig gezeigt, wie notwendig dieses Buch ist.
Brückenwoche – Tag 6 (Finale)
Heute war der letzte Tag meiner Brückenwoche – morgen, wenn Ihr alle in einen gemütlichen Sonntag startet, geht für mich die Arbeit wieder los. Natürlich ging die Woche, wie jeder Urlaub, viel zu schnell vorbei. Dann musste eben dieser letzte Tag etwas ganz Besonderes werden.
Das Highlight meines heutigen Tages war der Besuch einer lieben Freundin. Gemeinsam haben wir viel Tee getrunken und dem Stammcafé einen Besuch abgestattet. Danach sind mehr als zwei Stunden lang durch unser Eckchen vom Prenzlauer Berg, durch Weißensee und Pankow spaziert. Natürlich auch einmal um den Weißen See, das gehört ja quasi zum Pflichtprogramm. Zu erzählen gab es genug, so dass wir eigentlich noch gar nicht fertig waren, als sie wieder los musste.
Wieder zuhause habe ich dann sogar noch geschafft, einen Kuchen zu backen – eine Eierschecke mit Äpfeln. Die gab es früher gefühlt fast jeden Sonntag bei uns. Ist sehr lecker geworden, schmeckt aber ein klein wenig mehr wie die Variante von meiner Oma, als die von meiner Mama – nicht schlimm, denn letztere wird es ja sicherlich noch öfter geben (auch wenn Mama inzwischen experimentierfreudiger geworden ist (mit einem schmunzelndem Winken nach Nova Scotia!).
Etwas ärgerlich finde ich hingegen, dass ich sehr viele Sachen, die ich mir für diese Woche vorgenommen habe, nicht geschafft habe. Die Zeit flog einfach nur so dahin. Gut ist hingegen, dass ich eine Menge tolle Sachen gemacht habe, Zeit mit Freunden verbracht habe, eine dicke Brise Kultur und Berliner Leben inhaliert habe und nur sehr selten an die Arbeit gedacht habe – good times were had by all. Langweilig geworden ist mir definitiv kein bisschen und würde es vermutlich auch mehrere weitere Wochen lang nicht. Jetzt muss ich es nur irgendwie hinkriegen, all die vor mir hergeschobenen Dinge auch während ganz normaler Arbeitswochen zu erledigen. Man drücke mir beide Daumen – ansonsten starte ich eben um Weihnachten herum einen neuen Versuch.
Brückenwoche – Tag 5
Die Zeit fliegt mal wieder vorbei, heute ist schon der fünfte Tag vorbei und von all den Dingen, die ich schaffen wollte, habe ich doch reichlich wenig abhaken können. Nur im Freizeitbereich lief es sehr gut. 😉
Brückenwoche – Tag 4
Der heutige Tag stand mal ganz im Zeichen von Erholung – man könnte auch sagen, ich hab nix geschafft. Also nix Produktives. Zumindest nichts Greifbares. Im Haushalt oder so. Dafür habe ich:
-Nach dem Frühstück nochmal ein Stündchen geschlafen
-Mit den Katzen gekuschelt und die Einleitung und das erste Kapitel von Das neue Spiel gelesen
-Gut die Hälfte des gestern bei der Lesung gekauften Weil ein #Aufschrei nicht reicht gelesen
-Mit Freunden und ihrem zweieinhalb Monate alten Baby die Hasenheide unsicher gemacht, Kuchen gegessen, Kamele und Esel bestaunt und ein Eichhörnchen beobachtet
-Mit dem Mann auf dem Stadt Land Food polnische Piroggen sowie sizilianische Panelle, Crostini, Cannoli und Arancini gegessen
Eigentlich wollte ich ja auch zum Kieser gehen, aber irgendwie war ich in der ersten Tageshälfte so platt, dass ich mich nicht aufraffen konnte. Zudem war ich auch quasi auf dem Sprung nach Kreuzkölln und wartete nur auf den Startschuss. Hoffentlich dann aber morgen!
Brückenwoche – Tag 3
Heute kann ich nur den Beginn des Tages in Stichpunkten abhandeln, für den Rest muss ich wohl weiter ausholen… Aber here goes: Die aktuellen Folgen von Madam Secretary, New Girl und Big Bang Theory gesehen und währenddessen Wäsche gewaschen. Die neue Folge Picknick am Wegesrand gehört und dabei Wäsche aufgehängt und den Kühlschrank entmöhlt – man mag sich nicht vorstellen, was ich alles weggeschmissen habe und in welchem Zustand diese Dinge waren.
Brückenwoche – Tag 2
Heute war ich viel mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs – Tram, S-Bahn, Bus, U-Bahn, wieder Tram. Immerhin bekomme ich so ne Menge weggelesen. Außerdem habe ich:
Brückenwoche – Tag 1
Ich habe diese Woche frei – 2 Ausgleichstage, 2 Urlaubstage und dann ist da noch dieser Feiertag… Ursprünglich wollte ich ja mit der besten Freundin und ihrem Baby wegfahren, aber nun mangelt es uns beiden an Geld, Zeit und Elan. Außerdem gibt’s auch zuhause genug zu tun und zu erleben. Um mich selbst ein bisschen zu motivieren, nicht nur den ganzen Tag Serien zu gucken, werde ich hier im Blog einfach mal dokumentieren. Heute habe ich:
Das Leben feiern
Das mit den Schmerzen wird wohl noch ein Weilchen so weitergehen, aber so rein psychisch hat sich in der letzten Woche schon einiges getan. Ab und zu kommt das Erlebte (bzw. das Beinahe-Nicht-Mehr-Erlebte) noch einmal mit voller Wucht hoch. Besonders bei quietschenden Reifen, plötzlichen lauten Geräuschen oder wenn die Bahn scheinbar über einen Hubbel fährt. Ich merke ja sonst gar nicht, wieviele Unfälle sonst beinahe um mich herum passieren. Im Moment kann jedoch so ein Spaziergang durch die Stadt fast schon in Psychostress ausarten bei all dem potentiellen Rummms.













