18.08.2026 – On the Rail again

Schwierige Nacht, weil unruhiges Katz und genug im Kopf, um von jeder Bewegung nachhaltig wach zu werden. Dementsprechend langsam bin ich dann beim morgendlichen Fertigmachen, das heute neben dem normalen Reboot noch Bürovorbereitung und Kofferpacken enthält. Nebenbei schlürfe ich eine Mate, das hilft ein bisschen.

Wegen des Koffers nehme ich eine leicht andere Route zum Büro als sonst, mit weniger Treppen. Und am Ende mit U-Bahn statt Fußweg über den Fluss, weil es wirklich schon ganz schön spät ist. Das Büro ist dann vergleichsweise leer – mehr von „uns“, aber weniger von den anderen als letzte Woche – die Urlaubszeit schlägt sich nieder. Gibt auch kein Bürofrühstück, aber anlassbezogenen Kuchen von einer Kollegin und ich habe eh noch Müsli und Feigen dabei.

Das übliche Dienstagvormittagsmeeting, dann Bäckergang mit einer Kollegin und Mittagessen in „unserer“ Runde, immerhin durchs Fenster mit Blick auf den Fluss. Es ist kühl heute für Mitte August – morgens waren es nur 14 Grad, später immerhin knapp 20 aber bei grauem Himmel.

Am frühen Nachmittag verabschiede ich mich, rollkoffere jetzt doch über den Fluss und fahre mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Der Zug nach Frankfurt fährt auf die Minute pünktlich ab und das muss man ja auch mal positiv erwähnen. Er ist auch halbwegs leer, kein Vergleich zu unseren Erlebnissen am Wochenende.

Er bleibt aber auch, wie vom Liebsten prognostiziert, vor dem Frankfurter Hauptbahnhof noch einmal stehen und landet so am Ende bei 20 Minuten Verspätung. Alles beim Alten also.

Und dann gibt es eine Premiere: Erstmals steige ich in Frankfurt nicht einfach um – etwa in den Zug nach Köln oder das Flugzeug nach Kanada oder irgendwo anders hin, sondern bleibe einfach da. Mit der S-Bahn geht es noch ein paar Stationen – auch der Frankfurter Hauptbahnhof kann kaputte Rolltreppen – und dann bin ich da. Das echte Frankfurt empfängt mich mit einem nicht barrierefreien, dafür sehr bunten S-Bahnhof.

Dann geht es noch durch einen kleinen Park und schließlich ins Hotel, auch das überall mit Stufen, zum Glück bin ich ja seit längerem wieder gut zu Fuß und der Koffer ist leicht.

Der Concierge scheint noch recht frisch zu sein, er weist mich nicht deutlich genug darauf hin, dass mein Zimmer im Erdgeschoss (bzw. Hochparterre) ist UND codiert meine Karte falsch, so dass ich erst vor dem falschen Zimmer im falschen Stockwerk stehe und dann nochmal vor dem richtigen mit der falschen Karte.

Dann klappt es aber und ich kann mein Zuhause für diese Nacht beziehen, mit dem Liebsten telefonieren und mich fürs Abendessen fertig machen.

Die Kolleg*innen hatten mir verschiedene Tipps für Abendessenspots gegeben, aber es ist jetzt schon 20 Uhr, ich bin hundemüde und habe morgen wieder einen langen Tag vor mir, also gehe ich einfach ins Hotelrestaurant, die haben auch Äppelwoi und grie Soß.

Leider nicht mit den angekündigten Handkäsknödeln, was man mir aber erst eine ganze Weile später mitteilt. Nochmal eine ganze Weile später kann ich alternativ das Frankfurter Schnitzel bestellen, was meinen Schnitzelcount für dieses Jahr (evtl. sogar das Jahrzehnt?) innerhalb von vier Tagen von 0 auf 2 bringt. Schmeckt aber ganz gut.

Die grüne Sauce ist wirklich lecker, das Schnitzel auch. Die Kartoffeln und der Salat haben sehr gute und weniger gute Bissen. Alles bisschen halbherzig zubereitet, fürchte ich. Der Apfelwein ist… interessant. Ich mag ja cider und cidre ich mag auch ab und an den Apfelwein, den ich von zuhause kenne, der aber eigentlich keine Kohlensäure hat, sondern eher wie Weißwein, nur halt aus Äpfeln statt Trauben, schmeckt. Der hessische Äppelwoi ist hingegen irgendwas dazwischen, wie sehr saure, etwas schal gewordene Apfelschorle. Muss ich jetzt nicht in Mengen trinken und ist wahrscheinlich der Auslöser für eine ziemlich starke Histaminreaktion, die mir für den Abend dann den Rest gibt.

Ich bin froh, als ich auf dem Zimmer bin, dusche noch ausführlich und lege mich dann bereits kurz vor 10 final ins Bett, ohne mir noch Lesen oder eine Serie vorzunehmen. Lieber das wirklich gemütliche Hotelbett und die katzenfreie Umgebung nutzen, um ein wenig Schlaf nachzuholen!

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