09.08.2026 – Sommersonntag, Berlin

Der Wecker klingelt wieder, denn nachher ist wieder Kurs angesagt. Dass es diesmal eine Viertelstunde später losgehen soll, entspannt mich tatsächlich und ich gehe gelassen durch den morgendlichen Reboot. Obwohl es richtig heiß werden soll, richte ich mich auf dem Balkon ein. Ganz früh am Morgen geht es noch, später ziehe ich mir etwas über die nackten Arme, gegen die Sonne, noch später räume ich um, sitze teilweise auf dem Boden und dann dann nochmal später wieder an ganz anderer Stelle. Heute sehr dankbar dafür, dass der Balkon nicht „richtig“ eingerichtet ist, sondern eher modular und dass ich das alles je nach Bedarf ständig neu sortieren kann.

Zum Frühstück gibt es Skyr mit Steinobst, lauter prunus-Varianten: weiße Nektarine, Aprikose, Zwetschge und Mirabelle. Als mir das auffällt, lasse ich schmunzelnd die ebenfalls vorhandenen Heidelbeeren weg und tue statt Granola noch Mandeln dazu. Gattungsreines Frühstück! Dazu gibt es Iced Erbsenlatte mit ordentlich viel Espresso.

Zum Warmwerden gibt es heute im Kurs die Frage nach der geographischen Herkunft und ich muss kurz mal betonen, dass ich sehr wohl eine Ostsozialisation habe, auch wenn in den ersten Wochen meiner ersten Klasse die Wiedervereinigung stattgefunden hat. Im nächsten Programmpunkt dann „automatisiertes Schreiben“, also das, was ich damals im „Language of Food“-Workshop als Morning Pages kennengelernt und danach eine Zeitlang regelmäßig gemacht habe. Brauche daher nur ganz kurz, um wieder reinzukommen und hätte schon Lust, das wieder irgendwie in meinen Alltag einzubauen. Mein morgendlicher Reboot enthält aber schon so viel und ein nicht unwesentlicher Teil davon ist Schreiben… Vielleicht mache ich das eher sporadisch, irgendwann später am Tag?

Auch ansonsten wird heute viel geschrieben und geredet und einen Theorieteil gibt’s auch wieder. Dazwischen rotiere ich um den Balkon herum und esse zum Mittag Tomate-Mozzarella und Kapernäpfel mit Walnussbrot, dazu die morgens verschmähten Heidelbeeren, zerstoßen, mit Zitrone und Wasser.

Am Ende machen wir noch jede Menge Termine in Kleingruppen für die nächsten Wochen aus, bevor es im September dann wieder mit allen zusammen weitergehen wird. Gegen 17 Uhr sind wir fertig und mich zieht es wieder nach draußen, der Kopf hat zu tun und ich will auch noch was erleben, bevor das Wochenende rum ist.

Ich nutze die Gelegenheit und fahre eine Runde Wohnungen sitten, lüften, Pflanzen gießen, nach Post gucken. In Mitte gibt’s zur Belohnung Eis, in Friedrichshain nehme ich noch Kühlschrankinhalte mit.

Pberg stabil

Gegen 20 Uhr bin ich wieder zuhause und koche mit Podcast auf den Ohren Abendbrot. Es gibt gebackene Süßkartoffel (aus der Mikrowelle statt dem Speisefön, das geht schneller) mit Reibekäse und dazu Kräuterskyr (mit frischem Basilikum, Minze und Zitronenmelisse vom Balkon) und roter Zwiebel, dazu Ginger Beer mit Limette.

Für den Wellness-Aspekt mache ich hinterher noch ein Fußbad – interessante Sitzhaltungen auf dem Balkonboden und lange Flip-Flop-Wege in der Stadt machen ein wenig Fußweh – und dann geht es zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett, Wochenende isch over.