12.08.2026 – All The Things

Heute ein ziemlich voller Tag, beginnend aber mit gemütlichem Morgen mit Noosa und morgendlichem Reboot im Bett. Dann Frühstück auf dem Balkon zu ersten Arbeitsdingen, die Sonneneinstrahlung ist gerade noch so, dass ich gut am Tisch sitzen kann.

Matcha Latte, Müsli mit Joghurt und Marmelade, Mirabellen

Schon zum ersten Meeting um 10 verziehe ich mich wieder in meine schattige Lümmelecke auf dem Balkonboden, vielleicht sollte ich mir dafür mal ein professionelleres Setup besorgen, sie scheint sich zu etablieren. Zwischen zwei Meetings ein bisschen Denken nebst Haushaltsdingen, das lässt sich ja im Homeoffice immer gut verbinden.

Nach dem zweiten Meeting ist dann Zeit fürs Mittagessen und ich bereite mir aus einem Rest gekochten Kartoffeln, Mehl und Zwetschgen Omas Pflaumenknödel zu – dazu Butter und Zimt, wie sich das gehört. Inzwischen kann ich auch wieder am Tisch sitzen.

Der Rest des Arbeitstags vergeht wie im Fluge, nebenan verfolge ich die sich verschiebende Konstellation verschiedener beweglicher Teile, die über den Verlauf des Abends entscheiden werden:

  • Sonnenfinsternis mit Höhepunkt gegen 20 Uhr. Der Plan ist, mit dem Liebsten und dem Lieblingsnachbarn nebenan zum Planetarium zu gehen, wo es Brillen und diverse Vorträge und Shows, auch zu den Perseiden später geben soll. Ab 17 Uhr geht es dort los, gegen 19 Uhr will der Liebste da sein.
  • Heute oder morgen wird das Treppenhaus gereinigt, danach ist der Boden im Treppenhaus drei Stunden lang rutschig und man soll eher nicht durchlatschen. Ich habe vormittags beim Müllwegbringen gesehen, dass die anderen Aufgänge bereits dran sind und gehe davon aus, dass das heute passieren wird.
  • Zwischen 17 und 20 Uhr ist Rauchmelderprüfung angekündigt, potenziell ganz schlechtes Timing.
  • Ein Paket ist schon den ganzen Tag (mit einem Tag Verspätung) auf dem Weg zu mir, das Live-Tracking funktioniert aber nicht.
  • Eigentlich bin ich für 19 Uhr zu einem Webinar angemeldet, aber davon kann ich mir auch später die Aufzeichnung anschauen.

Wer das alles so geplant hat, ohne die Sonnenfinsternis zu bedenken, weiß ich auch nicht…

Und dann passiert aber irgendwie alles ganz schnell: Kurz nach 17 Uhr klingelt es und der Rauchmeldermensch kommt. Wenige Minuten später das Paket. Das Treppenhaus sieht auch trocken aus. (Später werde ich feststellen, dass unser Haus doch erst morgen dran ist…) Der Liebste ist auf dem Weg, ich mach mir noch fix ne Stulle, weil wir erst nach der Show um 21 Uhr einen Döner holen gehen wollen, und dann geht’s los.

Der Lieblingsnachbar schickt ein Foto von seinem Heimweg am Planetarium vorbei – Menschenmengen. Ohje. Dann ruft er an und berichtet, dass die Straße rund ums Planetarium gesperrt ist, Veranstaltung wegen Überfüllung geschlossen. Ich hole den Liebsten etwas von der S-Bahn entfernt ab, er muss sich durch Menschenmengen kämpfen und die Polizei lässt nur noch Leute Richtung Planetarium laufen, deren Perso sie als Anwohner ausweist. Dann ändern wir wohl mal unsere Pläne. Nach kurzer Lagebesprechung gehen wir uns zu dritt in Weißensee einen Döner holen (der avisierte Dönerladen liegt neben dem S-Bahnhof, da ist heute kein Durchkommen mehr) und setzen uns dann mit Döner und Aperol Spritz beim Lieblingsnachbar auf den Balkon.

Hier kann man die Sonne bis kurz vorm Höhepunkt noch sehen, allerdings haben wir keine Brillen und gucken also stattdessen auf den Livestream. Es wird merklich dunkler, aber nicht dunkel, dann wieder heller und dann wieder dunkler – zwischen Höhepunkt der Sonnenfinsternis und Sonnenuntergang liegen in Berlin 30 Minuten.

Aber hey, wir haben ein historisches Ereignis zusammenverbracht! Ich weiß auch noch, wo und mit wem ich bei den Sonnenfinsternissen 1999 und 2015 war. Ob wir die 2081 noch mitbekommen ist eher fraglich, aber wir sind ja auch nicht an Deutschland gefesselt und vielleicht gibt’s ja vorher nochmal irgendwo die Gelegenheit – dann mit etwas besserer Planung…

Wir sitzen dann noch bis gegen 22 Uhr auf dem Balkon und erzählen, dann gehen der Liebste und ich zu Noosa ins Bett und gucken noch im Internet herum, wie der Rest der Welt das so erlebt hat…