Der August beginnt mit ordentlich Regen, schon mitten in der Nacht. Das höre ich, weil ich wieder eine sehr stückige Nacht habe, Noosa sei Dank. Aber wenigstens kühlt es jetzt ab. Beim Frühstück auf dem Balkon (der ist überdacht) sind es 19 Grad.

Ich lasse es auch heute noch ruhig angehen, auch wenn der Jetlag sich in Grenzen hält – mein Biorhythmus fühlt sich nicht verschoben an, Licht und Dunkel passen ziemlich gut zu den Uhrzeiten (nur dass sie im Vergleich zu Nova Scotia breitengradsbedingt leicht versetzt sind, die Sonne geht hier wieder später unter, was sehr angenehm ist). Ich bin nur einfach generell sehr müde, tageszeitunabhängig. Das wäre sicherlich alles anders (im Positiven wie im Negativen), wenn ich nachts einfach durchschlafen würde. Frage mich in dem Zusammenhang, wie das Vielreisende machen, etwa amerikanische Präsidenten oder Berufspendler zwischen Berlin und L.A. Haben die überhaupt einen natürlichen Biorhythmus oder werden die mit Uppern und Downern je nach Bedarf durch die Tage gemanagt?
Anyway. Ich mache heute wieder ein paar produktive Schreibtischdinge, allerdings nicht am Schreibtisch, sondern bequem auf dem Bett. Ansonsten erlaubt mir das Herbstwetter, ein gemütliches Bad zu nehmen, das ist ja auch schön und freut auch meine Erkältung.
Am Nachmittag und Abend dann sogar Draußenaktivität mit vielen Schritten – ich gehe etwas im Drogeriemarkt ausdrucken, laufe von da ein Stück zur Straßenbahn, fahre nach Friedrichshain, laufe störungsbedingt noch ein Stück und dann die fünf Treppen hoch zu Brüderchen und Freundin. Dort erstmal erzählen, dann Dinge erledigen, dann mehr erzählen mit kategorischem Aperitif, dann gehen wir indisch essen, dann fahre ich zurück in den Pberg, laufe dort nochmal ein ganzes Stück nach Hause.


Drumherum viel Kulturkonsum – ich höre heute die aktuellen Podcastfolgen von Alles gesagt? mit Maren Kroymann (sehr zu empfehlen!) und Und was machst Du am Wochenende? mit Kevin Kühnert. Außerdem lese ich dann doch endlich A Sweet Sting of Salt von Rose Sutherland zu Ende, das gegen Ende mit dem Big Reveal nochmal eine völlig neue Fahrtrichtung aufnimmt und vom Historienroman zum magischen Realismus/Volksmärchen wird. Kann man sich allerdings alles ganz gut vorstellen, wenn man die letzten zweieinhalb Wochen an eben dieser Küste verbracht hat. Eigentlich hatte ich mir das Buch nach den beiden Podcasts und schon ziemlich spät abends zum Einschlafen vorgenommen, aber dann ist es plötzlich halb 3 und das Buch vorbei. Vielleicht ist doch ein kleines bisschen Jetlag im Spiel?
