22.08.2026 – Berliniger Samstag

Also eigentlich Berliner Sonnabend, versteht sich. Die Samstagisierung schreitet aber stark voran, selbst im ostdeutschen Teil des Umfelds.

Heute kann ich ganz wochenendlich den Morgen mal etwas ruhiger angehen lassen und gönne mir ausführlichen Reboot im Bett, Duschen mit Haarewaschen und dann ausführliches Frühstück auf dem Balkon, bis es ans Tagwerk geht.

Das beginnt heute mit einem Einkauf – ein paar Kleinigkeiten fehlen für den Alltag, aber vor allem habe ich heute Abend einen Salat auf eine Party mitzubringen und brauche dafür noch Zutaten. Als ich wieder da bin, habe ich noch genügend Zeit, den Salat zuzubereiten (Süßkartoffel, schwarze Bohnen, Mais, Paprika, Gurke, Tomate, rote Zwiebel mit einem Avocado-Limetten-Dressing und Koriander), bis ich mich wieder auf dem Balkon in meinen Kurs einwähle. Heute sind wir etwas schneller durch als gestern, so dass ich dann kurz nach 14 Uhr meine Sachen zusammenpacken und nach Friedrichshain fahren kann.

Erste Station ist eine Buchhandlung, in der ich nach Geschenken für die beiden Geburtstagskinder auf der Party nachher stöbere und auch bald gut fündig werde, auch wenn das ursprünglich avisierte Buch gerade ausverkauft ist. Beim Stöbern fällt mir auf, wie viel besser als früher ich über die aktuellen Neuerscheinungen informiert bin, seit ich in der Buchbranche arbeite. Immer wieder schön, wie da angenehmes Wissen in mich hineindiffundiert.

Aus der Buchhandlung geht es dann weiter in ein Café. Ich bestelle Chai Latte, Schokoladentorte mit Sanddorn und Käsekuchen mit Apfel und Mandeln und verbringe gute anderthalb Stunden mit Genießen, Schlürfen und Buchlesen – mit Musik auf den Ohren allerdings, weil ich sonst die Gespräche um mich herum nicht ausblenden und mich aufs Buch konzentrieren kann… Nicht ganz das ideale Bild, aber manchmal muss man sich an die Situation anpassen und ich schaffe immerhin einige Kapitel am Stück, juhu!

Nach dem letzten Schluck ist es auch schon fast Zeit, aufzubrechen und so laufe ich voll bepackt weiter nach Lichtenberg, sitze dort noch kurz auf einer Parkbank, bis es auch wirklich 18 Uhr ist, und dann klingele ich und steige hoch zur Doppelgeburtstagsparty.

Das erwachsene Geburtstagskind hat deutlich mehr Gäste als das zehnjährige Geburtstagskind – es sind eben noch Ferien. Der Vorteil ist, dass der Lautstärke- und Hektikpegel deutlich niedriger ist als letztes Jahr und es keine Spiele gibt, sondern einfach nur Gespräche. Und gutes Essen sowieso.

Gegen 21 Uhr ist der offizielle Teil der Party vorbei, was aber hauptsächlich bedeutet, dass das kleinere Geburtstagskind mit seinem Papa nach Hause geht und die anderen Erwachsenen weiterfeiern. Ich gehöre dann kurz nach 1 zu den letzten, die gehen und liege erst gegen 2 mit Noosa im Bett. Aber so soll ein Sonnabend in Berlin ja auch eigentlich sein…