02.08.2026 – Sonntagsdinge

In letzter Zeit öfter beim Datum vertippt und dann darüber sinniert, wie es wohl 2926 hier aussehen wird und ob dann noch jemand da sein wird, darüber zu schreiben. Nun, vermutlich zumindest nicht in diesem Blog.

Der Sonntag beginnt mit endgültigem Aufwachen zwischen 9 und 10 und nach Leerlesen des Internets mit Frühstückszubereitung in ausführlicher Form, Einnahme auf dem Balkon.

Letztes Walnussbrötchen mit Brombeerkonfitüre bzw. Gouda, Frühstücksei mit Kaviarcreme und Schnittlauch, Nektarinen und Aprikosen, Gewürztee mit Ingwer, Iced Maple Latte, Ananassaft

Dazu der Rest vom morgendlichen Reboot, also Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel und das Liebstentelefonat.

Dann kruschel ich ein wenig in der Wohnung herum, erledige Dinge von der To-Do-Liste, höre Podcasts und Radio… Eine Zeitlang sitze ich am Schreibtisch und mache ernsthaft produktive Dinge zur Vorbereitung der Woche und dann ringe ich mich zu einem Sonntagsspaziergang durch.

Mit einem Weg-Ingwertee geht es quer durch den Pberg, mal nach der allgemeinen Draufness des Kiezes gucken. Seit heute dürfen die Parteien Plakate für die anstehenden Wahlen aufhängen. Die ersten hatte ich schon gestern gesehen, aber darüber hüllen wir gnädig den Mantel des Schweigens. An der Laterne vorm Haus hängt als erste die Kandidatin der Linken. Ansonsten die erwartbare Mischung aus viel Grün, viel Links, viel SPD, ein bisschen BSW und je näher ich den teuren Vierteln komme auch einiges an CDU und Volt. Sogar ein paar FDP-Plakate. Bisher nichts von den Blauen, aber dafür müsste ich wohl meine Schritte nur ein bisschen nach Norden oder Osten lenken, ein-zwei Blocks nur. Witzige Situation: Im Kollwitzkiez zusehen, wie ein SPD-Kandidat sein eigenes Antlitz an der Laterne anbringt.

Ansonsten ist die Stadt vergleichsweise leer, es ist mitten in den Sommerferien, viele Familien verreist, die Tourist*innen eher in der historischen Mitte und den Partybezirken unterwegs. Ich komme an einer wohl bestückten Brombeerhecke entlang, aber so mitten an der Straße… Auch die Mirabellenbäume hängen ordentlich voll. Ich bin ja sonst um diese Jahreszeit meist selbst verreist, seit es das Teilzeitkind in meinem Leben gibt. Ganz spannend, den August mal zuhause zu verbringen, wie früher!

Wieder zuhause gibt es den Rest Pasta alla Norma vom Freitag (aufgewärmt im Speisefön) und Weißkopfseeadlerbilder von den Eltern aus dem Haus in der Bucht. Unglaublich, wie mein Kopf schon wieder im Alltag angekommen ist, ich war da doch eben auch noch!

Ich schnappe mir das nächste Buch vom SuB, das der Indiejunge gerade nochmal empfohlen hat. Die Handreichung „liest sich weg wie ein Podcast“ stimmt.

Zwischendurch ein Mango-Eis, das dann doch noch den Abendbrotappetit anregt. Ich überbacke Baguette mit Gouda und esse Tomate dazu.

Beim Übergang vom Sofa aufs Bett lasse ich das dicke Papierbuch liegen und beginne auch noch ein Buch von digitalen SuB, da fallen mir dann aber schon ziemlich früh die Augen zu. Morgen also wieder Arbeitswoche.