Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.
Die Nacht hat wieder mehrere Wachphasen, vor dem Weckerklingeln gibt es aber nochmal Tiefschlaf. Entsprechend langsam komme ich in den Tag und durch den morgendlichen Reboot, während draußen letzter Nachtregen niedergeht. Dazu gehört heute dann auch ausführliches Duschen inkl. Haarewaschen, die Hitze klebt an mir.

Zum Frühstück am Schreibtisch gibt es Espresso Tonic und Skyr mit Granola und Aprikose.
Es ist heute aber bei weitem nicht so heiß, wie an den Hitzewellentagen oder letzte Woche bei der Rückkehr aus dem Urlaub – nur knapp über 30 Grad. Ich denke mir also nicht viel dabei, mittags rauszugehen, im Drogeriemarkt etwas auszudrucken und Noosa neues Katzengras zu kaufen. Kaum bin ich wieder drinnen, läuft die Suppe aber und ich bin schon wieder komplett durchgeschwitzt. Es ist unheimlich schwül, als würde man da draußen schwimmen.
Für einen externen Call am Nachmittag ziehe ich mir eine Bluse über die Spaghettiträger, um etwas professioneller zu wirken. Das Gegenüber trägt dann allerdings selbst Tank Top, obwohl es in klimatisierter Umgebung sitzt.
Wir reden unter anderem darüber, wie die Pandemie das Arbeitsleben verändert hat, meine These aktuell beim Aufschreiben ist, dass der Klimawandel das gerade ebenso tut.
Erst nach dem Termin esse ich ein spätes Mittag – die Reste Halloumi und Kartoffel-Paprika-Salat von gestern.
Zum Feierabend dann Eisrunde mit dem Lieblingsnachbarn. Wir probieren das neue Eiscafé aus, das den italienischen Eisladen versetzt. Hoher Anspruch mit verdeckten Eisgefäßen und interessanten Kreationen. Abzüge gibt es für Umsetzung, Konsistenz, Geschmack und Preis. Vielleicht war es aber auch einfach nicht der richtige Tag heute.

Normalerweise laufen wir mit unserem Eis dann noch ein Stündchen durch den Pberg, heute ist uns das zu anstrengend und wir setzen uns einfach nur auf eine Bank im Park und erzählen uns da die letzten Wochen und philosophieren über gesellschaftliche und technische Entwicklungen (grobes Themenfeld Klimawandel, KI und Zersetzung der Demokratie, aufmunternd können wir).
Wieder zuhause ist dann endgültig die Luft raus. Ich setze mich mit einem gekühlten Glas Federweißer (an Tag 3 passiert langsam was mit der Gärung) auf den Balkon, telefoniere mit dem Liebsten und lasse mich dann von TikTok berieseln – keine Energie für ausschweifendes Lesen wie an den letzten Tagen.
Abendessen fällt aus, aber ziemlich spät schnipple ich mir immerhin noch zwei Nektarinen.
Kurz vor 23 Uhr gehts ins Bett, mit weit geöffneter Balkontür und ohne Noosa, der es grad auch zu warm zum Kuscheln scheint und die sich unters Bett verkrochen hat.