Ich erwache nach durchschlafener Nacht gegen 6, eingekuschelt in die Bettdecke, denn in der Höhle des Liebsten ist es angenehm kühl. Der morgendliche Reboot beginnt, zieht sich übers Weckerklingeln des Liebsten hinweg, beinhaltet irgendwann Kaffee und den Aufbruch des Teilzeitkinds zur Schule. Dann stehe ich auf und fahre strategisch früh zurück in den Pberg, bevor es richtig heiß wird.
Trotz nur Flatterkleidchen und FlipFlops ist es bereits kurz nach 8 richtig warm draußen, die Kindheitskriterien an Hitzefrei schon eine Stunde vor der Stichzeit übererfüllt. In der S-Bahn treffe ich einen ehemaligen Kollegen, den ich zuletzt vor etwa sechs Jahren gesehen haben dürfte. Wir umarmen uns zur Begrüßung, die zum Abschied sparen wir uns – die Hitze. Dazwischen unterhalten wir uns aber sehr nett und jetzt haben wir auch wieder unsere Nummern und müssen nicht krampfig über LinkedIn kommunizieren. Er erzählt mir von einer spannenden Veranstaltungsreihe, die ich mir vielleicht demnächst mal aus der Nähe ansehen werde.
Zuhause ist es ganz schön warm in der Wohnung, das Durchlüften in der Nacht und den Morgenstunden fehlt. Noosa scheint aber trotzdem recht fidel und die Mitbewohnerin ist eh schon wieder arbeiten. Ich entscheide mich nach einem kurzen Temperaturcheck gegen das Arbeits- und für das Wohnzimmer, das größer ist, da kann die Luft besser zirkulieren. Müsli mit TK-Obst, Zitronenwasser, Ventilator und los geht’s.

In der Mittagspause dann mache ich mir einen kalten Reisnudelsalat mit Karotten, Schnittlauch, Koriander, Sesam und einer wilden Saucenmischung aus Erdnussbutter, Sojasauce, Chilisauce, Fischsauce und Sesamöl. Schmeckt und kühlt und füllt die Salzvorräte auf.

Danach erstmal richtig Siesta mit Mittagsschlaf, bevor ich am Nachmittag noch ein Meeting habe. Hinterher ist dann im Kopf der Ofen aus (bzw. in dem Fall ja eher an) und ich konzentriere mich auf Flüssigkeitszufuhr und sanfte Berieselung. Unter anderem schaue ich endlich Letterkenny zu Ende, begleite Lisa Kudrow auf Ahnenforschung nach Belarus und Polen und lasse mich von Jon Stewart und Josh Johnson unterhalten und informieren.

Zum Abendbrot gibt es ein Sandwich mit veganer Wurst, Ziegenkäse und Balsamico-Creme, dazu einen Tomaten-Aprikosensalat. Ich stelle noch eine Waschmaschine an und hänge die nasse Wäsche in meinem Zimmer auf, öffne ab 22 Uhr alle Fenster zum Durchlüften (es ist noch knapp wärmer als drinnen, aber es weht schon ein leichtes Lüftchen und kühlt bald darauf auch ab) und schaue die erste Halbzeit von Deutschland-Ecuador. Fesselt mich dann aber doch nicht so, außerdem habe ich Respekt vor der heißen Nacht mit einer unausgeglichenen Noosa, daher gehe ich dann doch schon gegen 11 ins Bett.