Der Wecker klingelt heute früher, es ist Bürotag. Ablauf ähnlich wie immer dann – Großteil des morgendlichen Reboots im Bett, Sachen packen, Weg-Mate schnappen, auf dem Weg zur Bahn mit dem Liebsten telefonieren, in der Bahn die Rätsel machen, umsteigen, von Friedrichshain nach Kreuzberg laufen, unterwegs die leere Pfandflasche abstellen und dann am Fluss entlang bis ins Büro. Kaffee machen, Milch ins Müsli kippen, morgendliche Erledigungen erledigen.

Heute wieder einiges an Besuch im Büro, mal wieder neue Gesichter, darunter auch eine aus Kanada stammende Kollegin, die jetzt vielleicht öfter kommt. Um 10 das übliche Bürofrühstück, heute mit riesigen Brombeeren.

Danach Meeting mit Frankfurt und einigen Nachbereitungen. Zum Mittag geht es in größerer Gruppe und mit Besuch zu einem libanesischen Restaurant in der Nähe. Ich esse einen Wrap, der mit Kartoffeln, paniertem Halloumi und viel Koriander gefüllt ist. Dazu gibt es eine sehr fotogene Ingwer-Limetten-Limonade mit Wassermelone und Minze.

Wir sitzen mitten in der prallen Mittagssonne, aber die Helligkeit ist fast anstrengender als die Temperatur, das Wetter heizt nach der Schafskälte erst langsam wieder auf, aber die Prognosen fürs Wochenende sind wild.
Zurück im Büro sind Pakete angekommen. Vor einer ganzen Weile – da war noch März – durften wir uns ja alle für umsonst Bücher aus einem Verlagsprogramm aussuchen, die sind dann heute angekommen.

Ich verbringe recht viel Zeit mit dem Sortieren und Zuordnen für die verschiedenen Kolleg*innen. Mein eigener Stapel ist dann auch ganz schön (und schwer!).

Den Nachmittag über snacke ich Eis aus dem Tiefkühlschrank und immer wieder Reste vom Frühstücksbuffet, dazu diverse Gespräche mit den Kolleg*innen. Dann relativ früher Aufbruch mit zwei U-Bahnen nach Südberlin, wo das Teilzeitkind heute Sommerkonzert in der Schule hat.

Ich treffe den Liebsten am Eingang, wir suchen uns Plätze in der vollen, stickigen Aula und dann laufen auch bald schon die Musikant*innen ein. Das Teilzeitkind ist einerseits froh uns zu sehen (der Rest der Patchworkfamilie ist verhindert) und gleichzeitig kaum übertrieben besorgt, wir könnten uns peinlich verhalten.
Es folgen Unterstufenchor, Streicheranfänger, Zupfensemble, Unterstufenorchester und Chor, dann die Pause. Eine Klasse übernimmt das Catering, um sich Geld für die Klassenfahrt zu verdienen – mit besten Grüßen an den Berliner Senat, aber der findet das vermutlich ganz richtig so.

Nach der Pause dann Band, Bläsergruppe, Unterstufenorchester und Orchester zusammen, Orchester alleine, und dann Instrumentalensemble und Chor. Es wird wirklich alles aufgeboten. Ich vertreibe mir nebenbei die Zeit damit, bekannte Gesichter auf der Bühne auszumachen, mit offenem Mund zu beobachten, wie der Posaunist beim Spielen der Basslinie von „Beat it“ keinen Krampf im Arm bekommt (Der Liebste wirft ein, dass es erstaunlich ist, dass ein Michael-Jackson-Song einer Schule überhaupt so nahe kommen darf…) und habe Spaß daran, die verschiedenen jugendlichen Protagonist*innen in die verschiedenen High-School-Schubladen einzusortieren. Es gelingt mir auch 24 Jahre nach dem Abi ganz gut.
Nach dem Konzert bringen mich der Liebste und das Teilzeitkind noch zur Bahn und dann fahre ich mit zwei S-Bahnen zurück in den Pberg. Noosa bekommt Abendbrot, ich einen Yuzu-Tee und Kekse und dann liegen wir auf dem Sofa und schauen noch die zweite Halbzeit Frankreich-Senegal, die so richtig spannend erst kurz vor Schluss wird. Besonders bei den 8 Minuten Nachspielzeit geht es hoch her. Zum Glück, denn vorher wäre ich schon fast eingeschlafen und so ist es dann auch höchste Zeit, ins Bett zu gehen.