Tagebuchbloggen-Slacking

Ich habe zwei volle Tage beim Tagebuchbloggen versagt, aber da sich außer meinem Gewissen niemand beschwert hat, ist das vielleicht gar nicht ganz so schlimm. Da ich aber Angst habe, dass das jetzt einreißt – zumal ich diese Woche auch noch vier Tage in der Pampa verbringe – und sowieso wach bin, heute mal frühes Bloggen.

Nach dem letzten Blogeintrag war ich mit einer lieben Freundin Pizza essen und hatte dann einen sehr vergnüglichen Abend bei Michael Krebs in den Wühlmäusen. Am Sonnabend wurde einigermaßen ausgeschlafen, dann gab es Tee, Porridge und die neue Folge You Me Her. Zum Mittag traf ich mich mit dem Herrn Bruder auf eine Poké-Bowl und ein sizilianisches Eis in Kreuzberg. Auf dem Weg dorthin kaufte ich im selben Laden wie letztes Jahr um diese Zeit die gleiche Sonnenbrille wie letztes Jahr im diese Zeit. Nur in einer anderen Farbe. Fürs Immergut nämlich, wie letztes Jahr. Letztes Jahr habe ich mich an Tag 2/3 vormittags aus Versehen draufgelegt und dann war sie kaputt, mal sehen, wie es dieses Jahr läuft.

Samstagnachmittag wartete ich vergebens auf einen bestellten Handwerker, der mich, als ich nach 20 Minuten anrief, um Entschuldigung bat und auf Sonntagvormittag vertröstete. Den Rest des Abends bingte ich dann die aktuelle Staffel Jane The Virgin und kommunizierte viel mit Menschen, die physisch nicht anwesend waren.

Sonntag gab es zum Frühstück einen Plausch mit der Mitbewohnerin, dann kam der Handwerker wirklich und kümmerte sich erfolgreich um unser Waschmaschinenproblem – nicht ohne, dass ich noch mehrmals bei Details nachhaken musste, aber am Ende war alles wie gewünscht und ich könnte noch zwei Ladungen Wäsche waschen und aufhängen. Noch während der Handwerker handwerkte kamen Mann und Tochter der besten Freundin vorbei. Als er fertig war, gingen wir zu dritt erst ins Wahllokal (wo ich auch noch auf einen Kollegen traf) und dann ins Café. Dort gab es Latte Macchiato und Kuchen für mich, Eis für das Kind und Eiskaffee für seinen Vater. Auf dem Heimweg sprangen mir noch zwei Stühle in die Arme, die jetzt ihren Platz in der Wohnung bzw. auf dem Balkon bezogen haben.

Später kam der Hase vorbei, um auf dem Weg ins Wahllokal Post abzuholen, ein paar Sachen vorbeizubringen und die Katzen zu besuchen. Wir brachten uns gegenseitig auf den neusten Stand und schmiedeten Pläne zur Abholung der ehemaligen Waschmaschine. Als er weg war, ging es mit Jane The Virgin weiter, bis es Zeit für die erste Prognose war. Die Mitbewohnerin und ich klatschten ob der hohen Wahlbeteiligung, der Verluste für die CDU und der Gewinne für die Grünen ab, schmunzelten über die PARTEI und sorgten uns um die Rechten.

Dann kochten wir uns ein tibetisch-nepalesisch angehauchtes Blumenkohl-Kartoffel-Curry mir viel Knoblauch, Ingwer, Bockshornkleesamen und verschiedenen Chutneys. Für mich gab es dazu auch noch Joghurt, den ich mit ordentlich scharfem Minzchutney mischte. Soooooo lecker.

Nach dem Essen traf ich meine Eltern in der Volksbühne beim Comeback-Auftritt von Wenzel und Mensching, bei dem viel schönes dabei war, aber auch viel Alte-Weiße-Männer-Humor, der beim Publikum, dessen Altersdurchschnitt ich deutlich nach unten zog, doch ziemlich gut ankam. Die positiven Gefühle überwogen jedoch am Ende, wenn auch vor allem aus Nostalgie.

Hinterher zogen die Eltern noch mit ihren ehemaligen Kommiliton*innen um die Häuser, während ich als arbeitende Bevölkerung brav nach Hause und ins Bett ging – “Du musst ja morgen arbeiten!”

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