Was schön war und ist

Gerade ist die Stimmung merkwürdig und wenig ausbalanciert, ich möchte aber lieber nicht darüber schreiben und mich lieber auf schöne Dinge konzentrieren. Deswegen hier eine Liste von Sachen, die in den letzten Tagen schön waren.

  • Das hoch emotionale, augenöffnende und befreiende Gespräch mit den Kolleginnen am Freitag und die daraus resultierende Planung eines gemeinsamen Abends bald
  • Der Abend mit der Freundin am Freitag, mit tollen Gesprächen und schöner Musik und noch mehr überraschend entdeckten Gemeinsamkeiten
  • Der Nachmittag mit den Ellis am Sonnabend – zwischen Sonnenschein, Kunst, Schwänen, Schildkröten und Johannisbeerkuchen
  • Die Zeit mit der Freundin und ihren beiden Kindern gestern – ein Baby zum Kuscheln und ein 6jähriger für die wirklich wichtigen Gespräche
  • Mit der zukünftigen Mitbewohnerin in der Sonne auf der Wiese liegen und mal über anderes sprechen als das zukünftige Zusammenwohnen und alles, was damit zusammenhängt
  • Mit der zukünftigen Mitbewohnerin über das zukünftige Zusammenwohnen sprechen
  • Der Abend mit Freunden gestern, mit unheimlich klug-albernen Gesprächen, einem lange nicht mehr gespielten Spiel und überraschend leckerem Sanddornwein – und wieder einmal sind es größtenteils Rostocker*innen, die für die Großartigkeit verantwortlich sind
  • Im Wartezimmer beim Augenarzt heute mal ziemlich viele Buchseiten am Stück lesen
  • Auch 11 Jahre später sind meine Dioptrien-Werte noch unverändert – demnächst such ich mir ne neue Brille aus und trag die dann vielleicht auch einfach mal
  • Das Rumgeflachse mit den Kolleg*innen heute
  • Trotz schmerzender Schulter vom Schleppen gestern heute fast problemlos das Sportprogramm absolviert
  • Kuschelige Katzen sind kuschelig

 

Da kommt doch einiges zusammen, sehr schön. 🙂

Übervoll mit Eindrücken

Diese Zeit gerade ist der Wahnsinn. Auf allerkleinstem Raum vereint sie so viele Geschehnisse, Erledigungen, Emotionen und Reflexionen, dass mir fast ein wenig schwindlig wird, wenn ich sie mir mental aufzähle, um zu schauen, worüber ich denn bloggen könnte oder sollte.

Selten habe ich so viel erledigt und trotzdem Zeit gehabt, faul auf dem Bett rumzuliegen und Serien zu gucken oder draußen durch die warme Frühlingssonne zu spazieren. Selten so viele gute Gespräche geführt, die teilweise wohl noch eine ganze Weile brauchen werden, bis ihre Tragweite verarbeitet ist.

Und ganz nebenbei habe ich auch noch Bob Dylan live gesehen. Und Botschaft. Und Monako. Und nein, die sind nicht alle drei gleich bedeutend. Und ich habe Kuchen gegessen und Schwäne und Schildkröten beobachtet. Und einen Kühlschrank habe ich auch gekauft. Meinen ersten eigenen.

Ich bin übervoll mit Eindrücken (während sich mein Konto leert) und zu müde, um sie zu sortieren und zu verbalisieren. Stattdessen ein paar Fotos vom heutigen Tag. (Das erste vom Engelbecken, die anderen aus dem Atelier von Beate Bendel, das heute und morgen besucht werden kann.)

Tagebuch-5 im April 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. und wie jeden Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Meine Antwort folgt, die anderen gibt es hier.

Ich wache ziemlich genau um 5 zum ersten Mal auf, weil irgendein Katz anfängt, meine Laptop-Schutzhülle als Kratzunterlage zu verwenden. Also kurz mal die Augen aufmachen, die Hülle in Sicherheit bringen und bei der Gelegenheit aufs Klo gehen. Dann mache ich mir einen Podcast an und schlafe nochmal gute zwei Stunden ein. Kurz nach 7 findet der Kater, ich könne jetzt mal langsam das Frühstück servieren, lässt sich aber mit einem Gang auf den frühlingshaften Balkon noch einmal besänftigen. Ich kuschele mich noch einmal ins Bett und gucke auf dem Smartphone nach, ob die Welt noch steht. Gegen halb 8 gebe ich dem Drängen dann nach, füttere die Miezen und gehe ins Bad. Kurz nach 8 verlasse ich das Haus und laufe unter Blätter und Blüten sprießenden Bäumen zur Tram.

Im Büro beginnt der Tag mit dem monatlichen Brunch und tollen Gesprächen mit Kolleginnen (heute kein Sternchen nötig). Später gibt es ein Kick-off-Meeting für ein neues Projekt. Danach kümmere ich mich um die Reisekostenabrechnung für die letzten beiden Tage und dann wird es ein eher ruhiges Abarbeiten ins Wochenende hinein. Statt Mittagessen gibt es eine nachmittägliche Kuchenpause mit Brunch-Resten. Zum Feierabend liefere ich mir noch ein spannendes Tischtennis-Match mit einem Kollegen, das ich aber leider knapp verliere. Fühlt sich trotzdem gut an und ich nehme mir wie jedes Mal vor, jetzt wieder öfter zu spielen…

Nach der Arbeit gehe ich in einen Elektrofachmarkt, Kühlschränke angucken. Ich brauche nämlich bis Mitte April einen neuen. Leider ist mein Wunschmodell in der Realität weniger schön als auf den Fotos im Internet und außerdem auch zu klein. Ich schaue mir ein paar Alternativen an, mache Fotos und vertage die Entscheidung auf morgen.

Dann geht es nach Hause, die Katzen füttern, Abendbrot essen (es gibt aufgewärmte Reste), das Katzenklo sauber machen und mich für den Abend umziehen. Mit einer Freundin gehe ich auf ein Konzert mit anschließender Party bis tief in die Nacht – zur Einstimmung aufs Immergut, aufs Wochenende und auf hoffentlich viele weitere gemeinsame Ausgehabende…

Alles gar nicht so einfach

Ach, das ist alles gar nicht so einfach innen drinnen, wie es von außen die meiste Zeit über aussieht. Müsst Ihr mir jetzt einfach mal so glauben, ich werde das nicht detailreich hier ausführen, auch wenn mir manchmal vorgeworfen wird, ich würde zu persönlich bloggen. Auf jeden Fall wird das heute eher ein ruhiger, nach innen gekehrter Abend werden, mit viel Seelenstreichelei durch niedliche Katzen und eine warme Badewanne. Und dann werde ich früh ins Bett gehen, mir die Decke über die Ohren ziehen und vielleicht einen traurigen Film gucken. Muss auch mal sein. Und bevor ich zu sehr in dieser Stimmung versinke, denke ich dann daran, dass Frühling ist und da wird ja dann eigentlich alles immer wieder besser, oder? Also, durchhalten, Ihr auch!

 

Im April werde ich…

  • beruflich nach Hamburg, Bochum, München und Nürnberg reisen
  • Bob Dylan mal wieder live sehen
  • mit einer Freundin eine Aufwärmparty zum Immergut besuchen
  • mit Nimbin nochmal zum Tierarzt gehen und seine Zähne versorgen lassen
  • mein neues Bett geliefert bekommen
  • mit einer Freundin nach der Arbeit tanzen gehen
  • evtl. über Ostern nach Rostock fahren
  • meinen Personalausweis und meinen Pass verlängern lassen
  • wahrscheinlich Karaoke singen gehen
  • weiter in der Wohnung rumwerkeln und -räumen
  • hoffentlich den Frühling in Berlin genießen können
  • Bärlauch und Rhabarber essen – und Fava-Bohnen!

Ein Stück Rostock in Berlin

Heute war so ein Tag, der dringend ein paar warme Worte in Rostocker Dialekt und den Blick auf große Wasserflächen brauchte. Allerdings konnte ich so spontan nicht in den Zug oder Bus steigen und das wäre auch mit meinen sonstigen Plänen kollidiert. Stattdessen traf ich mich mit einer lieben Rostocker Freundin, die ebenfalls in Berlin wohnt, an der Rummelsburger Bucht zum Quatschen. Wenn schon nicht ganz nach Ostsee, so fühlt es sich dort beim heutigen Frühlingswetter samt sanfter Brise doch zumindest ein wenig nach Stadthafen an, vor allem mit dem passenden Dialekt im Ohr. Danke meine Liebe, das war sehr nötig und sehr schön!

 

Im zweiten Wohnzimmer

Ich habe ja in Rostock studiert, unter anderem, weil ich die Stadt (speziell Warnemünde) und die Ostsee bereits aus familiären Gründen liebte – Papa wuchs hier auf, Oma und Opa lebten hier, als ich klein war und natürlich waren wir oft zu Besuch. Die Studienzeit ist natürlich eine sehr prägende und für viele die schönste Zeit des Lebens, ich glaube das war für mich auch so. Ich ging mit zwei weinenden Augen aus Rostock weg, um nach Berlin zu ziehen und es hat gedauert, bis daraus inzwischen zwei lachende Berliner Augen geworden sind. Trotzdem hat mich Rostock nie losgelassen und es zieht mich immer und immer wieder zurück in meine Herzheimat. Die Ostsee, die Menschen, das Lebensgefühl, die Freund*innen, die Familie…

Dass ich allerdings wirklich spätestens alle 2-3 Monate wieder nach Rostock fahre, das hat vor ungefähr zwei Jahren angefangen. Der Anlass für diesen ersten Besuch nach längerer Zeit war die Eröffnung eines Cafés. Ein lieber Freund aus Rostocker Zeiten war aus Berlin wieder zurück in die alte Heimat gezogen. Wir verbrachten kurz vorher einen netten Abend in einer Kneipe im Prenzlauer Berg und sprachen über seine Café-Idee, die er dann tatsächlich wahr machte. Ich fuhr also zur Eröffnung hin und habe nicht nur gemerkt, wie sehr mir Rostock in meinem Leben gefehlt hatte und wie gut es mir tut, immer wieder hinzufahren und aufzutanken – ich habe auch mein zweites Wohnzimmer entdeckt.

Das gemütliche Törtchenlokal in der KTV ist der Ort, den ich neben dem Warnemünder Strand bei jedem Rostock-Trip besuche – und zwar normalerweise an jedem Tag. Alles ist natürlich unglaublich lecker – Törtchen, Kuchen, Kekse, Apfelstrudel, Quiches und seit neuestem auch Frühstück. Vor allem lockt mich aber die Atmosphäre und dieses ganz besondere Zuhause-Gefühl. Stundenlang sitze ich meist dort und immer treffe ich liebe Bekannte und Freund*innen – teils verabredet, teils spontan und unvermutet. Das Café ist zum Dreh- und Angelpunkt meines Rostocker Freundeskreises geworden.

Heute ging ich – nach sehr kurzer, weil durchtanzter Nacht – gegen 11 hin und traf dort auf den Inhaber, eine Angestellte, den Bruder des Inhabers und den Hund des Bruders. Ich wurde herzlich begrüßt und bekam direkt einmal den Kuchenschaber zum Ablecken gereicht. Dann schaute ich beim Törtchenmachen zu und überlegte mir, was ich essen wollte. Teller, Brötchen, Croissants, Besteck und einen Käseteller nahm ich mir selbst, Kaffee und ein weiches Ei wurden für mich gemacht. Ich setzte mich zu Bruder und Hund an einen Tisch neben der Küche, aß, erzählte und gehörte einfach dazu.

Insgesamt war ich dann vier Stunden dort. In dieser Zeit gesellten sich zu uns an den kleinen Tisch – obwohl zu Beginn noch viele andere Tische frei waren, das große Törtchengeschäft findet am Nachmittag statt:

  • Eine Bekannte von früher, die ich bestimmt 10 Jahre nicht gesehen hatte mit ihrer kleinen Tochter, von deren Existenz ich bis dato noch gar nichts gewusst hatte. Sie hatte gerade neue Dekoration für das Café genäht und kam auf einen Plausch vorbei.
  • Die 10-jährige Tochter einer Bekannten, die regelmäßig Wartezeiten zwischen Terminen im Café verbringt und deren besondere Aufgabe es ist, die Schublade mit den Gratis-Süßigkeiten für Kinder zu überprüfen und aufzufüllen.
  • Einer aus dem weiteren Bekanntenkreis, der gestern Abend auch beim Tanzen dabei war, aufs Klo wollte, einen Kaffee trank und sich einfach eine Runde dazusetzte und Partyplanungen für heute Abend anregte.
  • Die Angestellte, die Formulare und Rechnungen der letzten Monate sortierte und nebenbei frühstückte.
  • Der Inhaber, der mit den Törtchen fertig war, mit den Rechnungen half, frühstückte und nebenbei mit uns herumalberte.

Zu dem offiziell bestellten Frühstück gab es dann noch einen übrig gebliebenen Marzipantaler zu naschen und ich bekam einen kleinen Obstteller serviert.

Zwischendurch hatte ich ein Foto meines Frühstücks gepostet, das haben wir dann gemeinsam über die Seite des Cafés geteilt. Es bekam gleich eine Menge Zuspruch und dann klingelte das Telefon und jemand machte eine Reservierung zum Frühstück für morgen. Jetzt bin ich echte Influencerin!

Gegen 15 Uhr brach ich dann auf Richtung Strand – nicht ohne noch einen Proviant-Keks zugesteckt zu bekommen. Morgen gehe ich wieder hin, dann gibt es aber auf jeden Fall Törtchen!

Nägel mit Köpfen

Manchmal muss man so einer Erkältung auch einfach eine Kampfansage machen. Sie ist schon deutlich auf dem Rückzug und ich habe jetzt einfach beschlossen, dass sie mich ab morgen mal kreuzweise kann. Und dann habe ich Tickets in die Herzheimat gebucht, meine Schlafgelegenheit beim Bootsbauer eingetütet und ein paar ersten Leuten Bescheid gesagt: Morgen geht es – nach immerhin drei Monaten – endlich mal wieder nach Rostock.

Musik, Tanzen, Törtchen, Familie, Freunde und die gute Ostseeluft werden dafür sorgen, dass ich mich deutlich besser fühle – sowie körperlich als auch seelisch. Da bin ich ganz unbesorgt, das hat noch jedes Mal geklappt. Hach, ich freu mich. Und jetzt gehe ich mit meinem Ingwer-Kurkuma-Tee in die heiße Badewanne und dann ab ins kuschelige Bettchen mit schnurrender Begleitung für tiefen, erholsamen Genesungsschlaf.

Morgen ist Fri-yay!

Alles neu?

Heute ist Frühlingsanfang, in Nepal und Indien das hinduistische Frühlingsfest (Holi), im Iran persisches Neujahr (Nouruz). Das schreit doch geradezu nach einem echten Neuanfang, oder? Deswegen stecke ich jetzt meinen erkälteten Körper ins Bett und hoffe, dass diese doch recht winterliche Narretei morgen endlich auskuriert ist und dann auch für mich alles neu und Frühling wird. Dazu passend gab es heute noch eine Pho Ga (Hühnersuppe hilft ja sehr gut gegen Erkältungen, sagt man) mit viel Chili drin und jede Menge Tee. Drückt mir die Daumen!

 

 

Bewegung gegen Stillstand

Manche Dinge gehen nicht schnell genug, andere können ruhig noch eine ganze Weile länger dauern, als es momentan den Anschein hat. Für manches möchte ich die Uhr vordrehen, für anderes verlangsamen. Gleichzeitig geht das beides nicht und wenn man es recht bedenkt, geht es ja auch ganz realistisch sowieso nicht. Was bleibt, ist, es sich im Hier und Jetzt so schön zu machen wie möglich. Und Bewegung zu planen und sich auf Dinge vorzufreuen. So habe ich heute Bildungsurlaub für die re:publica eingereicht und außerdem vorsichtige Reiseplanungen für die nächsten Monate begonnen. Und jetzt blogge ich mal nicht weiter, sondern gehe schnell ins Bett, damit ich am Wochenende fit genug bin, um die Herzheimat besuchen zu können. Es wird.